Medikinet Eindosierung: emotionale Flachheit

Hallo zusammen, seit 10 Tagen nehme ich nun Medikinet adult ret, wie vom Doc verordnet. Diagnose AuDHS, erst vor kurzem erhalten.

  • 4 Tage 10mg morgens
  • 4 Tage 10mg morgens, 10 mg mittags
  • seit 2 Tagen 20mg morgens, 10mg mittags.
  • ggf. bis 40 pro Tag hochdosieren

Ich spürte gestern schon eine emotionale Abgeflachtheit, die sich heute weiter durchzog bis hin zu beinahe Egalität. Zwar ist es schön, dass das Grübeln weg ist und auch soziale Ängste. Aber es ist einfach super flach. Ich frage mich, ob mein Körper mit signalisiert, dass die 30mg zu viel sind? Oder sollte ich das noch ein paar Tage durchziehen? Wie sind Eure Erfahrungen?

Ich habe immer, wenn ich etwas Unangenehmes verspürt habe nach einer Dosiserhöhung wieder einen Schritt rückwärts gemacht und mir ein paar Tage Zeit gegeben und dann erst wieder erhöht.

Mit der Stimmung ist das schwierig zu beurteilen, es kann ja auch andere Gründe dafür geben. Würde ich auf jeden Fall im Auge behalten.

Wie ist es mit dem Grübeln bei 20 mg? Vielleicht reicht das ja auch schon…

Soviel, wie nötig, so wenig wie möglich ist meine Devise.

Hi , Ich sehe das so: Ich bin schon eine Weile in der Eindosierung, und bei mir kommt mittlerweile die emotionale Flachheit bei Unterdosierung. Momentan ist es auf halben Wege zum Peak oder wenn ich schon länger bei der Dosis bin und ich Morgens in dem Status bliebe war es bisher so, dass meine Dosis nicht hoch genug war. Habe ich den nächsten Tag eine höhere Dosis genommen (zum Beispiel) Dann bin ich durch diese Phase wieder durchgekommen.

Bis ca 3h nach Einnahme von 10mg morgens bin ich voll da (also kann fokussiert arbeiten, Grübeln ist weg), der Peak ist bei 2h nach Einnahme. Dann schwankt es teils sehr. Bei mir ist das aber sicher auch multifaktoriell… Mit Perimenopause und Trennung gerade hinter mir und und und. Hat Dein Doc Dir das geraten, zurückzugehen zu der vorherigen Dosis? Oder nur nach Absprache mit ihm/ihr?

Ich möchte dem ganzen eine Chance geben. Aber vielleicht kennen das auch andere… Dass wenn der Kopf ruhig ist und das echt toll ist, aber auch die Ruhe einen kirre machen kann :smiley: weil sich das so anders, fast falsch anfühlt. Sogar körperlich. Ich erwarte körperliche Stressreaktionen bei bekannten stressenden Situationen - aber die bleiben aus. Das ist naja… irritierend. Und vielleicht muss ich mich da auch erstmal neu kennenlernen?

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Ich habe zurzeit ( concerta auch mph ) zwei dosen zur Hand, und etwas Rest der alten , und relativ freie Hand, ich bin auch 41 , und habe daher auch mit Schwankungen hier und dort zu tun.

Ich bin seit Juli dabei. Ich habe mir einen Wochenkalender heruntergeladen in dem ich 1. meine Temperatur und , meine Dosis eintrage, weil ich so gut sehen kann wie sich Dosen im Zyklus verhalten( unter den Dosen habe ich eine Zeile in der ich mit einem Kürzel die Tageseinschätzung eintrage.

Hier auf adxs gibt es auch eine Anleitung wie das am Besten vonstatten geht.

Bei den Schwankungen, die hatte ich auch mehr bei niedrigeren Dosen bisher, kann sehr nervig sein, Wenn essen oder Wasser nicht hilft( letzte Woche hatte ich 6 Brote dabei ohne Abhilfe) Dann kann es Unterdosierung sein.

Ich habe einen gastric sleeve. Das Medikinet mit Nahrung nehmen ist quasi unmöglich bzw auch fast sinnlos bei mir, da Nahrung gar nicht lange im Magen bleibt. Damit muss ich halt leben.

Ich denke, ich muss das einfach noch eine Weile beobachten, dokumentieren (das mache ich übrigens mit ChatGPT, das merkt sich das alles so schön und ich kann mehr als eine Zelle mit Infos befüllen; spätere Auswertung auf Knopfdruck :wink:)

Und ggf einfach mal aufhören, alles zu reflektieren :sweat_smile:

Ich mach das völlig offline. Das sieht dann so aus.

Solange man mit seinem System arbeiten kann, ist ja beides gut möglich.

Danke an die Anrworten bisher, ich mein analytikerhirn will noch mehr Datensätze :wink:Gibt es denn auch noch weitere Erfahrungen bei der eindosierung?

Guten Tag, Medikinet Adult ist meines Wissen auf die Magenpassage angewiesen, zumindest 50% der Pellets, sonst kann es zu einem Dose Dumping führen. Daher wäre es tatsächlich möglich, dass sie überdosiert sind.

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Ich nehme medikinet zurzeit nach Bedarf , musste wegen Hitze alle ADHS Medikamente stoppen. Und die erste Woche als ich wieder in der früh medikinet genommen hab, hatte ich richtige Aggressionen. Habe niemanden geschlagen aber hätte es gern gemacht. Erst seit gestern läuft es wieder gut. Wollte eigentlich schon die Ärztin anrufen ob ich dies halbieren kann oder ob ich weglassen soll

Hallo Singer,

schön, dass du das mit den Medikinet in Angriff nimmst. Ich hatte tatsächlich auch das Gefühl, meine Emotionen mit den Medikamenten nicht mehr so zu spüren. Ich glaube, das hat mehrere Gründe. Zum einen denke ich das liegt am Medikament, zum anderen evtl. auch daran, dass ich so starke Emotionen habe, dass ich gar nicht mehr in der Lage war oder bin, die leichten Emotionen zu spüren. Dann ist das natürlich ungewohnt, wenn die Emotionen nicht mehr so kommen, wie man es gewöhnt ist.

