Nachteile gibt es durch Diagnosen, nach wie vor, wobei man sagen muss, dass sich hier schon ein wenig was getan hat in den letzten Jahren.
Es ist nicht mehr ganz so schlimm, wenn auch noch lange nicht optimal.
Der Nachteil bei Versicherungen existiert in der Tat noch, wobei es hier schon länger bestreben gibt dies zu ändern, fragt sich, wann es denn mal fertig umgesetzt ist, Stichwort Reform des AGG.
Beim Führerschein, wäre ich auch vorsichtig, bei der Antragstellung, ist man nicht verpflichtet anzugeben, dass man eine Diagnose hat, hier zählt nur das der Betroffene sich Fahrtauglich fühlt.
Wenn man es doch angibt, kann man mit einem extra Gutachten rechnen, dies muss in der Regel vom Antragsteller getragen werden und kostet 500€ - 1000€.
Sollte eine Medikation stattfinden, muss auch diese niemanden gemeldet werden.
Man sollte aber bei den Fahrstunden und grundsätzlich danach im Alltag, in der Lage sein einen Nachweis zu bringen, (mit Attest und Rezeptkopien, die von der Apotheke gestempelt sind und unterschrieben sind, inklusive Kassenbon), dass es sich um eine Verordnete Medikation handel, und man gut eingestellt ist.
Hier würde ich stark empfehlen, all diese Nachweise bei sich zu haben, da Beamte gerne behaupten, dass es sich bei einzelnen Dokumenten um Fälschungen handelt, je weniger Lücken der Nachweis hat, desto besser.
Genau wie man seine Rechte kennen sollte, Urinproben, Speichel und Motoriktest sind freiwillig, Blut darf inzwischen von der Polizei, laut StPO angeordnet werden, benötigt aber einen Anfangsverdacht.
Sollte es dazu kommen, dass ein Drogentest gefordert wird, durch was auch immer, damit meine ich den Bluttest, da dieser nicht mehr freiwillig ist, und nur widersprochen werden darf. Was man auch tun sollte, würde ich den Nachweis direkt von mir aus bringen, damit klar ist der Test wird Positiv sein und der Befund ist ärztlich verordnet.
Es wird dann geprüft, ob die Werte im Blut im Therapeutischen rahmen liegen, was bei der Ärztlichen und eingehaltenen Verordnung der Fall ist.
Das lief, bis jetzt, immer ganz gut bei mir.
Das Gesetz, sieht hier inzwischen, dass gerade bei ADHS mit Medikation, die Fahrtauglichkeit verbessert wird, man muss sich also keine Sorgen machen.
Solange man eben in der Lage ist, lückenlos nachzuweisen, dass die Medikation verordnet ist, und man sich strickt an diese hält.
Allgemein gilt, wer sich ins Auto oder der gleichen setzt, muss sich auch Fahrtauglich fühlen, ist dies nicht der Fall, darf man auch nicht fahren.
Ein richtiger Nachweis ist in Arbeit, wie das Aussehen wird, ist noch unklar, bundeseinheitlichen Medikations- und Patientenausweis oder ePA, mit der man Verordnung und Medikamente sowie Dosierung, lückenlos nachweisen kann, in Verbindung, mit dem Führerschein und Personalausweis, ist die Echtheit des Nachweises gegeben.
Im Bereich Verbeamtung, hat sich ebenfalls etwas getan, inzwischen darf ASS und ADHS nicht mehr ohne triftige Begründung abgelehnt werden, Leitbild hier "Abschied von der perfekten Gesundheit".
Gerade in diesem Jahr gab es ein Urteil, dass die Dienstherren beweisen müssen, dass eine Dienstunfähigkeit vor der Pensionierung *überwiegend wahrscheinlich* ist.
Ein bloßes „erhöhtes Risiko“ reicht nicht mehr aus, um jemanden abzulehnen.
Der Arzt muss fundiert begründen: „Aufgrund spezifischer Befunde wird dieser Bewerber statistisch gesehen mit hoher Wahrscheinlichkeit vor dem 67. Lebensjahr ausscheiden.
Eine Diagnose allein reicht nicht mehr als Ablehnungsgrund.
Der Amtsarzt muss nachweisen, dass genau *deine* Ausprägung von ADHS oder Autismus dich unfähig macht, den Job bis zur Rente auszuüben.
Wenn er das nicht medizinisch belegen kann (z.B. durch chronifizierte schwere Depressionen oder Suizidalität in der Akte), muss er dich durchwinken.
Wie es in der Realität aussieht, kann ich natürlich nicht sagen.
Damit möchte ich sagen, es gibt leider immer noch Hürden, aber die Rechtssprechung ist bemüht diese nach und nach abzubauen.
Grund dafür ist, dass inzwischen klar ist, wir werden immer mehr Neurodivergente in der Gesellschaft.
Das merkt man auch an der Wirtschaft, SAP, Microsoft, Telekom, Allianz, Siemens und weitere, haben inzwischen eigene Programme in denen aktiv Neurodivergente gefördert werden.
Man hat festgestellt, dass die Art des Denkens der Neurodivergenten einzigartig ist, und eine große Bereicherung ist.
Beispiel, Autisten machen bis zu viermal weniger Fehler bei der Programmierung.
Die neuen Technologien, wie zum Beispiel AI, wurden und werden zum großen Teil von Neurodivergenten entwickelt.
Mir war wichtig, einmal aufzuzeigen, dass die Welt als Neurodivergenter, nicht nur schlecht ist, mit kleinen Schritten, wird sie langsam immer besser und weniger benachteiligt für uns.
Zu guter Letzt, muss ich ebenfalls anmerken, dass man sich sehr gut überlegen sollte, ob man diesen weggehen möchte.
Wie meine Vorredner/in hier schon mehr als deutlich schreiben, emotionale Intelligenz, insbesondere das Lesen von anderen, ist essenziell, als Beamter, und kann gegebenenfalls über Leben und Tod entscheiden.
Ich würde es ihm auch nicht ausreden, aber wirklich sehr deutlich machen, welche Stärken dort von ihm gefordert werden, damit er zumindest weiß, worauf er sich einlässt.
Scheitern gehört zum Leben dazu, und wo ein Wille ist, da ist bekanntlich auch ein Weg.