Nachteilsausgleich/Erfahrungen mit Lehrer Gymnasium & Co

Erfahrungsaustausch gesucht: Nachteilsausgleich bei ADHS (12 Jahre)

​Hallo zusammen,

​meine Tochter ist 12 Jahre alt und nimmt seit einem Monat Medikamente gegen ADHS.

​Leider lässt der Umgang mit ihr in der Schule seitens eines Lehrers sehr zu wünschen übrig. Ich möchte daher nun offiziell einen Nachteilsausgleich beantragen.

​Mich würde brennend interessieren:

  • ​Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Nachteilsausgleich an euren Schulen gemacht?
  • ​Welche konkreten Maßnahmen haben euren Kindern wirklich geholfen?
  • ​Wie seid ihr vorgegangen, wenn die Schule oder einzelne Lehrer eher abblockend reagiert haben?

​Ich freue mich über eure Erfahrungswerte und Tipps!

​Danke euch und liebe Grüße

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Was heißt denn das der Umgang eines Lehrers sehr zu wünschen übrig läßt?

Ich frag ggf. etwas blöd, weil ich die Aussage „…weil der Umgang des Lehrers zu wünschen übrig läßt, daß du dich durchgerungen hast einen Nachteilsausgleich zu beantragen…“

Nachteilsausgleich verändern für gewöhntlich kein Verhalten/ Einstellung von Lehrpersonen, was erhofft/ wünscht du dir vom Nachteilsausgleich? Warum ist das denn der Beweggrund? Und nicht grundsätzlich ein Nachteilsausgleich als eine wichtige stützende Leistung, die die Nachteile von neurodivergenzbetroffenen Menschen gegenüber neurotypischen Menschen in einem für neurotypische Menschen erstellten Leistungnachweisprüfungen, die wenn neurodivergente Menschen entsprechend mehr Zeit zur Aufgabenstellungerfassung, Antwortformulierung ggf. mehr Pausenzeiten nach der für die beantragende Person benötigte Zeit weil entweder Bearbeiten ser Aufgaben geistige Kraft verbraucht oder durch Anspannung auch ein Abregungsventil oder anderes benötigt um dann wieder eine Zeit konzentriert arbeiten zu können.

Wenn ihr wirklich die Bedarfe kennt und diese gut auf deine Tochter beantragt kann es die in den Prüfungen grundsätzliche Benachteiligung etwas ausgleichen weil es dann besser zu ihrer Art Leistung zu erbringen/ Prüfungen abzulegen.

In der Regel können ein seperater Raum zum Prüfung schreiben, Lesezeitverlänger für Aufgabenstellung zum richtig erfassen zu können, eine Schreibzeitverlängerung zur eigenen Formulierung zu den geforderten Aufgaben, z.B.. nach jeder 1/2 oder 3/4 oder jeder Stunde 15 min Pause zum erholen, kurz Spannung abbauen, körperlich Bewegen um aufnahmefähiger wieder zu werden oder anderes mehr.

ist der Lehrer zufällig auch Klassenlehrer ?? Dann wird er ggf. mit über den Nachteilsausgleich mit entscheiden dürfen

Und unbedingt aufpassen das ihr nicht mit der Diagnose zu dolle aggumentiert, das kann als nicht auszugleichende Behinderung gewertet werden.
Da Nachteilsausgleich individuell sein soll ist es besser über Einschränkungen und Probleme zu aggumentieren und dann zu schreiben, daßz.B. die Aufgabenstellung aus der schriftlichen Aufgabenstellung erfasst werden muß in dem mehrfach ganz ruhig die Aufgabensellung gelesen werden muß und dies in stichpunkten für das Kind selbst nochmal die Aufgabenstellung für sich selbst aufgeschrieben werden muß um dann nicht durch zu wenig Zeit einzelnen Stichpunkten nur nachgearbeitet werden kann wodurch teils sehr starke Verständnisabwrichungen aufgenommen werden und somit ungewollt ein völlig anderer Themensinn bearbeitet wird. Gerade Zeitstress und emotionale angespanntheit können bei Zeitmangel dazu führen das eben sonst nur dem ersten Worreiz der aufgenommen wurde nachgegangen würde.

Wichtig ist nicht auf Verständnis von Diagnosen hoffen, absolut detailiert ihre Probleme erklären lieber über 5 Din A4 Seiten statt einen Einzeiler mit Diagnose.
Die persönlichen Schwierigkeiten deiner Tochter müssen so formuliert werden das jeder Fremde auf der Straße beim Lesen des Antrages mit den Beeinträchtigungen diese verstehen können muß und auch die zu dieser Abhilfe benannten Ausgleichbedarfe müssen genauso einfach und ausführlich beschrieben werden. Dazu muß der Arzt mit Diagnosen auch in möglichst viel Text wie ihr das beschrieben habt undmit welchenBedarfen diese ausgeglichen werden können.

