Psychologin stellt ADHS in Frage (K-PTBS)

So ist es, das eine schließt das andere nicht aus. ADHS kann die Entstehung einer k-PTBS begünstigen. Bei der Entstehung von Borderline gehen Modelle z.B. auch davon aus, dass Probleme der emotionalen Regulation beim Kind schon als Risikofaktor wirken. Das Kind kann sich nicht schnell genug wieder zurückregulieren und erfährt Unverständnis dafür. Von daher finde ich es bei Fachpersonen schon ein Alarmzeichen, wenn versucht wird, nur Diagnosen gegeneinander auszuspielen und womöglich alles nur unter Trauma zu subsummieren. Wir sind keine unbeschriebenen Blätter, sondern bringen auch etwas mit ein. Gute alte ewige Nature-Nurture-Diskussion. :wink:

Bei mir bin ich mir ziemlich sicher, dass sehr viel k-PTBS am Werk ist und der Rest aus hoher Reizoffenheit und Hochbegabung besteht. Hier der Versuch einer Aufdröselung:

Zunächst muss klar sein, dass k-PTBS eine Persönlichkeitsveränderung ist als Folge von Entwicklungstraumata. Deswegen finde ich es auch so perfide, Leuten ein Trauma aus einer Zeit einreden zu wollen, an die sie sich nicht erinnern können. Das invalidiert die Erinnerungen an gemachte traumatische Erfahrungen. Nachher ist anders als vorher. Das ist bei mir definitiv der Fall. Vorher war ich zwar empfindsam, konnte mich aber sehr gut emotional regulieren, hatte keine Angst vor Menschen, war sehr vertrauensselig und lebhaft, wollte alles kennenlernen und erkunden, immer mitendrin. Ich merke, dass das noch irgendwo in mir steckt, aber meistens unter den Symptomen der k-PTBS begraben ist.

Anders als die einfache PTBS nach einem bedrohlichen Einzelereignis stellt sich die komplexe PTBS dann ein, wenn du im Laufe deiner Entwicklung wiederholt Situationen ausgesetzt bleibst, die dir (lebens)bedrohlich und ausweglos erscheinen. Bei mir war es das Internat, Mobbing, und die demütigende und entwertende Präsenz meines Stiefvaters während meiner späteren Kindheit und Pubertät.

Ich gehe einmal die Symptome hier nach ICD-11 durch:

  1. Intrusionen: Die ersten zwei Jahre nach dem Abitur hatte ich noch sehr bildhafte Flashbacks, in denen es um konkrete demütigende Situationen ging. Ich hatte auch Träume davon, in einem Glashaus zu stehen und die Scheiben würden klirrend eingeschmissen, was mich immer an dieser Stelle schweißgebadet aus dem Schlaf riss. Mit der Zeit ließ das Bildhafte nach, aber bis heute habe ich noch emotionale Flashbacks. Ein Strudel aus Verlassenheit, Verworfenheit, Scham, Hilflosigkeit und der starke Wunsch, es möge doch endlich vorbei sein, kann mich noch immer für Stunden erfassen und in die Tiefe ziehen. Das sind intrusive Erinnerungen an „Ich bin nicht liebenswert, und ich bin es nicht wert, mit Respekt behandelt zu werden, und ich bin es nicht wert, dass man meine Würde verteitigt.“
  2. Vermeidungsverhalten habe ich gezeigt und tue das in gewissem Maße immer noch, indem ich mich sozialen Situationen und besonders Bewertungssituationen entziehe.
  3. Hypervigilanz: Das ist mittlerweile besser geworden, aber immer noch da. Ein Teil von mir lauert in sozialen Situationen auf die nächste Demütigung. Im Grunde ist mein Nervensystem immer irgendwie „auf dem Sprung“, um auf offene Drohungen zu reagieren. Rational kann ich mir sagen, dass das Quatsch ist, aber die Sicherheit fühlt sich trügerisch an.
  4. Affekt: Schon Situationen, die nur abstrakt meinen Erlebnissen ähneln, können bei mir starke Emotionen auslösen. Wenn heute irgendwelche Leute online oder aus der Politik gemütlich andere dazu auffordern, andere Menschen einfach aufzugeben, triggert das bei mir die Emotionen mit gleichgültigen oder überforderten Pädagogen. Gelegentlich habe ich so explosive und starke Wutausbrüche, dass es für Nahestehende beängstigend ist. Ich schlage keine Lebewesen und versuche anderen Menschen nichts persönlich verletzendes zu sagen, aber mit Pech schlage ich manchmal Gegenstände oder mich selbst. Es zerreißt mich dann innerlich wie ein Orkan der Verzweiflung. Zudem fällt es mir schwer, positive Affekte intensiv zu erleben und wirklich zu genießen, Erfolge zu feiern usw. Es gibt sie natürlich, aber es fühlt sich unwirklich und surreal an. Umgekehrt fühle ich bei einigen Dingen kaum etwas, wo es von mir erwartet wird, z.B. Sterbefälle in der Familie (emotionale Betäubung).
  5. Negatives Selbstkonzept: Das Gefühl, machtlos, minderwertig und überflüssig zu sein, sitzt noch immer tief. Auf eine abstrakte Art weiß ich, dass mir als Mitglied der Gesellschaft Grundrechte zustehen. Aber anfühlen tut es sich noch wie ein falsches Spiel, bei dem man jederzeit erwischt wird und rausfliegt. Gerade vor dem Hintergrund der schulischen Situation hat sich der Powi-Unterricht teils wie blanker Hohn angefühlt. Das alles liegt schon über zehn Jahre zurück und inzwischen bin ich nicht mehr so sehr im Schuld- und Schammodus, sondern in der Wut auf diejenigen, die das zugelassen hatten.
  6. Interpersonelle Probleme: Durch das bisher Beschriebene kann ich soziale interaktion um ihrer selbst willen nicht mehr genug genießen, um so gut am Ball zu bleiben wie es eigentlich nötig wäre. Vielleicht pfuscht da aber auch die HB ein Stück weit mit hinein. Normalerweise zerstreite ich mich nicht mit anderen, sondern das Interesse kühlt einfach aus, wird fad, weicht einer merkwürdigen Form von Enttäuschung. Bei vielen Menschen habe ich mit der Zeit das Gefühl, dass sie bei mir ihren Stress abladen und sich Ausgleich holen, dabei für mich aber kein Gewinn herausspringt. Durch mein Einsamkeitstraining aus der Vergangenheit wähle ich dann zu schnell wieder den Weg in die Einsamkeit.

