Orthostatische Kreislaufdysregulation durch Lisdexamfetamin

Muss euch doch nun erzählen wie es mir ergangen ist. Ich wurde ja erst kürzlich mit Lisdexamfetamin eingestellt. Bin relativ sportlich, vorallem Ausdauersport.. hatte einen Ruhepuls von 42-43.. und laufe 5x die Woche. Das mal als Hintergrundinfo..

Schon am ersten Einnahmetag von 20mg Lisdexamfetamin merkte ich eine tolle Wirkung.. ich kam im Kopf richtig zur Ruhe und ich war vor der Wirkung wirklich begeistert. Jedoch zeigte mein Körper alles andere als Ruhe.. Puls ging über 20-25 Schläge höher als sonst.. sowohl in Ruhe als auch beim Sport.. Tag 2,3,4 gingen weiter so.. meine „Grundlagenausdauer“ war keine Grundlagenausdauer mehr, weil ich einen Durchschnittspuls beim langsamen joggen von 155 hatte.. das hat mich schon etwas geärgert.. aber ich dachte .. gut das spielt sich noch ein.. ab dem 5. Tag änderte sich noch was.. oder fiel mir da erst auf.. mein Puls stieg vom alleinigen Aufstehen enorm an.. also im liegen 64.. nur aufgestanden 124.. und das blieb auch so.. selbst nach 10 min ruhigem Stehen ging mein Puls auf 131. also über 60 Schläge mehr.. nur durch Lageveränderung. Sobald ich mich wieder hingelegt hab, fiel mein Puls wieder wie ein Stein auf 60-65.. also orthostatische Pulsveränderung die schon sehr heftig war.. das ganze war die darauffolgenden Tage reproduzierbar.. und wurde immer schlimmer das mir dabei auch schummrig wurde bei jedem Aufstehen.. habe dann gebügelt mit einem Puls von 135 durchgehend.. es ging mir dabei aber nicht gut. Ich weiß nicht weshalb mein Puls so extrem reagiert.. mein Blutdruck ist auch nicht wie erwartet unter Lisdex gestiegen sondern gesunken..

Ich hatte immer einen niedrigen Blutdruck.. also meist im Bereich 115/70 aber in der Zeit mit Lisdex fiel der auf 100/60 und einmal auf 88/59 . Zudem wurde mein Schlaf immer schlechter.. war jeden Morgen gerädert und null regeneriert.. meine Garmin hat dauerhaft hohen Stress und immer weiter fallende HRV angezeigt..

Nun musste ich Lisdex nach 10 Tagen erstmal absetzen weil ich nächste Woche verreisen möchte und mit der Kreislaufsituation ist das für mich zu unsicher .. Ich muss da einigermaßen fit sein.. und kann nicht riskieren dass ich jeden Moment umkippe weil mein Puls eskaliert.

mich macht das sehr traurig gerade.. weil ich die Wirkung auf meinen Kopf als sehr positiv empfand.. aber mein Körper so starke Kreislaufreaktionen zeigte..

Ich möchte gerne nach dem Urlaub es nochmals versuchen. Vllt bei 10mg starten.. um meinem Körper die Zeit zu geben.. oder vielleicht ist es auch das falsche für mich? Hatte jemand schon solche Erfahrungen?

hattest du mit Absprache mit dem Arzt aufdosiert?

Die Wahrscheinlichkeit das Nebenwirkungen dann besser werden oder verschwinden ist gegeben wurde hier min 2 mal in Beiträgen berichtet

Meine Ärztin ist bis 24.08 im Urlaub. Sie hat mir beim letzten Termin gesagt, ich solle mit 20mg starten.. und nach einer Woche auf 40mg erhöhen.. Ich habe nur auf 30mg erhöht, statt auf 40mg. Aber die Probleme fingen ja bereits bei 20mg an.

Ohne Rücksprache mit dem Arzt würde ich es erstmal ganz lassen, da sich das schon sehr heftig anhört.

Was Kathy meint ist, dass schon Leute hier von Nebenwirkungen gesprochen haben, die sich dann aber mit der passenden Dosis wieder gebessert haben.

Dass also zu wenig Lisdexamfetamin Probleme macht.

Ob das generell nichts für dich ist, musst du mit deiner Ärztin besprechen.

Hast du Methylphenidat schon mal probiert?

Fals es generell an den Stimulanzien liegen würde, gibt es auch nicht stimulierenden Medikamente.

Das kann leider ein etwas längerer Weg sein, bis man das passende gefunden hat. :pensive_face:

Kann verstehen, dass das ziemlich frustrierend ist, wenn die Wirkung auf den Kopf eigentlich gut ist.

:four_leaf_clover:

Genau Problem kann sein, daß unterdosiert viel unangenehmer und deutlich krassere Nebenwirkungen haben kann als Überdosierung und wenn die Dosis besser passt ggf. die Nebenwirkungen weg sond.

Kann man ausschließlich über ausprobieren herausfinden, leider