Psoriasis und ADHS

Hallo zusammen!

Ich nenne mich hier MaSc, was einfach ein Namenskürzel ist, tut ja nichts weiter zur Sache. Ich bin männlich, 47 Jahre alt, verheiratet, habe eine erwachsene Stieftochter und 5 Haustiere. Bin in einem großen Konzern als Schichtarbeiter tätig und fahre für mein Leben gerne Motorrad.

Vor 4 Wochen wurde bei mir ADHS „diagnostiziert“, wenn man das so nennen will, ich war 5 Minuten beim Psychiater drin und bin mit einem gelben Rezept wieder raus, Medikinet adault 10mg soll es sein.
Aber mal von Anfang an…

-verhaltensauffällig seit der Kindheit
-viele Stürze/Verletzungen seit der Kindheit
-Psoriasis seit der Kindheit
-Gewalt im Elternhaus
-verschiedene Suchterkrankungen in der ganzen Familie seit Generationen
-von der ersten bis zur sechsten Klasse über der Norm gut in der Schule, ab siebte Klasse Komplettabsturz, Lehre mit 16 zum KFZler abgebrochen kurz vor der Prüfung
-Verkehrsunfall in 1990 mit fast tödlichem Verlauf, es war kurz vor knapp sozusagen
-politoxe Suchterkrankung aktiv von 1990 bis 2000, seitdem trinke ich seltenst Alkohol, absolut kontrolliert, dieses Jahr habe ich bisher 3 Radler getrunken
-Therapie staionär in 2000
-Therapie ambulant bis 2002
-2002 bis 2005 Umschulung zum Zweiradmechaniker
-mit meiner Frau zusammen seit 2002, sie brachte ein 3jähriges Mädel mit in die Beziehung, die mich seit vielen Jahren ihren Vater nennt
-nach der Umschulung immer wieder Jobwechsel wegen meinem Jähzorn und meiner fehlenden Selbstkontrolle
-seit 2008 im Großkonzern, auch nicht immer leicht, von den Vorgesetzten für meinen Arbeitseinsatz geschätzt, mit manchen Kollegen ist es mehr wie schwierig
-immer wieder Schwierigkeiten im Umgang mit Menschen, sowohl familär wie auch beruflich
-Diagnose Bluthochdruck in 2018, ohne Medikamente in den Griff bekommen durch Ernährungsumstellung, ich messe unregelmäßig nach wenn ich das Gefühl habe, das er etwas hoch sein könnte
-Vegetarier seit 2019, lebe gut damit und mein Reiz-Darm-Syndrom ist dadurch fast komplett verschwunden
-Depressionen in 2019 mit starken Suizidgedanken, ambulant erfolgreich entgegengesteuert
-in 2020 ein Haus gekauft, ein sehr freudiges Ereignis, auch wenn ich Angst hatte, das es mir zu viel werden könnte
-immer wieder Gesprächstherapie in regelmäßigen/unregelmäßigen Zeiträumen seit ca. 2010 bis dato

