Neurologische Ursache von paradoxer Stimulanzienwirkung?

Hallo an alle :slight_smile:

Bin neu in dem Forum aber lese schon lange mit und bin ganz begeistert, wie gut sich hier viele auskennen :slight_smile:

Deshalb frage ich mal direkt nach, nachdem ich leider trotz stundenlanger Recherche nicht ganz schlau geworden bin.

Was ist die neurologische Ursache dafür, wenn die Wirkung von Stimzlanzien plötzlich is Gegenteil kippt, und sich statt Motivation und Konzentration plötzlich nur noch Brain Fog und Lethargie einstellt?

Soweit ich das herausgelesen habe, kann es daran liegen, dass der Körper dann plötzlich einen Dopaminmangel hat bzw allgemein zu wenig Dopamin vorhanden war oder nachproduziert werden konnte?

Das Thema beschäftigt mich sehr, da ich diese paradoxe Wirkung schon mehrfach erlebt habe und gerne wüsste, woran das liegt und was ich dagegen tun kann.

Beim Testen von Ritalin hatte ich sofort das Gefühl, als hätte es mir jegliches Dopamin entzogen, dass ich jemals hatte :smiley: . Es dauerte über eine Woche, bis ich aus der depressiven Stimmung wieder rauskam. Positive Effekte merkte ich keine, es sedierte mich einfach nur. So wie ich es von Seroquel aus der Vergangenheit kenne, also für mich eindeutig Dopaminmangel.

Dann ca 10 Tage positive Wirkung bei Elvanse, auch nachdem sich die anfängliche euphorische Wirkung gelegt hatte. Habe wirklich darauf geachtet, genug Protein, Elektrolyte usw zu nehmen und plötzlich die gleiche Wirkung, wenn auch nicht so schlimm wie bei Ritalin. Also schlechter als ohne Meds und deutet für mich wieder auf Dopaminmangel hin?

Ich weiß dass es gerade bei der Eindosierung wichtig ist, Geduld zu haben. Und hin und her springen kontraproduktiv ist.

Dennoch frage ich mich, was da im Gehirn passiert bei so einer paradoxen Wirkung und wie ich meinen Körper bestmöglich unterstützen kann.

Kann es sein, dass mein Körper beim ersten mal Ritalin einfach kein Dopamin hatte, das er ausschütten kann? ZB durch permanentes Doom Scrolling, wo ich leider damals ein massives Problem hatte?
Und jetzt bei Elvanse sind die Speicher auch wieder leer, trotz Sport, Protein usw?

Ich weiß dass das ein sehr komplexes Thema ist aber hoffe, dass jemand aus dem Forum vielleicht sein Wissen dazu teilen kann <3

Vl auch relevant was ich sonst noch so nehme:

  • Morgens: seit einem halben Jahr 18mg Atomoxetin und seit 1 Jahr 250mg Lamotrigin in der Früh (wegen BP2), aktuell 40mg Elvanse um ca 8 Uhr und 10mg 2h später
  • Abends: schon lange Magnesium, Omega3+vitD+K2 und aktuell einen Vitamin B Komplex. Eisenkur habe ich gerade erst gemacht da ich zu Mangel neige aufgrund Endo. Schilddrüse wurde vor ein paar Monaten gecheckt.

Kuckilikuck :waving_hand:

Das Stichwort lautet „Inverted-U“ :slight_smile:

Drück mich - ich bin ein :teddy_bear:

Wurden alle Dosisstärken in wöchentlichen Schritten ausprobiert, bevor sich zu den 40mg morgens eine zweite Dosis von 10mg gesellte?

Ab Einnahmezeitpunkt dauert es so 3,5 - 4,5 Stunden bis die maximale Wirkstoffkonzentration im Blut erreicht ist. Dann flacht der Pegel über Stunden hinweg langsam wieder ab.

Schiebt man 2h nach der Einnahme eine zusätzliche Dosis nach, braucht die auch wieder solange.

Während alo der Körper die 40mg noch nicht vollständig umgewandelt hat, kommen nochmal 10mg dazu und sorgen für einen weiteren Anstieg der Wirkstoffkonzentration, inklusive Wirkspitzen.

  • Wie lange wirkt eine Einmaldosis von 40mg insgesamt?
  • Wie fühlt sich diese Dosis in den ersten 3,5 - 4,5 h an?
  • Wie fühlt es sich in den Stunden danach an?
  • Woran wird die positive / negative Wirkung festgemacht?