Ich habe in Absprache mit der Ärztin, die Dosis auf 5mg morgens, 5 mg vormittags, 5 mg mittags und 5 mg Nachmittags angepasst/verringert. Das fühlt sich für mich etwas natürlicher an.

So ging es mir auch. Ich denke die Medikamente sind wie gute Protesen, die bei einem Menschen ohne Bein angepasst werden. Du bist es gewohnt - im übertragenen Sinn - einbeinig durchs Leben zu hüpfen.

Dein Kopf und dein Körper haben sich an dieses Gefühl gewöhnt. Natürlich ist es eine Umstellung plötzlich die Welt anders wahrzunehmen. Du darfst jetzt - im übertragenen Sinn - lernen, mit der Protese laufen zu lernen. Das ist anstrengend und erst mal irritierend aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran (zumindest meiner Erfahrung nach).

Nimm dir Zeit für die Einstellung und gib auch dir Zeit. Es wird nicht alles gleich perfekt funktionieren.

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Das würde ich mal mit dem Arzt klären. Es gibt ja andere Präparate, die nicht ganz so von Essen abhängig sind.

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Danke für die warmen Worte! Ich werde die nächsten Tage konsequent was essen, bevor ich die morgendliche Dosis nehme. Dann wird es halt später als 7:30, aber dann ist das halt so. Heute war der Anstieg sanfter. Ich beobachte das mal.

Das Bild mit der Protese und dass kleine Emotionen zu leise sind, könnten echt passen. Es war auch einfach super laut im Kopf und viel ziehen im Bauch die letzten Monate. Eigentlich innere Unruhe nonstop.

Ich bin froh, dass ich mich hier im Forum austauschen kann. Man ist einfach weniger alleine :heart:

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Damit ist Medikinet adult (also die retadierte Kapsel) für dich kein geeignetes Medikament. Der Mechanismus erfordert zwingend einen lang genugen Aufenthalt im Magen, daher die zwingende Einnahme gleichzeitig mit einer vollwertigen Mahlzeit (kein Snack o.ä.).
Wenn bei dir Nahrung nur kurz im Magen bleibt, dann bleibt natürlich auch die Kapsel Medikinet adult nur kurz im Magen. Und damit wird die 2. Phase deutlich früher als beabsichtigt freigesetzt.

Jede andere Form der Retadierung von Methylphenidat kannst du probieren. Nur Medikinet retard (Kinder) und Medikinet adult (Erwachsene) haben den Mechanismus abhängig von der Verweildauer im Magen. Ritalin adult (und Generika) sowie Concerta (und Generika) haben andere Mechanismen.

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Hallo, ich wollte mal ein Update geben. Nachdem ich die letzten Wochen das Medikinet adult genommen habe, auch mit Essen, hat sich ein starker rebound am späteren Nachmittag bis gegen 21 Uhr gezeigt. Bei mir macht das vor allem eine sehr traurige Stimmung. Die wirkkurve war eher eine Achterbahn, daher habe ich mit meinem doc gesprochen und er hat mir die unretardierte Medikinet Variante verschrieben. Heute erster Tag. Das ballert schon ziemlich. Ich habe verordnet bekommen: je 10mg morgens, mittags, früher Nachmittag. Aber für heute muss ich sagen: passt nicht gut. Einnahme um 7:30. Die Wirkung war nach 1h hart drüber, 30min später ok, 30 min später war ich ein psychisches Wrack. Habe dann um 10:45 die nächste genommen (es ist jetzt 12:30) und die kommt sanfter an (Ich habe auch vorher was essen können). Werde die dritte gegen 14 Uhr nehmen und überlege für morgen a) zwingend vor der Einnahme was essen, auch wenn das den Zeitplan nach hinten verschiebt oder b) noch häufiger eher 5mg nehmen. Mein Ziel ist eine stabile wirkkurve mit sanftem ein- und Ausstieg.

Concerta war ja auch im Gespräch, aber auch hier ist laut meiner Info ein kompletter Magen-Darm-Trakt nötig. Mein Darm ist zwar noch da, aber der Magen halt nur noch so 1/4 :sweat_smile: daher sind wir auf die unretardierte Form gegangen.

Wie ist es denn mit der Eingewöhnung? Mit wievielten Wochen sollte ich rechnen?

Du könntest sogar über ¼ Tablette = 2,5mg dich auch ganz langsam eindosieren um die passende Stärke zu finden . 2,5 mg, dann 5mg, dann 7,5 mg etc…und dann wie es über den Tag am besten passt.

Ich war ja schon bei insg 30mg retardiert, fand aber gegen Ende 20mg insgesamt ganz gut. Ich merke jetzt deutlich, dass essen davor wirklich viel bringt, sogar bei meinem Magen. Muss dann wohl einfach so sein.

Hallo @Singer84 , ich habe durch die Medikation eine emotionale Stabilisierung erlebt. Vorher war meine Stimmung über den Tag stark schwankend, mit Medis wesentlich ausgeglichener. Das hat aber bedeutet, dass sowohl die Ausschläge nach unten als auch nach oben flacher wurden - eigentlich logisch. Weniger Ups, weniger Downs. Das kam mir zeitweise auch buchstäblich etwas „flach“ vor, aber trotzdem insgesamt viel besser. Jetzt fühlt es sich einfach total normal an.