Hallo an alle,
nach langem stillen mitlesen möchte ich mich hier einbringen aber auch Mal eine Frage stellen.
Ich, m 27, habe nach Jahren der sich nicht besseren Symptome endlich eine Diagnose.
ADHS mit eher weniger hyperaktivität.
Starke Symptome waren seitdem ich denken kann da ohne das ich darauf gekommen bin es könnte ADHS sein. Erst war der Verdacht auf Depression da, daraufhin war ich Teil und auch voll stationär in Behandlung. Verschriebene Antidepressiva waren ohne Wirkung. Es lag daran das ich eine depressive Episode hatte aufgrund der Umstände (viel Stress dazu starke Unruhe, Unkonzentration und ein Kurzzeitgedächtnis wie ein sieb, um nur ein paar Symptome zu nennen) nach diesem Aufenthalt ging das Leben wie davor weiter.
Wieder alles beim Alten. Die selben Symptome, die innere Unruhe die so stark wurde das ich sie hätte mit einem Angstzustand vergleichen könnte. Eine Angststörung wurde nicht festgestellt. Diese Unruhe/Angst hatte nie einen konkreten Auslöser, zumindest keinen den ich aus machen konnte.
Ich bin über Monate hinweg drange lieben um das zu analysieren. Interessanter Weise ist das einzige was mir aufgefallen ist seit ich mit 18 in eine eigene Wohnung gezogen bin das es wenn ich alleine bin, Zuhause, es immer stärker wird. Soweit das ein einschlafen nicht möglich war. War ich unter Freunden/Familie war es besser. Aber sobald ich wieder für mich alleine war, war diese Unruhe wieder da.
Konzentrieren konnte ich mich seitdem ich denken kann sehr sehr schlecht. Irgendwann bin ich auf Cannabis gestoßen. Mit ca 20 Jahren habe ich es gelegentlich genutzt um einzuschlafen. Es hat zumindest meine Schlafqualität verbessert und ich konnte seit 2 Jahren wieder vernünftig ein und durchschlafen. Mir wurde aber langfristig klar das es die Symptome nur bekämpft aber nicht das eigentliche Problem.
Die depressive Episode ging mit qualitativem Schlaf vorbei. Das täglicher Cannabis Konsum nicht förderlich ist hab ich relativ schnell gemerkt. Noch weniger Konzentration am nächsten Tag, hinderlich beim Berufsleben und nicht geeignet um Auto zu fahren. Dafür besserer Schlaf.
An dieser Stelle will ich noch anmerken das ich für schnelle Dopamin Schübe immer zur Zigarette, Cannabis oder auch essen gegriffen habe. Und von allen natürlich im Übermaß und das bestimmt 10 Jahre lang. Weil ich immer das gefühl hatte mich regulieren zu müssen.
Durch einen Freund der ADHS hat und mir ab und zu davon erzählte kam ich auf den Gedanken das ich das auch haben könnte. Es hat sich bestätigt.Nun habe ich vor 4 Wochen die Diagnose bekommen. Unaufmerksamer Typ.
Schon Wochen vorher habe ich mich mit der Medikation auseinander gesetzt, welches Präparat wie in etwa wirkt. Naja wirken tut es bei jedem anders aber zumindest was den rebound und die Wirkdauer betrifft. Im Dialog mit meinem Arzt sind wir bei lisdexamohetamin gelandet.
Lange Wirkung, wenig rebound perfekt um nach der Arbeit auch noch Zuhause weiter zu arbeiten bzw Haushalt und Aufgaben zu erledigen. In der Dosis 30 mg.
Aus der Apotheke abgeholt und ausprobiert merkte ich wie sich der ,Nebel " lüftete in meinem Kopf und ich keine ständig kreisenden Gedanken hatte. Ich konnte nach so vielen Jahren endlich da sitzen und an nichts denken. Die innere Unruhe war weg komplett weg. Es war ein unfassbares gefühl der Lebensqualität was ich noch nie gespürt habe. Ich bin konzentriert, wach und ich habe keine Impulse mehr gehabt mich schnell mit essen, Zigaretten oder sonstigem regulieren zu müssen.
Heute ist der 7 Tag. Ich spüre wieder langsam das ich für impulse wieder empfänglicher werde. Denke öfters an essen, Cannabis und Zigaretten.
Ich stehe kurz vor meinem Bachelor und mache mir etwas Gedanken jetzt. Der Arzt sagte anfangs es könne durchaus sein das wir es auf 60-70 mg hochdosieren müssen, da ich sehr groß bin. Dementsprechend trotz normalem Gewicht auch mehr wiege.
Von Gewöhnungseffekten bei elvanse habe ich schon öfter gelesen. Ich werde auch definitiv, wenn mein Arzt es beim nächsten Termin für nötig hält, die dosis erhöhen. Ich hoffe sehr das ich mich nicht an diese Dosis auch wieder so schnell gewöhne.
Seit eben kommt das erste Mal seit 7 Tagen auch wieder die Unruhe. Noch im Rahmen und langsam aber sie kommt. Diese Unruhe äußert sich auch in Form von Druck in der Brust. Ich bin kerngesund, habe mich umfassend durchchecken lassen.
Meine Frage ist nun ob jemand selbe/ähnliche Erfahrung gemacht hat mit der Unruhe und dem Druck. Und ob dies eventuell noch eine andere Ursache als ADHS haben kann.
Mir ist bewusst ich befinde mich am Anfang der Eindosierung und es ist ein Marathon und kein Sprint. Ich blicke noch gelassen in die Zukunft und nehme die Medis weiter wie besprochen.