Wirkverläufe (Einmaldosis):

Hallo und danke für deinen Beitrag :slight_smile:

Das mit dem inverted u ist sehr spannend! Dann bin ich wohl aktuell überdosiert? Bzw bei dem Versuch mit Ritalin war ich scheinbar komplett drüber, auch wenns nur 5mg waren.

Mich wundert nur so sehr, dass ich mit zwei Mal 15mg erst wirklich über eine Woche eine sehr gute Wirkung hatte und dann plötzlich nicht mehr. Ich dachte, das deutet auf eine unterdosierung hin.

Nach den ersten Tagen mit gesteigertem Antrieb, Laberflash und Euphorie hat sich das gelegt und ich war einfach angenehm ruhig im Kopf und emotional ausgeglichen, konnte Dinge erledigen bzw. priorisieren und daran arbeiten, gesunde Routinen aufzubauen und auch mal abschalten. Hab seit Jahren wieder mal yoga gemacht und angefangen zu weinen, weil es soo schön ruhig in meinem kopf war und ich das nicht kannte.

Bzgl. Konzentration hatte ich das Gefühl da geht noch mehr, teilweise hab ich mich zu sehr in unnötige details verstrickt bzw beim formulieren von Nachrichten. aber war so auf jeden Fall schon sehr hilfreich mit meinen Symptomen. Mit 2 x 15mg hatte ich auch nur einen schwachen einbruch am Nachmittag um 4 ca mit leicht benebeltem Gefühl und müdigkeit, das hat sich aber schnell gelegt und habe mich dann eigentlich bis Abend wieder wohl gefühlt. Und von einem Tag auf den anderen hat das plötzlich ins Gegenteil umgeschlagen und wurde nicht mehr besser. Nur mehr nebel im Kopf und Konzentrationsprobleme von der früh weg, schlimmer als ohne meds. Und ich verstehe einfach nicht warum, wenn es vorher anscheinend gut gepasst hat? Hab zwei tage probiert auf 20-20 aber keine Änderung.

Habs dann mal 2 wochen ca gelassen weil ich aktuell eigentlich voll viel zu tun habe für die Uni :frowning:

Jetzt kommt der Teil wo du sicherlich mit mir schimpfen wirst bzw ich scheinbar richtig verkackt hab aus unwissenheit :frowning: aber ich weiß es jetzt besser nachdem ich mich stundenlang im Forum eingelesen habe und überlege mir grade, wie ich jetzt weitermache, damits hoffentlich klappt.

Ich war dann bei meiner Ärztin die meinte, ich soll 50mg probieren, vl wars zu wenig nach der ersten gewöhnung vom körper. Kann wieder aufteilen und testen wie ich will, auch gerne die Einmalgabe noch mal. Obwohl 2x am tag laut ihr oft angenehmer ist für leute mit bp.

Ich dachte, ich taste mich ran (jetzt weiß ich, dass es viel zu schnell war und nicht nur 1 tag bewertet werden soll), hab dann 2 tage wieder 15-15 genommen (war ok aber nicht wirklich ganz klar, war beim ersten Versuch auch nicht so wie andere das beschreiben), dann jeweils einen Tag 25-25 und war etwas klarer, 40-10 noch etwas klarer und 50 auf einmal unangenehm aktiviert, Zwangsgedanken seit Monaten das erste Mal wieder da, komplett zeitgefühl verloren, brauchte für alles viel länger und hab nix auf die Reihe bekommen was ich mir vornahm. Ab mittag schlechte laune und frust und ab 2 dann der crash des todes ab dem ich nur noch ungut war, depressiv und lethargisch wurde und komplett im nebel. Seitdem spüre ich von der früh weg keine der positiven wirkungen mehr außer körperliche entspannung.

Seitdem probiere ich jetzt seit 3 tagen 40-10 was zumindest gleichmäßig wirkt nach kurz leicht erhöhtem puls in den ersten 2h. aber immer noch nebelig und nur im hyperfokus, also zwanghaftes stundenlanges Recherchieren im Forum aber schaffe sonst gar nix und kann mich auch überhaupt nicht losreissen. Hab gestern 9h recherchiert ob Über- oder unterdosis bei den 15-15 und jetzt und werde einfach nicht schlau, was da passiert ist.

habe dafür derzeitaber auch weitaus weniger reizoffenheit, also etwas positives. aber dafür bin ich halt foggy, komplett unmotiviert und geil auf zucker. Seit heute dafür zumindest nicht mehr deprimiert und komplett gleichgültig.

