Private Diagnose, sinnvoll? Wird solch eine Diagnose auch bei anderen Kassen Praxen akzeptiert? (Neomentix Köln)

Guten Tag,

ich beschäftige mich schon seit mehreren Jahren mit dem Thema ADHS und habe es bereits versucht, ein Termin zur Diagnostik zu bekommen.

Da ich gesetzlich versichert bin habe ich viele Praxen in meiner Nähe abgeklappert und hatte bei sehr vielen Praxen überhaupt kein Erfolg.

Letztlich stand ich auf einer Warteliste bei einer Psychologischen Psychotherapeutin, welche wie ich es später erfuhr, ihre Praxis schließ, was mich nach über einem halben Jahr warten, einfach kaputt machte.

Ich sehe mittlerweile keine gute Alternative und bin bereit das Geld für eine private Diagnose in die Hand zu nehmen.

Ich habe etwas recherchiert und habe bei mir in der Nähe in Köln, die Praxis Neomentix gefunden.

Nun hätte ich jedoch einige Befürchtungen, zumal weiß ich nicht ob solche eine Diagnose bei anderen Praxen überhaupt als eine gültige Diagnose akzeptiert wird, denn ich müsste mich später auf der Suche nach Kassen Praxen machen, um eine medikamentöse Behandlung einzuleiten.

Außerdem steht auf der Seite, dass es 2x 20min Termine sind, was für mich schockierend wenig Zeit ist, wie soll man da überhaupt genug Zeit haben über die Symptome, Kindheitsverhalten etc. zu sprechen?

Hat jemand hier eine Erfahrung mit einer Privaten (Selbstzahler) Diagnose (evtl. als gesetzlich Versicherter), wie war für euch der Ablauf, würdet ihr es erneut machen?

Und wie genau war der Weg für euch nach der Diagnose? Ist es einfach(er) nach der Diagnose einen Arzt zu finden, um die die medikamentöse Behandlung einzuleiten oder ist dies genauso schwer wie die Diagnose selbst?

Vielen Dank.

Es gibt inzwischen mehrere Erfahrungsberichte. Wenn Du neomentix oben rechts in die Suchfunktion :magnifying_glass_tilted_left: eingibst, kommst Du auf diverse Treffer. Ob die Diagnose ohne Weiteres akzeptiert wird, scheint mir nicht ganz einheitlich. Vereinzelt werden wohl noch ausführlichere Befundberichte nachgefordert, etc.

In einem anderen Fall empfahl kürzlich jemand, sich erst eine Psychiater-Praxis in der Nähe zu suchen, die dann vorgibt, unter welchen Umständen sie die weiteren Rezepte übernimmt. Aber meistens ist der Leidensdruck ja viel zu dringlich dafür.

Ist die Selbstzahlerdiagnostik zu schlecht vorbereitet/ es soll zu schnell passiert ist Gefahr groß entweder auch die Medikamente als Selbstzahler zragen zu müssen oder die Testung könnte nicht akzeptiert werden.

Ist hier einige male schon Thema gewesen, entsprechend das Forum durchsuchen die Beiträge lesen und für sich abwägen was als sinnvoll erachtet wird und wie du vorgehen möchtest.

Aktuell denke ich kann man wenig seriös empfehlen dasö auch nicht klar ist was nach der Krankenkassenreform im nächsten Jahr kommt und was die Praxen tun oder lassen. Das ist aus meiner Sicht nicht vorhersehbar, ob mehr Praxen aufgeben/ nicht mehr testen oder ganz andere Dinge kommen

Der sicherste ist immer der über den Weg den die Krankenkasse zahlt, auch wenns lange dauer, eben wegen der Verschreibungsthematik, die jetzt mehrfach beklagt wurde

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Hej,

Ich habe mich als Selbstzahlerin über eine Onlinepraxis diagnostizieren lassen und war sehr zufrieden. Die Termine waren wie folgt: 30 Minuten Ersttermin, 60 Minuten Diagnosetermin, mehrere Fragebögen auch für Bezugspersonen und dann nochmal 30 Minuten Abschlussgespräch. Meine Krankenkasse erstattet die Kosten der Diagnostik natürlich nicht.

