Hallo zusammen!
Gerne würde ich von Menschen, die eine ADHS-Diagnose (egal in welcher Ausprägung) erhalten haben oder sich generell mit dem Thema auskennen, eine Meinung hören.
Kurz zu mir:
Männlich, 27 Jahre, stehe fest im Leben.
Das wird viel Text, danke falls sich jemand die Zeit nimmt! ![]()
Entschuldigt Rechtschreib-,Grammatik-,Flüchtigkeitsfehler. Lest es einfach im Kontext. ![]()
Seit meinem Teenager-Alter (da ist es mir aber nicht aktiv aufgefallen), hatte ich mit Situationen Probleme, die andere nie gestört haben.
Damals war es hauptsächlich:
- Extreme langeweile in der Schule
- Riesen Problem mich mit Themen zu befassen die mich nicht interessieren
- Geburtstage von Erwachsenen (Verwandten)
- Generelle Probleme mit Aufgaben im Haushalt
Hört sich ggf. erstmal an wie jedes 2. Kind (und ist wahrscheinlich auch so), allerdings waren das damals wirklich Dinge, die mich zur Verzweiflung getrieben haben.
Schule war jeden Tag ein Kampf. Ich hatte nur das absolut nötigste gemacht, um einen guten Abschluss zu bekommen.
Ich habe da wirklich von Tag zu Tag geschaut und habe es herbeigesehnt, endlich da nicht mehr hinzumüssen, trotz sehr guten Freunden in der Klasse und einer allgemeinen ultra harmonischen Zeit, was das zwischenmenschliche betrifft.
Geburtstage von Verwandten war ähnlich: Ich habe mich da oft direkt abgekapselt, wollte nur heim, nicht rumsitzen und bin dann auch irgendwann nicht mehr mit.
Das ging so lange, bis ich Alkohol trinken durfte, dann hat es mir Spaß gemacht. Auch hier: Meine Verwandten sind keine verkorksten Menschen. Die stehen alle im Leben, haben neutrale Weltansichten und sind durchweg symphatisch.
Die Situation/Symptomatik heute (ich bekomme niemals alle aufgezählt:
- Riesiges Problem mit Aufgaben, die ich nicht machen will, so lange bis sie komplett brennen
- Schwiegereltern besuchen (stundenlanges rumsitzen und sich unterhalten) - versaut mir häufig die Woche davor schon. Auch hier, obwohl diese super nett sind
- Kein Abschalten möglich, wenn ich z.B um 16 Uhr von der Arbeit komme, aber um 19 Uhr nochmal los muss. Regelrechtes warten darauf.
- Probleme mit langen Autofahrten
- Problem andere zu ende reden zu lassen, obwohl ich den Satz schon kenne (aktiver Zwang notwendig)
- Größere Projekte an der Arbeit zu 100% abzuschließen. Ich mach am Liebsten das Gröbste/”Schwierige” und gebe es dann beim Feinschliff ab.
- Wiederkehrende Aufgaben an der Arbeit (ich langeweile mich teilweise lieber, als die zu machen, vorallem wenn sie sowieso keiner merkt und sich auch nicht so wichtig sind.)
- Feuer und Flamme für neue Dinge, verliere extrem schnell das Interesse. (Fußball ist hier eine Ausnahme, das spiele ich seit ich 6 bin und liebs wie damals.)
- An der Arbeit ist meine Feel-Good-Zone, wenn es komplett brennt und ich weiß, ich kann es lösen. Häufig horte ich dadurch kleinere Aufgaben, um diese parallel abzuarbeiten. Dann “fühlen” die sich besser an.
(Ich hab bestimmt einiges vergessen, aber nur als Überblick.)
Womit ich keine Probleme habe:
- Im Wartezimmer auf den Arzt zu warten
- Mich alleine über Tage zu beschäftigen und dann auch z.B in der Fastnachtszeit jeden Tag unter Menschen zu sein
- Stunden am PC verbringen
- Kaffee macht mich wach.

Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, dem mal nachzugehen. Diese lähmende, starre, teils dann aggressive Gefühl, wenn ich in so einer Situation bin, kenne ich von keinem Bekannten, mit dem ich darüber rede.
Mir gehts hier auch nicht um eine Diagnose.
Ich stehe im Leben und kann meinen Alltag vollumfänglich bewältigen, mich würde einfach nur mal eine Einschätzung interessieren.
Falls ihr das lest und denkt: Der Typ ist einfach nur ein A****, der nie gelernt hat mit Situationen umzugehen, auf die er kein Bock habt, hauts raus! Mir gehts nicht, um eine Ausrede oder einen Klopfer auf die Schulter, sondern um ehrliche direkte Meinungen!
Falls ihr Fragen habt, gerne stellen, ich antworte auf alle! ![]()