Nachdem ich jetzt gestern gelesen hatte, man soll zumindest 1 Woche pro Dosis bleiben, dachte ich, ich teste 40-10 jetzt mal noch ein paar tage wenn ich schon 3 tage habe.

Aber so wie du schreibst bzw ich diese kurve jetzt kenne, bin ich wahrscheinlich aktuell komplett überdosiert und sollte wieder niedriger gehen?

Dann wäre nämlich mein gedanke, es wieder mit 15-15 zu probieren nachdem bei der dosis ja eine zeit lang Verbesserung auftrat.

Aber warum haben die 15-15 gut geholfen und dann nach 10 Tagen hatte ich auch auf einmal diese symptome? Ich denke die honeymoon phase war da auch schon vorbei. Eigentlich hatte ich das ja richtig gemacht mit dem dosieren bei den 15-15 für eine Woche oder? Was ist da auf einmal passiert?

Oder kann sich eine Überdosis auch über so einen langen Zeitraum erst aufbauen?

Sorry für den langen Text, bin leider soo verunsichert :frowning:

Das lässt sich am ehesten herausfinden, indem man es zunächst mal entsprechend der Fachinformation 1x morgens einnimmt und in wöchentlichen Schritten um 10mg erhöht bis die vermeintlich optimale Dosis gefunden wurde.

Dann vielleicht nochmal erhöhen, um zu sehen, ob das Ende der Fahnenstange erreicht wurde.

Wird es wieder schlechter, hat man wahrscheinlich den individuellen Sweetspot gefunden und geht wieder einen Schritt zurück zur vorherigen Dosis und behält diese bei.

Währenddessen ein Eindosierungstagebuch führen und wöchentlich rückblickend bewerten. Sonst wird es im Verlauf der Eindosierung schwierig einzuschätzen, welche Woche / Dosis die beste war und Trends zu erkennen.

Wöchentlich allein deswegen schon, weil der Steady State nach 4-5 Tagen durchaus eine Rolle spielen kann. Ab da sollten Aufnahme und Abbau des Wirkstoffs im Fließgleichgewicht sein.

Dabei u.a. ein besonderes Augenmerk auf

  • Die ersten 3,5 - 4,5 h (Anstieg der Wirkstoffkonzentration bis zum Peak)

  • Die Stunden danach (Abflachen der Wirkstoffkonzentration bis zum therapeutischen Wirkende)

Das hilft in erster Linie dir, aber auch bei Folgeterminen mit dem verschreibenden Arzt, das weitere Vorgehen abzuwägen.


Wenn in der Blutbahn jedoch zwei Wirkkurven parallel / zeitversetzt verlaufen, ist es schwer zu sagen.

Es klingt für mich aber doch schon nach zu viel.

Vielleicht bei der Ärztin mal „Emotional Blunting“ (emotionale Abflachung) und den sogenannten „Zombie-Modus“ erfragen, was sie dazu meint.


Hyperfokus ist bei ADHS zwar nicht unüblich.
Dauerhaft darin festzustecken - und es nicht kontrollieren zu können - ist aber suboptimal und nicht der gewünschte Effekt der Medikation.

Das schlaucht und frisst ordentlich Hirnkapazitäten.
Körperliche Verspannungen inklusive.

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Danke für deine Antwort.

Dann werde ich es lieber mal mit einer Dosis am Morgen probieren und schauen, wie weit ich damit komme. Habe nur so Angst vor dem Crash, der ist ja am Anfang auch öfters gewesen :frowning:

Viele schreiben ja, dass bei ihnen die Wirkung sonst schon so schnell nachlässt und das Gefühl hatte ich auch bei dem ersten Versuch mit 15mg, dass es sonst zu Mittag neblig wird wenn ich nicht nachlege. Also ca. 4h nach der Einnahme.

