Neue Diagnose, Eindosierungschaos

Hallo liebe Forengemeinde,

ich bin ganz neu hier, daher vielleicht mal zunächst ein paar Worte zu mir: Ich bin Ende März mit 38 Jahren mit ADHS neu diagnostiziert worden, vor ca. 4 Wochen kam dann noch die Autismus-Diagnose dazu. Das Thema einer möglichen AuDHD-Störung wurde erstmals bei einem Arzt im Ausland geäußert, wo ich bis ANfang dieses Jahres gelebt habe. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland habe ich dann das Thema Diagnostik in Angriff genommen und werde seit Mitte Mai medikamentös eingestellt.

Die Diagnostik habe ich privat bezahlt bei einer bekannten Online-Klinik, daher ging das Ganze Gott sei Dank recht schnell, auch wenn mich das Ganze natürlich trotzdem verunsichert, weil ich mir der Limitationen und der Kritik solcher telemedizinscher Verfahren natürlich durchaus bewusst bin.

Jedenfalls habe ich genau dort auch die medikamentöse Einstellung begonnen, war mit den dortigen Ärzten aber absolut nicht zufrieden und bin nun zu der niedergelassenen Psychiaterin hier vor Ort gewechselt.

Grundsätzlich fühle ich mich bei ihr auch wohl und mit meinen Problemen ernst genommen, aber sie ist eben keine ADHS/ASS-Spezialistin und genau da wird es für mich jetzt gerade schwierig.

Auf meinen eigenen WUnsch hat besagter Arzt in der besagten Online-Klinik die Indosierung mit Ritalin Adult begonnen, weil ich leider zu der Sorte Mensch gehöre, die eine unglaubliche Angst vor Kontrollverlust und Medikamenten hat. Die Vorstellung, quasi 24/7 unter dem EInfluss von Substanzen zu sein, die in meine Gehirnchemie eingreifen, führt bei mir halt leider zu nicht kleinen Panikattacken.

MPH – oder in dem Fall Ritalin Adult – gibt mir zumindest die Illusion, ich hätte Kontrolle über das, was da mit mir passiert. Grundsätzlich muss man aber sagen, wenn es rein nach mir gegangen wäre – ich hätte am liebsten auf die Einstellung verzichtet, muss aber eben leider auch eingesstehen, dass es ohne eben auch nicht geht.

Anyway… ich habe mit einer sehr geringen Dosis von 10 mg angefangen, diese für 4 Wochen genommen und absolut nichts gemerkt außer vielleicht ganz winzigen Nebenwirkungen, wobei man dafür echt auch schon ne Menge Fantasie gebraucht hat, um das so zu benennen. Aber gut, Interozeption ist bei mir ja eh so ein Ding, worauf man sich nicht verlassen kann.

Mit dem Wechsel zu meiner jetzigen Ärztin sind wir dann auf ein klassisches wöchentliches Eindosierungsschema gewechselt und haben eben die Dosis jeweils um 10 mg gesteigert. Grundsätzlich lässt sie mir da recht viel freie Hand, was das Austesten und „Rumexperimentieren“ angeht, wofür ich einerseits sehr dankbar bin; andererseits führt genau das jetzt gerade zu dem Problem, vor dem ich stehe.

Ab ca. 30 mg habe ich erstmals überhaupt angefangen zu merken, dass da irgendwas mit den Medikamenten passiert. Vor allem, was die Nebenwirkungen angeht, aber auch leichte positive Effekte. Vor allem die emotionale Stabilisation ist mir in diesem Zug besonders aufgefallen.

Insgesamt sind wir bisher bis 60 mg als Basisdosis hochgegangen. Auf dieser doch recht hohen Dosis habe ich auch die für mich positivsten Effekte, was eben meine Symptomatik angeht, und ich merke einen echten Unterschied zu meinem unmedikamentierten Selbst. Allerdings scheinen die Nebenwirkungen bei dieser Dosis leider auch ein Limit zu erreichen, das nicht mehr tolerierbar ist. ich weiß, dass ich die Hilfe der Medikamente leider brauche, aber definitiv nicht zu Lasten meiner Herz-Kreislauf-Gesundheit. Ich gehe sehr stark davon aus, dass mein „Sweet Spot“ also irgendwo zwischen diesen besagten 30 mg und 60 mg liegt.