So, ich hoffe, mein ausführlicher Seelenstriptease hat das Ganze etwas verdeutlicht und du kannst vielleicht ein bisschen einordnen, in welchem Ausmaß das bei dir passen würde. Vieles davon sind auch keine Positionen, die ich sachlich so vertreten würde, sondern Spuk aus dem Gehirn.

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Vielen Dank für Deine sehr ausführliche Antwort! :heart:
Eigentlich trifft das eher wenig auf mich zu. Ein einigen Punkten kann ich mich wiederfinden, aber nicht so, dass ich es als belastend oder einschränkend empfinden würde.

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OK, Menschen können ja auch ein bisschen was wegstecken und sich wieder davon erholen. :wink:

Ich nehme jetzt mal an, dass du mit deiner Vergangenheit reflektiert umgehst und es nicht um dieses „darf doch nicht sein und würde zu sehr weh tun, dass die eigenen Angehörigen einen traumatisiert haben“ geht. In dem Fall solltest du dich nicht verunsichern lassen in deiner Selbstwahrnehmung. Psychotherapie macht sowieso wenig Sinn, wenn du nicht überzeugt bist. Als Psychologin würde ich deine Priorisierung auf ADHS respektieren, selbst wenn ich dahinter noch Traumafolgen im Gepäck vermuten würde. Vertrauen und Motivation …

Ich finde auch, dass sich der Traumastress von der Qualität her schon nochmal anders anfühlt als der rastlose Zappelstress aus der hohen Reizoffenheit. Eine k-PTBS kann sich schon auch in Getriebenheit und Rastlosigkeit äußern, dann ist man im Fluchtmodus. Die ADHS-Unruhe für sich genommen wirkt auf mich aber deutlich „kälter“, weniger wie Flucht nach einem konkreten Trigger, sondern eher wie ungerichtetes Grundrauschen in einem sprunghaften Geist. Außerdem finde ich zu meiner inneren Ruhe und Konzentration zurück, wenn ich schwierige soziale Situationen reduziere, gesund esse und genug schlafe. Solche Tipps dürften sich für viele mit ADHS anhören wie ein schlechter Witz.

Kommt mir mittlerweile auch so vor, dass Trauma gerade wieder in Mode ist und dass einige Fachleute dadurch jetzt überall Traumafolgen sehen wollen. Aber bitteschön mit ordentlich Drogen/Sex/Gewalt/Tod. Umgekehrt hat bei mir niemand das Thema k-PTBS auch nur anklingen lassen, als ich vor zehn Jahren eine Therapie gemacht hatte. Von den Diagnosen her wurde sich an Sozialphobie und (dann doch nicht) Depression festgebissen. Kam mir manchmal fast so vor, dass andere Leute die Vorstellung nicht ertragen konnten, dass man in einem Internat für Behinderte mit Samariter-Image auch traumatisiert werden kann. Darf nicht sein, kann nicht sein. Mein traumatisiertes Hirn interpretiert das auch schon wieder als Totschweigen, Vertuschung, den schönen Schein wahren und die Opfer notdürftig abspeisen.

