Pubertät - Medikamente anpassen?

Hallo ihr Lieben,

ich hab versucht, Infos über Pubertät und ADHS-Medikation zu finden, aber bin nicht so richtig fündig geworden. Ich hab inzwischen gelesen, dass sich bei Pubertierenden eh der Dopaminhaushalt verändert - das kann ja eigentlich nur katastrophal sein, wenn man eh schon ADHS hat :grimacing:

Ich merke seit ein paar Monaten, dass meine Tochter viel zerstreuter ist, hibbeliger und abgelenkter - trotz 45mg Methylphenidat AL. Das war früher definitiv anders unter Medikation.

Ich hab gehört, dass die hormonellen Schwankungen in der Pubertät einfach dazu führen, dass die Medikation bei manchen gar nicht mehr hilft. Dass manche deshalb nichts mehr nehmen. Oder dass es mal einen Tag normal gut läuft und am nächsten scheint es gar nicht zu wirken.

Was habt ihr denn so für Erfahrungen mit euren pubertären Kindern gemacht? Ich weiß nicht, ob wir da jetzt „einfach durch müssen“ oder ob man das MPH noch weiter erhöhen sollte? (Sie wiegt aber nur 32kg :grimacing:) Oder doch was anderes probieren?

Ich wäre total dankbar, wenn ihr eure Erfahrungen teilen könntet :heart:

Während der Pubertät muss man die Medikamentendosis immer wieder mal anpassen.

Und das Gewicht begrenzt die Dosis keineswegs. Das ist überholt.

Und je älter ein Kind wird, desto wichtiger wird auch die Tagesabdeckung. Concerta reicht bis zum Nachmittag, eventuell braucht deine Tochter noch etwas für danach?

Besonders treffend beschreibt Piero Rossi in dieser schon etwas älteren Textsammlung

auf Seite 59 unten, wie wichtig die Anpassung der Dosis in der Pubertät ist.

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Danke dir!

Das Methylphenidat AL ist ein Generikum von Concerta. Ist etwas verwirrend, weil es von AL zwei verschiedene Sorten gibt. Die „glatten“ Dosen (10mg, 20mg, …) und die „krummen“ Dosen (18mg, 27mg, 36mg, 54mg). Sie nimmt derzeit morgens 18+27, um auf 45 zu kommen. Das war jetzt schon eine Erhöhung. Anfang des Schuljahres lief es mit 36mg ganz gut. Ich dachte, 54mg wär ganz schön krass viel :flushed_face:

Hat sie dass von AL schon immer genommen ?

Nee. Angefangen hatten wir mit Equasym. Das hat zwar super geholfen, aber nur die ersten paar Schulstunden. Deshalb gab es dann in der Pause noch eine Dosis. Damit kam sie dann bis in den Nachmittag und Hausaufgaben gingen auch. Aber in der Schule Tabletten nachzunehmen fand sie blöd. Dann gab es Lieferschwierigkeiten bei Equasym, weshalb wir dann Concerta probiert haben. Das schien eigentlich ganz gut, aber wir mussten pro Packung was dazuzahlen, weil sie Krankenkasse nur Generika vollständig übernimmt. Deshalb haben wir dann AL probiert. Das schien auch gut zu wirken. Dann gab es da auch Lieferschwierigkeiten. Dann sind wir auf Kinecteen ausgewichen. Das ging auch, aber wir hatten den Eindruck, dass es mit AL besser lief. Deshalb sind wir dann Anfang des Jahres zurück zu AL, als das wieder lieferbar war. Damit war sie eigentlich auch zufrieden. Wir hatten sogar ne Zeit, wo sie abends um 18 Uhr noch selbständig Hausaufgaben gemacht hat. Aber dann wurden die Hausaufgaben wieder zum Kampf und mir fiel auf, dass Schulsachen am Wochenende mit 36mg AL auch wieder viel schwieriger waren. (Im Sinne von: Kind fällt vom Stuhl, spielt mit den Stiften, kann sich gar nicht drauf einlassen, …) Deshalb hat sie dann erstmal mit morgens 36mg AL + 10mg Equasym (weil wir das noch da hatten und dann nicht extra „nur zum Testen“ ne ganze Packung verschrieben werden musste) getestet, ob Schule mit einer höhere Dosis besser klappt. Das war deutlich besser. Deshalb wurde dann 27mg+18mg von AL verschrieben. Ich glaube, anfangs war das auch gut so. In letzter Zeit hab ich wieder den Eindruck, dass es nicht mehr so gut wirkt :face_with_diagonal_mouth:

Hat sie schon ihre Menstruation?

