Neu hier: Hallo : ADHSxPMS Erstdiagnose mit 43. Vorstellen und Fragen :)

Hallo,

Mein Name ist Kadi und ich bin 43 Jahre alt. Meine Diagnose habe ich vor acht Wochen erhalten. Bis vor zwei Jahren lief mein Leben ganz gut. Ich war immer ein gut gelaunter Wirbelwind zwar chaotisch, aber liebenswert : ) Klar habe ich mich immer gefragt, warum ich so anders bin. Aber ehrlich gesagt war es mir egal, weil ich mich immer gut gefühlt habe.. vor zwei Jahren hat es dann angefangen, anders zu werden. Bis ich jetzt endlich die Diagnose erhalten habe. Es war erschreckend und doch so befreiend zu wissen, dass ich ganz normal bin. Nur über funktioniere. So sehe ich das. Mein PMS hat sich sehr verstärkt ( Anfang Wechseljahre/Hormonschwankungen) und deshalb auch die Symptome meiner ADHS. Ich weise auch autistische Züge auf. Es ist ein Balanceakt der Gefühle aktuell. Ich würde mich sehr freuen, wenn es hier jemanden gibt, der ähnlich denkt und wir uns austauschen könnten.Ist jetzt das erste Mal dass ich es ausspreche,
beziehungsweise in Gedanken laut denke. Es ist ein großer Schritt für mich. Ich fühle mich im Moment sehr zerbrechlich, obwohl ich doch immer die starke war beziehungsweise sein musste. Ich freue mich hier zu sein und neue Erkenntnisse zu erhalten.

Liebe

Kadi

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Herzlich willkommen liebe Kadi,

Bei mir war es so ähnlich. Vor ungefähr 2 Jahren habe ich ganz deutlich gemerkt, dass bei mir irgendwas nicht so ist, wie es sein sollte. Es war aber nicht wirklich greifbar. Damals habe ich die Pille abgesetzt und irgendwie habe ich das Gefühl, dass mein ADHS erst da so richtig deutlich wurde. Aber damals wusste ich noch gar nicht, dass ich ADHS habe. Vor etwas mehr als einem Jahr kam ich per Zufall drauf und seit wenigen Monaten habe ich nun die Diagnose. Nun versuche ich, mich irgendwie damit anzufreunden. Klappt leider nicht immer, aber immerhin kann ich schon über manche meiner Macken lachen. Und auch das Wissen darüber, warum man in manchen Situationen vielleicht etwas anders reagiert, als die anderen, macht das ganze irgendwie erträglicher. Bin übrigens auch 43.

LG

Hallo Kadi,

:slightly_smiling_face: …und ich habe auf der Nachhausefahrt von der Prädiagnose im Auto bei lauter Musik die Worte ganz laut

geschrien und darauf folgte eine Woche, in denen ich episodenhaft Szenen meines Lebens abspielen sah und sehr oft Heulen oder Lachen musste. Ja, zerbrechlich trifft das ganz gut.

Ich kenne diese Befreiung und auch das Spektrum. Seit ich 26 war, war ich Gast bei vielen verschiedenen Psychologen, da wurde viel diagnostiziert, aber eher so die Facetten, niemandem ist ADHS/ASS in den Sinn gekommen - Bin, da Baujahr 1973, wahrscheinlich durchs Raster gefallen, diagnostiziert wurde ich letztes Jahr..

ASS kann nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden und ich müsste zur Differenzial-Diagnostik, was ich allerdings erst nächstes Jahr angehen will. Ich sehe und bemerke die Auswirkungen von ASS täglich - nun weiß ich, warum es so ist, wie es ist und kann damit arbeiten.

Ich empfinde diese Kombination manchmal als sehr anstrengend, da die Ansprüche teils sehr divergent sind, aber seit letztem Jahr hat sich viel verändert, eben weil ich versuche, einfach beiden Anforderungen gerecht zu werden. Ich ziehe mich zurück, wenn ich es brauche und bin unter Menschen, wenn ich das will, was derzeit, bis auf wenige Ausnahmen, auf die Familie, Arbeit und Golfclub beschränkt ist. Ansonsten beschäftige ich mich viel mit stoischer Philosophie, eben weil viele der Grundlagen dort mir als Autisten seehr gelegen kommen, da es bereits Teil meiner gelebten Praxis ist. Aber manchmal kriegste den ADHSler nicht eingefangen :roll_eyes: :joy:

Was ich mühsam lernen musste und was ich als grundlegend wichtig empfinde ist: “Sei achtsam mit dir selbst”. Dazu gehört für mich die radikale Selbstakzeptanz: Ich habe kein ADHS/ASS, ich bin ADHSler/Autist.

Grüße