Meine Elvanse-Reise: Erst top, dann Flop – jetzt höhere Dosis?

Hey zusammen,

ich wollte mal meine bisherigen Erfahrungen teilen und hören, ob das jemand von euch kennt.

Ich habe vor mehr als einem Monat zum ersten Mal Elvanse verschrieben bekommen (30 mg), aber relativ schnell gemerkt, dass die Wirkung bei mir ziemlich abgeflacht ist und ich kaum noch einen richtigen Benefit hatte – teilweise sogar eher Nachteile. Ich habe morgens begonnen und gemerkt, wie ich für vielleicht 30 Minuten konzentriert war und auch positive Benefits in der Struktur meines Alltags hatte. Jedoch war das Ganze nach 30–60 Minuten komplett weg und ich bin in ein Loch gefallen, in dem ich nur noch herumsaß und mich extrem motivieren musste.

Daraufhin bin ich zu einer anderen Psychiaterin (auch Neurologin) gewechselt. Sie hat mich dann auf 40 mg eingestellt plus einen 20 mg Booster für mittags. Damit bin ich erstmal echt gut gefahren, so für ca. 3 Wochen. Sie hatte mir auch gesagt, dass ich ein wenig mit den restlichen 30 mg “herumprobieren” kann und auch mal verschiedene Abstände ausprobieren soll.

Für euch wahrscheinlich wichtig:

  • Ich bin 24 Jahre alt und habe ADHS vor 2 Monaten erst diagnostiziert bekommen. -
  • Ich habe von 20 bis 23 Jahren täglich gekifft. Gestartet meist so ab 12 Uhr und maximal 1,5 Joints am Tag und immer so in Abständen von 1–2 Stunden 2–3 Mal gezogen und dann wieder ins Case gepackt.
  • Durch Berufliches und meinen Cannabiskonsum habe ich eine mittelschwere Depression diagnostiziert bekommen. Ich bin seit 2 Jahren in therapeutischer Behandlung und habe mein Leben wirklich komplett auf den Kopf gestellt.
  • Ich habe seit mehr als einem Jahr nicht mehr gekifft und sonst auch keine Probleme mit Suchtmitteln. Wirklich keine Entzugserscheinungen. Ich vermute, ich habe das als Selbstmedikation gemacht.
  • Sport ist ein extrem wichtiger Bestandteil geworden. Ich mache Kraftsport 3–4x die Woche, Cardio 3–4x die Woche (Radfahren, Schwimmen, Padeltennis, Fußball, Joggen) und immer 15–20 Minuten Mobility vor dem Sport. Ich versuche, eine gute Abwechslung zu haben.
  • Auch Ernährung und Supplements sind ein großer Bestandteil: Morgens esse ich immer Magerquark mit Banane, Erdbeeren und Heidelbeeren und ein Müsli mit Nüssen und Haferflocken. Mittags und abends bin ich immer in Absprache mit meiner Freundin, durch sie essen wir viel vegetarisch. Ich bin aber auch ein kleiner Lachs-Fanatiker.
  • Bei den Supplements bin ich extrem unschlüssig, wann ich was nehmen sollte, auch im Zusammenspiel mit der Medikation. Da würde ich mich über eure Erfahrungen sehr freuen. Ich nehme Magnesium, B12, D3, Omega 3, Ashwagandha, Creatin, Zink, EAAs. Wann würdet ihr was nehmen oder würdet ihr etwas ergänzen oder weglassen?

In letzter Zeit habe ich dann etwas “rumprobiert” und bin mal zwei, drei Tage bei 50 mg morgens + 20 mg Booster gelandet – und damit komme ich aktuell deutlich besser klar als mit 40 mg. Fokus, Antrieb und Umsetzung sind spürbar besser.

Was ich aber merke:
Wenn ich keine äußere Struktur habe (z. B. wenn meine Freundin länger weg ist), fällt es mir trotzdem schwer, ins Handeln zu kommen – auch mit To-Do-Listen. Mit 50mg / 20mg ist es aber insgesamt deutlich besser als 40mg / 20mg.

Jetzt frage ich mich, ob das einfach „meine“ bessere Dosis ist oder ob ich gerade in so eine Toleranz-/Gewöhnungsphase rutsche und es keine gute Idee ist, einfach weiter hochzugehen.

Freue mich über eure Erfahrungen :folded_hands:

Mit Elvanse habe ich keine Erfahrung, nur zu den NEMs, da wollte ich sagen, dass man generell nicht auf Dauer etwas einnehmen sollte, wenn der Arzt das nicht geprüft und ggf. einen Mangel festgestellt hat. Das würde ich also eher über den Arzt abklären (auch wenn es u.U. eine Selbstzahlerleistung ist), ob und was da fehlt. Ashwaghanda ist wegen Leberschäden in Verruf gekommen. Da würde ich auch sicherheitshalber mal den Arzt fragen.

Hatte deine Ärztin das direkt so verordnet, dass du nach den 30mg hoch auf 40mg + den 20mg Booster gehen sollst?

Wenn dem so wäre, würde ich direkt davon ausgehen das hier der Fehler liegt.

Bevor man überhaupt über Dosis Splitting nachdenkt , sollte unbedingt wie vom Hersteller vorgesehen in 10mg Schritten erhöht werden, und dabei immer 5-7 Tage beobachten. Mir fällt gerade kein Grund ein weßhalb man von 30mg hoch auf 40+20 gehen sollte. Hat sie dir erklärt wieso?