Nach Termin bei Psychiaterin total entsetzt

Ich bin seit 5 Monaten Arbeitsunfähig aufgrund von starker Erschöpfung und massiven Schlafstörungen. Seitens meiner Hausärztin besteht der Verdacht von ADHS. Ich habe hier den großen Test gemacht und zeige eine ziemlich hohe Symptomatik und finde mich in so manchen wieder. Meine HA besorgte mir den Termin bei der Psychiaterin.

Die Psychiaterin stellte schon am Anfang sofort klar, dass Sie gegen eine ADHS Diagnosestellung ist, denn das würde nichts mehr bringen. Vielmehr fragte sie mich ständig: „Ja und wenn Sie ADHS haben, was dann? Was soll die Diagnose bringen? Was erwarten Sie sich davon?“ So ging es in einer Tour, ich wusste nichts mehr zu antworten. Sie verwies auch sofort darauf, dass Sie keinen Sinn in Stimulanzien bei mir sehen würde (ich sagte offen, dass ich trockene Alkoholikerin bin). Sie würde mir die deswegen eh nicht verschreiben. Nahtlos diagnostizierte sie aber Depression nach 30 Minuten bei mir und wollte sofort Antidepressiva verschreiben. Sie bot eine Verhaltenstherapie an, die ich überrumpelt wie ich war annahm.

Jetzt sitze ich zu hause und bin total fertig. Man kommt ja bekanntermaßen an keine Termine bei Psychiatern ohne Vitamin B, und diese Psychiaterin lehnt eine Diagnostik ja ab. Ich bin völlig am Boden zerstört. Hat das jemand schonmal so erlebt und was habt ihr gemacht?

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Gleich auf die Rote Liste. Hört sich extremst unprofessionell an.

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Hallo Skiesie,

herzlich willkommen im Forum :waving_hand:

Wie schön, dass deine Hausärztin dich unterstützt und diesen Kontakt vermittelt hat. Und wie schade, dass diese Psychiaterin so ein Griff ins Klo war. Ihr Verhalten ist wirklich unmöglich!

Es lohnt sich in jedem Lebensalter eine Neurodiversität festzustellen. Es hat Ursachen, warum jemand in eine Erschopfungskrise gerät - es ist wichtig diese zu suchen, damit die aktuelle Krise bewältigt und zukünftige idealerweise verhindert aber zumindest abgemildert werden können.

Es gibt wirksame Medikamente bei ADHS und diese können nur mit einer offiziellen Diagnose verschrieben werden.
Und auch Menschen mit Suchtvergangenheit können pharmakologisch therapiert werden. Näheres hierzu liefert dir die Suchfunktion.

Ja, es kann sein, dass du eine Erschöpfungsdepression hast. Da können sowohl Antidepressiva als auch Verhaltenstherapie sehr wirksam sein.

Und du kannst darüber hinaus ADHS haben. Als „Grundeinstellung“ deines Gehirns. Es wäre wichtig, genau das abzuklären. Es gibt in deinem Fall ja deutliche Hinweise.

Ich möchte dir Mut machen, erneut mit deiner Hausärztin zu sprechen. Berichte ihr, wie überfahren und unverstanden du dich gefühlt hast. Die Psychiaterin hat nicht das gemacht, was sie tun sollte: ein mögliches ADHS bei dir abklären.

Idealerweise lädst du zuvor die Ärzteliste des Forums herunter und suchst dort nach PsychiaterInnen im näheren und weiteren Umkreis, die für dich noch innerhalb eines Tages erreichbar sind.

Besprich mit deiner Hausärztin, dass du diese kontaktieren und um Testung bitten möchtest. Sie kann dir dann einen Dringlichkeitscode geben, mit dem du ggfs einen früheren Termin erhältst, wenn du die Liste abtelefonierst bzw anmailst.

Alternativ kannst du als Selbstzahlerin eine Online Testung bei einer Psychiatrie Praxis machen, die das anbieten (Kosten ca 400-800€). Näheres findest du über die Suchfunktion.

Parallel kannst du in dich reinhören, ob du das Antidepressivum testen möchtest. Es kann gut sein, dass es ein wenig Erleichterung bringt, die wieder etwas mehr Kraft gibt. :four_leaf_clover:

Therapie kann entlastend sein, ein bisschen Orientierung in der Krise geben. Es ist dabei aber wichtig, für diese Intervention auch offen zu sein. Wenn du nach der ersten Überrumpelung fühlst „Hmm, ich kann’s ja Mal probieren“ - machen. Wenn du eher fühlst „Nein, ich will das nicht“ - nicht machen.