Nun etwas ausführlicher der aktuelle „Leidensweg“:
ich bin seit Februar 2021 arbeitsunfähig geschrieben, angefangen mit einer einfachen Erkältung, gefolgt von einem Psoriasisschub und einer gewaltigen Depression…ich bin nicht mehr aus dem Bett gekommen und war hochaggressiv, jedem gegenüber. Dann ging der Ärzte-Run los, Hautarzt, Hausarzt, Überweisungen…geplant war mich mit MTX einzustellen, dafür musste ich aber erst in eine Fachklinik um abzuklären, ob meine Leber das verkraftet, diese wurde damals beim Unfall in Mitleidenschaft gezogen. Ich war in der klinik vorstellig und mir wurde mitgeteilt, das ich eigentlich ein Fall für die stationäre Behandlung wäre, aber wegen Corona nehmen sie niemand auf, also alles ambulant.
Es war ein eiwiges hin und her, es wurde paarmal das Thema ADHS angesprochen, was auch einiges in meiner Vergangenheit erklären würde, einen WHO Test später war die Sache scheinbar klar und mein Hausarzt überreichte mir eine Überweisung zum Psychiater. Die Odyssee begann…nach dutzenden Telefonaten hatte ich nach vielen Tagen endlich einen Psychiater gefunden, der mir keinen Termin in 2022 geben wollte, sondern ziemlich zeitnah: 3 Wochen, das war ok. Patientenservice, Krankenkasse, stationäre Einrichtungen…keiner konnte mir helfen, um einen zeitnahen Termin zu bekommen.
Wie geschrieben, 5 Minuten beim Doktor, ca. 4-5 Fragen und ich ging mit dem Rezept nach Hause, das zweite Rezept bekam ich über einen Anruf, ohne den Psychiater überhaupt gesehen zu haben. Am ersten Tag spürte ich schon Verbesserung, aber eben nur für 8 Stunden. also rief ich an und die Arzthelferin klärte ab ob ich 2 nehmen kann, passt meinte sie. Seitdem dosiere ich mich selbst und jongliere etwas mit dem Medikinet herum, ich hatte auch nochmals um einen Termin gebeten, speziell um über die Dosierung und die Nebenwirkungen zu sprechen, Ergebnis waren 7 Minuten Gesprächszeit, ich habe extra auf die Uhr geschaut. Die Antworten waren so erbärmlich, das ich mich gefragt habe, für was ich überhaupt hingefahren bin.

Ich hatte mich anfangs mit 2x10mg dosiert, erste um 09.00 Uhr, zweite dann nach 8 Stunden…ich war wach bis morgens um 06.00 Uhr, konnte nichts essen, kaum schlafen, war total kratzbürstig, habe geschwitzt wie sonst was. Aber nach einer Woche wurde es besser, zum Glück, die Woche hatte es in sich, ich bat meine Frau auf mich aufzupassen, damit ich mir nichts antue! Ich habe die Tabletten dann in der Überschneidung genommen, um nachts schlafen zu können, also so nach 5-6 Stunden nach der Einnahme der ersten Tablette die zweite genommen, damit kam ich gut klar. Insgesamt nehme ich jetzt das Medikinet seit knapp 3 Wochen und ich spüre deutlich das es mir besser geht, das „oben rausschiessen“ bleibt aus, ich bin gelassener und rege mich nicht mehr so auf. Wenn die Tabletten mittags überlappend wirken, geht es mir am besten, morgens und abends ist etwas Unruhe im Oberstübchen. Deshalb habe ich am Freitag angefangen, 3 Tabletten pro Tag zu nehmen, die Abstände der Einnahme auf ca. 4 Stunden verkürzt, da habe ich leider das Gefühl das die Dosis zu hoch ist. Ich habe auch einmal zwei Tabletten auf einmal genommen, aber auch das fühlte sich nicht gut an. Also 10mg zu wenig, aber 20mg zu viel…ist das vielleicht nur am Anfang so?
Ich hätte noch einige Fragen, möchte aber erstmal euch zu wort kommen lassen.

Vielen Dank für´s lesen und ich wünsche einen schönen Tag!

Viele Grüße
MaSc

Hi

Willkommen im Forum.

Dein Leben war ja eine richtige Achterbahnfahrt. Das es so lange gedauert hat, bis ADHS ein Thema wurde ist schockierend.
Trotzdem finde ich das Verhalten des Psychiaters unprofessionell. So Diagnostiziert man ADHS nicht und so behandelt man auch Patienten nicht.

Bei so einer Abklärung muss man auch einige andere Krankheiten ausschliessen.

Ich würde Methylphenidat langsam hochdosieren, damit sich der Körper daran gewöhnt. Ich habe Ritalin und nehme 10mg-7.5mg-7.5mg pro Tag und Dosiere seit Februar weiter hoch.
Aber bei mir ist das extrem langsam, da kannst du natürlich schneller machen. Aber nach so kurzer Zeit 20mg auf einmal nehmen finde ich zu viel, wenn es unretardiert ist.
Ich nehme mal an, dass du retardiertes Medikinet bekommen hast.

