Online-Dating - ADHS vs. ADHS

Hi. Ich bin neu hier…

Ich bin 51 und habe ADHS. Habe viele gescheiterte Beziehungen und eine Scheidung hinter mir. Seit einigen Monaten bin ich auf mehreren Online Dating Seiten angemeldet und suche dort nach einer neuen Beziehung und ja auch zur Bestätigung. Das das funktioniert, weiß ich, weil ich dadurch schon mehrmals jemanden gefunden habe. Beziehungen mit ADHS ist ein großes Thema. Ich weiß, dass es fast unmöglich ist jemanden zu finden die mich versteht, oder andersrum. Selbst nach Jahren… Mein Problem ist, dass ich nur schwer alleine sein kann und jetzt in einer Art Sucht gelandet bin, dass ich nur noch auf diesen Plattformen unterwegs bin und mich mit meinen Chats unterhalte. Ich hatte dieses Jahr schon über 10 Dates, aber keine einzige Frau wollte dann was Ernstes mit mir eingehen. Es liegt nicht an meinem Aussehen, da habe ich gute Gene. Es ist eher mein Auftreten, dass dann vieles kaputt macht… Ihr kennt das, man redet sich um Kopf und Kragen, haut Komplimente raus und wirkt eher kopflos in dem Moment. Obwohl ich gar nicht im Alltag so bin, kippt es in eine Euphorie um und das Dopamin sprudelt regelrecht aus den Ohren. Gibt es hier Leute mit ähnlichen Erfahrungen? Gerne auch von der weiblichen Seite, denn mich würde interessieren ob 2x ADHS vielleicht nicht sogar bessere wäre, oder auf Dauer eher zum Scheitern verurteilt ist? Und wie kann ich mich dazu bewegen nicht meine ganze Energie in diese Dating Plattformen zu investieren?

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Willkömmchen :adxs_wink:

Erfahrungen mit Dating Apps habe ich keine.

Allerdings sollte vielleicht nicht die Frage „Partner mit ADHS oder nicht ADHS?“ im Vordergrund stehen.

Es liest sich eher so, als ob die Apps bei dir Einsamkeit und Bestätigungsbedürfnis regulieren und du in der Euphorie schneller, intensiver und ungebremster wirst, als es dir lieb wäre.

Ob das schon einer Sucht ähnelt, weil solche Apps eine konstante Dopaminquelle darstellen, … :man_shrugging:
Eine sich gegenseitig verstärkende Dynamik kann daraus zumindest entstehen.

Vielleicht wären weniger parallele Chat-Kontakte, weniger Chat-Dauerfeuer, längere bewusste Pausen zwischen Dates, mehr Selbstkontrolle - und mehr Arbeit am Thema Selbstregulation und der Angst vorm Alleinsein Themen, die es anzugehen lohnen würde.

Möglicherweise sogar als Teil einer (Kognitiven)-Verhaltenstherapie, die in der Regel begleitend zur medikamentösen Therapie empfohlen wird (natürlich nur, sofern beim Patienten Bedarf besteht).

Dass Partnerschaften zwischen zwei ADHS Betroffenen funktionieren können, liest man hier häufig.
Ebenso natürlich auch von Problemen.

Ein Partner mit ADHS kann mehr Verständnis für Reizoffenheit, Sprunghaftigkeit, Vergesslichkeit oder Intensität mitbringen. Das kann natürlich entlastend sein.

Gleichzeitig können sich aber auch Problembereiche addieren, wie z.B. Desorganisation, Impulsivität, emotionale Hochs und Tiefs, unklare Alltagsstrukturen, Konflikteskalation, usw. .

Wenn aber beide Partner bereit sind, sich mit sich selbst und dem Partner auseinanderzusetzen und an einem Strang zu ziehen, kann das natürlich wunderbar funktionieren :slight_smile:

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Schon mal überlegt grundsätzlich an dir zu arbeiten mit Ergo oder Therapie damit du auch besser mit dir zurecht kommst?

