Hallo ihr Lieben ![]()
Danke erstmal an all die tollen aktiven Menschen hier! Während meine Diagnostik tat es so gut hier als stiller Beobachter zu lesen. Bin jetzt auch dabei, ich denke durch mich (ADHS/starke Zyklusschwankungen-Vermutung Pmsd/Autismus Diagnostik) und meinen Partner (Diagnostik ADHS/Ptsd) können wir bald auch Erfagrungen, besonders für die Neuen, beitragen.
Nun zu meinem aktuellen Thema:
Ich nehme Elvanse 30 und habe eigentlich das Gefühl, dass diese Dosis mir schon hilft.
Durch starke Zyklusschwankungen hat meine Psychiaterin mir vorerst eine Erhöhung nach Bedarf im Wochentakt verschrieben. Allerdings habe ich das Gefühl Elvanse wirkt ABER es besteht eine depressive Verstimmung, welche mir die Wirkung ‘vorenthält’. (versteht ihr?) Kennt ihr das? Nimmt jmd ggf in der zweiten Zyklushälfte zusätzlich sowas wie Antidepressiva? Meine Psychiaterin hat mir bereits gesagt, es häufig bei Frauen mit starken Zyklusschwankungen ist.
Ich schaffe es durch Elvanse mich um längst aufgelaufene und aktuelle Themen zu kümmern, das ist für mich total krass. (teilweise wichtige Dinge um die ich mich vor Jahren schon kümmern wollte/eigentlich musste)
Mein Problem dabei ist: Tagsüber kümmere ich mich um Dinge, welche ich generell als Wichtig und Richtig ansehe aber sobald die Wirkung nachlässt, sind meine Gedanken wieder extrem durcheinander und nicht beherrschbar. Generell ist das für mich nichts schlimmes, solange ich tagsüber meine Dinge erledigen kann. Aber ich verliere mich nun ständig in Gedankenkreisen wie ‘habe ich zu viel gefordert/Leuten vor den Kopf gestoßen’, ‘ich habe mich nicht verhalten wie es sozial erwünscht ist’, ich denke die Gedanken bewusst einmal zu Ende (hab ich damals so in der Depressions Therapie gelernt) empfinde was ich getan hab als das Richtige und probiere mich danach anderen Dingen zuzuwenden aber Sie hören nicht auf sofort wieder zu kommen mit Worst-Case Szenarien ![]()
Ich weiss ich stand mein Leben lang zwischen: ich kann eine Situation rational gut einschätzen, eigne mir Wissen zu Themen an und möchte danach handeln ABER meine Emotionen sagen was anderes. Das hat mich schon immer sehr belastet.
Am nächsten Tag wenn die Medikation wirkt, ist dann alles wieder gut und ich bin nur froh dass die Dinge, welche mir den Abend/Nacht und vor der Wirkung noch solche Sorgen bereitet haben erledigt sind.
Ich frage mich: Stoßen hier Masking (sozial angepasst sein) und ‘Heilung’ bzw. Leben so leben können wie ich es möchte aneinander?
Hat hier vllt jmd Erfahrungen in der gleichen Richtung und kann mir ggf. auch eine Richtung nennen was vllt Psychotherapie angeht?
Ich suche seit Monaten nach einem Platz aber werde immer abgelehnt bzw bekomme keine Antwort. Inzwischen auch mit der Möglichkeit Kostenerstattungsverfahren.. Gebe ich den Therapeuten zu viele Infos oder sollte ich ggf. nur sowas wie Depressionen oder Angst als Grund für Therapie nennen? Es geht mir bei Therapie in erster Linie um die Zeit ohne Unterstützung der Medikation. Da spielt auch rein dass ich durch vergangene Beziehungen Beziehungen emotionalen und körperlichen Missbrauch erfahren habe.
Ich hab das Gefühl die Situation nun aus einem anderen Blickwinkel und klarer zu sehen. Bin seit über einem Jahr in einer gesunden, glücklichen und gegenseitig unterstützenden Beziehung aber die Angst/Wut/Verzweiflung aus der vergangenen Zeit kommt immer wieder auf. Ich bin wütend/traurig weil die frühere Situation mittlerweile lange her ist und ich damals nicht gegen diese Person vorgegangen bin. Ich hatte schon damals eigentlich den starken Drang etwas zu tun, damit so etwas keiner weiteren Frau mit diesem Mann passiert. Es war mir einfach nicht möglich. Ich hatte immer Sorge dass ich an dem Verhalten gegenüber mir Schuld war, durch Recherche und viele offene Gespräche, weiss ich das dies nicht der Fall ist. Jetzt würde ich eigentlich gerne etwas tun aber es ist zu spät, die Belastung ist trotzdem noch da.
Mein Lebensweg bisher war allgemein sehr holprig. Schon in meiner Kindheit war meine Mutter häufig aus verschiedenen Gründen mit mir beim Arzt, ab meiner Teeniezeit ich selbst und habe immer mehr probiert offen zu erklären was mit mir ist aber Ursachen wurden bis dieses Jahr mit der Diagnose nie gefunden. Es fällt mir schwer zu akzeptieren dass mir mit der richtigen Diagnostik, vllt einiges erspart geblieben werde.
Ich hoffe es gibt ein paar liebe Menschen unter euch die meinen langen Text gelesen haben und vllt Erfahrungen oder Ratschläge teilen können.
Ganz liebe Grüße