Hallo,
Ich (w) 34 Jahre bin derzeit in ADHS Diagnose. Derzeit habe habe bin ich auch in einer depressiven Phase. Mir macht diese Zeit viel Angst und ich stelle mir täglich die Frage wie sich dadurch die Zukunft ändert und wie mein Umfeld damit umgehen wird.
Wart ihr in dieser Zeit krankgeschrieben? Habt ihr die Diagnose an der Arbeit kommuniziert?
Wer ist oder war an einem ähnlichen Punkt und mag sich mit mir austauschen?
Danke für eure Rückemldungen.
VG
Hallo und herzlich willkommen hier 
Das ist in der Situation ja normal , vor allem wenn noch das Depressive dazu kommt.
In den meisten Fällen geht es nach der Diagnostik anders „zuversichtlicher“ weiter. Das Leben und man selbst versteht sich besser und man bekommt das Gefühl sich wenigsten etwas besser an allem anpassen zu können.
Über mein Umfeld hatte ich nicht konkret nachgedacht, wenn dann eher in dem Sinne, um für mein Umfeld etwas kompatibler zu werden.
Ich war vor der Diagnose krankgeschrieben . Die Diagnose kam nach der Reha als ich schon wieder am arbeiten war und mir psychotherapeutische Hilfe holte.
Ich habe seit 2017 die Diagnose und habe sie bis heute nicht auf der Arbeit kommuniziert aber ebenso wenig in meinem Umfeld. Es weiß kaum jemand. Es ist sehr individuell ob man damit in die Offensive gehen soll oder ob man lieber defensiv bleibt. Die Erfahrungen sind da sehr unterschiedlich.
Man kann die Diagnose eigentlich so nebenher machen, dazu ist in den meisten Fällen keine krankschreibung notwendig. Wenn du noch krankgeschrieben bist, vor allem wegen der Depressiven Phase, dann mach dass alles in Ruhe und nimm dir die Zeit , die du kriegen kannst.
Hallo,
ich war 14 Monate wegen Depressionen krank geschrieben und bin jetzt seit 1 Woche in der Wiedereingliederung. Auf ADHS kam meine Therapeutin und vor 2 Monaten habe ich die Diagnose bekommen.
Ich gehe offen mit meinen Diagnosen um, muss es aber auch nicht jedem direkt auf die Nase binden. Entweder es ergibt sich das man drüber spricht oder halt nicht. Auf der Arbeit wissen alle von den Depressionen. Von dem ADHS habe ich nur einer Kollegin erzählt. In meinem Umfeld (also auch außerhalb der Arbeit) haben eigentlich alle denen ich davon erzählt habe neutral oder interessiert reagiert. Und bei wem ich weiß, dass es eh nicht ankommt sprech ich einfach gar nicht drüber. Mein Vater zum Beispiel kann nichts mit Diagnosen anfangen. Da reicht es wenn ich sage: „Mir geht’s gerade nicht gut.“ oder „Ich hab gerade Chaos im Kopf.“ Das kann er irgendwie besser schalten als wenn ich ihm Krankheitsnamen nenne.
Ich schwanke immer zwischen Angst vor der Zukunft und Neugier was sie mir bringt. Aktuell überwiegt die Neugier, aber es ist ein auf und ab. Ich glaub diese Ängste sind auch normal in der Situation in der Du gerade bist (ohne sie als „nicht so schlimm“ abtun zu wollen, bitte nicht falsch verstehen). Leider bieten sie auch super viel Potenzial zum endlosen Gedankenkreisen.
Wenn Du dich austauschen magst, ich bin hier. Auch per DM.
LG
Achso und natürlich: Herzlich Willkommen! 
Hi ich war letztes Jahr ziemlich genau in der selben Situation wie du. Vielleicht hilft dir ja meine Erfahrung ein bisschen weiter.