Das kann sich aber wahrscheinlich auch einpendeln oder? Bzw generell schon eine Überdosierung gewesen sein? :smiley: Hilfe das ist alles so kompliziert :face_with_peeking_eye:

Ob man mit einer geringeren Dosis als 30mg am Tag probieren soll, zB nur 10mg, ist ja auch ein gespaltenes Thema soweit ich das im Forum bzw. der allgemeinen Info-Seite gelesen habe :melting_face:

Ehrlicherweise habe ich leider nicht das Gefühl, dass meine Ärztin sich bei den ADHS Meds so gut auskennt :sweat_smile: sie meinte ja auch, dass ich ganz flexibel einfach probieren kann wie ich will, vor allem nachdem es ja eh sofort und nur einen Tag wirkt. Und beim Ritalin hätte ich laut ihr ja auch nach ein paar Stunden keine Wirkung mehr haben dürfen. Scheinbar alles anders als gedacht.

Gut dass es das Forum gibt.

Hier liest man halt eher Problemfälle / Verzweiflung / nicht vernünftig begleitete Eindosierer & Co.

Bei noch vielen mehr funktioniert es mit dem vom
Hersteller gedachten Einnahme- / Eindosierungsschema. Also 1 x täglich morgens.

Die schreiben hier aber nicht täglich, wie gut es für sie funktioniert.

15mg morgens ist auch nicht der übliche Weg.
Da wird ja bereits vom Standardschema abgewichen und entweder die Dosis durch die Wasserlöse-Methode aufgeteilt, oder (schlimmer noch) per Hand (was nicht genau wäre).

Man würde eigentlich erstmal mit einer vollen Dosis 20 bzw. 30 (wie in der Packungsbeilage beschrieben) anfangen und Experimente (wenn überhaupt) erst später wagen, sollte der Standardweg nicht funktionieren.

Ritalin ist Dopaminwiederaufnahmehemmer - es sorgt praktisch dafür, dass vorhandenes Dopamin länger an der Wirkstelle bleibt, setzt aber kein Dopamin frei. Elvanse wirkt anders - es setzt Dopamin frei. Heißt - wenn das Dopamin an der Synapse aus anderen Gründen fehlt, ändern Ritalin und Co da wenig dran. Zum Thema Müdigkeit - das ist eine Anpassung des Körpers und tritt meistens auf, wenn das Medikament neu ist oder die Dosis erhöht wurde. Geht nach einer Weile vorbei. Ansonsten gibt es bei Dopamin noch die Sache, dass zu wenig und zu viel Dopamin beide suboptimal sind. SSRI-Antidepressiva wirken anders - die blockieren die Serotonintransporter und zwar zu 80-90%. Dopamin ist deutlich anders - es ist erstmal kein Glückshormon, sondern ein Stressor. Es gibt die Theorie vom Stressoptimum - zu wenig Stress ist Unterstimulation - man langweilt sich und tut nichts oder wird nervös. Dann kommt das Stressoptimum, wo man am besten funktioniert. Erhöht man den Stress weiter, wird die Leistung nicht besser, sondern der Körper reagiert wie bei Langeweile - Angriff, Flucht oder Schockstarre. Bei extrem hohen Dosen von Amphetamin kann es auch zu den ADHS-typischen Symptomen kommen - Gedanken werden wirr, unkoordiniert, springen etc.

Ich würde auch erstmal den Reset-Knopf drücken und mit kleiner einmaliger Dosis anfangen. Bei mir selbst war in den ersten zwei Monaten mit Elvanse auch das Gefühl der kurzen Wirkdauer da. Habe dann angefangen, rumzuprobieren.

Zwei Stichworte, die ich bei dir las: Protein und Endo.

  1. Protein: Falls du das noch nicht machst, nimm in zeitlicher Nähe (davor, danach… probiere aus) zur Elvanse Einnahme etwas proteinreiches zu dir. Noch besser: Protein UND Kohlehydrate. (Bei mir funktioniert ein Proteinshake echt gut. Für mich ohne Süßstoffe, dafür mit einem Schuss Ahornsirup oder mit Banane). Iss kleine Snacks über den Tag verteilt - ich habe mir eine Zeit lang Käsebrot in kleine Happen geschnitten und aus der Brotdose gesnackt. Wenn dein vermeintlicher Wirkungsabfall kommt, iss Proteine und nimm einen Teil deiner Magnesiumdosis oder Elekrolyte! Zwischendurch immer mal reinen Traubenzucker.
  2. Endo: Der Zyklus ist ein Arsch. Mit Endo ist es noch schlimmer. (Und so ab Ende 30, anfang 40 wird es für manche nochmal schlimmer). Hast du die Wirkung mal unter Einbezug deines Zyklus getrackt?

