Neunjähriger mit AD(H)S krasser Rückfall nach Absetzen von Attentin

Die nächst höhere Dosis ist 27 mg, das entspricht 15 mg Medikinet retard. Da könnte man zB mal 36 mg testen (entspricht 20 mg Retard) mit Zugabe von 2.5 bis 5 mg unretardiert gleichzeitig am Morgen, damits schneller wirkt.

Grundsätzlich sagt man soweit ich weiss, dass MPH besser auf die Konzentration wirkt als Elvanse.

Wie zeigen sich denn die Probleme mit der Konzentration?

Hi, es ist total lieb, dass Du so ausführlich antwortest.
Bei höheren Dosen, zumindest Medikinet, war er zu still und in sich gekehrt, daher sind wir mit Kindkteen nicht höher gegangen. Schlaf war/ist auch nicht gut gewesen. Daher würde ich ja gerne nochmals Equasym probieren, nicht nur wegen der anderen Freisetzung, sondern wegen anderer Trägerstoffe. Wenn das auch nichts bedeutet werden wir in den Ferien länger pausieren und dann voraussichtlich mal Guanfacin probieren. Mir ging es ja primär um diesen krassen Absetz-Effekt. Es scheint langsam etwas besser zu werden. Und interessant ist, dass seine außerordentlichen Fähigkeiten sich jetzt ganz ohne, wieder mehr zeigen. Nur dass gleichzeitig halt wieder total kindliches Verhalten auftritt :woman_shrugging:.
Zur Konzentration: Schlechte Merkfähigkeit und fast jede Klassenarbeit deutlich schlechter, als zu erwarten, er kann (fast) alles, aber macht extrem viele Flüchtigkeitsfehler oder übersieht 7 von 8 Verben, die im Text konjugiert werden sollen, weil er sich darauf konzentriert, den Text iü sauber zu übertragen, übersieht ganze Aufgaben usw. Sobald sein Tischnachbar leise murmelt, sagt er, kann er sich nicht konzentrieren etc etc. In ruhigem Umfeld dagegen geht es deutlich besser. Wir werden fürs nächste Schuljahr auch einen Nachteilsausgleich beantragen, damit er alleine sitzen kann etc. Aber hier gings ja um die Symptome. Ich finde unsere KJP auch toll, abgesehen davon, dass sie sehr renommiert ist, ist sie auch unheimlich nett. Es ist nur irgendwie nicht so einfach, bei ihm das passende zu finden :woman_shrugging:

2 „Gefällt mir“

Hey @AnjaJue , wie gehts inzwischen?

Hi, lieb, dass Du nachfragst. Diese „Entzugserscheinungen“ waren nach ca einer Woche nahezu weg, das „normale“ ads Verhalten kam dann aber natürlich auch wieder, also insgesamt unruhiges, etwas kindliches Benehmen und Unruhe etc. In Absprache mit der KJP haben wir dann für die letzten 1,5 Schulwochen nochmal Equasym 10 mg gegeben, was okay war. Es hat nach wie vor nicht die Wirkung, die wir uns erhoffen, aber er war/ist damit verträglicher. Einmal auch 20mg probiert, bringt aber keine weitere Besserung. Jetzt sind wir im Urlaub und haben es erstmal ganz weggelassen, nach Rückkehr soll dann ein Versuch mit Guanfacin erfolgen. Es bleibt schwierig. Sie sollen Ferientagebuch schreiben, der Widerstand ist enorm, das Ergebnis (un)Motivationsentsprechend dürftig, bei ihm ist es halt so, dass er, wenn er Lust hat, alles kann und wenn nicht, was der Regelfall ist (er würde nach wie vor am liebsten nur spielen den Tag über), extrem viele Fehler auftreten. Und wie gesagt, Widerstand gegen nahezu jede Anforderung. Puhh. Hoffe auf das Guanfacin. LG

1 „Gefällt mir“

Ist aber auch doof, echt! Man stelle sich vor, unser Arbeitgeber würde von uns verlangen, in den Ferien Tagebuch zu schreiben o.ä… :exploding_head: Ich kann mich da schon in die Kids einfühlen - Feierabend, aber da warten noch Hausaufgaben - Wochenende, aber da warten noch Prüfungsvorbereitungen - Ferien, aber bitte noch Tagebuch schreiben und regelmässig lesen und das 1x1 repetieren :hot_face:

Und ja, wir Eltern bedanken uns auch :face_with_steam_from_nose:

1 „Gefällt mir“

Vielleicht könnt ihr die Bewusste-Prokrastinations-Methode anwenden? Alles auf den letzten Ferientag schieben, und dann ist die Motivation da (da man sonst leere Blätter abgeben muss) und er kann dann anhand der Fotos o.ä. das Tagebuch in einem Durchgang machen? Und bis dahin hat er Ruhe davor und ihr könnt die Schule mal vergessen für eine Weile?

