Nach Elvanse Pause ist alles durcheinander

Hallo ihr Lieben,

ich brauche mal eure Hilfe, weil ich wirklich ratlos bin.

Ich habe November 2023 mit Elvanse angefangen.
30mg, Honeymoon quasi wie im Bilderbuch.
Nach 2 oder 3 Monaten habe ich auf 50mg erhöht und das war meine Dosis.
Im darauffolgenden Sommer wurde meine Schilddrüse medikamentös eingestellt und nichts hat mehr gestimmt. Ich war aggressiv und gereizt und unruhig. Das Schilddrüsenmedikament war zu hoch und wurde halbiert und ich habe eine Weile Elvanse dem Zyklus anpassen müssen.
Anfang des Zyklus reichten mir 30mg Ende des Zyklus brauchte ich 50mg - ich bekam da ein extrem gutes Gefühl dafür. Nach einer Weile und der Anpassung der Schilddrüsenmedis hat es sich wieder auf 50mg eingespielt.
Bis auf eine Grippe bedingte Pause habe ich immer Elvanse genommen - hatte gute, produktive Tage und miese Tage - hatte einen ziemlichen depressiven Einbruch nach etwa einem Jahr Einnahme, aber im großen und ganzen kam ich klar.

Ich habe ADHS und Autismus. Mein Psychiater ist keine allzu große Hilfe, meine Diagnosepraxis fände gut wenn ich zusätzlich Bupropion nehme, was mein Doc gar nicht gut heißt.
Im letzten halben Jahr hatte ich hin und wieder den Eindruck, ich verflache zunehmend. Mit Elvanse kickt der Autismus durch die Decke und ich überreize sehr schnell. Aber ich bekomme mein Leben geregelt.

Jetzt habe ich, auf Wunsch meinen Psychiaters eine 10 tägige Pause gemacht und seit dem stimmt nichts mehr.
Die ersten paar Tage war ich unglaublich aggressiv und hatte nur noch eine sehr mäßige Impulskontrolle.
Arbeitsfähig war ich quasi nicht, weil ich gefühlt jeden Tag würfeln musste. Nach ein paar Tagen wurde es besser und was mir auffiel - ich lachte mehr. War alberner, schlagfertiger und zwar schnell gereizt aber irgendwie auch gelassener.

Mit Elvanse bekomme ich mein Leben viel besser hin (Kind mit Pflegegrad 2, Job, Haushalt - es ist echt viel) kann es aber auch NICHT lassen - muss viel erledigen etc.
Ohne Elvanse kann ich es eher liegen lassen, lache mehr, priorisiere Nonsense - aber eben Nonsense der irgendwie glücklich macht.
Jetzt bin ich mit UND ohne Elvanse nicht zufrieden, ganz toll.
Ich habe versucht wieder ein zu dosieren - habe eine 30mg genommen und über ca 2 Wochen versucht wirklich hinzuspüren, habe die Dosis Schrittwesie erhöht, dann wieder etwas niedriger angesetzt . Es fühlt sich nichts gut, oder stimmig an.
Vor der Pause hatte ich diese Probleme (Verflachung, nicht liegen lassen können…) nur sehr marginal - es ging mir gut. Ich hatte richtig gute Tage und miese, auch emotional - jetzt weiß ich null, wie ich vorgehen soll und was ich meinem Psychiater ggn. ansprechen soll.
Gestern (Samstag) habe ich absichtlich kein Elvanse genommen, weil mich so sehr nervt, wie sehr mich mein Mann nervt und weil ich nicht ins spiel mit meinem Kind fand die letzten 2 Wochen.
Ich bin echt verloren gerade.

Habt ihr Erfahrungswerte für mich, Tipps, Ideen?

Liebe @Queenbeebaby ,

leider habe nicht wirklich Tipps und Erfahrungswerte aber ich möchte Deinen Beitrag nicht unerwidert lassen.

Einzig eine Erfahrung kann ich teilen: ich bin einmal, weil ich das Gefühl hatte, mit meiner Dosis mit dem Adrenalin zu sehr „on the edge“ zu fahren, wieder zurück gegangen. Da ging es mir schrecklich. Viel schlimmer, als es mir im Zuge der Eindosierung bei diesem Level ging. Deshalb bin ich wieder hoch und habe dafür umso mehr auf meine Ernährung und auf Entspannung geachtet. So schwer das auch ist mit pflegebedürftigem Kind und Job und Mann und was weiß ich…

Verstehe ich das richtig, dass Du innerhalb der zwei Wochen, in denen Du wieder eindosieren wolltest, erhöht und erniedrigt hast? Und jetzt am Samstag wieder ganz ausgesetzt? Das ist vielleicht zu viel hin und her. Und unter Umständen bist Du mit 30 mg einfach unterdosiert.