Nach intensivem Suchen hatte ich eine psychiatrische Institutsambulanz gefunden, die mich als Kassenpatientin aufnehmen. Naja - long story short: zwei mal wurde mir der Ersttermin kurzfristig abgesagt (das erste Mal einen Tag vorher und das zweite Mal vier Stunden vorher) und dann kam letztendlich per Email die Absage für den dritten vereinbarten Ersttermin mit dem Hinweis, dass man mir in Zukunft auch keinen Termin mehr anbieten könne.

Mittlerweile bin ich bei einem Psychiater in einer Selbstzahlerpraxis angebunden und sehr zufrieden. Ich fühle mich durchweg ernst- und wahrgenommen. Es nervt mich kolossal, dass ich das nun alles selbst zahlen muss (bin freiwillig gesetzlich versichert zum Höchstsatz), aber die Medikation hilft mir sehr und ich führe ein anderes Leben als noch zu Jahresbeginn.

Viele Grüße

Ich habs auch Selber gezahlt bei einer Privatpraxis in München; hat weder der behandelnde Psychiater noch meine Hausärztin oder sonst wer jemals angezweifelt, nur weil es selber gezahlt wurde.

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Das sehe ich auch so. Weiterbehandelnde Ärzte sind ja in der Regel dankbar, wenn sie eine fundierte Diagnose von Ärztinnen bekommen, die (meistens viel besser) wissen, was ADHS ist, völlig unabhängig davon ob die Diagnose selbst bezahlt wurde.

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Mag sein, aber wir haben eben auch bereits andere Erfahrungsberichte wie diesen hier: ADHS Online Diagnostik neomentix Erfahrungen(Selbstzahler) - #93 von seraina

Wenn beide Seiten seriös arbeiten, kann man selbst das sicher meistens nachjustieren. Um mehr ging es mir auch nicht, aber danach war gefragt.

Vor kurzem habe ich einen Facharzt zum Thema private Diagnostik befragt. Bei mir geht es immer noch um eine Differenzialdiagnose.
Ganz allgemein, kann man sagen, dass es aufgrund der geschlossenen Diagnosestellen in den Universitäten und endlos langen Wartelisten bald gar nicht mehr anders möglich sein wird als über private Diagnostik.
Wichtig ist:

  1. Ein möglichst ausführlicher Bericht, einschließlich der wichtigsten Testergebnisse
  2. Die Diagnostik muss von einem Psychotherapeuten durchgeführt bzw. evaluiert werden
  3. Die Nachweise aus der Kindheit oder überzeugende Zeitzeugenberichte müssen vorhanden sein
  4. Der/der Psychotherapeut sollte eine Kassenzulassung haben, auch wenn er seine Dienstleistung privat anbietet. Wenn das nicht zutrifft, werden die Diagnosen, wegen fehlender Verpflichtung zu Mindeststandards oft nicht akzeptiert.

Hallo,

die Punkte 3. und 4. sind nach meiner Erfahrung so nicht zwingend.

Auf die Kindheit sollte im Bericht ausführlich eingegangen werden. Welche Indizien weisen darauf hin, dass bereits in der Kindheit ADHS vorlag? Dass längst nicht jede/r Hilfesuchende mehr Zeugnisse hat oder Eltern befragen kann oder möchte, wurde ja schon öfters im Forum thematisiert.

Die Standards sind fachliche. Die muss auch eine Fachärztin, die ausschließlich privat abrechnet, erfüllen.

Die meisten überregional tätigen Praxen im ADHS-Bereich, die privat Diagnosen anbieten, haben soweit ich weiß keine Kassenzulassung.

Ja, es muss entweder eine Fachärztin sein (alle Geschlechter mit gemeint) oder eine Psychologin unter fachärztlicher Aufsicht.

Meine Diagnose hatte 2003 ein (leider 2020 gestorbener) Psychiater mit Kassenzulassung gemacht, der die Diagnostik als Privatleistung anbot und die anschließende Behandlung als Kassenleistung. Das war natürlich eine ideale Kombination. ADHS-Medikamente waren vor 2011 allerdings für Erwachsene nicht zugelassen, die wurden nur auf Privatrezept verordnet.

Meine Frau bekam ihre Diagnose 2026 von einem ausschließlich privat tätigen ADHS-Spezialisten und ging damit zu einer Psychiaterin in unserem Ort, der sie auf Krankenkassenkosten behandelt. Laut ihrer Aussage ist meine Frau eine von zur Zeit vier ADHS-Patient/innen, die sie hat.

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