Das alles sind nur Ansätze und was bei mir funktioniert, muss nicht bei dir funktionieren. Aber Essen, Wasser und Zyklusbeobachtung (bzw. Dosisanpassung im Zyklus) haben bei mir Wunder bewirkt. Vergesse ich an Stresstagen das Essen, funktioniert nichts mehr. Und Traubenzucker ist mein Helfer in der Not.

Ach, und noch eine Sache: die Erkenntnis, dass mein vermeintliches Wirkende gegen 14 /14:30 Uhr das Mittagstief ist, was neurotypische Menschen auch gern mal haben.

Vielleicht kannst du ja mit den Infos auch was anfangen.

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Hallo nochmal und entschuldige für die so verspätete Antwort!

Ich dachte mir, ich lass mal das hysterisch reinsteigern sein in der Zwischenzeit :smiley: und probiers einfach mal konstant aus, bevor ich weiter schreibe.

Ich habe erst ein paar Tage Pause gemacht, bevor ich den neuen Versuch gestartet habe. Erst einen Tag mit 10mg probiert (hab mit Spritzenmenthode geteilt), hab da aber nur geschlafen und war foggy.

Hab das dann als Zeichen gesehen, mich zu trauen mit der Standard Dosis von 30mg morgens zu starten und siehe da, so schlimm wars gar nicht :smiley:

Wenigstens weiß ich jetzt, dass dieses foggy sein scheinbar ein Zeichen von Unterdosierung ist bei mir.

Die 30mg haben schon ein bisschen geholfen im Hinblick auf Rejection Sensitivity und Ausgeglichenheit. Antrieb war auch etwas mehr da bzw weniger Prokrastination und mein Ess- und Kaufverhalten war deutlich weniger Dopamingetrieben.

Ab Mittag merkte ich aber eine anfangende Müdigkeit und ich musste mich am frühen Nachmittag, also ca 5-6 Stunden nach Einnahme, immer hinlegen und bin oft stundenlang nicht mehr aufgekommen. Am Abend, so ca. 12 Stunden nach Einnahme, wurde ich dann wieder aktiver.

Leider merkte ich auch im Hinblick auf Konzentration und vor allem Ruhe im Kopf (ständige Musik und Dialoge) nicht so starke Unterschiede. So richtig wach habe ich mich auch nicht gefühlt und das Gedächtnis war nicht besser. Auch habe ich am Nachmittag wieder vermehrt angefangen, andere in Gesprächen zu unterbrechen, was Vormittags kein Problem war.

Ich habe daher heute, nach 1 Woche mit 30mg, auf 40mg gesteigert. Ich denke, die 30mg waren zu wenig, besonders in der abfallenden Phase der Wirkungskurve.

Mit den 40mg war ich dann heute zu Mittag, glaube das dürfte der Peak gewesen sein so nach 4h, etwas gereizt und ab 6h nach Einnahme wieder sehr müde und komplett antriebslos, also so wie bei den 30mg.

Ich werde die 40mg jetzt eine Woche testen und beobachten, wie es sich weiter entwickelt, vor allem mit der Gereiztheit.

Darf ich dich um deine erfahrene Einschätzung bitten, ob ich diese Dinge bisher richtig interpretiert habe?

Ich bin sehr dankbar für jegliches Feedback (fang wieder an mich reinzusteigern :sweat_smile:)

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Sehr spannend mit der unterschiedlichen Wirkungsweise der Meds!

Wenn ich das richtig verstehe, heißt das also, wenn man eh schon nicht gut drauf und depri ist, kann ein Medikament wie Ritalin dann alles noch schlimmer machen anstatt zu helfen.

Das erklärt dann wohl (unter Anderem) meine paradoxe Erfahrung mit der einmaligen Einnahme vom Ritalin.

