Neurodivergent Mom YouTube und Online Test AuDHS?

Zwei lose Anmerkungen noch zu dem Thema, die wichtig sind:

Die gängigen Autismus-Screenings, die man sowohl im Netz als auch in Praxen findet, wurden mit “Normalbegabten” normiert.
Das heißt, dass die Aussagekraft bei Menschen mit besonders hohem oder besonders niedrigem IQ weniger stark ist.
Hochbegabte scoren in diesen Screenings oft höher als der Durchschnitt, auch wenn kein Autismus vorliegt.
Das liegt einfach daran, dass sich viele Hochbegabte tendenziell eher auch für Muster und Strukturen interessieren bzw. diese eher erkennen als der Durchschnitt. Das erhöht die Punktwerte, ist für sich genommen aber noch kein Autismus.

Auch die Hoffnung auf einen GdB von 50 oder höher muss ich leider dämpfen.
Bei Kindern geht das leichter, aber für Erwachsene ist sehr schwer, wegen Autismus so hoch eingeordnet zu werden. Ab GdB 50 bekommt man die Merkzeichen, und die Hürde dafür ist wirklich hoch.
Es ist nicht unmöglich, aber alles andere als ein Selbstläufer.

Naja, Strukturen sind ja nur ein Thema von vielen, das in den umfangreicheren Bögen abgefragt wird. Und ein smarter Diagnostiker checkt dad Thema ohnehin mit ab.

Hochbegabung bzw eine überdurchschnittliche logische Intelligenz können übrigens auch dazu führen, dass man Strukturen bewusst eher ignoriert, weil man ohnehin alles quasi „von selbst“ vesteht, Strukturen und Regeln werden unbewusst erfasst und umgesetzt.

Wie gesagt, mir geht es um die Normierung.
Wenn eine hohe oder sehr hohe Begabung vorliegt, kann ein Diagnostiker, wenn er es richtig macht, das Ergebnis nicht ohne ein “Aber” werten.
Weil es zu viele Überschneidungen gibt.
Nicht im Inneren und nicht, was die Gründe für ein bestimmtes Verhalten anbelangt - aber das Außen ist oft ähnlich. Also das, was mit einem Screening abgefragt wird.

Übergänge sind oft fließend und nicht alles ist eindeutig dem einen oder dem anderen Grund zuzuordnen. Deshalb sind Screenings eben auch nur das: Screenings.
Vor allem wenn mehrere Neurodivergenzen vorliegen, muss man genau hinschauen.

Edit: Ich kenne mich sowohl beruflich als auch privat mit diesen Themen aus, deshalb ist es mir wichtig, darauf hinzuweisen.

Der Witz ist ja, dass ein guter Diagnostiker sich dann entsprechend festgelegt (oder bei Bedarf auch nicht).

Sollte aber nicht abweisend klingen. Der Hinweis ist berechtigt, abgesehen davon dass zu wenige Fachleute ADHS überhaupt adäquat erkennen können, dürften die wenigsten ASS, ADHS und HB differenzieren oder gemeinsam diagnostizieren können.
Wobei es im Falle der HB imho durchaus verlässliche Verfahren gibt, diese relativ eindeutig zu identifizieren. Wenn man es überhaupt in Betracht bezieht…