Vielleich solltest Du direkt bei der Dosis beginnen, die vor der Pause für Dich ok war? Das Eindosieren soll ja eigentlich nur dabei helfen, die für Dich individuell richtige Dosis zu finden.

Viele Grüße und alles Gute für Dich!

Cat

Seit wann nimmst du Elvanse jetzt wieder? Länger als 2 Wochen? Was war in den Wochen los? Normaler Alltag oder viel Stress/Belastungen? Wie viele Tage dass du die höhere und niedrigere Dosis ausprobiert? Ich würde dem Psychiater genau das sagen: dass Verflachungen und nicht liehen lassen können jetzt als Probleme da sind und vorher bei der für dich passenden Dosis nicht da waren. Eigentlich muss er eine Lösung finden. (Ich weiss, in der Praxis ist das leider nicht immer so).

Hey Cat,
danke für deine Antwort.
Ernährung und Entspannung habe ich auf dem Schirm - soweit es möglich ist, mit Elvanse habe ich einen brutalen Zuckerjiper und neige zum zu wenig trinken - aber ich achte darauf.

Ich habe nach der Pause am ersten Tag nur 30mg genommen, weil ich dachte, direkt mit den 50mg einsteigen sei sicher nicht gut.
Ich habe dann ein paar Tage die 30mg genommen und hatte den Eindruck leicht (!) überdosiert zu sein.
Ich kenne beides, Über und Unterdosierung.
Wenn ich unterdosiert war, war ich immer ziemlich gereizt und nervös - überdosiert spüre ich meinen Herzschlag im Hals. Ich konnte das mal ziemlich gut, jetzt habe ich den Eindruck, es stimmt gar nichts, oder ich kann es nicht richtig einschätzen.
Am Samstag (und Sonntag) weggelassen habe ich das Elvanse - weil ich den Eindruck hatte, es macht mich gerade depressiv.
Ich nehme die gleiche Dosis immer über ein paar Tage (nie weniger als 3). Heute habe ich wieder die gleiche Dosis genommen, wie letzte Woche Dienstag bis Freitag (25mg) und es ist alles in Ordnung - nicht super aber zumindest bin ich nicht komplett verflacht und überarbeite mich nicht maßlos.
Bin etwas ratlos, es ist wie wenn jeder Tag gewürfelt wäre - obwohl alle Tage gerade sehr ähnlich sind - also wenig Stress etc.

Ich kann leider zu deinem spezifischen Fall keine Unterstützung sein, aber ich kann dir sagen, dass es mir ähnlich geht :sob: Allerdings habe ich Ende Juli angefangen und merke bis heute immer noch keine deutliche Verbesserung, bis auf die Konzentration und den Fokus generell.

Aber ich bin auch deutlich überreizter (Autismus) und ungeduldiger. Mich nervt es, wenn mein Hund hechelt und manchmal ziehe ich mich in einen anderen Raum zurück, weil ich das Hecheln nicht ertragen kann. Es macht mich so wütend, aber ich weiß, dass er nix dafür kann :confused:

und ich merke auch, dass ich weder mit, noch ohne wirklich glücklich bin. Aber meine Fröhlichkeit, die Motivation und die Lebenslust sind wie ausgeknipst. Sobald ich es nicht nehme, ist es wieder da, aber dann fehlt mir komplett die Konzentration und ich schaffe kaum den Tag, ohne abends völlig erschöpft zu schlafen, weil mein Kopf so „laut“ ist.

Ich hoffe, dass es eine Lösung für dich gibt und sich hier jemand auskennt :pensive_face:

Ich habe mittlerweile einen Psychiatertermin gehabt und werde „probehalber“ auf Bupropion umsteigen.
Bin ehrlich gespannt, wie es wird und werde berichten.

In der Praxis, die meine Autismusdiagnose gemacht hat, wurde mir erklärt, dass Stimulanzien die Autismussymptome verstärken können, insbesondere die Überreizung.
Auch dort wurde Bupropion angesprochen, mein Psychiater hat sich nur bisher dagegen gewehrt.
Da ich mittlerweile davon überzeugt bin, eine Depression entwickelt zu haben,
Elvanse gibt mir die Möglichkeit meinen Alltag zu stemmen und lässt mich zeitgleich kontinuierlich in den (autistischen) Burnout rennen - so zumindest mein Gefühl.

Mit ist shit - ohne ist es jetzt auch nicht gerade prickelnd. :woman_shrugging: