Das Problem ohne Tagebuch ist einfach, dass man die Muster nur sehr schwer erkennt - zB „immer nach 7 Stunden kommt ein Tief“ oder „immer nach 3 Stunden werde ich nervös und aggressiv“.
Und ich war schon so oft froh, dass ich bei meinem Sohn nachschauen konnte, weshalb genau wir die Dosis vor einem halben Jahr erhöht hatten oder weshalb ein bestimmtes Medi nicht funktioniert hat.
Da kommen nämlich dann so Sachen raus wie:
- „Aha, vor 6 Monaten hatten 40mg mich sehr nervös gemacht, ich dachte damals an eine zu hohe Dosis. Aber da wusste ich ja noch gar nichts von den Wechselwirkungen mit Koffein und habe jeden Morgen einen doppelten Espresso getrunken. Vielleicht kann ich ja diese Dosis doch nochmal testen.“ - oder:
- „Aha, vor einem Jahr hat die Lehrerin gesagt, mit den 18mg Concerta bemerke sie bei unserem Sohn überhaupt keine Wirkung. Allerdings war mir da zu wenig bewusst, dass der Peak von Concerta erst nach ca. 4 Stunden ist, und es eine Ergänzung mit unretardiertem MPH am Morgen braucht.“
Du hattest vermutlich das Glück, mit 40/50 mg gleich bei deiner passenden Dosis gelandet zu sein. Mit 20 oder 70mg hätte vermutlich alle Gelassenheit die Nebenwirkungen nicht verdrängen können. Wenn man sich nur einfach entspannen müsste, dann bräuchte es ja keine verschiedenen Dosierungen?