Und genau da ist mein Problem: Alle Dosen habe ich ausgetestet, jeweils für mindestens 1 Woche, manchmal länger. Und überall komme ich zu dem gleichen Ergebnis: Der erste Tag mit der neuen Dosis ist immer super - vermutlich reagiert mein Gehirn da einfach auf den neuen unbekannten Impuls. Aber dann fängt es immer an, extrem zu schwanken.

Grundsätzlich kann ich relativ genau sagen, was innerhalb der ersten 2,5 h nach Einnahme passiert. Und danach nicht mehr.

Ich habe das Gefühl, dass der Peak der ersten Phase bei mir nach ca. 60 bis 90 Minuten erreicht ist, dort habe ich auch die besten Ergebnisse, was die Wirkung angeht. Ab ca. 1 h 45 Minuten merke ich dann aber einen EInbruch, der ab ca. 2 bis 2,5 h nach der ersten Einnahme seinen Peak annimmt. Es fühlt sich an wie ein Rebound, aber ob es einer ist, kann ich nicht sagen. Im Grunde wäre das für Ritalin Adult eigentlich viel zu früh.

Ich kann diesem Rebound-Gefühl entgegensteuern, wenn ich nach exakt 2,5 h mit 10 mg nachdosiere. Das fängt diesen ab, aber nach weiteren ca. 2 Stunden ist das dann auch wieder vorbei.

Was ich bei mir komplett vermisse, ist die angebliche zweite Phase. Dabei will ich nicht sagen, dass es die bei mir nicht gibt… aber wenn es sie gibt, dann merke ich davon absolut gar nichts.

Möglicherweise ist MPH (oder Ritalin Adult) auch einfach nicht das richtige Präparat für mich, aber einem Wechsel auf AMP stehe ich skeptisch gegenüber (auch wenn mich der Vergleich schon auch interessieren würde), aber auch meine Ärztin ist der Meinung, wir müssten MPH erst einmal „ausreizen“, bevor ein Präparatwechsel in Frage käme. Was sie damit meint, hat sie nicht näher definiert.

Mein Problem bei der ganzen Sache ist nun, dass ich die Wirkung der Medis bei mir selbst absolut nicht einschätzen kann. Egal, was ich versuche zu beobachten und zu dokumentieren, die Muster sind immer ähnlich, aber ergeben absolut keinen Sinn.

Es gab Tage, da habe ich selbst gemerkt, dass die Medis was tun und was sie tun können. Aber das ist absolut nicht reproduzierbar.

Leider habe ich eben auch kein Umfeld, das mir von außen irgendein Feedback geben kann, und dieser Selbstbewertungsbogen, den meine Ärztin mir mitgegeben hat, ist für mich nicht anwendbar, weil das Dinge sind, die ich selbst entweder nicht beurteilen kann oder gar nicht meiner Symptomatik entsprechen.

Die Sache ist nur, dass das ganze Thema mich gerade enorm stresst und ich kurz davor bin, das Thema Medikamente einfach ad acta zu legen, weil mich das nur noch frustriert. Und Frustration ist bei mir gerade leider auch noch einmal eine ganz andere Dimension als nur ein „ich bin ein bisschen genervt“, weil es einfach zu viele Variablen gibt, die man berücksichtigen kann. Da ich weiblich bin, ist mein Zyklus ja auch nicht ganz unwichtig bei der ganzen Sache.

Daher wende ich mich heute mal an Euch in der Hoffnung, dass ihr vielleicht noch eine Idee habt, wie ich für mich mehr Klarheit bekommen kann. Ist dieses Chaos bei der Eindosierung normal? habt ihr Ideen, ob es noch irgendwas gibt, was ich tun kann oder anders machen sollte? Oder was ich ggf. meiner Ärztin vorschlagen könnte?

Kurz zur Einordnung meiner Rahmenbedingungen: Ich lebe auf einer deutschen Insel. Ein Arztwechsel oder ständige Termine vor Ort sind inselbedingt organisatorisch extrem schwer machbar. Ich bin also darauf angewiesen, das Beste aus der Zusammenarbeit mit meiner Ärztin vor Ort herauszuholen.