Patienten Leugnung zu unterstellen ist auch so eine Situation, wo sich psychologische Flacherdler selbst offenbaren. Natürlich ist wichtig abzuklopfen, ob Patienten sich mit irgendwelchen Glaubenssätzen oder Idealen selbst im Weg stehen. Rein affirmative Ansätze sehe ich da auch kritisch im Sinne der Ergebnisoffenheit. Aber sobald man anfängt, ihnen komplett ihre Wahrnehmung abzusprechen, sollte es dafür sehr sehr gute Gründe geben. Die freudschen Abwehrmechanismen sind ein Catch 22, wo du am Ende immer mit der vom Therapeut gewünschten Diagnose und gegaslightet rausgehen kannst, dein Unterbewusstsein habe ja im Grunde die Kontrolle über dich:

  • Leugnen ist definiert als Abwehrmechanismus und als Anzeichen für die jeweilige Störung.
  • Wenn Patient leugnet, bestätigt das die Diagnose.
  • Wenn Patient die Störung zugibt, bestätigt das die Diagnose.

Die meisten Fachleute sollten das heute nicht mehr so praktizieren und schon gar nicht so plakativ, aber in Grundzügen ist so ein Denken leider nicht so selten (Leugnen als Beweis für Trauma, internalisierte -ismen und noch viel mehr). Heutzutage im Studium ist Freud von Anfang an ein Witz, Folklore. Solche Manöver haben eine andere Qualität als jemanden lediglich auf Zusammenhänge aufmerksam zu machen, an die vielleicht noch nicht gedacht wurde. Ich kann aber nicht einfach hingehen und Leuten erzählen, dass sie durch ihr Unterbewusstsein korrumpiert wären. Damit würde ich ihnen die Verantwortung und die Gelegenheit absprechen, sich aktiv zu verändern.

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Ich habe nur den ersten Post gelesen und der erste Gedanke, der mit in den Sinn kam war „Für einen Hammer sieht alles wie ein Nagel aus!“

Und sowas erlebe ich immer wieder in unterschiedlichsten Bereichen. Es nervt und bereitet mir Hirnschmerzen. Ich an Deiner Stelle würde mir eine andere Therapeutin suchen…
Viel Glück!

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Genau, Für die richtig eingefleischte Traumazunft sieht alles wie Trauma aus. :hammer:

Der TE hat sich bereits zum Handeln entschlossen :wink:

Eigentlich wäre es super, wenn das Forum die Möglichkeit bieten könnte, als TE einen Beitrag als Lösung anpinnen zu können, also bisschen wie bei Stackoverflow. :thinking:

Genau, wer vom Dienst befreit werden will hat Angst, was eine vollkomen normale Reaktion ist - leicht verständlich, niemand fliegt gern mit einem Bomber durch Flak-Feuer - kann also nicht verrückt sein. Man kann aber nur auf eigenen Wunsch vom Dienst befreit werden und wenn man verrückt ist. Wer aber Bombermissionen fliegt, muß verrückt sein…

Und es gibt tatsächlich viele Menschen, die an solchen Gedankengängen nichts ungewöhnliches finden…

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Für mich war er sehr aufschlussreich. Ganz lieben Dank, dass Du uns diesen Einblick gewährt hast. :smiling_face_with_three_hearts:

In vielem finde ich mich (leider) wieder.
Ich bin ja noch neu in der „Trauma-Welt“ und versuche gerade, das alles zu verstehen und für mich einzuordnen.

Wie immer spät dran, musste ich erst 50+ werden, um überhaupt den Gedanken zulassen zu können, dass Traumafolgen evl. auch mein Thema sein könnten. Mein Leben lang habe ich mich selbst aus jedem Sumpf gezogen, aber diesmal dämmerte es mir recht schnell, dass ich aus der Nummer nicht mehr alleine rauskomme.

Also flugs den Hyperfokus angeworfen und erst mal alles zu Therapie usw. inhaliert, was mir über den Bildschirm geflackert ist. Nachdem ich wusste wie der Hase läuft und was ich will, ne Therapeutin gesucht und gefunden. Schon nach den ersten Gesprächen war klar, dass meine Erkenntnis leider kein Hirngespinst, sondern bittere Realität ist.

