Hallo, ich habe vor 3 Wochen meine späte Diagnose erhalten (bin 45) und mich so gefreut, dass meine Ärztin mir direkt Lisdex verschrieben hat, weil sie meinte, das sei für ein sensibles Nervensystem wie meins viel besser verträglich und hätte weniger Rebound etc. Und ich lese auch hier immer, dass die meisten Elvanse oder LDX allgemein viel besser vertragen als Methylphenidat, aber leider musste ich nach einer Woche Eindosierung - und ich hab mit 10mg gestartet - abbrechen, weil ich zum totalen Zombie geworden bin. Morgens kurz fokussiert, gepusht, Dinge abgearbeitet wie auf Autopilot mit Durst und schwitzigen Händen, mittags totmüde, tränende Augen, Kopfschmerzen, schwere Beine und Glieder, völliger Einbruch, trotzdem schlechter Schlaf. Dann hoch auf 20mg nach 3 Tagen, totaler Zombiemodus, kein Schlaf mehr, riesige Pupillen, das Zeug war gefühlt Tag und Nacht im System, Sport (Kraft, kein Cardio) hat die körperliche Wirkung nochmal krass verstärkt. Ich war nicht mehr gesellschaftsfähig. Habe übrigens keinen Kaffee getrunken. Jetzt hab ich schon hier und da mal gehört, dass MPH weniger körperlich wirkt weil es kein zusätzliches Dopamin ausschüttet. Gibt’s denn jemanden, der ähnliche unangenehme Erfahrungen (wie auf Speed) mit niedrigen LDX Dosierungen gemacht hat und mit MPH dann besser dran war??? Hab Montag einen Termin zur Besprechung. Danke euch vielmals.
Achso vielleicht nochmal klarer: es waren 3 Tage 10mg und 4 Tage 20mg. Und nach dem Absetzen hatte ich noch 2 Tage lang große Pupillen, Kreislauf, leicht erhöhten Puls und Schlafstörungen.
Klingt ja wild
vielleicht mit 5mg starten? Könnte sein das sich dein Körper ganz langsam gewöhnen muss an Elvanse. Wobei wenn du so heftig reagierst die Frage ist ob es das richtige für dich ist, da ja eigentlich die Einstiegsdosis bei 20mg liegt, hier is aber immer wieder mal das Thema das manche Menschen mit deutlich weniger starten müssen.
Wegen dem Methlyphenidat, das is bei jeden Unterschiedlich, ich hab auch das Gefühl das bei MIR mph körperlich ruhiger wirkt, aber dafür find ich die Rebound nicht angenehm. Der Vorteil ist das man das deutlich kleiner dosieren kann und das wirkt auch nich so lange, da kann man dann besser sehen in welchen Bereichen es dir hilft
Hast du denn auch Vorteile gespürt? Und nimmst du noch andere Medikamente?
Es gibt kein allgemeingültiges eines ist besser als das andere. Es kann individuell so sein, aber es finden sich in beide Richtungen diese individuellen Situationen genauso wie Personen, für die es wenig Unterschied macht welchen der beiden Wirkstoffe sie nehmen.
Warum bist du mit 10mg eingestiegen? Und warum hast du bereits nach 5 Tagen hochdosiert?
Zu dem Zeitpunkt hast du gerade erst den Steady state erreicht und du kannst die Wirkung einschätzen. 1 Woche konstante Dosis ist schon eine sinnvolle Empfehlung. Und gib deinem Körper eine Chance sich an Stimulanzien zu gewöhnen. Es gibt Eindosierungsnebenwirkungen. Die verschwinden nach ein paar Wochen (bei manchen kann es bis zu 2 Monaten dauern). Was du tollerieren möchtest und was medizinisch vertretbar ist zu tollerieren, musst natürlich du zusammen mit der verschreibenden Person entscheiden.
Die Startdosis für Erwachsene wär gemäß Fachinfo 20mg.
Hey, danke Dir für die Rückmeldung. Ich nehme keine anderen Medikamente. Da 20mg die kleinste Darreichungsform ist, die ich ja auch schon halbieren musste wird 5mg vermutlich schwierig. Und 10 haben ja auch nur kurz “gewirkt”. Wie gesagt, mittags war ich nicht mehr arbeitsfähig vor lauter Müdigkeit. Interessanterweise hatte ich auch riesigen Hunger. Mehr als sonst ![]()
Wie fühlt sich denn dein Rebound an, und bleibt das einfach immer so? Will versuchen, ob ich das mit Sport abfedern kann. Aber erstmal muss das Medikament, die Dosis und das Timing stimmen….
Die Anfangsdosis und Hochdosierung habe ich nach Plan von der Ärztin wie besprochen und verschrieben so vorgenommen. Ich sollte 2-4 Tage die 10mg nehmen und dann eine Woche 20mg bevor ich auf 30mg gehe. Über Nebenwirkungen haben wir gesprochen. Aber das was ich hatte (hab es oben nur verkürzt beschrieben) sagt sie muss man nicht aushalten und sei auch nicht typisch. Ich war ab mittags ja richtig gedrückt und schwer und konnte mich fast nicht mehr bewegen. Die Einnahme zu stoppen, um Schlaf zu bekommen, war mit ihr abgesprochen. Mir ist bewusst, dass es individuell sehr unterschiedlich sein kann, deshalb habe ich auch nach eventuellen ähnlichen Erfahrungen gefragt.