Grundsätzlich bin ich für alle konstruktiven Antworten dankbar, aber vielleicht gibt es ja auch welche unter euch, die ein ähnliches Muster kennen und daher ihre eigenen Erfahrungen teilen können: Wie habt ihr für euch herausgefunden, was da passiert? Habt ihr das Schema angepasst, auf unretardiertes MPH gewechselt oder gab es andere Stellschrauben?

Für euer Feedback und eure Rückmeldung vorab schon einmal ganz herzlichen Dank :blush:

Yisilee

Wann ist du denn bei und nach Einnahme von Ritalin? 60mg als Einzeldosis werden viel zu viel sein und du scheinst nach einem Gefühl zu suchen statt Fakten zu bewerten

4Wochen mal z.B. 30 mg zu halten und zu schauen was sich entwickelt scheint sinnvoll. Ich fürchte du ißt nicht oder viel zu selten denn du scheinst dich nicht zu spüren was ganz große Probleme bereiten kann wenig bis kaum zu essen und ggf. viele Probleme könnte es erklären weiß man sicherer erst nach ausprobieren

Ich glaube du handelst das wie bei Drogenmissbrauch.

Ritalin Adult/LA hält min 6 dtd wenn nucht länger da gibt es keinen Grund nach 2,5std nachzulegen.

Vielleicht wäre weniger mehr, nach 2 bis 2,5 std ist meine Erstdosis Ritalin erst voll angeflutet und meist kommt ein Loch weil dann die erste Phase abklingt und die Zeite Phase so nach 3,5std beginnt anzufluten.

vielleicht nimmst du auch so viel das du nicht auseinander halten kannst ob die erste Phase voll angeflutet ist oder ausklingt
Wahrscheinlich schmeist du beim ersten nicht definierbaren Gefühl nach und verschlimmerst alles.

Ich würde mal 2 Wochen 1 Kapsel Ritalin nehmen und realistisch schauen wie lange diese Kapsel wirklich wirkt bei mir sind es ca. 8 std. und ich nehme nach 6 std erst eine Anschlussdosis deshalb provozierst du durch unschematisches nehmen ggf. Chaos weil du nix mehr zuordnen kannst

Ich kann dir hierzu von mir sagen, dass ich mit 30mg schon Überdosiert war (ich nehme noch Bupropion, was ebenfalls Dopamin und Noradrenalin erhöht).

Selbst mit 20mg war mir die Initialzündung zu hoch und ich war die auch diese Zeitspanne, die bei dir offenbar genau passt, überdosiert und danach war es besser.

Den wirkverlauf insgesamt habe ich damit auch als eher schwankend erlebt.

Was ich damit sagen will: dass die Konzentration an Methylphenidat nach 2-2,5 Stunden abnimmt, war bei mir auch so.

Ritalin Adult setzt 50% des Wirkstoffes direkt frei.

Die zweite Hälfte wird langsam über Zeit abgegeben.

Daher kommt das, dass man am Anfang wohl den höchsten Effekt hat.

Unter Umständen würde dir eine andere Wirkstofffreisetzung helfen.

Manche berichten davon, dass sie mit Medikinet besser klar kommen (auch wenn es vom Prinzip ähnlich ist wie Ritalin).

Dann gibt es noch die Langzeitpräparate, Concerta und Kinecteen. Diese geben Initial weniger Wirkstoff ab, den Rest dann aber relativ konstant und über längere Zeit (müsstest in dem Fall eine entprechend höhere Dosis nehmen. 20mg Ritalin sind wohl vergleichbar ±36mg Kinecteen). Ich persönlich komme mit Kinecteen viel viel besser klar. Die Wirkkurve ist für mich ideal, verglichen mit Ritalin.

Aber das kann halt auch von Person zu Person stark schwanken. Das muss jeder für sich selber raus finden.

Wenn Methylphenidat bei dir grundsätzlich anschlägt, wäre vermutlich der nächste Schritt, damit zu experimentieren. Frag doch Mal bei deinem Psychiater nach, was er/sie davon hält.