Ich finde es besser, wenn du unretardiertes bekommst zum Eindosieren. Da kannst du viel exakter Timen und Dosieren.
Zum Beispiel könntest du gegen Nachmittag und Abend die Dosis 2x reduzieren. Zum Beispiel 5mg um 17:00 und 2.5mg um 19:15… so ist die Kurve viel flacher und du hast weniger Rebound.

Und verlass dich nicht nur auf das Medikament, das kann sehr wirksam sein, aber das braucht alles Zeit und begleitende Therapie.
Würde dir trotzdem noch eine seriöse Abklärung empfehlen.

Wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg.

Hallo und herzlich Willkommen :winken

Das Problem mit dem nicht schlafen können, kenne ich auch. Nehme seit März Ritalin (Wirkstoff ist Methylphenidat wie bei Medikinet), wenn ich das zu spät nehme schlafe ich sehr schlecht. Deswegen nehme ich jetzt morgens eine Kapsel Ritalin und nach 7 Stunden eine halbe Tablette unretardiertes Methylphenidat, weil das nur ca. halb so lange wirkt. Damit kann ich problemlos schlafen, habe aber abends auch (fast) keine Wirkung mehr.

Was die richtige Dosis angeht, gibt es vom Medikinet auch 5mg Kapseln, du könntest deinen Psychiater fragen, ob er dir die verschreiben kann. Damit könntest du feiner dosieren und z.B. auch 15mg nehmen. Ansonsten braucht die Eindosierung einfach Zeit, ich bin mir nach vier Monaten noch nicht wirklich sicher mit der Dosis.

Liebe Grüße
Nymphaea

Lieber MaSc,

herzlich willkommen im ADXS-Forum! :knuddel

Schön dass du da bist! Ich bin 55, auch schon sehr lange glücklich verheiratet und habe zwei Kinder.

Deine Geschichte liest sich erschreckend, geht aber offenbar glücklich aus. Du hast also schon zweimal knapp überlebt, erst den schweren Unfall und dann die Sucht. Klasse! :juhuu

Oder sogar dreimal, jetzt wo ich beim nochmaligen Lesen auf deine Suizidgedanken von diesem Jahr stoße. :o

8 Stunden ist natürlich viel zu lang, ich kenne niemand bei dem/der eine Kapsel Medikinet oder Ritalin so lange wirkt. Ich selbst nehme morgens Medikinet Adult, nach viereinhalb Stunden Ritalin Adult und nach weiteren fünfeinviertel Stunden noch eine kleine Menge unretardiertes Methylphenidat.

Das ist eine eigenwillige Zusammenstellung und liegt daran dass die Medikinet-Kapsel für den Nachmittag bei mir nie zuverlässig funktionierte. Vielleicht weil ich zwar ein regelmäßiger Frühstücker, aber ein unregelmäßiger Mittagesser bin, und Medikinet Adult ist nun mal von einer Mahlzeit abhängig.

Das mit den 10 mg zu wenig, 20 mg zu viel könnte sich noch einpendeln. Es gibt so nach 2 Monaten oftmals einen Punkt, wo die Dosis Methylphenidat nicht mehr so gut zu wirken scheint wie vorher, dann muss man einmal erhöhen, aber das wiederholt sich dann nicht, keine Angst. Jedenfalls könnte es sein, dass dann die 20 mg für dich richtig sind. Übrigens gibt es von Medikinet Adult auch 5-mg-Kapseln, so dass du natürlich auch 15 mg nehmen könntest! (Oh, @Nymphaea alba war schneller! :winken )

Ich wünsche dir sehr, dass damit auch deine Depression und deine Aggressivität besser werden! Bist du damit noch in (nichtmedikamentöser) Behandlung? Und was ist MTX?

