Ein ziemlich alter Thread, aber ich wollte einmal @Nelumba_Nucifera Danke sagen, weil die Beschreibung vom Januar 2025 aus ihrer Feder auch mein Erleben mit ADHS und einer Form von kPTBS gut beschreibt. Der Stress ist total verschieden für mich.
Bei ADHS kann ich sehr gut die Gründe für den Stress benennen und die sind auch real in der Situation bedingt, bei der kPTBS ist der Stress in meinem Fall total verselbstständigt und hat fast nichts mehr mit der realen Situation zutun. Ein Beispiel ist Panik in einer Gruppe, die ich sehr gut kenne und deren Mitglieder ich auch mag, während nichts (!) vorgefallen ist - außer dass ich an einem anderen Sitzplatz sitze und ein Mensch mehr anwesend ist.
ADHS Medikamente haben mir in der Vergangenheit geholfen, diese Emotionen besser zu regulieren, aber aufgetaucht sind sie trotzdem, daran haben die Stimulanzien nichts geändert. Während der ADHS Stress deutlich gemildert war.
Wichtig außerdem: meine kPTBS ist erst aufgrund meiner ADHS entstanden. Nur mit der ADHS lässt sich ein Großteil meiner Lebensgeschichte erklären.
Also mittlerweile kann ich beides gut voneinander abgrenzen.
Hi! Ich habe meine erste Diagnose vor 25 Jahren erhalten - ungünstige Umstände, die zu einem nicht unerheblichen Teil mit meinen Traumafolgestörungen zusammenhingen, führten dazu, daß ich mich erst seit ca. 3 Jahren mit meiner Ktbs beschäftigen konnte; nachdem ich -mit Unterstützung durch Shg und sichere Freund:innen - mich mit den Wurzeln beschäftigen konnte, rückte mein Adhs wider in der Vordergrund: mein freundlicher Psychiater hatte mir nach einem schweren Rückfall(während Corona habe ich durchgesoffen) ein Antidepressivum verschrieben, das seiner Erfahrung nach auch bei Adhs-Symptomen hilfreich ist. Nach dem Absetzen wurde klar, daß ich auf jeden Fall medikamentöse Unterstützung brauche, damit ich mit den Traumafolgestörungen weiterkomme…
Ich war zum Beispiel vor einiger Zeit ratlos, weil in einem Video über Traumafolgestörungen meine Adhs-Symptome geschildert wurden: als typisch für Traumafolgen(zb. Prokrastination, Blockaden, Konzentrationsstörung, Depression…) - einige Wochen später sah ich mir das Video nochmal an -und siehe da: jede Menge Leute schrieben von ihrer Doppeldiagnose. Läuse und Flöhe, beides juckt…
Was Du schilderst, klingt sehr nach überholten Vorurteilen - ich habe mich Jahrzehnte mit Alkohol, Haschisch und Muskat selbst “therapiert” und nicht wirklich verstanden, daß das eine mit dem anderen eng verwoben sein kann…
Und kann dem vorigen Kommentator nur zustimmen: mein Vater hatte definitiv Adhs, ist im Krieg aufgewachsen, hat erst religiös (er war Pfarrer) und dann mit Alkohol kompensiert, er wurde nur 45 J. …
Für manche Menschen gerät ein Weltbild aus den Fugen, wenn es zu “kompliziert” wird
Meine Traumafolgestörungen hängen eng mit Menschen zusammen. Jetzt im Nachhinein kann ich sagen, ich habe mir von anderen Menschen viel zu viel gefallen gelassen. Ich habe mich nie gewehrt. Ich war immer lieb und doof. Ich habe narzisstischen Missbrauch, und eine Borderline Beziehung hinter mir. Ich ziehe einfach Menschen an die mich per sie schlecht behandeln.
Man sagt ich habe soziale Phobien. Aber warum auch nicht? Denn wenn ich bei mir Autismus vermute, kann ich mich nicht in andere Menschen hineinversetzen, in ihrer Motivationen. Ich konnte nie verstehen, dass es auch wirklich bösartige Menschen gibt, die ihre Bösartigkeit unter Freundlichkeit verstecken. Dabei hatte ich noch Glück: denn ich wurde nie wirklich gemobbt im klassischen Sinne, wie das in der Schule so abläuft, dazu war ich viel zu angepasst und unauffällig. Und in der damaligen DDR war Mobbing nicht so ein großes Thema, weil dieser Konkurrenzdruck nicht so da war, und ein größeres Gemeinschaftsgefühl vorherrschte. Unser Klassenverbund war recht harmonisch homogen und ausgeglichen.
Von Frauen wurde ich eigentlich eher immer genommen. Aus dem Regal genommen und benutzt, gut das klingt jetzt etwas hart. Mir fehlte mit ADS einfach die Durchsetzungskraft, sich selbst zu behaupten.
Ich war ein hübscher Kerl, und hatte keine Probleme mit Mädels und Frauen. Daher kann ich bis heute noch besser mit Frauen als mit Männern. Ich hatte da einfach die besten Erfolgserlebnisse.
Obwohl ich mich immer gefragt habe, was wollen die eigentlich alle von mir? (Autismus).
Gescheitert bin ich immer da, wo andauernde Leistung gefordert war, Aufmerksamkeit, Pünktlichkeit, seine Sachen zusammen zu behalten. So war schulisch ein Versager.
Auch wenn man Reiferzögert ist, sind soziale Interaktionen schwierig, weil die anderen einem meistens sozial sehr viel voraus haben.