Ich war zu diesem Zeitpunkt immer mal wieder einzelne Tage krankgeschrieben, an Tagen an denen wirklich nichts ging und ich nichtmal aufstehen konnte. Ich hatte große Angst davor mich länger als einzelne Tage krankschreiben zu lassen, vor allem weil ich wie du Angst hatte wie mein Umfeld darauf reagieren wird. Meine Zukunftsängste waren auch extrem, meinen Vorgesetzten ist natürlich aufgefallen dass ich immer wieder einzelne Tage krankgeschrieben bin, ich hatte große Angst meinen Job zu verlieren. Irgendwann musste ich aber die Reißleine ziehen und ich hab mich zwei Wochen krank schreiben lassen.
Im Nachhinein kann ich sagen dass meine Ängste völlig unbegründet waren. Meine Vorgesetzten haben sehr verständnisvoll reagiert. Trotzdem hatte ich während meiner Krankschreibung immer noch extreme Ängste, diese Ängste haben sich erst gelegt als ich wieder gearbeitet habe, da habe ich erst gemerkt wie viel Verständnis meine Vorgesetzten für meine Situation haben, außerdem haben sie immer wieder betont wie sehr sie sich freuen dass ich wieder arbeiten kann und dass sie sich freuen dass es mir besser geht. Auch wenn die Krankschreibung meine Ängste zunächst verstärkt hat war es die richtige Entscheidung, die zwei Wochen Pause haben mir gut getan.
Ich habe mir vor meiner Krankschreibung verschiedene Optionen zurecht gelegt. Die Optionen waren z.B. mich schriftlich auf der Arbeit abzumelden, direkt mit der Chefin zu telefonieren oder meinen Vater mit meiner Chefin reden zu lassen, denn ich hatte vor dem Telefonat große Angst. Außerdem habe ich darüber nachgedacht ob ich meine Depressionen offen mit meinem ganzen Arbeitsumfeld kommuniziere, ob ich es nur mit meinen Vorgesetzten kommuniziere oder ob ich die Depressionen gar nicht kommuniziere, immerhin geht es eigentlich niemanden etwas an warum ich krankgeschrieben bin. Ich habe mich am Ende dafür entschieden mich persönlich bei einem Telefonat krankzumelden, jedoch habe ich den Grund nur mit meinen Vorgesetzten kommuniziert. Im Nachhinein würde ich es so wieder machen. Meine Depressionen direkt mit meinem ganzen Umfeld zu kommunizieren hätte wahrscheinlich große Ängste ausgelöst, jetzt wo ein paar Monate dazwischen liegen habe ich überhaupt kein Problem mehr über meine Depressionen und andere Störungen zu reden.
Wenn du dich dazu entscheidest dich krankschreiben zu lassen, versuch einen Weg zu finden der deine Ängste nicht verstärkt. Wie und mit wem du deine Krankheit kommunizierst ist alleine deine Sache, mach es so wie du dich am wohlsten fühlst. Versuch während der Krankschreibung deinen Stress zu reduzieren und deinen Alltag mit Aktivitäten zu füllen die dich beruhigen, wenn du keine Kraft für irgendwelche Aktivitäten hast ist das auch völlig in Ordnung, ich hab auch ein paar Tage gebraucht bis ich überhaupt aus dem Bett gekommen bin. Versuch dich nicht deiner Angst „hinzugeben“ (ich weiß klingt blöd), Versuch auf andere Gedanken zu kommen und nicht nur über deine Zukunft nachzudenken. Sozialer Kontakt mit meiner Familie hat mir sehr weitergeholfen, vor allem mit meiner kleinen Nichte zu spielen war sehr beruhigend für mich, auch wenn ich natürlich in dem Moment durch die Depressionen keine Glücksgefühle hatte. Wenn du das Gefühl hast dass du mehr soziale Kontakte brauchst zögere nicht dich ans Forum zu wenden, dieses Forum ist voll mit netten, verständnisvollen Menschen. Du kannst mir auch gerne jederzeit schreiben wenn du noch was über meine Erfahrungen wissen willst oder reden willst.
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