Huhu ihr Lieben,
das Folgende könnte länger werden. Dafür bitte ich schonmal um Entschuldigung. ![]()
Zunächst der größte Brocken meines Anliegens, in der Hoffnung, dass euer bisheriger Weg mir da Einsicht bringen kann.
LDX
Seit ich letztes Jahr endlich meine offizielle ADHS-Diagnose bekommen habe, dachte ich, endlich kann man mir helfen (u.a. mir selbst zu helfen). Nachdem ein vorheriger Psychiater um zu beweisen, dass ich kein ADHS habe (seine eigenen Worte!) Medikinet verschrieben hatte, ich das aber trotz Einhalten aller Tipps zur Einnahme nicht vertragen habe (3-4 Tage die Woche heftigste Migräne!) , obwohl es sonst wirklich geholfen hat, bat ich darum, mir ein anderes Medikament zu verschreiben. Obwohl meine Psychiaterin nicht begeistert war, hat sie mir erstmal LDX in 50mg verschrieben. Die ersten Tage waren eine Offenbarung für mich. Konzentration. Stabilität. Ich hab mich so gefühlt! Dann zum Ende des Eindosierungsmonats habe ich schon deutliche Einbußen der Wirkung gespürt. Daher hat mir die Psychiaterin dann 80 mg verschrieben. Das hat für kurze Zeit einen kleinen Aufschwung bedeutet. Der ließ aber schnell nach. Ich merkte, dass ich nicht mehr so stabil bin, die Konzentration kaum mehr möglich war. Das teilte ich der Psychiaterin auch beim nächsten Termin mit. Sie wollte mir darauf hin ein AD verschreiben. Eines, von dem ich wusste, dass ich wieder zunehmen würde , nachdem ich es endlich geschafft hatte, von Adipositas I in den Bereich des Normalgewichts zu kommen, was sowohl psychisch als auch körperlich (habe Rheuma!) ein Meilenstein war. Laut ihr war ich deswegen eitel und die Situation könne ja nicht so schlimm sein, wenn ich mich wegen ein paar Kilos so anstellen würde. Auch mein Problem mit Zucker nimmt sie nicht ernst, habe da ein massives Suchtproblem! Außerdem verstärkt es die Migräne. Zum Thema ADHS-Medikation meinte sie nur, dass wenn ich ja Medikinet nicht wolle und das LDX nicht mehr wirke, bliebe nichts übrig. Also bin ich mit der nächsten 100er Packung LDX heim. Die Wirkung wurde immer mehr ins Gegenteil verschoben, an Konzentration war nicht zu denken. Ich wurde immer aggressiver und dann depressiv. Stimmungsschwankungen vom allerschlimmsten. Von Jähzorn zu Trauer und wieder zurück, nur positive Gefühle waren wieder mal abhanden gekommen. Als ich dann wegen nichts! mein Pferd schlagen wollte , bin ich erstarrt. Dann zurück getreten, habe meinen Partner gebeten, meine Stute wegzubringen. Auf dem Weg heim bin ich vor Scham fast gestorben. Das war der Auslöser, das LDX sofort abzusetzen. Das war im Dezember, kurz vor Weihnachten. Noch während des Urlaubs habe ich mir dann einen Verhaltenskodex für die Arbeit zurecht gelegt. Was soll ich sagen? Das hat zwei einhalb Tage gehalten. Dann bin ich ausgebrannt. Auslöser war ein Konflikt mit einer unangenehmen Kollegin. Seitdem bin ich krankgeschrieben.
Nächste Woche ist mein nächster Termin mit meiner Psychiaterin. Wie soll ich das Ganze rüberbringen? Hab total Angst davor!
Habt ihr ähnliches erlebt? Bei welchem Medikament seid ihr gelandet?
Zum Abschluss die ASS-Thematik… nachdem meine Therapeutin damals das erste Mal den Verdacht aus ADHS geäußert hatte, hat sie mir das Buch „Die Welt der Frauen und Mädchen mit ADHS“ empfohlen, was mir echt geholfen hat. Von den selben Autorinnen habe ich mir nun noch „Die Welt autistischer Frauen und Mädchen“ geholt. Und das ist eine Offenbarung für mich. Ich brauche dringend Rat, wie ich an eine Diagnose kommen kann. Habe deutschlandweit (u.a. Berlin, Hamburg, Köln, Bonn, Freiburg, Aachen, Mannheim…) rumtelefoniert. Alles dicht, oder „nur Kinder!“ . „Rufen Sie in drei Monaten an, dann machen wir die Warteliste wieder auf, die Dauer ist momentan aber bei 3 Jahren plus…“ „Nur Leute aus der Region!“
Ihr kennt das bestimmt. Habt ihr Erfahrung mit selbst gezahlter Diagnostik? Wie komme ich daran? Was kostet das in etwa? Wie erkenne ich Kompetenz?
Bitte scheut euch nicht, eure Erfahrung zu teilen, bin echt verzweifelt.
Liebe Grüße!