Hautkrankheiten und Allergien sind bei ADHS überrepräsentativ soweit ich weiß. Auf jeden Fall gilt das für Neurodermitis, ich weiß nicht genau wie es bei Psoriasis ist. Unser großer Sohn hatte Neurodermitis als Kind, was aber deutlich besser wurde als wir den Milch(produkte)konsum reduzierten.

Dass dein Psychiater so ultrakurz angebunden ist, ist natürlich nicht in Ordnung, aber dein Hausarzt hatte offenbar schon gute Vorarbeit bei der Diagnose geleistet. Den muss ich jetzt aber ganz doll loben!

Viele Grüße
Falschparker

Danke für die Antworten, da muss/möchte ich jetzt weiter ausholen…

Zuerst möchte ich sagen, das dieser Psychiater natürlich nicht das Optimum ist, ich werde mir einen anderen suchen, aber der schnelle Termin und die Nötigkeit des Medikaments, da war er eben die erste Wahl.
Was die Dosis angeht stehe ich zum Glück nicht alleine da, meine Frau ist sozialpädagogische Familienhelferin und hat einige Kids als Klienten mit ADHS, sie kennt sich schon gut aus. Ihre Chefin ist schon lange eine gute Freundin von mir, die mich immer wieder unterstützt, eine weitere Freundin hat jahrelang in einer Suchteinrichtung gearbeitet und ist mittlerweile ebenfalls in der Kinder- und Jugendhilfe tätig. Also habe ich da schonmal eine gute Unterstützung, weiterhin bin ich seit Jahren bei einer Therapeutin, die ich zwar selbst bezahle, aber dieser Frau verdanke ich vieles, zB. das ich immer noch verheiratet bin. Es ist problematisch, ich hab meine Vorgeschichte und meine Frau leider auch, aber wir halten immer zusammen, egal was kommt, geht oder ist! Stehen wir vor dem Abgrund, gehen wir in Einzel- und Paarsitzungen, bis es wieder gut ist. Kurze Anmerkung: meine Frau machte schon länger Andeutungen das ich ADHS haben könnte, aber ich habe mich da immer verweigert oder ich wollte es mir nicht eingestehen.

Ich habe gerade gestern zu meiner Frau gesagt: 10 sind zu wenig, ich glaub 20 zu viel, 15mg könnten gut sein. Und auch das einmal retard und einmal unretardiert vielleicht die Nachtruhe bringen könnte…ich rede nochmal mit dem Doc.
Momentan läuft es mit dem Schlafen recht gut, ich komme auf 6-6,5 Stunden, das reicht mir, aber da darf nichts dazwischen kommen, der Schlaf ist extrem leicht, bei der kleinsten Störung ist es vorbei. Wie ich das machen soll, wenn ich wieder Schicht arbeiten gehe, keine Ahnung. Jetzt steht erstmal eine Kur an, die Anträge sind aktuell bei der Rentenversicherung und es ist soweit genehmigt. Mein Arbeitgeber reagiert mit großem Verständnis, was für mich keine Selbstverständlichkeit ist!
Essen klappt recht gut…wieder, aber ich bin kein Frühstücker. Ich hau mir dann zwischen Tür und Angel eine Scheibe Brot rein und ergänze mit einem Shake, der sehr lange satt machen soll…hust! Natürlich muss ich da immer wieder auf den Zucker achten. Das war mir ja früher unbekannterweise und manches auch aus einem Ignoranzverhalten heraus komplett egal. Nutella, Süßkram, Cola, fettes Essen, usw., irgendwann war ich dann bei 112kg bei 1,80m, Adipositas Stufe 1, herzlichen Glückwunsch! Dann kam die Diagnose Bluthochdruck und ich krempelte mein ganzes Leben um, mal wieder. Nahrungsumstellung, bewusstes Essen nach dem Motto „tue das was du gerade tust“, also nimm dir Zeit beim Essen und klopp dir nicht einfach irgendwas rein. Paar Monate später war der Bluthochdruck Geschichte und die Pfunde burzelten, mittlerweile bin ich bei 86kg…fühlt sich gut an!