  • MPH hat eine Halbwertszeit von etwa 3,5h. Nach dieser Zeit sollte also noch die Hälfte drin sein. Nach nochmal 3,5h dann wiederum die Hälfte davon, usw.

  • Retardierte MPH Präparate haben mindestens zwei Peaks - wovon der Initial-Peak niedriger ist als der zweite.

  • Ritalin Adult hat eine 50/50 Freisetzung, also 50% nicht-retardiertes MPH. Die zweiten 50% sind retardiert und sollen sich verzögert (ein paar Stunden später) auf einmal auflösen.

    So addiert sich der zweite freigesetzte Anteil zum Rest der ersten 50% - wodurch die Kurve dann erneut ansteigt bis der eigentliche Peak erreicht wird, bevor die Kurve wieder abfällt.

  • Nur bei Concerta, Kinecteen und anderen bioäquivalenten Präparaten mit einer 22/78 bzw. 25/75 Freisetzung wird zunächst ein kleinerer nicht-retardierter Anteil freigesetzt, gefolgt vom verzögert freisetzenden Rest, der sich dann aber nicht auf einmal auflöst, sondern kontrolliert und kontinuierlich über mehrere Stunden hinweg - wodurch sie insgesamt länger als die 50/50 Präparate wirken.

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Danke für die Grafik.

Aber müsste es bei Medikinet nicht ähnlich sein wie bei Ritalin?

Oder hat das damit zu tun, dass die zweite Ladung Medikinet erst im Dünndarm freigesetzt wird und dadurch eher gleichmäßiger, Stück für Stück frei gesetzt wird (weshalb das Essen so wichtig ist).

Und Ritalin wird nach einer Zeit einfach direkt, eher auf einmal frei gesetzt?

Soweit die Theorie, aber in der Praxis habe ich es mit Ritalin einfach anders erlebt.

Die ersten Stunden wären eher unangenehm, bis dann eine bessere Phase kam :man_shrugging:

Ich hab auch jedes Mal gefrühstückt gehabt.

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Antworten soweit. Dass das Ganze sehr individuell ist, ist mir auch bewusst. Ich fühle mich aktuell nur eben sehr alleingelassen mit dem ganzen Thema.

Auch wenn ich das entgegengebrachte Vertrauen meiner Ärztin wirklich zu schätzen weiß, weil sie eben auch alle meine Ängste rund um die Medikamente ernst nimmt, so hilft mir dieses scheinbar wahllose Rumprobieren halt leider auch nicht weiter. Dass ein bisschen „Trial & Error“ dazu gehört, ist natürlich auch klar, aber mir fehlt aktuell eben der Plan, wo die Reise hingehen soll.

Die 10 mg in diesem 2,5-h-Zeitfenster nachzudosieren war übrigens die Idee meiner Ärztin, nicht meine.

Den Vorwurf mit der Drogenabhängigkeit überlese ich mal bewusst, denn wenn dem so wäre, würde ich sicher nicht in einem Forum nach Hilfe fragen, um mehr Ordnung und Struktur in das Chaos zu bringen.

Die Wirkkurven kenne ich natürlich auch. Ich hab mich vorab wirklich lange mit dem ganzen Thema beschäftigt und genau deshalb stehe ich gefühlt so auf dem Schlauch, gerade weil ich ähnlich wie @Levi1608 eben ab diesem Zeitfenster von 2-2,5 h merke, dass die Wirkung nachlässt. Und eine zweite Phase scheint es gefühlt nicht zu geben. Aus diesem Grund meinte meine Ärztin, ich solle es mal damit versuchen, hier ggf. nochmal eine kleine Dosis nachzunehmen. Das mildert zwar diesen ominösen Rebound, verlängert die Wirkung aber nicht wirklich, sondern nur um weitere 1,5 bis 2 h, bis die Talfahrt von neuem beginnt, aber wenigstens nicht mehr ganz so reinhaut.