Vielen Dank für die Tipps :slight_smile:

Einen Proteinshake habe ich bisher auch immer kurz nach der Einnahme getrunken, habe ihn aber nun laut deinem Tip noch mit einer Banane ergänzt und etwas griechischen Joghurt und Erdnussbutter hinzugegeben für noch mehr Power :smiley: Und zwischendrin viele Snacks und noch mehr Protein. :flexed_biceps:

Damit funktioniert es jetzt beim neuerlichen Versuch bisher deutlich besser :slight_smile:

Bzgl. Zyklus habe ich noch nicht genug Erfahrungswerte weil ich noch keinen kompletten Zyklus mit Meds durch habe. Aber hab schon das Gefühl, dass gerade die mentale Unruhe schlimmer ist in der zweiten Hälfte. Und juhuu dann darf ich mich auf später freuen :smiley:

Nimmst du die Elektrolyte denn jeden Tag oder nur bei Bedarf?

Es ist sooo gut, wenn man etwas findet, mit dem es plötzlich funktioniert.

Bei mir hat sich mittlerweile einigermaßen eingependelt:

Früh ein Proteinshake mit Banane oder Ahornsirup (plus Kakaopulver, weil ich die fertigen Schoko-Shakes nicht mag. Haben alle Süßstoff und ich hasse den Geschmack).

Zwischendurch darauf achten, dass ich esse oder wenigstens Traubenzucker nehme, wenn ich geistig fordernde Arbeit mache. Traubenzucker habe ich wirklich immer dabei. Wenn ich vergessen habe, zu essen und diese ganz bestimmte Art Kopfschmerz sich andeutet, hilft Traubenzucker auch sehr oft. Vielleicht gibt es da auch noch bessere Sachen , um den Glucosespiegel schnell hochzubekommen.

Magnesium über den Tag verteilt: morgens, Mittag/ früher Nachmittag und vor dem Schlafen (da nehme ich die höchste Dosis). Eine zusätzliche Dosis (oder die Elektrolyte als Drink) nehme ich nach Bedarf, wenn ich NAchmittags richtig durchhänge. (Wenn du dieses Tief so 5-6 Stunden nach Einnahme hast, kommt das vom Zeitpunkt her hin: versuch dann entweder extra Magnesium oder Elektrolyte zu nehmen. Und vergiss vorher nicht, Mittag zu essen. Proteine, Fett, Kohlehydrate). Und immer dran denken: NAchmittagstiefs haben auch die neurotypischen Menschen - mal mehr, mal weniger.

Das mit der Aktivierung am späten Nachmittag/ frühen Abend kenne ich auch (bei mir so nach 9 Stunden. Daran habe ich gemerkt, dass es nicht sein kann, dass Elvanse bei mir nur wenige Stunden wirkt, wie ich vorher vermutet hatte.

Was mir auch hilft.. und ACHTUNG! Das kann auch echt nach hinten losgehen und ist echt individuell: Koffein zur richtigen Zeit. Ich trinke quasi keinen Kaffee mehr, seit ich die Medis nehme (von früher 4-6 Tassen). Allerdings helfen mir entweder eine Tasse Kaffe oder (ganz schlimm, und eigentlich widerlich - sowas hätte ich früher nie getrunken) eine Dose Red Bull White Peach :flushed_face: ) mitten am Nachmittag, wenn ich so richtig im Tief bin. Es ist, als würde es die Konzentration wieder anschalten und überbrückt die Zeit bis zur o.g. Reaktivierung.

Hab auch immer eine kurze gereizte Phase (Gereiztheitslevel je nach Zyklusphase) am frühen Abend. Aber die erkenne ich mittlerweile und weiß, dass sie nach 30 Minuten durch ist.

Bezüglich Dosis: Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich Tage hatte, an denen es war als hätte ich nix genommen: Laberflashes und Gereiztheit. Kopf laut… dies, das. Das Muster: ca. 7-10 Tage vor Periode. Ich habe dann in Absprache mit dem Psychiater (der davon noch nie gehört hatte, sich aber mit einer Kollegin austauschte, die meine Aussage nachvollziehen konnte) meine Dosis in der 2. Zyklushälfte von 60mg auf 70mg erhöht. Das half (meistens)

Nach ein bisschen Probieren passe ich den Zeitpunkt der Erhöhung jetzt nach Bedarf an. Nehme dann aber bis zu Zyklustag 3-4 die erhöhte Dosis durch und gehe dann wieder auf 60mg.

Ganz still ist mein Kopf nie: Wie ich zu meinem Psychiater sagte: “Ich erkenne, dass meine Dosis funktioniert, weil ich dann im Kopf dauerhaft nur ein Lied singe statt fünf.” :woman_shrugging:

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