Psoriasis ist eine Schuppenflechte, leider kann diese Krankheit auch die Organe und Gelenke angreifen, nicht heilbar, aber gut behandelbar…mittlerweile. Es gibt wie beim ADHS verschiedene Behandlungmethoden: verschiedene Medikamente, Salben mit meist Kortison, Bädertherapien, usw. Letztes Jahr habe ich ein Medikament zu mir genommen, ab dem ersten Tag heftigste Nebenwirkungen bis hin zum Darmverschluss, nach einem halben Jahr musste ich auf Empfehlung der Hautärztin abbrechen.
MTX ist ein ähnliches Präparat wie letztes Jahr, es sollte halt der Versuch gestartet werden ob ich es besser vertrage. Meist werden diese Medikamente auch bei Rheuma oder Krebs eingesetzt, eventuell eben höher dosiert. Ein Mittel der Wahl ist auch ein Biologika, aber erst wenn alles andere versagt oder unverträglich ist, eine 3-Monats-Spritze kostet mehrere tausend Euro.
Seitdem ich das Medikinet nehme, geht meine Schuppenflechte immer weiter zurück, das zeigt wie stark die Psyche auf eine Krankheit wirken kann. Vor paar Wochen salbte ich mich täglich mit Kortison oder Vitamin D3 Präparaten, ging dreimal die Woche zur Balneotherapie (Salzbäder in Kombination mit einer Lichttherapie, es wird damit simuliert am Meer in der Sonne zu sein, optimal gegen die Psoriasis), dennoch ging dieser extreme Schub nur sehr schleppend zurück, an manchen Hautpartien gar nicht…und dann kam das Medikinet…mittlerweile bin ich von den Hautrötungen und -entzündungen annähernd symptomfrei, unglaublich! Da ich mir vorher schon was in die Richtung gedacht habe, habe ich zeitgleich mit der ersten Einnahme des Medikinets alles abgesetzt, gehe einfach duschen und creme mich hinterher ein wenig ein, fertig. Ein Segen nach Jahrzehnten Dauerstress mit der Haut!! Stress ist der größte Auslöser für die Schuppenflechte. Ich habe das immer gehabt, wenn es auf der Arbeit stressig wurde, ich krank war oder auch Ärger in der Familie, kurz darauf kam ein Schub und ich hätte mir die roten Hautstellen am liebsten rausgeschnitten. Es juckt unendlich, man kratzt sich in der Nacht unbewusst wund bis es blutet, dann entzündet es sich und der Supergau ist perfekt. Ich hoffe, es bleibt so wie es jetzt ist. Ich weiß auch, das nach absetzen des Medikinets die Psoriasis zurückkommen kann, aber das werde ich vielleicht irgendwann sehen. Kein Stress jetzt!!