Weil ich mich nicht halben Sachen zufrieden gebe, nehme ich gleich das volle Paket: Entwicklungstrauma, Schocktraumata, Dissoziationen (die mir bisher nicht mal bewusst waren), rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode. Uff.

Mein Hyperfokus lässt mich nach wie vor das eine oder andere zum Thema einsaugen und ich beginne langsam zu begreifen…

Für mich ist total paradox, dass ich kognitiv genau weiß:

  • Ich bin nicht schuld daran, wie andere mit mir umgegangen sind.
  • Liebe und Zuneigung (der Eltern) muss man sich nicht „verdienen“.
  • Meine Gefühle und Bedürfnisse sind wichtig.
  • Ich bin NICHT falsch.
  • usw.

Trotzdem sitzt tief in meinem Inneren ein großes: ABER… was verhindert, das alles für mich annehmen zu können.

Wenn ich hier die Berichte über TherapeutInnen lese, dann hatte ich bei meiner Therapeutensuche wohl unverschämtes Anfängerglück. Ich bin tatsächlich bei einer Traumatherapeutin gelandet, die sich auch mit ADHS auskennt und fühle mich da wirklich sehr gut aufgehoben.

Vielleicht hat meine Taktik bei der Suche funktioniert. Ich habe bei den den Termin-Anfragen bewusst ADHS im Nebensatz erwähnt, in der Annahme, dass TherapeutInnen, die davon keine Ahnung haben (wollen), sich gar nicht erst zurückmelden oder direkt absagen. Tatsächlich kamen kaum Rückmeldungen und die beiden, die mir ein Erstgespräch angeboten haben, hatten auch Ahnung von ADHS - obwohl es auf ihren Websites nicht mal erwähnt war.

Wer also noch sucht: Nicht aufgeben!

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Das Thema hier ist zwar schon etwas älter, ich habe aber gerade ein ziemlich gutes Video zur Abgrenzung ADHS und/oder k-Ptbs gesehen und wollte es irgendwo teilen.

Ich frage mich selbst immer mal wieder, ob meine Symptome nicht auch aus einer k-Ptbs kommen könnten - ständiger Alarmmodus und so. Nach dem Video muss ich ziemlich klar sagen - eigentlich nein.

Vielleicht hilft es ja auch dem einen oder anderen bei der Einordnung:

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Hach, da hab ich schon drauf gewartet, dass der ein Video zu dieser Frage macht. :+1:

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Oh weia, auf mich trifft tatsächlich beides zu, werden meine Diagnostiker wohl Rechthaben. :neutral_face:
Ein zusätzlicher Augenöffner ist es meiner Wahrnehmung nach für mich, erklärt vieles und kann es nun ein bisschen besser einordnen bei mir, was nun was ist bei meinen Symptomen. :slightly_smiling_face:

Edit: Fehlt noch die ASS- und Ängsteschublade. Diagnostiker dasein, muss echt heraufordernd sein. :joy:

Edit2: Das Video hilft vielleicht auch bei der Medi Dosis Selbstbestimmung, also mir. :+1:

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So was von volles Rohr k-PTBS, und da und dort eine Portion Neurodivergenz. Ich beende z.B. impulsiv die Sätze von Leuten, wenn ich das Ende schon weiß und sie mir zu langsam reden. :grin:

STruktur ist Gewalt.

Der Mann ist einfach genial in seinen Formulierungen. Ich schnurre intrinsisch motiviert wie ein Kätzchen, solange mich niemand und nichts äußerlich strukturiert oder optimiert. Tools, pLaner usw. geben mir keinen HAlt, sondern machen mir Angst zu versagen.

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Also für mich ist ADS das Grundübel, weil ich trotz allem irgendwo tief in mir einen gesunden Kern habe. Denn eigentlich mag ich mich doch. Und in einer wohlwollenden, nicht fordernden Umgebung kann ich so sein wie ich bin. Trotzdem habe ich viele Traumata erlitten, die durch Menschen entstanden sind. Also so scharf abzugrenzen, wie er beschreibt, ist das alles auch nicht. Aber das grundübel ist ADHS.

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Tolle, wertschätzende und vor allem hilfreiche Erklärung. Hier geht es nicht darum diagnostisch recht zu haben sondern um zu differenzieren und intervenieren.

Grade so einige Traumafachleute meinen von oben herab ADHS auszuschließen, weil alles ja nur Trauma ist.

Hier wird wertschätzend hinterfragt ob es das Eine oder das Andere oder auch beides ist und ob man Struktur oder Sciherheit benötigt oder halt Struktur und Sicherheit.