1 „Gefällt mir“

Auch auf die Gefahr hin, dass das jetzt gefährliches Halbwissen ist:

Unsere KJP sagte uns relativ deutlich, dass oft die Medikamentation bei ADS weniger deutlich Erfolge zeigt als bei ADHS.

Bei unserem Sohn ist es auch so, die Konzentration deutlich steigern, ihn quasi aktivieren, konnte nichts.

Habe ich es überlesen oder hast du die Frage nach Therapie noch nicht beantwortet?

Er ist ja aktuell offenbar schwierig im Schulsetting, auch vom Sozialverhalten her.
Wie sieht es in eurem Kreis mit Schulbegleitung aus?

Ich würde auf jeden Fall Heilpädagogik oder nur Ergo empfehlen, ich sehe nicht, dass die Medikamentation ihm wirklich hilft.

Hi, er bekommt begleitend Psychotherapie, hatte früher auch schon Ergo wegen erwas geringem Muskeltonus, Reflexintegration usw. Und noch mehr möchte ich ihm eigentlich grad nicht zumuten, er hat noch 2x / Woche Sport und wir arbeiten auch meistens noch etwas für die Schule nach, je nachdem, wie es mit der Motivation so war… wir probieren jetzt auf jeden Fall nochmal Guanfacin aus, dann mal gucken.

Er kommt sozial ganz gut klar, er ist auch einfach ein freundlicher Kerl und hat einige gute Freunde, nur zu Hause wird er teils wütend, im Rebound noch mehr, aber ich glaube, er ist teilweise auch (nachvollziehbarerweise) eifersüchtig auf seine Schwester, die die Probleme nicht hat.

Und er fällt halt teils mit sehr kindlichem Verhalten auf, mE ist das zT auch eher Übersprungshandlung, wenn er unsicher ist. Nur eckt er damit natürlich auch öfter mal an. Zu Hause regt er sich auf, in der Schule kaspert er rum. Sein Hauptproblem ist wirklich die Konzentration u die Motivation, er bleibt halt deutlich hinter dem zurück, was er eigentlich kann. Zum Glück sehen die Lehrer das auch und die Noten sind trotzdem ganz ordentlich gewesen, nur steckt da halt auch wie oben beschrieben viel extra Arbeit drin. Und die überfachlichennKompetenzen naja… :wink:.

Wenn wir krankheitsbedingt mal Homeschooling machen, versteht er dagegen das meiste schnell, es ist halt wirklich die Arbeitsumgebung/Ablenkung in der Klasse und der gefühlt teils stereotype Unterricht, der ihm Probleme bereitet. Nur ist das ja leider (fast) überall so. Vielleicht braucht er auch einfach seine Zeit. Ich bin nur froh, dass wir von dem Amphetamin weg sind….

Danke auch Dir. Wir haben jetzt erstmal besprochen, dass er nicht jeden Tag schreiben muss, ganz am Ende hat er aber vermutlich zu viele Details vergessen. Also ein Mittelweg.

Und ich sehe einerseits ja ein, dass es „Arbeit“ ist, andererseits ist es ja auch schön, ein paar Erinnerungen aufzuschreiben und was dazu zu malen (finde ich). Er muss ja nun keine Hefte durcharbeiten :woman_shrugging:.

Ich wünschte einfach, ich könnte ihm irgendwie beipulen, dass das Ganze auch Spaß bringen kann….

1 „Gefällt mir“

Was wollt ihr eigentlich? Ein Wunder? Alles was Konzentration fördert macht rihig weil man sich mit anderen Doäingen gerade im Inneren beschäftigt.

So ein Verhalten ständig an den Medikamenten führt zumindest im Austausch aus Selbsthilfegruppen, das Kinder irgendwann keine Medikamente mehr wollten, von den Müttern gezwungen oder überredet werden das spätestens mit 18 Jahren nichts mehr eingenommen wird, sie "ihren Weg " gehen und dann erst wieder bereit sind Medikamente zu nehmen bis es si kball und das das Leben so im Dreck hängt das nichts mehr geht.

yich finde das leichtsinnig Linderseelen so einfach ständige Wchsel zuzumuten und es auch leichtfertig zu machen.

