Medis wirken nach einiger Zeit nicht mehr so gut, was tun?

Hallo zusammen,

ich melde mich mal wieder da ich euren Rat brauche. Unser Sohn (bald 8) nimmt seit Juli letzten Jahres Medikamente. Es war ein langer Weg mit der Eindosierung aber wir haben dann für uns mit Concerta 27mg und einem Starter 5mg unretardiertem Medikinet einen ganz guten Weg gefunden -bis, ja, bis wieder die Ferien kamen.

Die Rückmeldungen der Lehrerin waren im März so gut, dass wir uns darauf einigten, dass sie sich erst wieder meldet falls irgendwas passiert oder nicht mehr gut läuft. Das war Mitte März, am 27. März war der letzte Schultag vor den 2wöchigen Osterferien und jetzt bekam ich wieder die Rückmeldung, dass er den Unterricht stört, herumläuft etc. Ich sehe es auch an seiner Schrift und an den Schnuddeleien und wie er mit seinen Sachen umgeht.

Gefühlt läuft es immer erst gut und dann, Zack, wieder der Rückschlag. Ich bin sicher, dass die Medis wirken (letztens war er einen Tag vermeintlich krank und ich habe ihm nichts gegeben. Der Tag zu Hause war eine Katastrophe) aber ich kann nicht ständig erhöhen. Laut Ärztin nimmt er sowieso schon eine relativ hohe Dosis.

Dazu kommt, dass er keinen großen Appetit mehr hat. Wir haben im Juni wieder Termin, diesmal bei einer neuen Ärztin die wohl streng sein soll, ich bin mir fast sicher, dass er an Gewicht verloren hat…

Was tun? Ich möchte nicht ständig die Medikamente ändern.

Hallo!

Also ich kann nur von mir selbst sprechen, aber bei mir macht es einen rießen unterschied wie viel bewegung ich sonst habe. Wenn ich keinem Kraftsport macht (mehr als 2 Tage) dann bin ich auch mega unaugeglichen und würde eine viel höhere dosierung brauchen. Ich habe gelesen dass 5-10min Bewegung schon reichen würden dass es wieder besser geht. Vl mal zu Hause testen und dann mit der Lehrerin besprechen. Was mir auch hilft zuhause wenn ich lang sitzen muss ist ein Stuhl mit dem man wippen kann.

Liebe Grüße

Medikamente sind meiner eigenen Erfahrung nach nur bis zu einem gewissen Grad zur Bekämpfung von bestimmten ADHS Symtomen gut, vor allem wenn es sich dabei um Impulsivität oder die Konzentrationsschwäche bei ADHS handelt, und diese Stimmulanzien bekanntlicherweise auch nur während der angegebenen Wirkdauer von den bekannten ADHS Stimmulanzien eben wirken.

Aber wenn es um eine Verbesserung an sich geht, dann ist es unumgänglich das ein ADHS Betroffener Mensch lernt mit sich selbst und anderen besser umzugehen, heisst sich selbst zu erkennen, und dieser dann mit der Zeit langsam über sich etwas lernt, was allerdings eine Selbstreflektion von sich und seinem eigenen Verhalten abverlangt.

Doch ein Kind, und vor allem je jünger es ist, kann das normalerweise noch nicht, und das auch etwas ist, was normalerweise auch etwas total normales bei Kindern ist.

Denn einem Kind fehlt ja noch die Lebenserfahrung die ein erwachsener Mensch im Gegensatz zu ihm bereits besitzt.

Was heisst, zumindest meiner Meinung nach, dass dann wenn die Eltern des Kindes z.B. ungeduldig sind, und Sachen von ihrem Kind erwarten die für es aufgrund seines Alters schlichtweg unmöglich sind, dann muss man sich als Eltern auch nicht wundern wenn man sein Kind schlicht überfordert.

