Kurz zu unserer Vorgeschichte. Mein Sohn ist 10 (1,62m/25kg) und geht in die dritte Klasse. Mit 8 wurde ADS also der verträumte Typ bei ihm diagnostiziert. Da er durch sein langsames Arbeitstempo einiges verpasst hat, haben wir uns recht schnell dazu entschieden, dass er die 2. Klasse wiederholt. Parallel haben wir mit Medikinet begonnen. Nun ist er in der 3. Klasse uns extrem glücklich. Ein voller Erfolg.
Zumindest bis vor ein paar Wochen. Nach dem ersten Sprechtag der 3. Klasse hieß es, es läuft super. Daraufhin haben wir überlegt, die Dosis von 25mg auf 20mg zu reduzieren. Ziel war es, seinen Appetit am Nachmittag etwas früher zu aktivieren. Er Frühstückt gut, aber dann geht erst so richtig ab 16 Uhr wieder etwas Nahrung in ihn rein… Naja die Lehrerin hat uns recht schnell mitgeteilt, dass er wieder planloser ist und nicht alles mitbekommt. Daraufhin haben wir die Dosis wieder auf 25mg erhöht, beim Essen war es auch kein großer Unterschied.
Beim nächster Sprechtag teilt uns die Lehrerin mit, dass es trotz der normalen Dosis nicht besser geworden ist. Da er im Vergleich zur Eindosierung etwas an Gewicht zugelegt hat, haben wir daraufhin die 30 mg ausprobiert. Aber auch hier kam recht schnell die Rückmeldung von der Schule, das passt nicht. Er war sehr in sich gekehrt und hat nicht alles mitbekommen.
Nun sind wir etwas ratlos. Unser Arzt scheint ebenfalls etwas ratlos zu sein. Er sprach davon das 5 mg Erhöhung evtl. schon zu viel sind, aber 2,5 mg nicht als retard verfügbar sind. Aber einen Grund für die plötzliche Abnahme der Wirkung konnte er auch nicht nennen. Er wollte nach einer Einnahmepause in den Sommerferien mit Elvanse starten.
Wie sind eure Erfahrungen? Könnte die Vorpubertät evtl. eine Rolle spielen? Sie hat bei ihm wohl begonnen. Zumindest sind die ersten Pickelchen immer mal wieder zu sehen und sein Körpergeruch hat sich verändert.
Ihr seht euer Kind ja an den freien Tagen, und wegen Pfingsten stehen ja noch einige bevor. Ihr könnt dann ja selbst beobachten, wie gut welche Dosis wirkt - und vor Allem wie lange.
Damit meine ich, es könnte ja auch sein, dass die Wirkung zu früh aufhört und die Lehrerin eher in der Mittagszeit nicht zufrieden ist - dann wäre die richtige Reaktion jedenfalls keine Dosiserhöhung, sondern die rechtzeitige zweite Dosis (in der Schule vermutlich schwierig umzusetzen) oder der Wechsel auf ein länger wirkendes Produkt, z. B. Equasym.
Von einer Einnahmepause in den Sommerferien würde ich abraten. Du schreibst ja selbst, er hat etwas zugelegt, daher braucht ihr wegen dem Gewicht die Pause eher nicht.
Leider kann ich den Eindruck der Lehrerin nur bestätigen. Auch mit 25 mg ist er mir manchmal zu ruhig.
Die Gewichtszunahme bezog sich auf die ca. 2 Jahre in denen er das Medikament genommen hat. Leider ist er immer noch an der Grenze zum Untergewicht. Jeder Tag an dem er normal isst, ist daher wichtg. Der Arzt wollte die Pause durchführen, damit das Gehirn mit dem neuen Präparat besser klar kommt.
Meine Hoffnung ist ein bisschen, dass Elvanse durch den anderen Wirkmechanismus bei ihm evtl nicht so sehr zu diesem inneren Rückzug führt und er zwar ruhig aber konzentriert arbeiten kann. Schwer zu erklären was ich meine.
folgenden Text hatte ich schon bei dem Thread „ADHS bei Sohn - Nebenwirkungen Medikinet“ oder ähnlich vom Januar geschrieben, ich bekomme die Verlinkung nur technisch nicht hin, daher habe ich es kopiert - aber gerne auch in dem oben genannten Thread lesen, der Fragesteller hatte ein ähnliches Thema wie du.
Bei meinem Sohn wirken die Medikamente öfter nicht, wenn er einen Infekt hat und auch noch Tage nach völliger Genesung und zwar nicht nur bei Magen-Darm, sondern auch bei Erkältungen (aktuelles Update: gerade wieder drei Wochen kaum Wirkung nach Erkältungsinfekt, seit gestern wirkts wohl endlich wieder).
Im September hatten wir uns durch einen schlechten Fisch den Magen verrenkt, keine schlimmen Probleme, aber ca. 3 Wochen lang nicht ganz in Ordnung. Er war in der ganzen Zeit völlig verpeilt/neben der Spur, seine Lehrerin hat ihn nicht wiedererkannt. Und er hat schlechte Noten geschrieben. Auch die Hausaufgaben waren eine Katastrophe, so übel wie ohne Medis. Wir waren verzweifelt und haben von Medikinet auf Ritalin gewechselt (jeweils nicht retardiert), aber der Wechsel fiel mit dem Ende der "Fisch-Symptome” in der ganzen Familie, so auch bei ihm, zusammen. Deshalb wissen wir nicht sicher, ob der Wechsel (zusätzlich) geholfen hat, oder ob es nur das (symptomatisch wie gesagt sehr leichte) Magen-Darm-Thema war. Jedenfalls läuft es seitdem (bis auf Wirk-Pausen während Erkältungen) gut (mit Ritalin unretardiert).
Ich glaube, das ist ein Missverständnis. Bei Medikinet wirken höhere Dosen nicht länger. Es ist also umgekehrt nicht zu erwarten, dass euer Sohn bei geringerer Dosis früher wieder Appetit hat.