Vielleicht überlegt ihr mal was die wichtigste Vaustelle ist i d wartet dann mal einn paar Monte was passiert.

So bleibt egal was das Kind sagt nur das negative im Empfindungsgedächtnis eingebrannt und verachließt dann medikamentöse Wege…

1 „Gefällt mir“

Hallo,

Wir möchten, dass es ihm besser geht. Ich weiß nicht, ob Du aus eigener Erfahrung oder nur aus gelesenem aus Foren schreibst. Jedenfalls hat er bislang 2 verschiedene Wirkstoffe bekommen, MPH und Amphetamin. Nachdem die Erfahrung mit dem Amphetamin so schlecht war, haben wir es abgesetzt, auf die darauf folgende „Entzugswoche“ bezog sich mein ursprünglicher Beitrag. Er durfte danach selbst entscheiden, ob er nochmal MPH nimmt oder nicht. Da die Präparate ja manchmal aufgrund der Trägerstoffe schon unterschiedlich wirken, haben wir nun einen anderen Hersteller mit etwas veränderter Freisetzung probiert. Da das MPH aber insgesamt nur begrenzt hilft, ist das vermutlich keine Dauerlösung. Der Weg zum richtigen Medikament dauert offenbar häufig ein wenig. Er muss nichts nehmen, was er nicht möchte. Aber er merkt halt meist selbst, dass er mit besser klar kommt. Nicht nur schulisch, sondern auch sozial. Das möchte ich ihm nicht nehmen. Iü geschieht hier nichts ohne Rücksprache mit unserer KJP - und wie gesagt nichts gegen seinen Willen. Ich hoffe, das beruhigt Dich ein wenig.

1 „Gefällt mir“

Hey, ich denke worauf @Kathy s Beitrag abzielt, ist, dass ihr offenbar in diesen 11 Monaten schon diverse Medis durchprobiert habt:

  • Medikinet retard
  • Kinecteen
  • Elvanse
  • Attentin
  • Equasym
  • und jetzt noch Guanfacin

D.h. ihr könnt rein rechnerisch jedes Medi nicht viel länger als 2 Monate getestet haben. Das ist relativ wenig.

Es geht ja erstmal darum, die richtige Einzeldosis herauszufinden (wie ich weiter oben beschrieben habe). Mit einer Woche pro Stufe kann das locker schonmal 5-6 Wochen mindestens dauern (eingerechnet dass man auch mal eine Stufe zu hoch geht und dann wieder zurück). Danach soll ja der Tag vernünftig abgedeckt sein, und nicht nur die ersten 5-6 Stunden. D.h. man testet dann, wann und in welcher Höhe eine zweite Dosis passt.

Und wenn man dann eine (einigermassen) passende Dosis und eine gute Tagesabdeckung hat, sollte man das mal einige Zeit laufen lassen. Damit sich der Körper daran gewöhnen kann.

Da würde ich z.B. nicht gleich aufgeben. Das war bei Medikinet retard. Hier würde ich in 5mg Schritten wöchentlich hochdosieren, bis es zu viel ist, und dann wieder einen Schritt zurück. Dann 30min vor Wirkende eine zweite Dosis geben, ca. die Hälfte bis 2/3 der ersten.

Und dann das mal 2-3 Wochen laufen lassen, auch wenn die Konzentration noch nicht ideal ist. Das kann sich vielleicht auch noch verbessern, wenn das Kind durch die Mediwirkung weniger Stress und mehr Ruhe hat. Auch mit regelmässig essen/trinken und genügend Schlaf kann man da noch einiges rausholen.

Bei Elvanse hätte man zB auch noch 10 mg testen können.

Was ich eigentlich sagen will, die Eindosierung braucht viel Geduld und Beobachtung und Notizen, und wenn man ein Medi zu schnell abschreibt, ist das schade, weil ev. eine andere Dosis gut gepasst hätte.

Such mal nach „PDA“. Läuft oft unter Autismus, kommt aber meines Wissens bei ADHS genauso vor.

