Notfallkoffer

Hallo
Ich wollte mal fragen, was ist denn Euer persönlicher Notfallkoffer, wenn Ihr verpeilt, reizüberflutet und eben allem, was mit AD(H)S zu tun haben kann, seid?

Liebe Grüße und einen schönen Tag

Ich habe zwar keinen Notfallkoffer, aber was mir sehr hilft ist: Tagebuch schreiben.

Es gibt auch sowas, das nennt sich „Morgenseiten“. Da soll man 10 Minuten lang nach dem Aufstehen alles ohne Nachzudenken, ohne Punkt und Komma etc. aufschreiben was einem durch den Kopf geht. Und es nicht noch mal durchlesen.

Einen „Notfallkoffer“ besitze ich nicht, aber wenn ich merke das ich total überflutet bin, wie zum Beispiel nach dem Einkaufen, Kino, Veranstaltungen, Behörden, Arztbesuch, nach der Arbeit, dann wissen Leute die mich kennen ganz genau, das ich danach erst mal eine Kaffee Pause brauche. :kaffeekochen

Einkaufen zum Beispiel erzeugt einen extremen Stress bei mir, riesige Einkaufszentren oder Einkaufsstrassen sind nichts für mich, bin nach solchen „Einkaufsbummeln“ immer total im Eimer.
:ai
Meine Kaffee Pausen sind wie ein Ritual für mich, das ist mein Moment um wieder „runter zu kommen“.
Abends ersetze ich den Kaffee aber auch gerne durch einen Tee.
Schönes Wochenende. :winken

Ich schätze Notfallkoffer ist hier metaphorisch gemeint, wobei es bei Panikstörungen und Bipolare Störung tatsächlich solche Notfalltaschen gibt, die man bei sich tragen soll, ich weiß nicht, ob zu sowas auch in AD(H)S Therapien geraten wird.

Sachen die mir helfen bei Reizüberflutung helfen,
definitiv Musik hören, Kaugummi kauen, in gefüllten Bahnen oder großen Menschenmengen, sieht man eigentlich fast immer Hundebesitzer, ich konzentriere mich dann immer auf das schöne Tier, das hilft mir ungemein. :lovedumb
Ansonsten hab ich noch einen sehr weichen Schlüsselanhänger mit Fell(imitat? Hoffentlich :?) den ich in meiner Jackentasche unbemerkt streicheln kann, das beruhigt mich auch. :slight_smile:
Bei Überforderung/Verpeiltheit, nach Möglichkeit einen ruhigeren Platz aufsuchen, durchatmen, etwas trinken, versuchen Gedanken zu ordnen und nächsten Schritt planen, eins nach dem anderen, möglichst ohne sich selbst zu stressen. Ich weiß, leichter gesagt als getan, ich arbeite da selbst noch dran :jammer

Nicht ganz für den Notfall aber doch irgendwie in die Richtung, wenn auch die Stimmung mau ist…

Häkeln / Stricken

Malen / Zeichnen / Fotografieren

Zentangle zeichnen

Neurotangle

Zu letzteren beiden gibt es in Pinterest und auch allgemein im Internet schöne Vorlagen… wichtig, man muss es nicht exakt so machen aber ich finde es zugleich inspirierend und ähnlich wie Häkeln und Stricken…

Ja und im echten Notfall bei mir:

Hinlegen

  • und dazu gehen das Gedankenrasen:

Meditation

Geführte Übungen aus dem MBSR / Mindful Compassion

Alles aus dem Insight Timer

Im Extremfall:

diese Sachen aus dem Insight Timer, die nur ein ziemlich monotones Klanggebilde haben…

Wenn selbst das zu viel ist, hinlegen, Ohrstöpsel rein, an Übungen aus dem IT denken, sie also ansatzweise selber üben, aber nur soweit es geht…

Manchmal auch bewegte freie Übungen, wo ich einfach dem Körper / dem inneren Impuls folge…

Für mich gibt es in solchen Momenten nichts besseres als mir eine Dokumentation über wissenschaftliche Themen an zu schmeißen. Bevorzugt Physik (was in richtung Heisenbergsche Unschärferelation/Benoîr Mandelbrot). Find das total entspannt. Hab es schon häufiger mal mit Meditationen oder ähnlichem versucht aber nichts beruhigt mich mehr als die Schönheit der Physik.

@Nono Na das ist ja witzig mit den Neurotangeln. Während meiner 1. Therapie habe ich von selbst angefangen zu zeichnen/malen, obwohl ich das so gar nicht kann und habe mir stets dabei ein Hörspiel angehört und mich „gehen lassen“. Meine Bilder sind alle quasi „neurotanglisch“ geraten. :lol:

Bei mir haperts noch daran, im richtigen Moment daran zu denken. Aber ich habe herausgefunden, dass es mir kurz vor oder während eines Gefühlsausbruches hilft, Zahlen zu summieren etc. Unbedingt ganz einfache Mathe, weil sonst der Ärger über das Versagen dazu kommt. Ich versuche so, den rationalen Teil meines Gehirns zu aktivieren.
Ich kam über einen Erziehungsratgeber darauf, als es um Wutanfälle bei Kkeinkindern ging. Die haben dann auch keinen Zugriff auf jene Hirnregion in dem Moment.

Hallo
Mein Nofallkoffer ist Musik je nach Bedarf die entsprechende Musikrichtung. Wenn es mir schlecht geht rieche ich extrem gut und ich rieche Sachen die ich nicht beschreiben möchte. Dafür brauche ich Duftöle. Für Fremdkontakt Desinfektionstücher…. dh ich hab eine große Handtasche.

Das mit dem Riechen will ich mir merken!

Schon interessant, wie unterschiedlich man ist; Musik trifft mich zu emotional und verschlimmert bei mir die Situation.

Ich merke gerade, dass ich das mit demn Duftölen missverstanden hatte.

Aber ab Duftölen zu riechen könnte vielleicht auch eine Strategie sein (ohne die Empfindlichkeit gegenüber den schlechten Gerüchen in der Situation) um sich zu erden.
Ich will das mal ausprobieren.

Die Musik muss mich erreichen, dann ist mein Kopf beschäftigt und treibt mich nicht in den Wahnsinn. Kannst es auch mit Hörbücher versuchen. Ein Tag ohne Stöpsel findet nur im Bett statt. Außerdem kommt mein Tinnitus nicht durch. Für den soll es im übrigen ein Piercing geben. Bei mir hat auch eine ganze Weile Würfelzucker mit scharfen oder bitteren Tropfen geholfen um mich aus einem Strudel zu holen. Leider bin ich eine Zuckerschnute und der Zucker war ganz schnell alle :wink: