Hallo zusammen.
Ich bin bald 40, männlich und seit ca. einem Jahr diagnostiziert und nehme Medis.
Zu Beginn muss ich leider gleich sagen das vom Psychiater nicht viel Hilfe zu erwarten ist. Ich habe durch Glück von ihm erfahren und so relativ schnell einen Termin bekommen. Wurde in einem 10 minütigen Gespräch diagnostiziert und habe gleich Medikinet verschrieben bekommen (30/20, ohne Eindosierung bzw. Anweisung dazu!). Ich bin zwar froh das es alles so unkompliziert und schnell ging, vor allem wenn ich von anderen lese die teilweise monatelange Wartezeiten haben. Andererseits fühle ich mich echt allein gelassen wenn es um Probleme mit Medis bzw. Dosierung geht.
Der Beginn mit Medikinet war wie bei vielen super. Bei der ersten Einnahme habe ich fast geweint: So fühlen sich also die anderen, „normalen“ Menschen. Kein Wunder das die das alles so locker schaffen
. Aber logischerweise ging das nicht lange auf dem Level weiter.
Ich habe dann vor 3-4 Monaten nach Elvanse gefragt und direkt ausprobiert (40mg). Natürlich wieder keine Eindosierung. Auch hier war der Beginn super. Ich würde sogar sagen noch besser als Medikinet. Längere Wirkung, „klarer“ im Kopf, mehr ich selbst, gesellschaftsfähiger irgendwie.
Eigentlich ist das auch bis heute so. Wenn ich 40mg Elvanse nehme und es so wirkt wie es soll, geht es mir super. Ich bin ausgeglichen, ruhig, unterhalte mich trotzdem gerne und kann aber auch Stille wunderbar ertragen. Aufgaben sind nach der Überwindung zum Anfangen auch gut zu erledigen.
Leider hält aber die Wirkung von Elvanse nicht ausreichend lange an. Nehme ich es um 7 Uhr ein, ist gegen 14 Uhr die Luft raus. Habe dafür zunächst 20mg Medikinet verschrieben bekommen die ich dann gegen 13 Uhr eingenommen habe. Allerdings sagt mir die Kombi irgendwie nicht so zu, bzw. finde ich die Wirkung von Elvanse weit überlegen.
Somit also dann auf 40 - 25mg (wiege ich dann ab) Elvanse gewechselt und bei Bedarf gegen 17-18 Uhr nochmal so 15mg Medikinet (Attentin wollte der Doc bisher nicht). Ich weiß das die letzte Einnahme spät ist, Probleme mit dem Einschlafen habe ich allerdings nicht. Nehme abends mittlerweile noch 1mg Melatonin, würde notfalls aber auch ohne gehen. Schlafen tue ich idR 6-7,5 Std. Kein nächtliches Aufwachen oder sonstige Auffälligkeiten.
Ich bestehe irgendwie darauf den ganzen Tag abzudecken: Nach dem Arbeitstag wartet die Familie mit einem 6 jährigen Sohn, ebenfalls ADHS. Durch ihn ich überhaupt erst darauf gekommen das dies mein Leben lang das Problem war
. Nur ist das eben für mich unmöglich dauerhaft machbar im Rebound dann den abendlichen Stress auszuhalten wenn es ja theoretisch zumindest dafür die Lösung gibt mit Medis.
Nun mein Problem nach all dem Gelaber: Die Tage mit 40-25 Elvanse + 15 Medikinet sind echt super. Ich komme ziemlich konstant durch den Tag, kann abends nach allem abschalten und schlafe auch gut. ABER: Nach 3-5 Tagen auf dieser Dosis ereilt mich meist eine Art Schwindel. Beginnt schon morgens vor der Einnahme und wird bei Wirkeintritt verstärkt. Ich bin dann schlecht gelaunt, abwesend und merke wie mein Hirn gefühlt irgendwie nicht genug Blut bzw. Saft bekommt. Letzteres ist ein Gefühl; Blutdruck, Puls usw sind im Normbereich und tendenziell eher etwas unter meinen Werten an guten Tagen. Aber immernoch über 120/80. Bin eher im hochnormalen Bereich zu Hause.
Aber dieses Gefühl bleibt dann so ziemlich bis ich mal eine Pause mache, bzw ein Elvanse 1-2 Tage aussetze und in der Zeit mit geringerer Dosis Medikinet überbrücke.
Ich habe schon alles Mögliche probiert. Wenn ich nach einsetzen des „Schwindels“ nach den 40mg nochmal 20 nachwerfen, wird es eher besser. Ist aber auch nicht von Dauer. Nach ein paar Tagen kommt auch da der Schwindel wieder. Habe auch versucht die Dosen kleinteiliger aufzuteilen und sogar aufzulösen und in kleinen Schritten zu mir zu nehmen. Letztendlich bin ich aber nach einigen Tagen wieder am selben Punkt.
Ich würde als Laie sagen das vieles auf eine Überdosierung deutet die sich nach erreichen des steady states bemerkbar macht. Wenn ich die Symptome sehe werden die aber von einigen auch bei Unterdosierung beschrieben!?
Das Problem ist das ich bei niedrigeren Dosen mit der Wirkung nicht so zufrieden bin. Wenn ich 30mg nehme, merke ich meist praktisch nichts. Das ist dann auch irgendwie nicht Sinn der Sache mmn.
Generell ist es bei egal welchem Medikament und welcher Dosierung eigentlich immer so das ich nur eine kurze Phase habe in der es gut klappt. Dann ist plötzlich unter gleichen Umständen alles Mist
.
Bin so langsam echt ratlos. Habe zwar in der Zeit echt viel geschafft. Über 20kg abgenommen, Ernährung auf gesund und regelmäßig umgestellt, mache 5-6 mal wöchentlich Sport (vorher jahrelang garnicht), trinke absolut keinen Alkohol mehr, kein Koffein. Blutdruck und sonstige Werte alle verbessert, sogar im Haushalt trage ich deutlich mehr bei. Aber dieses Wellenbad macht mich echt so langsam fertig.
Jemand Ideen? Idealerweise das gleiche erlebt und eine Lösung gefunden? Wäre sehr dankbar…