Panikattake nach Stressigen Arbeitstagen

Hallo liebe Leidensgenossen,

mir fällt seit einiger Zeit immer wieder auf das ich seltsam nach Stressituationen reagiere. Wenn es an manchen Tagen auf der Arbeit sehr stressig zu geht, versuche ich natürlich (wie jeden Tag) zu funktionieren und alles irgendwie gewupt zu bekommen. Ich versuche Prioritäten richtig zu setzen und alles wichtige abzuarbeiten bevor ich Feierabend mache. Am Ende des Tages stelle ich dann fest das ich eigentlich zu nichts gekommen bin und will einfach nur noch nach Hause. Danei war ich noch nie so sehr zufrieden mit einem Job wie mit diesem. Ich mache meine Arbeit wirlich gerne und das wird auch absolut wertgeschätzt.

Aber sobald ich dann im Auto sitze und der ganze Stress eigentlich von mir abfällt, merke ich dann wie sich meine Atmung verändert. Sie wird von Atemzug zu Atemzug immer tiefer und länger. Ich spüre dann richtig wie sich eine Panikattake aufbaut. Da mir das inzwischen bewusst ist, versuche ich dem auch bewußt entgegen zu steuern, gelingt aber selten. Entweder ich breche dann zu Hause in Tränen aus weil mein Mann die Post mal wieder nicht rein geholt hat oder weil ein Bonbonpapier neben dem Müll liegt. Oder ich muss mich völlig überfordert einfach nur hinsetzen, zittere ind schnaufe ewig vor ich und weiß nicht wie ich mich erden soll. Es ist immer wieder eine Überraschung.

Ich verstehe es aber nicht. Zu Hause fühle ich mich doch wohl. Da geht es mir gut. Der Stress ist vorbei. Zeit zum entspannen. Endlich Ruhe, Feierabend. Meine Compfort Zone. Meine Base. Hier entscheide ich was ich noch machen muss und was nicht.

Kennt das jemand? Kann das jemand nachvollziehen? Warum erst der zusammenbruch wenn alles schon rum ist? Wie kommt man da raus?

Liebe Grüße
Luna180682

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Machst du auch genügend Pausen beim Arbeiten?

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Natürlich nicht :frowning: Weil sich dann mein innerer Druck noch schneller erhöht weil ich das Gefühl habe Zeit zu verlieren und mich noch mehr getrieben fühle.

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Da ich eine Panikstörung hatte, kann ich dir nur empfehlen nicht dagegen anzukämpfen.
Das klingt unglaublich hart, denn wenn die PA da ist, ist es mit einer der schlimmsten Gefühle überhaupt.

Das Ding ist, dass sich chronischer Stress nicht so schnell abbaut, wie akuter Stress.
Der Körper will nur, dass du funktionierst und sobald du zuhause oder im Auto bist, musst du nicht mehr funktionieren und es folgt der Zusammenbruch.

Mir hat am Ende nur eine 3 Jährige Therapie geholfen und Medikamente.
Als ich das aller erste Mal Benzodiazepine nahm, merkte ich erst unter welcher Anspannung ich war.

Benzodiazepine sind aber auch schon der Knüppel aufm Kopf und eher als Notfall-Medikament zu betrachten.

Ich denke, du musst ein paar Gänge runterfahren. Auch wenn du zufrieden mit dem Job bist, schein es zu viel für dich zu sein. Kannst du nicht mit der Geschäftsführung reden, dass du das alleine nicht schaffst?

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Na dann weisst du ja, wo du ansetzen kannst - und musst.
Du machst dir selbst so viel Stress, dass du kollabierst.

Das wäre mE ein schöner Fall für eine Verhaltenstherapie.

Also hast du die Panikattacke nach der Arbeit? Nicht während der Arbeit, sondern nach dem Stress? Wenn du das erste mal zur Ruhe kommst?

Ja genau. Sobald ich anfange runter zu fahren und zur Ruhe komme.