Und natürlich spreche ich in diesem Fall von „Gefühl“ - womit ich btw. kein euphorisches Erleben eines „Highs“ meine - weil es hier ja anscheinend zu einem Missverständnis gekommen ist - sondern eben genau die Effekte, die man von den Medikamenten eben erwarten würde: Ich bin ausgeglichener, emotional deutlich stabiler, ich diskutiere nicht mehr ewig mit mir selbst, ob ich den einen Teller jetzt nun noch spülen muss oder nicht - nur um es am Ende doch bleiben zu lassen (obwohl ich in der Zeit mindestens drei Teller hätte spülen können :sweat_smile:).

Aber ich tracke natürlich nicht, wie oft ich im Vergleich mit Medikamenten vs. ohne Medikamente zu meinem Handy greife, anstatt die Steuererklärung zu machen.

Deswegen fällt mir da der Vergleich eben deutlich schwerer, obwohl ich da durchaus auch einen Effekt merke, und das ist ja genau das, was die Medis tun sollen.

Nur ist das Zeitfenster so extrem kurz (wobei meine Ärztin meinte, dass das schon sein könne - aber sie ist auch keine ADHS/ASS-Spezialistin).

Den Wechsel zu einem anderen Präparat oder Wirkstoff habe ich bereits angesprochen, aber sie meint, wir müssten das jetzt erst einmal ausreizen. Wobei sie, wie in meinem Eingangspost bereits gesagt, nicht näher definiert, was sie damit meint.

Und da frage ich mich dann auch, wie lange sie einfach so rumprobieren will.

Ob ich frühstücke, macht übrigens für mich keinen Unterschied. Unter der Woche frühstücke ich nicht, an Wochenenden und Feiertagen hingegen schon. Der einzige Unterschied ist, dass sich der „Rebound“ dann nicht mit Hunger ankündigt. Alle anderen Nebenwirkungen bleiben aber erhalten und an der Wirkdauer ändert sich leider auch nichts.

Wahrscheinlich ist es aber auch einfach ungünstig, sowohl an der richtigen Dosisfindung als auch an der Wirkdauer schrauben zu wollen. Dass neben den ADHS-typischen Symptomen natürlich auch noch ASS-Bedingte Probleme auftauchen, macht es mir in dem Fall nicht unbedingt leichter.

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Hej,

schön, dass du hier im Forum bist :slightly_smiling_face:

Nunja, auch wenn du es nicht hören magst: Nur so funktioniert es leider. Gib dir und deinem Körper etwas Zeit.

Im Übrigen finde ich die Beschreibung der Handlungsweise deiner Ärztin ziemlich ansprechend.

Freie Hand beim austarieren, Hintergrundinformationen, Bewertungsbogen (wie geil ist das denn?! :sweat_smile:) und genaue Rückfragen, ist doch perfekt?!

Vielleicht korrelieren hier einfach deine ADHS-Ungeduld mit deiner autistischen Seite, die für alles einen genauen Plan haben muss, negativ zueinander.

Ich denke mal, dass auch da ein Problem bei dir liegt, da bei dir eben kein äußeres Umfeld Änderungen bemerkt.

Ich habe es anders verstanden, vielleicht war -missbrauch auch ungeschickt formuliert.

Aber wenn du dauerhaft merkbare Wirkung wie bei Drogengebrauch erwartest (ala Alkoholenthemmung), wirst du wohl enttäuscht werden. Es ist halt eher:

Dann klappt das besser? Klingt doch prima?!

Nööö, unretardiertes mag mein Arzt nicht verschreiben, noch nicht jedenfalls.

Bzw.: Was erwartest du von unretardiertem? Setzt nicht MPH ohnehin sofort was frei?

OT: Könnten sie bei LDX auch mal einführen :thinking:. Jetzt, wo mir der Gedanke ins Auge springt :grimacing:.

Kannst du ja auch nicht so sicher unbedingt sagen.

Die Medikamente sind kein Wundermittel, wenn auch nah dran.

Sie supporten, aber sie machen nicht. Das muss man leider noch selbst machen.

Und seine Eigenheiten muss man halt akzeptieren. Ich war, ach Quatsch: Ich bin jedenfalls sehr am hadern mit mir.

