Hallo Kathi (aus Hamburg?), schön dass du hier bist.
Ich glaube, das verstehe ich gerade nicht ganz: Kann dir dein Diagnosesteller nicht die Medikamente verschreiben?
Oder anders gefragt: Wieviel Wert hat deine Diagnose, wenn sie von jemandem kommt, der dich nicht adäquat nach der diagnostizierten Erkrankung behandeln kann? (Ketzerisch, entschuldige
)
Um auf deine Frage zu antworten: Ja, kenne ich, ich habe das Gefühl, abzusaufen, durchzudrehen.
Habe noch keine endgültige Diagnose vom Psychiater und versuche mich etwas zurückzuhalten. Der nächste Termin ist leider erst in einigen Wochen.
Aber ich sehe, dass sich meine Probleme einfach so krass deutlich zeigen, entweder habe ich es vorher nur nicht erkannt und ist mir bewusster geworden oder der Stress verstärkt es. Die ganzen Gedanken, wie unfair das Gesundheitssystem ist, wie diskriminiert wir als Frauen einfach sind in der Medizin (Zwillingsbruder vor über 30 Jahren diagnostiziert und behandelt), Frust über soviel (unnötig!) verlorene Lebenszeit (ich war vor acht! Jahren bei einer Fachstelle, die es nicht gesehen haben! Und es leuchtet so offensichtlich; denke ich), zerstörte Herkunftsfamilie, weil die 90er eben so waren, immer gescheitert, und nicht gesehen, dass ich halt Teil des Problems bin, usw..
Ich hatte aber schon Erstgespräche mit Psychologen, unter anderem eine, die Erfahrungen mit ADHS-Patienten hat und sehr geradeheraus ist und mir ADHS schon als sehr wahrscheinlich bestätigt hat – auch wenn ich keinen „Stempel“ suche, sondern echte Hilfe gegen meine Probleme. Die Psychotherapeuten behandeln scheinbar aber erst nach gesicherter Fachdiagnose, wenn ich das richtig verstanden habe. Macht ja auch irgendwie Sinn, wenn man bedenkt, dass viele Probleme mit der richtigen Medikamentierung (schreibt man das so?!) schon stark gemildert sind und Begleiterkrankungen erheblich besser werden. .
Nun zum vielleicht für dich interessantesten Teil:
Mehrere Therapeuten habe ich zur Auswahl, weil ich von 116117 mir eine Therapeutenliste vom Umkreis geschnappt habe (und das ist alles nur geklaut… the sound of my life…) und diese strukturiert abtelefoniert habe. Mit geöffneter Word-Datei. Ich habe notiert, wen ich wann angerufen habe, die Telefonnummer des Therapeuten und wann die Telefonzeiten haben. Für diese habe ich mir einen Wecker (Wecker nach Therapeuten benannt) auf der Uhr am betreffenden Wochentag gestellt und dann nochmal angerufen.
Ja, das klingt brutal strukturiert. Es hat aber auch zwei Monate gedauert, weil ichs immer wieder hab schleifen lassen. Ich hoffe, mir jetzt damit den geeignetsten Therapeuten raussuchen zu können.
Vielleicht hilft dir das ja bei deiner Suche.