Nutze bitte die Suchfunktion war immer wieder Thema und bitte nicht von euch aus ständig irgendwo Adhs erwähnen, bestenfalls gibt es dann zu wenig und falsche Azsgleiche und schlechtestenfalls nennt das Schulamt einiges als nicht abhelfbar weil es aufgrund der Behinderung sei und somit gegenüber den anderen Schülern eine unverhältnismäßige bevorzugung sein.

Nicht Beschreibungen sondern die Art der Formulierung kann von Schule und Schulamt als Behinderung/ nicht abhilfefähige Behinderung/ Erkrankung gewertet werden.

Die Gefahr liegt ausschließlich im formulieren und nicht in den Einschränkungen

Beispiel für 2 Formulierungen, die erste Nachteilsausgleich berechtigt, die zweite nicht und hat nur mit formulieren zu tun wie Schule und Schulamt die Bewertung vornehmen
→ Wenn du nur schreibst, daß sie eine unter Zeitdruck/ unter Zeitstress veränderte Auffassung von für sie wirkende Signalworte zu völlig anderen Themenassoziationen führen nennst ist es abhelfbar mit Nachteilsausgleich

wenn du stattdessen schreiben würdest…"durch ihre Adhs werden Texte und ihre Formulierung völlig am Thema vorbeischreiben auslösen aber mit mehr Zeit sie sich besser sortieren (würde wahrscheinlich als nicht abhelfeberechtigte Behinderung gewertet)

Hoffentlich war das jetzt nicht zu kompliziert von mir

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Da hast du absolut recht, danke dir für die Ausführung! Genau da lag auch mein Denkfehler – ich hab mich im ersten Moment viel zu sehr von dem Ärger über das Verhalten blenden lassen.

​Es ist nämlich so: Die Lehrkraft zieht sich nicht über andere lustig, sondern macht sich direkt über ADHS lustig. Meine Tochter wird von ihr/ihm ausgerechnet dann drangenommen, wenn sie sich not meldet, nur um sie vorzuführen und bloßzustellen. Das hat bei meiner Tochter schon zu mehreren Panikattacken und extremer Angst geführt, weil sie sich von genau dieser Lehrkraft massiv schikaniert fühlt.

​Aber du hast natürlich vollkommen recht mit dem, was du zum Nachteilsausgleich schreibst: Das müssen wir jetzt sauber aufbauen – exakt so, wie du sagst, knallhart an den konkreten Funktionsweisen und Hürden, damit die Schule da keinen Hebel hat.

​Danke dir für diesen wertvollen Input!“

Man sollte auch prüfen, inwieweit die Kollegen informiert wurden und ihn umsetzen.

Und nach Schuljahreswechsel mit der evtl neuen Klassenleitung die weitere Gültigkeit und Anwendung klären.

Wir haben mit viel Aufwand damals in einem März einen ausführlichen Nachteilsausgleich imZusammenarbeit mit einem Autismus-Fachberatungslehrer erstellen lassen und ihn bei einen Runden Tisch mit der Klassenlehrerin besprochen.

Die fand ihn schwer umsetzbar.

Dann landete der NA einfach in der Schublade, weil die Lehrerin wohl obendrein innerlich schon gekündigt hatte und die Schule zum Ende des Schuljahres verließ.

Wir verließen uns auf den bzw die vielen wechselnden Schulassistenten.

Im neuen Schuljahr waren auch wieder ständig neue THAs da und ich stellte fest, dass die neue Klassenleitung das Dokument nur für einen schlechten und gar nicht verabschiedeten Entwurf gehalten hatte.

Ich musste neu beantragen und am Ende bekam unser Sohn kommentarlos einen bereits fertig unterschriebenen und beschlossenen Standard-NTA in Kopie die Ranzenpost.

Das war dann in der letzten Klasse, sodass ich das dann entkräftet hingenommen habe.

Der Hauptschulabschluss gelang immerhin auch so mit „Quali“ und dann ging unser Sohn eh ab, weil Schule für ihn so einfach nichts mehr brachte und ein Wechsel für ein letztes Jahr nicht sinnvoll schien.

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In unserem Fall war der Ausgleich eben so formuliert, dass die Umsetzung für uns Eltern auch nicht so leicht festzustellen war.

Das liegt halt leider teilweise in der Natur der Sache.

Und ich hatte sehr darum gebeten, dass auch ein paar Fachlehrer, insbesondere der Hauptfächer, am Runden Tisch teilnehmen.

Das ist natürlich auch schwierig, weil deren Unterricht dann ausfällt.

Bei Ganztagsschulen gibt es dann keine Zeiten, wo niemand Unterricht hat…

Also wenn ich es richtig verstanden habe,hat es eigentlich kein Sinn gemacht?:pensive_face:

Doch! :people_hugging:

Hier melden sich dummerweise gerade wir, die die Schauergeschichten kennen und erstmal an die Knackpunkte denken …

Entschuldige, ich wollte nur auf wichtige Punkte hinweisen, wo Tücken sein können.

In der Grundschule lief es sehr gut.

