Hallöchen zusammen,
ich habe eine Frage zur Beurteilung meiner Symptome / Empfindungen, nach Einnahme von ADHS Medikamenten (aktuell Kincteen 36mg). Bzw ich tue mich etwas schwer, zwischen Nachwirkungen/Nebenwirkungen des Medikamentes und dem sog. Rebound zu unterscheiden.
Also ich habe im November, mit Medikinet adult angefangen und habe vor 3 Monaten gewechselt, auf ein Generika von Concerta( Methylphenidathydrochlorid).
Bei Medikinet war ich mit 20 mg, einmal pro Tag, eingestellt, was ich insgesamt gut vertragen habe, dennoch empfand ich die 1. Stunde des Wirkeintritts und die letzte Stunde bei Abklingen der Tablette, als zu heftig.
In der 1. Stunde wurde ich müde und saß wie ein hypnotisiertes Kaninchen da. Nach dieser Std, war alles so, wie ich es mir gewünscht und erhofft habe, von einem ADHS Medikament.
Beim Abklingen, bei mir, nach ca 6-7 Std, fing ich heftig an zu frieren, war genervt von allem und wollte nur meine Ruhe. Das erklärte ich mir als typischen Rebound.
Aber zudem hatte ich noch Sehstörungen sobald es dunkel wurde, bei sichtbar erweiterten Pupillen, sodass ich auch bei Dunkelheit aufs Auto fahren verzichten musste. Das ganze hielt für ca 1-2 Std und dann war alles wieder ok.
Grade diese Symptome, habe ich für mich, wie gesagt, als den sogenannten Rebound beurteilt, wobei ich die Erweiterung der Pupillen mit Sehstörungen nicht beim Abklingen erwartet hätte, sondern eher während der Wirkung. Aber gut, es war früh dunkel draußen und ich dachte mir, daß das ja auch noch zu dem Effekt beiträgt, was mir tagsüber wahrscheinlich nicht aufgefallen war.
Seit Anfang des Jahres habe ich, wegen dieser zwei für meine Beurteilung zu heftig eintretenden Beschwerden, auf Concerta 27 mg gewechselt. Außerdem wollte ich ein Medikament, welches mit nur einer Einnahme pro Tag, länger als nur 6-7 Std wirkt.
Die Umstellung auf 27 mg Concerta war sehr gut. Dieses Anfangs Gefühl bei Wirkungseintritt, war deutlich sanfter und ich musste nicht mehr 1 Std warten, bis ich was tun konnte. Ebenso das abentliche Frieren und die Sehstörungen nach Abklingen in den Abendstunden war weg und die Laune blieb auch stabil.
Nun nehme ich das seit Januar und stellte vor ein paar Wochen eine Gewöhnung fest, heißt, die ADHS Symptome, die es bei mir beseitigt hatte, wie Impulsivität, Gedanken kreisen und eine gewisse Selbstsicherheit im Tun von Dingen, kamen wieder durch.
Daraufhin meinte meine Psychiaterin vor 4 Tagen, daß ich, obwohl ich insgesamt schon seit November mediziert werde, noch in der Einstellung bin und wir noch probieren, was letztlich für mich passt und so schlug sie vor auf 36 mg zu erhöhen. Da Concerta bzw Methylphenhydathydrochlorid 36 mg nicht lieferbar war, habe ich jetzt Kincteen 36 mg bekommen, was ja im Prinzip den gleichen Wirkstoff nutzt.
Die Tabletten sehen aber anders aus und haben auch nicht dieses Loch, was den OROS Effekt simuliert. Ggf macht das auch einen Unterschied, deshalb erwähne ich das mal.
Jetzt komm ich zum eigentlichen Problem. Seit der Erhöhung auf 36 mg Kincteen, ist über den Tag alles prima, habe quasi kaum einen Unterschied gespürt zu den 27 mg Methylphenhydathydrochlorid, außer daß die gewünschte Wirkung, wieder da ist und das war ja Sinn der Erhöhung.
Wäre da nicht das komische Gefühl abends, wie auf Droge zu sein .
Und da richte ich mich mal an diejenigen unter euch, die Erfahrungen mit Amphetaminen haben, die auf der Straße verkauft werden. Ich habe das vor 20 Jahren konsumiert und kenne diese Wirkung sehr genau. Zb. Kribbeln bis in die Haarspitzen, verkrampften Kiefer, große Pupillen mit den bekannten Sehstörungen, verschwommen sehen oder Umstellung von Nah auf Fern, Dunkel Hell. Zudem gesteigertes Mitteilungsbedüfniss, siehe diesen Text
Und das Gefühl hatte ich nie bei den Tabletten, egal ob Medikinet, oder Concerta, bis auf die besagten Sehstörungen, damals unter Medikinet. Dennoch fühlte ich mich nie auf Droge.
Klar könnte man jetzt sagen, daß ich mit 36 mg vielleicht überdosiert bin, was klare Anzeichen dafür wären. Aber, warum erst Abends, wenn im Prinzip, die Haupt Wirkung des Medikamentes schon abgebaut ist? Das passt für mich nicht, denn tagsüber merke ich ja nichts dergleichen. Das kann ich mir aber ebensowenig als Rebound erklären, denn der sollte sich ja nicht so anfühlen, als wäre man auf Drogen,sondern eher, daß die adhs Symptome stärker zurück kommen.
Kennt das jemand, daß abends erst Symptome einer Überdosierung auftreten, kurz bevor die Wirkung nachlässt?
Kann Rebound sich evtl doch so anfühlen, oder hängt es ggf mit dem Kincteen zusammen, was anders verstoffwechselt wird, wie die methylphenidathydrochlorid Tbl von AL?
Könnte aus pharmakologischer Sicht ggf. durch Abbau des Medikamentes, etwas chemisch anderes entstehen, was ähnlich der Droge Amphetamin wirkt und es auch deshalb erst zum Ende der Gesamtwirkung auftritt? Meines Erachtens, fast das schlüssigste.
Ich meine das fasst es jetzt ganz gut zusammen und ich beende hiermit (endlich ) Danke fürs Lesen und danke für Antworten.