Nee. Steht noch ganz am Anfang in Sachen Pubertät. Waren gerade erst die ersten Veränderungen an den Brustwarzen zu erkennen. Ich weiß, dass es mit dem Zyklus dann auch noch mal schwierig wird mit den Medikamenten. Da freu ich mich ganz und gar nicht drauf :downcast_face_with_sweat:

Jetzt gerade wieder. Soll eigentlich Englischhausaufgaben machen und sie ist wirklich gut in Englisch. Das wäre alles eigentlich überhaupt kein Problem und man könnte ruckizucki damit fertig sein, aber sie liegt stattdessen auf dem Stuhl und kriegt sich einfach nicht dazu, die Aufgaben zu bearbeiten. Ich fühle mich direkt in die 1./2. Klasse zurückteleportiert, wo wir die Diagnose noch nicht hatten.

Sie scheint mir aber ruhiger/nicht so hibbelig wie ohne MPH. Also irgendwas wirkt da schon, sie schafft es nur nicht, zu arbeiten :cry:

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Meiner Erfahrung nach bedarf es immer einer Anpassung der Adhs Medis, wenn sich die Hormone einer weiblichen Person verändern, d.h. in der Pubertät, Schwangerschaft und Menopause.

Auch, wenn man Präparate wie die Pille nimmt, die den Hormonhaushalt verändert, kann es vorkommen, dass die Dosis angepasst werden muss.

Da machte es für mich und meine Tochter Sinn nochmals neu einzudosieren, da nicht zwangsläufig eine höhere Dosis die Lösung ist.

Sie ist allerdings auch in der Pubertät. Da hat sie vielleicht auch einfach andere wichtige Dinge zum Nachdenken als blöden Schulkram. Und Wichtigeres zu tun als das, was sie soll. Chillen zum Beispiel.

Das macht die Frage der Dosis nicht einfacher. Am Wichtigsten ist ihre Meinung dazu! Je älter sie wird, je wichtiger ist es, dass sie weiß, was die Medis können und was nicht und wann sie die braucht und wann vielleicht nicht. Sie muss in der Lage sein, sich selbst wahrzunehmen, dann kann sie euch ( und der Ärztin) sagen, ob sie eine höhere Dosis braucht oder ein anderes Präparat.

Zur Pubertät weiß ich nicht so viel aber zumindest das inkonstante Hormonverhalten des Körpers vielleicht gerade des Oestrogens könnten das befeuern.

Hat deine Tochter schon ihre Periode?

Wenn ja kannst du zufällig innerhalb von 30 Tagen Veränderungen oder deutliche Veränderungen bemerken?

Ist es zufällig während ihrer Regel stärker/ schlimmer ausgeprägt?

Weil dann könnte ich mir 2 bis 3 ganz prägnante Auslöser vorstellen.

Ich gehe mal auf die Suche nach den 2 nis 3 im positivsten Sinne durch Vorträgen, Engagement - teils auch wütend fassungslosen Ärztinnen die sich sehr auf Adhs spezialisiert haben und wirklich zwischen Fassungslosigkeit und Wut Gefühlsausbrüchen über die Kollegen reagieren weil weder Adhs bei Frauen in sein anders aber typischen Verlaufsformen ärgern sowie das Mädchen und Frauen oft späte und erst viel nicht zweckmäßige Behandlung erfahren da viele Ärzte weder grundsätzlich nach hormonschwankungen, Phase des Zyklus, wiederkehrende Symptomatiken rund um den Eisprung oder gar die Hormonthematik der Wechseljahre und ganz vieles mehr weder wahrnehmen noch in die Behandlungen mit einbeziehen dies aus ihrer Sicht und Erfahrung aber sehr wichtig ist…

Vielleicht hast du dann auf deren Kanälen eine gute Möglichkeit Informationen und mögliche Hilfestellungsansätze erfahren zu können

Wenn es dir möglich ist, notiere mal die Stimmungen täglich. Vielleicht gibt es schon einen Rhytmus der schon zyklusähnlich wiederkehrt?

