ich bin neu hier im Forum und muss mich erst noch ein wenig zurechtfinden. Ich hoffe, ich bin mit meinem Beitrag im richtigen Bereich gelandet – falls nicht, bitte ich schon mal um Nachsicht
Ich habe Mitte des Jahres meine ADS-Diagnose bekommen und kurz darauf mit Medikinet angefangen. Zu Beginn gab es diese „Honeymoon-Phase“, die viele hier im Forum auch beschreiben: mehr Fokus, mehr Antrieb, vieles fühlte sich plötzlich machbar an.
Nach einiger Zeit traten jedoch Nebenwirkungen auf. Besonders belastend war für mich ein starker Rebound, bei dem ich teilweise sehr wütend wurde. Zusätzlich sind mir noch andere Veränderungen aufgefallen: Am Anfang hatte ich z. B. kaum noch das Verlangen zu rauchen oder an meinen Fingernägeln zu spielen. Seit einigen Wochen sind diese Gewohnheiten aber wieder deutlich stärker geworden.
Vor Kurzem bin ich auf Ritalin umgestiegen. Der Rebound ist damit zwar verschwunden, die anderen beschriebenen Effekte bestehen jedoch weiterhin. Generell habe ich auch das Gefühl, dass die Wirkung nicht mehr so stark ist wie am Anfang. Das Aufschieben von Aufgaben nimmt wieder zu, und diese bekannte Antriebslosigkeit, überhaupt mit etwas anzufangen, ist zurück. Vieles fühlt sich wieder ähnlich unmöglich an wie vor der Medikation.
Deshalb wollte ich mich hier im Forum umhören, ob andere ähnliche Erfahrungen mit dem Wirkstoff gemacht haben.
Habt ihr Vergleichbares erlebt?
Hat bei euch ein Wirkstoffwechsel Sinn gemacht?
Ich muss ehrlich sagen, dass ich inzwischen ziemlich ins Zweifeln komme und bin gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen.
Ich habe zuletzt 20mg von Medikinet genommen und vier Stunden später erneut 10mg um den Rebound abzufangen und auch um die Wirkdauer zu verlängern. Momenta bin ich bei 20 mg Ritalin am Morgen und weiteren 10mg Nachmittags. Mein Essverhalten ist gleich geblieben.
ich kann nur kurz von meinen eigenen Erfahrungen mit MPH bei ADS berichten – bitte nicht als Blaupause verstehen.
Ich habe als Jugendlicher mit etwa 16 Jahren Ritalin bekommen und später als Erwachsener (ca. 26–40 Jahre) Medikinet Adult.
Die Wirkung war damals wirklich fantastisch. Konzentration war endlich möglich, es fühlte sich an, als würden im Kopf Bereiche „freigeschaltet“.
Nach etwa zwei Jahren musste ich das Medikament wegen Schlafstörungen und leider auch wegen der Inkompetenz meines damaligen Arztes absetzen (lange Geschichte).
Anfang Dezember 2025 habe ich dann eine neue, sehr gute Ärztin gefunden, weil mein ADS wieder extrem geworden ist. Sie verschrieb mir Medikinet Retard 20 mg.
Nach zwei Wochen konstanter Einnahme: keine positive Wirkung mehr, stattdessen nach ca. 4–4,5 Stunden dauerhafte Rebounds.
Früher habe ich die Wirkung immer sofort gespürt – selbst bei niedriger Dosierung.
Dosissteigerung habe ich ebenfalls ausprobiert:
20 mg + 10 mg = 30 mg → keine Wirkung
2×20 mg = 40 mg → geistig völlig übersteuert
Auch Ritalin LA war für mich eine Katastrophe: bereits nach der ersten Einnahme ein Instant-Rebound.
Ich habe dabei wirklich auf alles geachtet, vor allem auf ausreichend Frühstück, da MPH als Retard ja Nahrung braucht, damit es nicht sofort freigesetzt wird.
Medikinet Retard/Adult gilt ja als ca. 50 % sofort / 50 % verzögert, vorausgesetzt, man isst genug.
Vielleicht wäre es für viele hier im Forum hilfreich, wenn du noch schreibst:
welches Präparat
welche Dosierung
wie lange
zu welcher Uhrzeit
und auch dein Geschlecht, da Männer und Frauen teils unterschiedlich reagieren.
Ganz wichtig:
Wenn über einen längeren Zeitraum keine Wirkung da ist oder es nur Nebenwirkungen gibt, solltest du das unbedingt mit deinem Arzt besprechen.
Die ersten paar Wochen waren wirklich angenehm. Ich habe mit 5 mg Medikinet angefangen und mich langsam gesteigert. Ab 10 mg habe ich deutlich einen Unterschied gespürt – bessere Konzentration, weniger innere Unruhe, insgesamt einfach mehr „Abschirmung“ gegenüber Reizen.
Mit der Zeit wurde die Wirkung jedoch gefühlt schwächer. Die Abschirmung ließ nach, ich habe wieder stärker auf äußere Reize reagiert und mich schneller überfordert gefühlt. Nach etwa drei Monaten fing dann der starke Rebound an, der letztlich der Hauptgrund war, warum es für mich nicht mehr tragbar war.
Einnahme bei mir:
Präparat: Medikinet Retard
Dosierung:
8 Uhr → 20 mg
12 Uhr → 10 mg
Dauer: ca. 3–4 Monate
Geschlecht: männlich
Alter: 27
Ich habe immer darauf geachtet, wirklich zu frühstücken – also nicht nur ein Tee mit einer Banane, sondern etwas Sättigendes. Daran lag es bei mir definitiv nicht.
Seit ein paar Wochen nun nehme ich Ritalin Adult und befinde mich noch in der Einstellungsphase.
Im Vergleich zu Medikinet habe ich hier keinen klassischen Rebound, was erstmal positiv ist. Allerdings merke ich auch, dass die Abschirmung und Reizreduzierung, die ich zu Beginn beim Medikinet gespürt habe, auch beim Ritalin Adult nicht wirklich besser geworden ist.
Die innere Unruhe ist gebau so prösent sie zuletzt beim Medikinet, ebenso das Gedankenkreisen. Versteht mich nicht falsch: Es ist nicht so wie komplett ohne Medikation, aber bei weitem nicht mehr so stark wie in den ersten Wochen. Teilweise frage ich mich inzwischen, ob der Unterschied zwischen „mit“ und „ohne“ Medikation wirklich noch so groß ist.
Ja, ich esse immer zur Einnahme und auch im weiteren Verlauf des Tages ausreichend. Eine klassische einmalige Dosiserhöhung hatte ich bisher noch nicht. Neu dazugekommen ist lediglich eine zusätzliche 10-mg-Dosis nach ca. 4 Stunden, um den Rebound abzufangen – falls man das überhaupt als Erhöhung zählen kann. Koffein lasse ich komplett weg.
Elvanse (Lisdexamfetamin) habe ich bisher noch nicht ausprobiert.