Aktuell ist es auch mit dem Medikinet nicht immer einfach, aber es ermöglicht mir, wieder nach vorne zu blicken, etwas aufzuatmen und neue Wege zu gehen. Ich bin voller Hoffnung aktuell! Zum ersten Mal habe ich meine Ausklinker im Griff!
Ich möchte mich nicht mehr andauernd selbst verletzen, ausser wenn abends die Wirkung nachläßt, aber ich habe es im Griff. Ich kann auch in brenzligen Situationen locker bleiben, wo ich ohne das Medikinet schon längst ausgerastet wäre.
Ich habe nie Frau und Kind geschlagen, auch unsere 3 Hunde und 2 Katzen haben ein gutes Leben bei uns…aber wenn ich hochgefahren bin, sind alle zusammengezuckt. So möchte ich nicht sein, wollte ich nie! Ich habe in meinem Leben einiges an Möbeln zertrümmert, einfach um Dampf abzulassen…welches Kind möchte so einen Vater?! Vor zwei Jahren wurde es so heftig, das ich an Trennung dachte, wenn es sein muss eben auch über den Suizid…aber ich lebe gerne, ich liebe das Leben, meine Frau, unser Kind, alles eigentlich…aber was soll man machen, wenn man es nicht mehr aushält und die anderen auch nicht? Ich habe die Kurve bekommen, aber richtig gut ging es mir seitdem nie. Ein „Highlight“ war letztes Jahr der Hauskauf, meine Frau und ich haben uns endlich einen jahrelangen Traum erfüllt und wir haben uns ein altes Bauernhaus in unserem Dorf gekauft, was waren wir glücklich…bis ich dieses Jahr im Februar komplett zusammengebrochen bin, für mich ging eine Welt unter. Ich hatte das unendliche Gefühl meine Frau im Stich zu lassen…was, wenn ich meinen Job verliere? Die Angst schlug mir irgendwann bis zum Hals und ich verkroch mich im Schlafzimmer, kam nur raus um zur Toilette zu gehen oder um eine Kleingkeit zum Essen zu holen…der Tag wurde zur Nacht, die Nacht zum Tag, die Glotze im Schlafzimmer lief 24/7, also rund um die Uhr. Am liebsten hätte ich den Mistkasten zum Fenster rausgeschmissen…wo war mein Leben hin, hab ich dafür die sch… Drogen vor zig Jahren entzogen um jetzt im eigenen Elend zu liegen?! Ich wollte nicht sterben, aber mir fehlte jegliche Kraft um aufzustehen und zu kämpfen, ich war am Ende, mal wieder! Nun, ich bin ein Stehaufmännchen, schon immer und so hab ich auch dieses Mal irgendwie, irgendwann den Hintern hochbekommen und den nächsten Angriff gestartet…ich bin gespannt wo die Reise hingeht!

Soviel mal von mir, ich könnte noch Stunden schreiben, aber das Bett ruft!

Gute Nacht und bis denn

Hut ab für Deine Offenheit.
Ich drücke die Daumen, das Du schnell einen guten Arzt findest…ich habe leider auch so ein taugenix an meiner Seite und die nennt man auch noch ADHS Spetialistin.

Immer wenn man denkt es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her…

Danke!

Ja, auf Dauer werde ich mit diesem „Spezialisten“ nicht glücklich. Er lässt sich ja auf gar nichts ein…im zweiten Gespräch wagte ich den Versuch meine Psoriasis mit ins Boot zu holen…ich hätte es auch der Tapete erzählen können!
Was da abgeht…unglaublich! Seit Wochen sage ich nur zu meiner Frau: ich hoffe, bei den Kindern läuft´s besser!
Aber da meine Frau ja die Psychiater und Spezialisten für die Kinder raussucht, läuft es auch besser. Leider für mich sind das nur Kinder- und Jugendspezialisten…aber gut für die Kinder!

Das Lichtlein…dieses Mal war es sehr dunkel, leider! Es wurde an Ostern diesen Jahres so schlimm mit mir, das meine Tochter den Kontakt zu mir abbrach um sich selbst zu schützen. Ich habe ihr erklärt, das meine Wut gar nichts mit ihr zu tun hat, aber nach den vielen Jahren des Zusehens und Mitfühlen, wurde ihr es einfach zu viel…sowas triggert ja auch ohne Ende! Sie wohnt mittlerweile mit ihrem Freund in einer großen Stadt und studiert, somit konnte sie sich zurückziehen. Wir hatten jetzt 6 oder 7 Wochen keinen Kontakt, es gab ihr etwas Ruhe und ich begann aufzustehen um zu kämpfen. Als ich spürte, das es sicher ist mit dem Medikinet, bat ich sie um einen Besuch. Wir haben viel geredet, geweint, gelacht und wieder geweint…ein Leben ohne meine Tochter…undenkbar! Ich war so dankbar das es funktioniert hat, wir stehen wieder gut im Kontakt, vieles ist eben Neuland, für uns Beide.
Ich habe seit fast 10 Jahren keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter, die mich mein Leben lang nicht wirklich akzeptiert hat…diese Formulation benutze ich ganz vorsichtig, es ist ein Riesenpaket, da habe ich aufgegeben, jeder geht seinen eigenen Weg! Zu meinem Vater habe ich unregelmäßigen Kontakt, ich habe ihm verziehen, wir haben viel geredet, aber er ist mittlerweile auch ruhiger geworden, früher hochaggressiv, da knallte es auch öfters. Diese Beziehung ist gut so, wie sie aktuell ist, meine Mutter ist für mich gestorben, leider. Ich habe alles versucht, alles gegeben und irgendwann resigniert, ist halt so.
Das durfte sich jetzt mit meiner Tochter nicht wiederholen, für sie nicht und für mich auch nicht, das würde ich nicht verkraften!