Und die 10mg, in der Zeit wo sie gewirkt haben wie war es da? Und gegen mittag, wie viel Stunde nach Einnahme war das?
Ich hab es morgens um halb 8 genommen und um halb 1 bin ich eingebrochen. Also totale Müdigkeit und Hunger. Musste mich hinlegen. Vorher angespanntes Getriebensein. Schwere Beine, Kopfschmerzen aber trotzdem irgendwie Dinge gemacht. Wie verrückt den Haushalt erledigt z.B. ohne Pause. Gut hab ich mich dabei nicht gefühlt. Hatte auch leichte Sehstörungen. Werde jetzt im Urlaub Ritalin adult 10mg testen… hoffe einfach dass das besser passt und der Rebound nicht zu stark ist…
Man sollte nicht den Fehler machen und den Alltag umschmeißen. Im Gegenteil, wenn du Medikamente änderst eher es ruhiger angehen lassen und dich an deine gewohnten Tätigkeitenmengen und gewohnte Pausen und Essenszeiten und -mengen halten. Sonst hast du so viele Änderungen, dass du gar nicht wissen kannst, ob es dir vom Medikament anders geht oder von der Abweichung vom gewohnten Tagesablauf.
Ja das ist alles schön und gut, aber wenn ich durch das Medikament in der Einstellungsphase arbeitsunfähig werde, bringt das ja nix. So war es bei LDX. Deshalb bin ich jetzt vorsichtig und steige im Urlaub ein, einfach um zu testen, ob ich es vertrage. Ich werde trotzdem merken ob es wirkt, z.B. daran ob ich dann endlich mal wieder ein Buch lesen kann. Das wäre schön. Natürlich muss ich dann im Arbeitsalltag den Einnahmezeitpunkt und vermutlich die Häufigkeit der Dosis etc. anpassen. Aber erstmal brauche ich Zeit und Raum ohne Verpflichtungen, um zu schauen, was der Wirkstoff mit mir macht.
Aber genauso meinte ich das. Dass du im Urlaub ruhiger machen kannst und dich nicht überfordern solltest. Das war alles auf deine Aussage bezogen, hätte ich oben dazu schreiben müssen:
Ich denk, der Einbruch mittags könnte durch zu wenige Pause vormittags schlimmer ausfallen. Und genug und oft genug essen nicht vergessen.
Tut mir leid, dass ich missverständlich geschrieben habe oben.
Ah okay danke für die Erklärung. Ja das mit dem Bezug nehmen klappt hier nicht immer so gut ![]()
Ja ich hoffe einfach dass MPH bei mir etwas sanfter ist und ich rausfinde, ob und wie lange es wirkt, wann und wie stark der Rebound kommt, um dann, wenn der Alltag wieder anfängt, schon Erfahrungswerte zu haben. Und ich hoffe natürlich, dass ich trotzdem im Urlaub gut schlafen und mich erholen kann ![]()
Es kann sein, dass das mit LDX direkt ein zu starker Antrieb war obwohl mein Körper gleichzeitig Erholung gebraucht hätte. Gegessen hatte ich genug, sowohl morgens als auch mittags. Nur nicht gut und nicht lange genug geschlafen… Ich brauche viel Schlaf.
Hallo! Ich kann das total gut nachvollziehen. War bei mir fast gleich bin bis 30mg rauf . Dort hab ich. abgebrochen weil kein Schlaf mehr. Hab morgen Facharzttermin. Mal schauen. ![]()
Viel Erfolg Dir. Ich kann erst Ende nächster Woche berichten wie die neue Einstellung verläuft…
Guten Morgen,
Methylphenidat wirkt nicht bei mir und deshalb habe ich vor 20 Jahren schon mal Amphetamin Saft bekommen. Ich wurde ganz hibbelig und konnte auch kaum noch schlafen. Fühlte sich auch eher an wie Speed oder so ein Kram. Dann habe ich ca. 1 Jahr Strattera (Atomixetin) genommen und das hat mir sehr geholfen mich zu konzentrieren und meine impulsivität zu kontrollieren. Ich hatte aber irgendwann das Gefühl etwas abzustumpfen, deshalb habe ich es nicht mehr genommen. Trotzdem konnte ich meine neuen Skills weiter anwenden.
Durch die Wechseljahre wurde alles wieder viel schlimmer und deshalb wollte ich wieder ein Medikament nehmen. Elvanse hat bei mir die gleiche negative Wirkung wie damals der Saft. Ich fühle mich einfach nur total nervös und werde eher noch unkonzentrierter, deshalb starte ich heute wieder mit Strattera.
Ich habe eigentlich alle Stimulanzien durch und kann für mich sagen, lieber nehme ich gar kenne Medikamente und akzeptiere die Symptome, als daß ich es nochmals probiere.
Ich habe mich auf Elvanse auch ganz übel gefühlt, nach ein paar Tagen war das schon die Vorstufe zu Panikattacken. Meine Geschichte mit Methylphenidat ist aber nicht besser, ganz im Gegenteil.
Ich bin seit knapp 2 Wochen mit Guanfacin am testen, es ist aber noch nicht lang genug, um hier ein Fazit zu ziehen.
Ich wünsche dir, daß du möglichst bald die richtige Lösung für dich findest.