Ich kenne solche Situationen auch. Ich wollte unseren Sohn mal bei einem Kletterkurs anmelden. Er wollte nicht. Ich: „Aber du kletterst doch fürs Leben gerne?!?“ Er: „Ja, ich klettere gerne, aber ich will nicht klettern MÜSSEN.“

Bei uns hilft nur Druck rausnehmen, Druck erzeugt sofort Gegendruck…

Wir haben Medikinet in 5er Schritten hochdosiert und auch mit 5mg unretardiert probiert. Das hatte er insg. gut 5 Monate, zunächst rauf runter, genau wie Du es beschreibst, aber Ergebnis war nie wirklich befriedigend :woman_shrugging:. Auch nach 2 Wochen einer Dosis nicht. Das hat die KJP schon überwacht. Es ist nur immer schwierig, dass hier 1:1 darzustellen, ich bitte um Nachsicht. Ich möchte ja kein nur „ruhigeres“ bzw weniger übersprungsalbernes Kind, sondern das Ziel ist, dass er besser in der Schule direkt mitkommt, weil er sich besser fokussieren kann, mehr Freizeit hat, weniger Stress etc. Etwas mehr Aufmerksamkeit würde da schon viel bewirken, denke ich.

Kinekteen war dann der Alternativversuch, damit wurde es aber auch nicht besser, zusätzlich bekam er leichte Bauchschmerzen. Daher sind wir davon schnell weg und zu Elvanse/Attentin.

Klar muss man probieren, nur wenn man sieht, dass es nicht passt, finde ich es auch nicht sinnvoll, damit weiterzumachen :woman_shrugging:. Seine Lehrer bestätigen das beschriebene Wirkmuster im Übrigen. Wir erwarten keine Wunder, nur möchte ich mich auch nicht mit einer 30% Lösung zufrieden geben, wenn wir nicht Alternativen probiert haben. Dafür ist mir all das Zeugs dann doch zu „heftig“.

Wir lassen ihn zusätzlich auf ASS testen, auch wenn er keine klassisch autistischen Züge hat, aber KJP und Therapeutin waren dafür. Das würde vielleicht einiges etwas besser erklären und dann würde er zielgerichtet Therapie auch dafür bekommen.

Das mit dem komplett Druck rausnehmen habe ich auch schon probiert, vielleicht nicht lange genug, aber er macht dann noch erst recht nichts und am Ende gibt’s den „Schock“, weil viel zu viel nachgeholt werden muss. Die Lehrerin hatte zB auch angeboten, dass er nicht jeden Tag HA machen muss, sondern sie schieben darf, so dass er arbeiten kann, wenn er sich danach fühlt. Letzteres tritt nur irgendwie nicht ein, es bleibt also die ganze Woche liegen und das geht natürlich auch nicht. Er ist einfach noch sehr verspielt und gleichzeitig kognitiv relativ weit. Das macht es nicht einfacher. Ich weiß auch nicht, was Medis da überhaupt bringen können, ich erhoffe mir einfach eine Erleichterung dahingehend, dass der Berg nicht mehr so hoch scheint bzw sich leichter erklimmen lässt, weil nicht mehr 1000 Eindrücke gleichzeitig verarbeitet werden müssen.

1 „Gefällt mir“

Zumal nur weil ein Kind sehr ruhig ist, ist es kein Indiz das es ihm nicht gut geht. Einfach immer fragen ob es ihm gut geht und akzeptieren, mal ein paar Monate laufen lassen und schauen ob dann ggf. Stück für Stück mehr Teilnahme ggf. auch nur in Ansätzen entwickelt.

Außenstehende sagen immer schnell überdosiert, unterdosiert - WAS SAGT DER DER ES SCHLUCKT - FÜHLT ER SICH SO UNWOHLT? IST ES FÜR IHN OK, ist es für ihn ok warten und schauen

Es ist ein Kind, das kann nich gar nicht so reflektieren oder sich far mitteilen, weil es ggf. mit dem was passiert veschäftigt/ überfordert ist/ Zeit braucht um zu verstehen was mit ihm passiert. Handel ist eher wichtig, geht es dem Kind schlecht (Kind sagt es ist furchtbar, schlimm, unangenehm)

Viele Erwachsene verstehen nicht was mit ihnen passiert, ich teils auch nicht, hatte aber nur 3 Medikamente in 1,5 Jahren!

Mit dem Medikament wird vieles anders, aber wie braucht Zeit, manche Erwachsene probieren ja nach 2 Jahren immer noch oder fangen von vorne an, da kann das doch ein Kind und die Psyche oft gar nicht so rasch verarbeiten

Bei Autimus kann weniger oft viel mehr sein

Wir haben auch schon nach 10 Tagen abgebrochen, weil die Nebenwirkungen nicht tragbar waren.

1 „Gefällt mir“

Mein Sohn darf im Moment die Hausaufgaben vor dem Unterricht im Klassenzimmer machen, er darf schon 30min vor Schulbeginn ins Klassenzimmer. Vielleicht wäre das bei euch auch möglich?