Nur die weiterführende Schule war bei uns ein einziges Drama, dann kann ja auch noch Corona und so…

Ich bin über die Jahre schon ziemlich abgenutzt… in unserem Fall ist es schon besonders krass und wir bewegen uns in einem Bereich mit tatsächlich größten Einschränkungen. Das ist auch in der Ausbildung noch heftig grade.

Wir sollten Dir natürlich besser ganz viel Mut machen, es unbedingt zu versuchen.

Aber Deine Beschreibung ist so wenig konkret, dass es auch schwierig ist, Rat zu geben.

Die Durchführung eines NA ist halt leider nichts, wozu man die Lehrer zwingen kann…

Ja entschuldige ich kann das alles sehr schlecht in Worte fassen was ich eigentlich meine und mich so stört, da gehen einfach meine Emotionen mit mir durch und Karussell ist so mit noch schneller als sonst

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Es ist ja auch ganz schwierig, das alles in Worte zu fassen.

Um welche Jahrgangsstufe und Schulform geht es denn?

Gibt es Förderlehrer? Die solltest Du bitten, Dir zu helfen.

Vielleicht hilft in Eurem Fall auch schon ein etwas normalerer NA.

Welches Fach unterrichtet denn der „doofe“ Lehrer?

Ich habe gerade nur mal in Google eingegeben „ vorlage nachteilsausgleich adhs“.

Da kam zB das hier als erstes Ergebnis:

Wenn Du Dir da mal verschiedene Beispiele anschaust, merkst Du vielleicht eher, was Deine Tochter brauchen könnte.

Und ansonsten eben einen Termin mit dem Förderlehrer machen.

Es gibt auch Beratungs- und Förderzentren, an sehen diese Lehrer angegliedert sind.

Evtl heißen die in Eurem Bundesland auch anders…

Ach die Schulform steht ja im Titel…

Ein kleiner OT-Hinweis: Bin mir nicht sicher, ob es ggf. ein Versehen war, den Namen deiner Tochter zu nennen. Da auch dein Forumsname möglicherweise dein richtiger ist, wollte ich nur drauf hinweisen, dass es ggf. nicht mehr ganz anonym ist.
Falls du es ändern möchtest, könnte vielleicht @Nono oder ein anderer Mod weiterhelfen…
Viele Grüße und auch wenn ich gerade gar nicht auf dein eigentliches Thema eingehe, wünsche ich euch trotzdem alles Gute!

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@Angelageib

Ich habe den Namen Deiner Tochter rausgenommen.

@Wombat2

Danke für den Hinweis! Hatte ich ganz übersehen.

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Ob nun aus meiner Erinnerung aus eigener Schulzeit und alle den Geschichten die man immer wieder im eigen Umfeld hört, gibt und gab es leider schon immer Lehrer, die unabhängig zu ADHS Schüler auf dem Kieker haben und vorführen und Schülern das Leben schwer machen und gar psychisch schaden.

Die eine Sache ist, wie du deine Tochter stärken und stabilisieren kannst, die andere Sache ist , dass er sich über eine Diagnose (Krankheit) lustig macht und das geht auf keinen Fall, dass muss eigentlich von oben unterbunden werden. Ich weiß nur nicht was da der beste Weg wäre. Doch selbst wenn er dann offiziell verordnet die „Schnauze“ hält ist die Frage ob er ADHS als solches dann endlich ernst nimmt oder unterschwellig trotzdem weitermacht.

Möchte damit sagen, das die Stärkung/Schutz deiner Tochter das wichtigste ist , falls alles andere was du auf Erwachsenebene offiziell versuchst nicht greift.

Wichtig ist beim Nachteilsausgleich glaube ich auch die Reglung im Bundesland.

Gib auch mal Nachteilsausgleich in der Suche ein, vielleicht findet sich da auch noch ein Tip.

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Das mit dem Stärken ist ein guter Punkt.

Mal zu Schulformen:

Unser anderer Sohn geht auf eine kooperative Gesamtschule in die Oberstufe.

Diese Schule hat ein fabelhaftes System: viele Fächer finden mehrfach parallel statt und man wählt sich Woche für Woche zu dem Lehrer ein, den man möchte, das geht natürlich nach dem Windhund-Prinzip.

Der Clou: es gibt immer parallel einen Lehrer, der die Stunde als „Vorlesung“ unterrichtet, einen, der als „Stillarbeit“ und einen, der normalen interaktiven Unterricht gibt.

Wer nicht unverhofft „drangenommen“ werden will, kann sich entsprechend einwählen.

Ich weiß nicht, ab welchem Schuljahr sie das machen, aber spätestens ab der 10. Klasse jedenfalls läuft das so.

Martin Winkler hat in einem Video vor einem Jahr etwas zu einer Studie gesagt, laut der neurodivergente Schüler besser motiviert werden, wenn sie in einem gewissen Umfang mitbestimmen können. Das macht die Schule hier also völlig richtig. Dort gibt es auch einen deutlichen Prozentsatz an Schülern, die zuvor am anderen Schulen Absenzphasen hatten.

Ab Minute 6:

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