Aber kletter eben jetzt mit dem Kind auch auf Bäume oder mache anderen Blödsinn. Fast ohne schlechtes Gewissen. Fetzt :upside_down_face:

30 x editiert, weil immer wieder einen seltsamen Schreib-/Formulierungsfehler gefunden… Wer jetzt noch Schreibfehler findet, darf sie behalten, ganz besonders einschließlich mir selbst…

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Hey,

danke für deinen Beitrag.

Ich auch, deshalb bin ich grundsätzlich ja auch sehr zufrieden mit ihr. Ich war davor bei zwei anderen Psychiatern und der zweite meinte, ich solle aufhören, mich über meine „Krankheit“ zu definieren und froh sein, dass Medikamente mich „normal“ machen könnten. Weil ich zu Anfang ja doch sehr große Bedenken diesbezüglich hatte. Und ja, das war jemand, der angeblich auf ADHS spezialisiert ist.

Aber ja, es tut mir ja leid - oder in dem Fall auch nicht - dass ich mich selbst und meinen Kopf manchmal echt mag. Ich mag nur nicht den Teil, der in der Lage ist, mein Leben zu zerstören. Und der leider auch an einigen sehr wichtigen Punkten in meinem Leben bewiesen hat, dass er genau das auch gnadenlos tut.

Dass ich das Experiment „Medikamente“ überhaupt erst gewagt habe, lag wirklich daran, dass mir dazu wirklich jeder in meinem Umfeld geraten hat. Meine Familie, meine Ärzte, meine Therapeutin, selbst meine beste Freundin. Und am Ende auch der Mensch, der die ASS-Diagnostik mit mir gemacht hat, weil er meinte, dass es dem ASS-Anteil sehr gut täte, wenn das ADHS-Chaos ein bisschen gedeckelt würde.

Was den Druck auf mich selbst aber leider auch enorm erhöht hat, weil ich das Gefühl bekommen habe, dass ich es nicht mehr für mich, sondern ausschließlich für andere tue, damit die weniger Probleme mit mir haben (wir streuen auf das ganze ADHS/ASS-Chaos einfach noch ein bisschen PDA - wäre sonst ja langweilig :sweat_smile:).

Aber ja - ich befürchte, damit hast du nicht ganz Unrecht :sweat_smile:

Die zwei können großartig zusammenarbeiten (was selten gut ist, btw :sweat_smile:), aber sie arbeiten eben auch sehr oft gegeneinander - was ebenso selten gut ist :laughing:

Sehr zu meinem Leidwesen: Ja :sweat_smile:Das, was ich an Veränderung merke, ist für mich tatsächlich ein absoluter Gamechanger.

Der Morgen ist bei mir tatsächlich der absolute Endgegner. Aber durch die Medis schaffe ich es tatsächlich, morgens pünktlich aus dem Bett zu kommen, mich ready für die Arbeit zu machen und den Tag komplett ohne Stress zu starten. Das kannte ich vorher tatsächlich gar nicht und gibt mir persönlich eine Lebensqualität, die ich davor gar nicht kannte. Das will ich auf gar keinen Fall mehr missen. Ich hätte da nur ein bisschen mehr Konsistenz drin - und dass die Wirkung dann bei Arbeitsbeginn nicht schon verpufft wäre.

Ich stehe mit den Medis morgens übrigens auch nicht lieber auf - aber ich quäle mich eben auch nicht mehr so aus dem Bett. Und ich hab tatsächlich auch deutlich weniger Stress und Angst davor, überhaupt zur Arbeit zu gehen. Das klingt so banal, ist es für mich aber überhaupt nicht.

Deswegen bin ich gerade ja auch so frustriert, glaube ich. Weil ich weiß, wie es ein könnte, aber ich gerade nicht weiß, wie ich da mehr Konsistenz reinbekomme.

Aber ihr habt wahrscheinlich recht, dass ich dem Ganzen einfach doch mehr Zeit geben muss, um die Wirkkurve bei mir besser zu verstehen und ggf. auch zu lernen, was die Wirkung beeinflusst.

Nahrung ist es nicht, das weiß ich schon einmal - und war ja auch ein Grund, warum ich explizit kein Medikinet wollte. Unter der Woche frühstücken geht bei mir einfach nicht.