Ich wünsche dir liebe Menschen an deiner Seite, die dich in der Krise (aus)halten, dir Verbundenheit schenken und dir Hoffnung auf Besserung geben​:four_leaf_clover::mending_heart:

Halte uns gerne auf dem laufenden, wie es bei dir weitergeht :memo:

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Diese Psychiaterin jedenfalls war die falsche.

Wie auch immer: Die Aussage, die Diagnose würde nichts bringen und Stimulanzien ergäben keinen Sinn, sagt viel über sie aus und nichts über dich. Lass dich nicht davon niederziehen.

Warum sollte eine trockene Alkoholikerin keine Stimulanzien nehmen? Wenn die Suchtphase lange genug her ist und du nicht mehr gefährdet bist?

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Herzlich willkommen im Forum liebe @Skiesie

Bei dieser Psychiaterin würde ich jedenfalls keine Therapie machen.

Nicht nur, dass sie dich nicht sieht und kein Verständnis hat, nein, sie verweigert dir auch die nötige Testung.

Ich würde auch zurück zur Hausärztin und ihr erzählen wie es dir ergangen ist.

Viel Glück und viel Kraft!

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Soweit ich weiß, sind Depressionen eher eine Sekundärerkrankung, die einen Grund haben.

Ich verstehe, dass es sich gerade für dich schlimm anfühlt. Ich würde dir dennoch vorschlagen: Such dir eine andere Praxis.

Du hast jetzt eine lebenslange Odyssee hinter dir, die lange angedauert hat.

Ich vermute mal, dass dein Heilungsprozess ohnehin nicht in wenigen Wochen abgeschlossen sein wird.

Die ADHS-Medikamente unterstützen und sind eine große Hilfe, um überhaupt „gerade laufen zu können“, werden dein Leben aber auch nicht ändern. Aber sie versetzen dich in die Lage, überhaupt den nötigen Fokus usw. zu haben.

Auch ADHS unbehandelt könnte der Grund sein. Deshalb wäre die Testung wichtig

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Du Arme, da bist du wirklich an die Falsche geraten :people_hugging:
Aber gib nicht auf, mit etwas Geduld und Hartnäckigkeit findest du hoffentlich jemanden für die Diagnostik. Zur Not wirklich online oder als Selbstzahler und mit längerer Anreisezeit.
Letzten Endes ist ja alleine die Diagnosestellung schcon eine große Entlastung, wenn man weiss, dass man nicht einfach „zu blöd“ oder „zu schwach“ war für alles, was im Leben nicht so gut geklappt hat, sondern dass es einen Grund gibt, für den man nichts kann.
Und eine -abgeschlossene- Suchtvergangenheit spricht nicht gegen eine Pharmakotherapie.
Im Gegenteil ist das Risiko für jedweden Missbrauch bei unbehandelten ADHSlern erhöht.
Ich wünsche dir ganz viel Glück, dass du jemanden kompetenten findest!!! :four_leaf_clover:
Und zur Überbrückung Antidepressiva und/ oder Psychotherapie schaden sicher nichts.
Wie wäre denn als Antidepressivum Bupropion, das wirkt bei manchen auch gegen ADHS-Symptome, wenn auch vielleicht nicht dauerhaft, ist aber eigentlich ein Antidepressivum. Das darf lediglich nicht während eines akuten Alkoholentzugs eingesetzt werden.
Vielleicht lässt sie sich als Kompromiss darauf ein. Das könnte auch deine Hausärztin verschreiben, da es kein BTM ist.
Viele liebe Grüße und alles Gute! :slightly_smiling_face:

Vielen Dank an alle für die Antworten. Mit einer Nacht Abstand werde ich definitiv keine VT bei dieser Psychiaterin machen. Es kann natürlich sein, dass eine Depression bei mir vorliegt., dass will ich garnicht abstreiten. Jedoch hat sie gleich am Anfang gesagt, dass Sie keinen ihrer Patienten mit Medikamenten behandelt „Sie haben den Schulabschluss geschafft, sie haben das schlimmste also hinter sich und was soll es bringen zu Wissen ob Sie ADHS haben.“ Außerdem, dass wäre in meinem Fall auch gar nicht nötig. Da saß ich gerade 5 Minuten in dem Zimmer. Später kam dann meine Suchterkrankung als Ablehnungsgrund als Begründung. Wirklich eine Frechheit, was diese Frau von sich gab. Ich kam mir vor wie auf der Anklagebank. Wie jemand, der ein Neues Suchtmittel sucht. Ich hätte einfach gehen sollen. Ja, ich werde wohl um eine private Diagnostik nicht herum kommen. Ich will mich mal in Ruhe die Onlineanbieter anschauen und hoffe ich steige hier durch die Forumsuche durch um zu sehen, mit welchen hier gute Erfahrungen gemacht wurden.