Ich denke es war so gemeint, dass die Wirkung von Concerta/Generikum ggf. zu kurz ist und es am (späteren) Nachmittag nicht reicht. Vielleicht braucht es also nicht mehr in der Summe, sondern eine andere „Tagesverteilung“ oder ggf. noch eine kleine zusätzliche Menge später am Tag (da könnte vielleicht auch was unretardiertes reichen, je nachdem wie lange es bei ihr wirkt).
Wie ist denn die Wirksamkeit über den Tag verteilt? Bis wann merkt sie/ihr eine Wirkung, bzw. wann ist sie viel hibbeliger?

Es ist natürlich schwierig, aber ich denke es ist wichtig zu versuchen die „Symptome“ etwas auseinander zu klamüsern.
Dass sie z.B. mehr Erholung braucht (und dann weniger Antrieb hat) kann ja auch durch die ganzen körperlichen Umstellungen usw. kommen. Auch Stmmungsschwankungen und „kein Bock“ sind natürlich Teil dieser Phase :zany_face:
Ich kenne auch einige Kinder/Mädchen in dem Alter, die ziemlich Vit D. und/oder Eisenmangel hatten - habt ihr das mal testen lassen? Vit D wird oft ungern gemacht von ÄrztInnen, aber ich würde das trotzdem machen lassen (und ggf. selbst zahlen).
Und was ich auch immer wieder beobachte ist eine ziemliche „Wetterfühligkeit“ (Kopfschmerzen, Müdigkeit, Kreislaufprobleme).

Es hatte ja schon jemand vorgeschlagen, dass es bestimmt helfen würde mal über einige Tage eine Art Tagebuch zu führen um die Tageszeiten und andere Faktoren besser zu verstehen. Dann lässt sich auch eher erkennen, ob eine Dosisanpassung oder eine andere Anpassung Sinn macht, bzw. wie diese wirkt, wenn ihr es ausprobiert…

Ach und ich habe auch schon von anderen gehört, dass dann doch auf Elvanse umgestiegen wird und das deutlich angenehmer und besser wirkt. Aber das ist natürlich unterschiedlich und nicht bei allen so…

Ah, stimmt. Hatte ich falsch gelesen :sweat_smile:

Am Wochenende war es definitiv im Wirkungsbereich, 2.-3. Stunde nach Einnahme :thinking: Also wenn es früher auch in der Schule gewirkt hat. Oder kann es auch sein, dass sich die Geschwindigkeit des Anflutens verändert? Das ging früher nämlich immer recht flott. Wir brauchten nie diesen unretardierten „Starter“ morgens. 1-1,5h vor Schule einnehmen hatte gereicht :woman_shrugging:t3: Abends ist definitiv alles raus, aber wenn sie sich fürs Bett fertig macht, „darf“ es ja eigentlich nicht mehr wirken, damit sie nicht wach gehalten wird?

Vitamin-D-Mangel hab ich auch schon gedacht.

Danke für den Vorschlag, ich bin zwar super schlecht darin, Buch zu führen, aber ich hab jetzt tatsächlich angefangen, weil diese schlechte Stimmung, Unkonzentriertheit und Antriebslosigkeit in Bezug auf von außen auferlegten Aufgaben die letzten Tage durchweg furchtbar ist. Vielleicht lässt sich ja wirklich schon eine Art Zyklus erkennen :woman_shrugging:t3:

Es geht ihr definitiv nicht gut damit und ich möchte sie so gut ich kann unterstützen.

Wissen ist Macht :flexed_biceps:t3:

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