Und dass kein Medikament der Welt gegen nur 2 h Schlaf ankommt - auch das ist absolut logisch.

Und welche Auswirkungen der weibliche Zyklus bei mir hat, welche Stressfaktoren im Büro (oder auch privat) da mit reinspielen und wie viel Einfluss der ASS-Anteil hat - das zu beurteilen, ist, glaube ich, in der Tat noch viel zu früh. Da muss ich wohl in der Tat lernen, mich in Geduld zu üben :sweat_smile:

Also ich darf tatsächlich unretardiertes MPH jetzt ausprobieren - auf Privatrezept natürlich. Aber als Test ist das für mich finanziell tragbar, dauerhaft definitiv nicht.

Die Hoffnung ist, herauszufinden, ob das, was ich nach 2,5 h erlebe, tatsächlich ein echter Rebound ist, ohne im Dunkeln zu tappen, ob es die zweite Phase nun gibt oder nicht.

Ggf. wird es dadurch leichter, zu beurteilen, welche Dosisstärke tatsächlich gebraucht wird, um mich ans Laufen zu bekommen. Wir schließen damit eine Variable jetzt erst einmal aus. Ob mir der Vergleich tatsächlich gelingt, daran zweifle ich tatsächlich selbst gerade. Aber Versuch macht klug, oder so ähnlich ^^

Aber ich führe ja auch - oder versuche es zumindest - ein Medikamententagebuch. Bisher war das nur eben nicht sehr hilfreich. Wobei, vielleicht auch doch, keine Ahnung.

Keine Sorge, das tue ich auch. Meine Therapeutin meinte mal in einer Sitzung zu mir, dass sie mir eben leider kein neues Gehirn schenken könne und alle Probleme beseitigt seien. Und da habe ich ihr auch klipp und klar gesagt, dass ich das auch definitiv gar nicht wollen würde und mich dagegen mit Händen und Füßen wehren würde.

Ich hatte es ja oben schon geschrieben: Ich mag meinen Kopf sehr gerne. Was nicht heißt, dass ich nicht - wie jeder andere hier auch - ganz viel mit genau diesem zu kämpfen habe und sehr stark an mir selbst zweifle.

Das hat mich ja leider auch in einen tiefen Burnout getrieben - in dem ich im Grunde auch noch voll drin stecke und der mit sehr starken depressiven Episoden einhergeht. Was aber letztendlich auch der Anlass war, warum ich mir letztes Jahr erstmals ernsthaft Hilfe geholt habe. Und darüber kam die ganze ADHS/ASS-Sache überhaupt erst ins Rollen.

Meinen Job im Ausland, den ich zu dem Zeitpunkt hatte, und für den ich wirklich gekämpft habe, konnte das zwar auch nicht retten, aber vielleicht gibt’s ja jetzt Hoffnung, dass sich Dinge ändern können. Aber das ist ein anderes Thema.

Anyway. Mir ist klar, dass ihr alle mir nicht den einen Plan geben könnt, mit dem es plötzlich wie durch Zauberhand klappt.

Psychopharmaka wirken halt nicht wie ein Schmerzmittel, bei dem man einen klaren Indikator hat, ob es wirkt oder auch nicht. Was mir allerdings sehr helfen würde :sweat_smile:

Aber tatsächlich hilft es mir gerade enorm, einfach mal eure Erfahrungen und Meinungen zu dem Thema zu lesen.

ich meine, nicht, dass es nicht unzählige Erfahrungsberichte hier im Forum und auch im weltweiten Internetz zu finden gäbe - aber vielleicht musste ich meinen Frust einfach mal loswerden und ein bisschen Gegenwind bekommen :sweat_smile:

Was mich zu dem Gedanken führt, vielleicht sollte ich mir neben meiner Therapie ggf. auch doch mal eine Selbsthilfegruppe suchen. Sowas geht ja heute zum Glück auch online (war übrigens auch ein Tipp meiner Ärztin, den ich bisher einfach ignoriert habe, weil ich’s halt nicht so mit Menschen habe…)

Eine Reha hat sie mir übrigens auch vorgeschlagen und mir dazu geraten, aber ich muss sagen, dass ich davor tatsächlich richtig Angst habe.

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