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Du kannst hier die Ärzteliste anfordern

Ich kann nachvollziehen, was gemeint ist. Gleichzeitig wollen wir doch dieses Spiel eigentlich nicht mitspielen?

Ich finde es schwierig, die Diagnose so aufzuladen. Denn der Gegenschluss wäre ja: Bei negativer Diagnose gibt es „keinen Grund“ und/oder „man kann was dafür“. Das denkt ja sicher niemand hier. Dann gibt es eben andere Gründe, wenn etwas nicht geklappt hat.

Tut mir Leid, wenn das wortklauberisch ist. Mich verstört hier nur oft, dass inzwischen Diagnosen geteilt werden mit Smiley dahinter. Als bräuchte man einen Freispruch - und der sei Grund zu feiern - und bis man den hat, darf man verurteilt werden.

Es ist eben Voraussetzung für Medikation und ggf. andere Verordnungen. An sonstiger Psychoedukation, etc. kann man sich auch so bedienen. Ich habe zB auch keine Borderline-Diagnose, und trotzdem helfen mir DBT-Skills, von denen sicher alle profitieren können.

Keine Kritik an Dir, @Nicky. Ich weiß, so war es nicht gemeint. Nur eher gemeinsamer Anlass, dass wir vielleicht alle zusammen darauf achten sollten…

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Ich verstehe komplett, was du meinst und finde es auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass natürlich auch herauskommen kann, das man kein ADHS hat und man dann eine andere Ursache finden muss.
Es wäre schlimm, wenn man sich nach einer negativen Diagnostik entmutigen ließe und das Schicksal des „zu blöden und zu schwachen“ Menschen annehmen würde.
Wie du schon sagst, es muss ja einen Grund geben und den sollte man finden.

Ich denke aber nicht, dass daraus hervorgeht, dass man ohne Diagnose erstmal verurteilt werden darf. Das würde ja implizieren, dass das der Betroffene selbst in der Hand hat. Die Verurteilung kommt ja aber von außen und ganz ohne das Zutun des Betroffenen. Höchstens noch internalisiert. Aber auch da ist das ja keine freiwillige Entscheidung. Und natürlich ist die Verurteilung eines Menschen, der Schwierigkeiten hat, immer moralisch falsch.

Aber unabhängig davon, welchen Grund man findet, so möchte ich trotzdem dabei bleiben, mich dann bei Diagnosestellung entlastet zu fühlen.
Eine Diagnose (egal welche) bietet eine Erklärung und ja, sie nimmt auch die Last der Schuld von einem, die einem das Umfeld aufgeladen hat.
Ich fühle mich durch die Diagnose endlich frei von dieser Schuld und der Zuweisung, zu faul und ignorant für alles mögliche gewesen zu sein.
Für mich ist sie ein Freispruch und das war ein Grund zu feiern.

Aber sie ist kein Freibrief, jetzt die Schuld auf Andere oder den alleinigen Umstand, dass ich eine Diagnose habe, zu schieben. Da bin ich bei dir.
Ich habe trotzdem eine Verantwortung, der ich jetzt aber endlich zielführend nachkommen kann.
Die Diagnose hat mir endlich Türen geöffnet. Sie war der Schlüssel, den ich vorher nicht hatte.
Letztlich gibt sie mir auch die „Erlaubnis“, Dinge anders zu machen. Ich fühlte mich immer blockiert oder unter Rechtfertigungsdruck, wenn ich für mich passende Strategien angewendet habe, weil ich dafür oft negatives Feedback, meist in Form von Unverständnis, erhalten hatte.
Heute darf ich sagen, dass mir das hilft.

Ich wünschte natürlich, niemand müsste sich rechtfertigen. Egal bei welcher Diagnose. Selbst ohne Diagnose sollte jeder das Hilfsmittel und die Strategie nutzen dürfen, die ihm hilft.
So wie du schon sagst, hilft ja auch ein Tool wie DBT-Skills, auch wenn man keine Borderline-Diagnose hat. Wir nutzen im Alltag ja auch Dinge, die Ursprünglich mal für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen entwickelt wurden und den Weg in den Alltag aller Menschen gefunden haben.
Leider ist die Gesellschaft da noch nicht so weit.