Durch falsche, therapeutische und vor allem besserwisserischer Sicht wird einem Hilfe durch Struktur untersagt weil nach angeblicher Sicherheit gesucht wird und mit dem Aufdrücken angeblich hilfeicher Struktur anstatt von Sicherheit wird jemand hilflos in Angst gehalten, weil Struktur keine Sicherheit gibt.

Vielleicht bildlich gedacht ….?

Jemand mit ADHS fällt ins Wasser und kämpft mit Beinen und Armen gegen das untergehen und hat zugleich 1000 hilfreiche Möglichkeiten im Kopf was er tun könnte . Wenn man ihm den Rettungsring zu wirft und genau zuruft was er nun machen muss, kann er den Rettungsring trotz Panik umlegen und sich dann erleichtert dran festhalten um weitere Instruktionen zu erhalten, denen er dann folgen kann.

Fällt jemand mit kTBS (schlimme Vorerfahrungen im Wasser) , kann das zurufen ihn noch mehr blockieren und er kann komplett erstarren oder noch wilder um sich rumschlagen . Dann müsste jemand zu ihm ins Wasser springen, ihm den Ring umlegen und bei ihm bleiben und beruhigen und die Instruktionen übernehmen. (Also die Sicherheit geben) ob dann jemand zusätzlich ADHS hat oder nicht ist dann zweitrangig.

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ADHS hat man und kTBS/PTBS gibt es leider gratis dazu. Manchmal hat mir glaube ich mein ADHS auch geholfen mit traumatischen Dingen umzugehen.

Ob Trauma oder ADHS nun erstrangig oder zweitrangig ist, finde ich nicht so relevant. Wichtiger ist für mich zu wissen was in dem Moment an der Oberfläche ist und noch wichtiger ist, dass ich für beides Rüstzeug habe. Es ist aber wahrlich nicht einfach es immer passend zu erfassen vor allem wenn es sich richtig schön vermischt.

Ein guter Indikator kann oft die Wirkung der Medikation sein.

PTBS Stress sitzt irgendwie anders im Körper und fühlt sich anders an. Es ist dann eher eine Angst die einem im Nacken sitzt und das Herz zum rasen bringt und auf die Atmung geht und blockiert.

ADHS Stress sitzt mehr im Kopf vorne und macht immer mehr neue Gedanken, fährt eine eher hoch wie auf Kaffee und Herz und Atmung fühlt sich eher so an als ob man im letzten Moment noch gerannt den Bus erreicht hat oder man versucht was und macht nur Chaos. Blockiert mich die Überforderung von ADHS spüre ich das ich blockiert bin und wüsste eigentlich was zu tun wäre. Wenn PTBS blockiert weiß man manchmal gar nicht mehr was zu tun ist.

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Hast du toll beschrieben. :+1:

Und er sagt ja selbst am Schluss auch noch einmal, dass sich beides nicht ausschließt und gemeinsam auftreten kann. Das mit der sekundären und primären Scham finde ich z.B. auch interessant. In beiden Fällen kann Scham entstehen, aber sie kann unterschiedlicher Qualität sein.

zu Scham und kptbs hat er noch ein seperates Video.

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Ja, das kenne ich schon. :wink: Generell zu scham macht er öfter mal was.

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Hmmm, das Video ist echt interessant. Jetzt finde ich mich aber irgendwie auf beiden Seiten wieder und zweifle direkt wieder an der Diagnose :thinking: :see_no_evil_monkey:
Eigentlich müsste ADHS stimmen, weil die Medikamente mein Leben schon wirklich einfacher machen. Ansonsten besteht als Ko-Morbidität eine soziale Angststörung. Was ja sicher auch zu dieser besonderen Form von Scham führen kann , oder??? Und dem Freezen in „brenzligen“ Situationen???
Wie könnte man denn dann pTBS und „normale“ Angststörungen unterscheiden?
An wirkliche Traumata erinnere ich mich jedenfalls nicht, auch wenn es bei uns zu Hause nicht immer so super-emotional und herzlich zuging, für ein Trauma reicht das sicher nicht.
Und vieles ist sicher meiner extremen Überempfindlichkeit ggü. Zurückweisungen zuzuschreiben, was dann halt zu einer Angststörung führt. So die Theorie…
Aber das Gedankenkarussell ist jetzt leider in Fahrt gekommen. :joy:
Liebe Grüße , Nicky :slightly_smiling_face:

Vielleicht helfen dir beide Links um den Unterschied zu verstehen?

PTBS

ANGSTSTÖRUNGEN

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