Du wirst wahrscheinlich vieles was du angerihast noch deutlicher ausstrahlen wie z.B. Dauerbaustelle, Pflegefall etc. und auch das du unbedingt jemanden haben willst…

Alleine so eine Ausstrahlung treibt viele gesettelten Frauen in die Flucht. Wir wollen einen ebenbürtigen starken Partner und weder Pflegefall, Dauerbaustelle oder großes Kind oder ähnliches

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Dem stimme ich zu :double_exclamation_mark:

Sorry to say, aber dein Text klingt nicht sehr sympathisch. Also, ich meine damit, es klingt sehr…bedürftig. Du brauchst unbedingt eine Beiziehung und das ist leider sehr, sehr unsexy. Wie ein kleines Kind, dass seine Mama braucht, zum überleben.

Eine Frau/Beziehung ist NICHT dafür da, deine Bedürfnisse zu befrieden, du alleine bist für deine Bedürfnisse (und wie du damit umgehst) verantwortlich, nicht jemand anders! Eine Beziehung löst niemals deine Probleme mit der Einsamkeit/”ich kann nicht alleine sein”. Das habe ich in meiner Therapie gelernt.

Du willst also eine Frau, damit du dich nicht alleine fühlst, weil du nicht alleine sein kannst. Sorry, aber gerade Frauen in deinem alter (40,50+) haben oft schon ein oder mehrere Kinder großgezogen und brauchen definitiv nicht noch eins. Natürlich schlägst du damit alle in die Flucht- ich würde da auch rennen.

Ich bin auch eine Frau und wir wolle einen Partner auf Augenhöhe, kein kleines Kind. Dann bleibt frau lieber Single - wozu braucht man auch einen Mann, wir verdienen schließlich unser eigenes Geld und sind nicht mehr auf einen Mann angewiesen. Du klingst dagegen so, als wärst du auf eine Frau angewiesen, damit sie dein emotionaler Mülleimer ist - sie soll gegen deine Einsamkeit helfen, dich verstehen, dich auffangen, für dich da sein… Ja ok und was hast du zu bieten? Wo ist dein Mehrwehrt?

Ich bin Generation Z und viele von uns Frauen bleiben bewusst lieber Single, als sich ein erwachsenes, emotional unreifes Kind ans Bein zu binden. Vielleicht hast du schon mal von der “male loneliness epidemic ” gehört (Kurzfasung: Die „Male Loneliness Epidemic“ bezieht sich auf das wachsende Gefühl der Einsamkeit unter Männern, das in den letzten Jahren zunehmend diskutiert wird. Studien zeigen, dass Männer häufiger unter Einsamkeit leiden als Frauen, was sich negativ auf ihre psychische Gesundheit auswirken kann. Diese Einsamkeit ist nicht nur auf das Fehlen romantischer Beziehungen zurückzuführen, sondern auch auf den Mangel an engen Freundschaften und sozialen Netzwerken.

Ein zentraler Aspekt der männlichen Einsamkeit ist das Fehlen von stabilen sozialen Netzwerken, die Männern emotionale Unterstützung bieten könnten. Traditionell war die Partnerin die wichtigste Quelle für emotionale Nähe, doch mit der sinkenden Zahl von Partnerschaften und der Zunahme von Singles fehlen vielen Männern diese stabilen Bindungen. Männer neigen dazu, sich zu stark auf ihre romantische Beziehung zu konzentrieren und vergessen dabei, auch außerhalb dieser Partnerschaft Freundschaften zu pflegen.)

Männer haben sich Jahrzehnte, Jahrhunderte auf Frauen verlassen, dass die Netzwerke bilden, und das bricht für viele Männer mit einer trennung oft weg. Dann merken sie mal, oh meine Ex Frau war für alle sozialen Kontakte zuständig und ich hab mich um nix gekümmert, hm doof jetzt sitze ich alleine da… Das hab ich selber schon oft genug im Verwandten/Bekanntenkreis [meiner Eltern] beobachtet.

Aber das ist nicht unser Problem! Da müsst ihr Männer euch selber drum kümmern. Ich habe einen Partner, der auch ADHS hat. Finde ich generell besser, wenn der Partner es auch hat, aber das ist nur meine Meinung. Wir haben uns über gemeinsame Bekannte kennengelernt. Und ich sage ihm auch, er muss selber seine Kontakte pflegen, und sich nicht nur auf mich verlassen. Er braucht soziale Netze außerhalb unserer Beziehung. Denn er neigt auch ein bisschen zum Eigenbrötler-sein. Aber ich hab ihm klar gemacht, ich bin nicht für sein Nähe Bedürfnis zuständig, denn ich bin auch nicht immer da (viel auf Geschäftsreise), wenn er in der Zeit wo ich weg bin nicht alleine zuhause versauern will, muss er sich andere Leute außer mir suchen. Und das klappt auch (inzwischen), er hat gute Kumpels mit denen er regelmäßig telefoniert (wohnen weiters weg) und mit denen er auch über seine Gefühle etc reden kann. Und so sollte das sein! Auch Männer können mit Männern über sowas reden, nicht nur mit Frauen.