Heisst das es für das Kind schlicht unmöglich ist um die Erwartungen seiner Eltern erfüllen zu können, und so wird dieser Erwartungsdruck der Eltern für das Kind zu einer unerfüllbaren, und derart extrem hohen Erwartung an das Kind, dass es psychisch und seelisch, und letztendlich menschlich, an den viel zu hohen Anforderungen an sich, irgendwann völlig zusammen brechen wird.

Jedenfalls, Medikamente bekämpfen in der Regel meistens nur besondere Symtome, heisst so wie Concerta bei mir auch nur meine Impulsivität abschwächt, oder macht das ich mich besser und länger auf etwas konzentrieren kann, aber „das“ war’s dann halt auch schon, heisst Concerta macht mich nicht zu einem andereren Menschen, sondern ist wenn „überhaupt“ nur eine Krücke für mich.

Und heisst, so wie im Vergleich, z.B. bekannt ist das Schmerzmittel auch nur eine bestimmte Zeit lang wirken, so besteht ebenso die Möglichkeit bei ADHS Stimulanzien, dass sich auch hier die Wirkung mit der Zeit abschwächen kann.

Und das möglicherweise vor allem dann, wenn die Medikamente nur zur Symtombekämpfung eingesetzt werden, und/aber die eigentlich zugrunde liegenden Probleme, z.B. innerhalb der ganzen Familie, nicht richtig angegangen werden.

P.s.
Leider konnte ich unter meiner Emoji Auswahl keine einzige finden die einen Menschen an Krücken zeigt, und ich persönlich das echt irgendwie traurig finde.

Danke für deine Antwort, Tanja.

Tatsächlich versuchen wir nun wieder, dass er in die Schule läuft bzw. mit dem Roller fährt. Es hat sich so eingeschlichen, dass ich ihn immer häufiger in die Schule gefahren habe da er morgens leider nicht fertig wird. Er ist dann wieder zweimal gelaufen und kam prompt zu spät. Ich bin aber auch der Überzeugung, dass ihm die Bewegung morgens vor der Schule gut tut.

Ich verstehe schon was du meinst, jedoch geht es hierbei erst einmal vorrangig um die Schule. Tatsächlich denke ich, dass sich bei der Lehrkraft in gewisser Weise ein Gewöhnungseffekt eintritt und wenn es dann mal nicht so gut läuft, fällt es ihr direkt auf.

Allerdings ist es ja Fakt, dass es zwischenzeitlich sehr gut lief mit seiner Konzentration, der Unruhe etc. und dann plötzlich nicht mehr - das war sehr häufig nach den Ferien der Fall. Was soll die Lehrerin denn tun? Sie ist wirklich kooperativ, nicht anklagend, gibt ihm Möglichkeiten für seine Unruhe etc., heißt: da sehe ich nicht mehr großen Spielraum, es muss halt durch das Medikament geholfen werden.

Du willst nicht ständig erhöhen, das musst du auch nicht. Von Zeit zu Zeit aber schon. Wenn euer Junge jetzt 36 mg braucht, dann ist es eben so.

Versuch es doch (wenn die Ärztin einverstanden ist natürlich). Wenn es zu viel ist, merkt ihr es schnell, dann geht ihr wieder auf die alte Dosis zurück.

Dass er dann noch mehr abnimmt, ist eigentlich nicht zu erwarten, das ist nicht dosisabhängig.

Stimulanzien sind wie eine Brille - eine Brille mit der falschen Stärke bringt niemand etwas.

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Du hast schon Recht aber wir haben letztes Jahr im Sommer mit der Eindosierung begonnen und haben seitdem schon x-mal gewechselt oder erhöht:

Von Medikinet unretardiert auf Medikinet retardiert, Ritalin retardiert, Concerta, Concerta + Starter etc .

Ich weiß, dass das immer ein langer Prozess ist aber de facto läuft es immer eine Weile richtig gut und dann passt die Dosis plötzlich nicht mehr. Das kann doch nicht immer so weitergehen? Ist das ein Gewöhnungseffekt?:thinking: Gerne würden wir einfach mal zur Ruhe kommen…