Also ja, ich stimme dir zu, wollte aber meine Sichtweise gern noch ergänzen bzw. den Einblick teilen, warum für mich die Diagnose ein Grund zum Feiern war.

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Evtl. habe ich es dann missverständlich formuliert. Ging mir primär darum, dass man die Diagnose nicht braucht, um sich von einem Vorwurf entlastet fühlen zu dürfen. Oder „sie nicht brauchen sollte“, ja, in der idealen Welt.

Schon die Nähe zur doppelten Verneinung lädt aber wohl zu Missverständnissen ein. Daher versuche ich mich nicht an Klarstellungen. Will auch @Skiesie s Thread nicht ablenken.

Ich weiß, wir wollen zu dem alle hilfreich beitragen.

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Hallo,

die Frau hat sowas von keine Ahnung.

Der Schulabschluss ist also das Schlimmste für nicht diagnostizierte ADHS-ler? Hier sind sehr viele Erwachsene, die ihren Schulabschluss schon lange hinter sich hatten bei ihrer ADHS-Diagnose. Typisch bei Frauen ist beispielsweise, dass sie einigermaßen durch Schule und Ausbildung oder Studium und die ersten Berufsjahre kommen, weil dort überall mehr oder weniger eine Struktur vorgegeben war. Und dann landen sie im absoluten Chaos, nachdem das erste Kind geboren ist.

Es wird auch von Über-80-jährigen berichtet, die neue Freude im Leben bekommen haben, als ihre ADHS festgestellt wurde und sie zum ersten Mal ein Stimulans bekamen.

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Hallo lieber Krasti,
das war von mir möglicherweise etwas lapidar formuliert, und ich glaube niemand feiert, dass er eine psychische, neurologische oder wie auch immer Erkrankung hat.

Aber nach meiner Diagnose habe ich es genau so als Freispruch empfunden. Hier im Forum denkt sicher niemand, dass eine Person für seine Schwächen verurteilt werden sollte und um Gottes willen wollte ich Skiesie nicht damit verurteilen!
Aber im realen Leben passiert doch oft genau das.
Nicht nur mein Umfeld hat mich für faul und willensschwach gehalten, ich selber auch. Ich habe mich so schlecht gefühlt und dafür geschämt, dass ich so vieles einfach trotz allem Bemühen nicht hinbekommen habe, was für andere anscheinend selbstverständlich ist.
Klar hätte ich mir auch schon vor 30 oder mehr Jahren psychologische Hilfe suchen können, aber auch das habe ich aus Scham nicht über mich gebracht. Und auch dafür wieder geschämt. Sozialphobie halt.
Als ich vor ca 3 Jahren das erste Mal von ADHS bei Frauen gehört habe und mich plötzlich fast 100 % darin wieder erkannt habe, war das schon mal ein Riesen-Stein, der von meiner Seele gefallen ist.
Aber die offizielle Diagnose (erst im 2. Anlauf) war auch nochmal ganz wichtig für mich.
Und klar, natürlich auch um die Medikamente bekommen zu können.
Ich habe nicht gefeiert, und es auch lange nicht jedem in meinem Umfeld erzählt, aber ich war unglaublich erleichtert danach.
Und für mich ist es irgendwie wichtig, dass das Kind einen Namen bekommen hat, und es hilft mir sehr dabei, mich mit meinem früheren -bzw auch noch jetzigen- Ich zu versöhnen.
Und natürlich die Medikamente, und mittlerweile erfolgte Therapie usw haben mein Leben auch sehr verbessert.
Kind Nr. 1 hat auch vor 2 Jahren ADHS + ASS diagnostiziert bekommen, auch das war (auch) für uns Eltern eine große Entlastung, dass nicht NUR Erziehungsfehler für das problematische Verhalten verantwortlich waren (aber sicherlich auch); auch da wird uns aus der Familie einiges unterstellt und vorgeworfen.
Kind Nr. 2 hat gerade gestern ebenfalls eine ADHS-Diagnose bekommen, da war es (für mich) eher so, dass ich froh bin über die Möglichkeit, dass sie Medikamente „ausprobieren“ kann, die ihr vielleicht in der Schule helfen.
Bei meinem Mann habe ich auch ganz stark den Verdacht, dass er betroffen sein könnte, aber er würde nie eine Diagnostik machen. Muss er auch nicht, er findet sich so wie er ist völlig okay.
Ich denke, es ist bei jedem unterschiedlich, und hängt auch viel vom jeweiligen Leidensdruck ab.