Viele Grüße

Oh was hast Du alles erlebt… ich kann es kaum fassen, so ein Leben… Hut ab, wie du das immer wieder gemeistert hast!

Übrigens kann man auch retardiertes Medikinet mal probeweise teilen… es ist sehr fummelig und man kann nicht jedesmal die Kügelchen in den beiden Farben ganz gleichmäßig aufteilen. Aber man kann schon so etwas mit Augenmaß ganz grob schauen, ob beide Farben so ungefähr ähnlich verteilt sind.

Man kann die niedrigeren Dosen gegebenenfalls etwas zeitnäher überlappend einnehmen…

Aber das macht man allenfalls, um die Zeit bis zum Arzt Termin zu überbrücken.

Vielleicht brauchst Du eine Zwischengröße…

Ich bin zB sehr sensibel bei Medikamenten und habe nur 7.5 mg Medikinet Retard gebraucht. 5 waren zu wenig und 10 zu viel.

Aber es gibt ja auch noch Elvanse für Erwachsene, das wissen noch nicht alle Ärzte.

Und die, die es kennen, wissen oft nicht, dass man mit geteilten Kapseln anfangen und sehr langsam steigern muss… manche kommen mit den Standardgrößen zurecht, aber längst nicht alle… siehe auch im Thread Elvanse teilen.

@Nono

Ich habe heute morgen 2x10mg retard genommen und werde nach 6 Stunden 1x10mg retard nehmen, ich werde das mal paar Tage versuchen und schauen wie es läuft.
Die morgendliche Einzeldosis mit 10mg retard war nicht mehr ausreichend, das habe ich deutlich gespürt, weil ich innerlich in die alten Muster zurückgefallen bin.
Ich werde berichten…danke für deine Schilderung und dein Mitgefühl!

Liebe Grüße

Man könnte durch Teilen auch eine leichte Erhöhung einer Dosis erzielen. Eine Erhöhung sollte man aber dem behandelnden Arzt mitteilen und begründen, sofern man nicht schon ein grünes Licht hat.

Vielleicht wären 15mg morgens angenehm und dann nochmal 10… und vielleicht dann etwas früher 5mg nachlegen für eine kleine Restwirkung, die bis zum Schlafen dann ausklingt…

Vereinzelt gibt es Leute, die ihre insgesamt Tagesdosis auf mehr als zwei Einnahmezeitpunkte verteilen.

Der Doc lässt mich machen was ich will, ihn als „behandelnden Arzt“ zu beschreiben, naja…lassen wir das mal so stehen!
Hab ich ja an anderer Stelle bereits geschrieben, wie das bei mir läuft.
Heute war ja komplett Scheisstag (Hund liegt im sterben), aber dennoch hatte ich ein gutes Gefühl mit der 2x10 und 1x10 Dosierung, ich behalte das jetzt mal 1-2 Wochen bei, damit es sich einpendeln kann.
Ich werde dennoch den Arzt informieren, fragen werde ich nicht. Woher soll der wissen, welche Dosis ich brauche, nach einer 5 Minuten Diagnose?!

Viele Grüße