Je nach einer Vehaltenstherapie habe ich schon ein paar Mal Aissxhau gehalten. Ist aber nahezu unmöglich mich jemanden zu finden der überhaupt noch Leute auf die Warteliste aufnimmt.

Das wäre mE ein Fall für die Notrufnummern…

Aber, solange du keinen Therapieplatz findest - was könntest du denn selbst tun, um dich da rauszuholen?

ich kenne das mit den PA auch durch Stress bei der Arbeit. Teils währenddessen, teils auch am Ende vom Tag wenn noch ein „i-Tüpfchen“ das Fass zum überlaufen bringt.

Mir hat ein sehr gutes App „Breathball“ geholfen- nicht unbedingt während einer PA- da man sowieso ganz seltsam atmet und bei mir, je mehr ich mich daruf konzentriere, desto schlimmer!
Aber es hat mir nachhaltig geholfen, va. mit der Übung: Entschleunigtes Atmen. Die Morgens gleich nach dem aufwachen und abends vor dem zu bett gehen für mind. 5min machen (man muss nicht „super,tief einatmen, es reicht „notmal“ zu armen, einfach konstant im rhythmus). Auch super einfach während dem arbeiten zwischendurch immerwieder zu wiederholen. Wichtig dabei ist nicht die länge- (klar 15min. wären ideal)- mehr das Regelmässige Üben. Wirklich wichtig dran zu bleiben und so reguliert sich automatisch das System und wirkt präventiv gegen Angst-& Panik.
Probiers mal aus :slight_smile:

@Luna180682

Ich zittere vorallem nach Reizüberflutung und wenn ich zu lange mich zurückhalten musste also Dinge bewältigen, die zu viel waren.
Dann hab ich Nervenschmerzen in den Beinen und könnte ständig weinen, hab Angst und bin drüber…
Ich beruhige mich zuhause wie ein Kleinkind und tu mir auf kindliche Weise Gutes.

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@MelaMela Oh ja das kommt mir auch bekannt vor mit den Nervenschnerzen und dem ständigen weinen und total drüber sein sobald man versucht runter zu kommen.
Wie holst du dich dann runter?

@runicat Habe deinen Rat befolgt und die App runter geladen. Und das wars dann auch schon wieder. Ich schaffe es einfach nicht mir gabz diszipliniert Zeit für solche Sachen zu nehmen. Ich habe so gut wie nie einen Kopf dafür mich mit mir zu beschäftigen. Selbst Duschen ist für mich schon ein anstrengender und zeitaufwändiger Gedanke und fast eine tägliche Hrausforderung. :frowning: Für mich tue ich immer ur das nötigste. Verstehe es selbst nicht. Komme davon aber auch nicht weg.

@UlBre endlich eine Liste mit 10 neuen Therapeuten zusammengestellt die ich mal anrufen könnte. War stolz auf mich, dass ich es heute tatsächlich geschafft habe zum Hörer zu greifen. Genau eine erreicht, nicht mal persönlich aber ihr Mann sagte mir sie nimmt keine Neuen Patieneten mehr auf. Bei den anderen 9 Therapeuten bekommt man kleine Zeitfenster (während der Arbeitszeit) genannt die man zeitlich erst mal erwischen muss zwischen Job und Verzweiflung. :frowning: So schnell geht eine motivation wieder mal flöten. Zum heulen ist das alles.

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Natur und Wald
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Schreib doch ne email? :thinking:

Ja, das kenn ich. Hat viel mit der eigenen selbstführsorge zu tun. Und das internet ist voll mit “self-love- treatments” aber es ist halt nicht so einfach umzusetzen. Bei mir war das ein laaaanger prozess und auch jetzt fällt es mir nicht immer leicht.
Kannst du mit ganz kleinen Schritten anfangen? Dass du die eine Atemübung halt einfach nur für 1min. im Bett machst, wenn du schlafen gehst?
Oft ist es ja so, dass man auch gleicht zuviel will und sich 10min vornimmt. Ich würde regelmäßig 1 min. probieren. Viel Erfolg und viel Geduld mit dir selber! *