Und natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass bei der Diagnostik herauskommt, dass andere Ursachen für die Probleme verantwortlich sind. Für die man ja natürlich auch nichts kann. Aber jeder mit begründetem Verdacht sollte doch zumindest die Möglichkeit einer Abklärung bekommen.
Das war jetzt ein langer Text und etwas off-topic in diesem Thread, entschuldigung dafür :see_no_evil_monkey:

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Perfekt. Hauptsache, die Steine fallen. Vielleicht auch nacheinander. Ich weiß nicht, ob ich mich mit einem anderen Bild verständlicher machen kann: Wenn mir als Stein auf der Seele liegt, dass mich XY in der Pubertät wegen meines Gewichts gehänselt hat, dann habe ich ja auch mehrere Optionen.

Ein fallender Stein ist ggf.: Das war fies von XY, weil ich eine Lipödem-Diagnose habe.
Ein anderer ist: Das war fies von XY. Punkt.

Noch ein anderer: Aber XY hat damals vielleicht auch gelitten, weil ich bessere Noten hatte. (Geschmackssache.)

Und noch wieder ein anderer ist: Was geht mich eigentlich XY an? Und was ging mein Gewicht je XY an?

Aktuell empfinde ich: Solange man die Verursacher der internalisierten Kränkungen noch rational und mit Diagnosen widerlegen will, nimmt man sie noch sehr ernst.

Aber keine Ahnung. Vielleicht entfernt man sich andernfalls sogar unnötig weit aus der Gesellschaft. Ich bin ohnehin weiter abgeschweift als ich wollte. Und ob die Psychiaterin, um die es in diesem Thread geht, in die Hänsel-Kategorie fällt oder in ggf. inkompetente Fürsorglichkeit, kann ich auch nicht beurteilen.

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Das tut mir sehr leid.

Leider machen viele eine schlechte Erfahrung anfangs.

Da die Psychiaterin wohl kein Problem darin sieht Antidepressiva zu verschreiben könntest du sie vielleicht fragen, ob Bupropion in Frage käme. Das ist offiziell ein Antidepressivum, kann aber auch bei ADHS Wirkung zeigen. Du könntest vielleicht damit einen ersten Versuch starten. Zumindest bis du einen Psychiater findest, der dich ernst nimmt.

Diese Frau klingt auch unabhängig zu ihrer ADHS Einstellung und Meinung zu dir irgendwie mit Vorsicht zu genießen.
Scheint eine Persönlichkeit , die eher auf dem Sockle steht und das von oben herab eh nur ihre Meinung zählt. Zu einer Diagnose, egal ob nun ADHS oder Depression oder sonst was, gehört ein Diagnostik und nicht eine Meinung innerhalb eines ersten Termines.

Ich sehe da keine Wertschätzung auf Augenhöhe , und das wird für eine Verhaltenstherapie benötigt. Vor allem wenn sie keine Ahnung von ADHS hat , wird sie dich vermutlich mit Verhaltenstipps quälen, die bei ADHS nicht funktionieren und wenn die ganz schräg drauf ist, macht sie dir daraus eine neue Diagnose.

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Hallo Skiesie,

zuerst mal herzlich willkommen bei Uns.

Und ja, auch ich mußte schon schlechte Psychiater kennenlernen. Unvergessen der Regensburger Psychiater, der mir mit den Worten „davon nehmen Sie Morgens, Mittags und Abends je Eine, dann gehts Ihnen besser. Und wenn die leer sind kommen Sie wieder zu mir“ … eine Packung Valium über seinen Schreibtisch schob.

Klar daß ich den nie mehr aufsuchte. Das Letzte was ich wollte war eine Benzo-Abhängigkeit.

Fazit: Ja es gibt schlechte Ärzte. Aber es gibt auch die Möglichkeit, sich von seinem Hausarzt eine Liste der in Frage kommenden Psychiater ausdrucken zu lassen.

Und dann gibt es natürlich auch noch Spezialambulanzen - ADHS-Netz

Über so eine Ambulanz kam ich vor 2 Jahren zu meiner Diagnose. Gut die haben abschreckende Wartezeiten, aber besser den Spatz in der Hand. Also einfach auf die Warteliste setzen lassen und weiter nach anderen Möglichkeiten suchen. Und wenn sich dann trotzdem nix finden läßt, hat man zumindest einen fixen Termin von berufener Stelle.

Anmerkung: Ich bin übrigens auch trockener Alkoholiker (Seit 2008). Also wenn Du mal wen zum quatschen brauchst, darfst Du mich gerne anschreiben.

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