Heißt, anstatt eine Frau mit deinem untherapierten-Ich zu belasten, könntest du a) an dir Arbeiten im Rahmen einer Therapie und b) soziale Netzwerke ausbauen - Sportverein, Ehrenamt, da gibtßs viele Optionen.

Anstatt eine Frau zu suchen, solltest du vielleicht lieber eine Therapie suchen. Meine ich ernst. Du wirst daraus garantiert viel hilfreiches für dich und dein Leben lernen.

Das ist der Dopamin kick, den man beim swipen und liken bekommt. Gibt zig Studien dazu, dass Dating Plattformen süchtig machen können- genau wie social Media. Gerade ADHSler sind dafür natürlich anfällig. Auch da kann man mit Therapie gezielt dagegen arbeiten.

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Auch ich habe keine Erfahrungen mit Dating-Apps. Gut, war bis vor einem Jahr eh kein Thema, weil bis dahin noch regulär verheiratet (jetzt getrennt). Aber auch so hätte ich absolut keinen Bock mich der Prüfungssituation eines geplanten Datings zu stellen.

Beziehungen entstehen meiner Erfahrung nach am Besten über die Arbeit oder über Hobbies. Weil man dann eh schon weiß wie das Gegenüber tickt, weil Vertrauen entsteht und weil man schon zumindest ein gemeinsames Interesse teilt.

Eine Beziehung um der Beziehung willen brauche ich nicht.

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Ich finde unabhängig ob nun Mann oder Frau oder Divers , jeder tut sich selbst einen Gefallen an sich zu arbeiten alleine klarzukommen und ein glückliches Leben nicht von einer Beziehung abhängig zu machen und vor allem zu lernen sich selbst zu lieben. Darauf kann dann wenn es sich ergibt eine Beziehung gelingen. Vor allem, wenn man in sich selber sicher ist, dann hat man zwar Angst einen Menschen zu verlieren aber hat keine Angst davor wieder alleine klarzukommen , weil man nicht davon abhängig ist.

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Merkwürdig Episch die Antworten…

Hmmm :thinking:, Hallo @Käsebrot , also ganz ehrlich gesagt, fühle ich mich persönlich, irgendwie von Deinen Fragen „überfordert“. :exploding_head:

Nicht desto trotz, habe ich persönlich meinen heutigen, und ich bezeichne meinen Freund tatsächlich sogar gerne, und immer mal wieder, und deshalb durchaus auch sehr häufig, und bis heute, jedenfalls durchaus gerne als „meinen persönlichen Seelenpartner“, und das obwohl er und ich uns tatsächlich beide „erst sehr spät in unserem Leben kennengelernt haben“, und DAS übrigens tatsächlich über eine sogenannte „Internet Dating Plattform“, was in unserem Fall so geschehen ist.

Aber wie gesagt, trotzdem ist es natürlich für „aussenstehende“, wie hier in Deinem persönlichen Fall Deiner Partnersuche, extrem schwierig, heisst wenn überhaupt, nur sehr schwer möglich, Dir irgendwelche Tipps oder Ratschläge zu erteilen.

Und das natürlich vor allem erstens dahingehend, weil hier ja niemand weiss wer Du bist, respektive was für ein Mensch Du bist?, oder ob Du eine ADHS Diagnose hast?, oder wie, was, wo, oder was Dich persönlich in Deinem Leben derzeit bewegt?, oder eben, vielleicht ganz kurz gesagt, heisst um was genau geht es Dir ansonsten in Deinem Leben, als jetzt wie hier, anscheinend um das Thema Dating?.

Jedenfalls, was ich sagen möchte ist, je mehr Du bereit dazu bist um Dich hier im Forum über alles mögliche aus Deinem Leben mit uns Foren Usern auszutauschen, desto mehr Antworten wirst Du von anderen Menschen hier im Thema bekommen. :two_hearts: