Hallo Zusammen
ich dachte ich schreib hier einfach mal, evtl. hat jemand ja ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich habe vor ein paar Tagen eine ADHS Diagnose bekommen soweit so normal, endlich habe ich einen Namen dafür wie ich funktioniere.
Nur irgendwie störe ich mich daran, dass er sagte, dass weil es ja im Beruf so gut laufe und so, dass es nur eine leichte ADHS sein kann. Es fühlt sich für mich nicht so an. Ich habe sicherlich Schwierigkeiten gegen aussen zu zeigen wie schwer mir etwas fällt oder wie ich mich fühle. Meistens ist es beispielsweise so, dass es mir echt schlecht geht und danach gefragt werde sag ich eher was wie ja nicht ganz gut aktuell was halt einfach nicht sooo schlimm klingt weshalb auch immer. Ich weiss auch nicht, ich meine ich denke es ist gut, dass ich die Diagnose bekommen habe um jetzt zu lernen wie damit umzugehen aber irgendwie fühlt es sich so an, dass ichs nicht mal schaffe richtig zu zeigen wie sehr ich manchmal Probleme habe. Die Diagnostik lief über mehrere Termine einerseits bei einer Psychologin mit Tests und gesprächen und dann beim Neuropsychiater (oder wie der heisst) ach nochmals mit Gespräch und einigen Test. Gesamt siche etwas um die 6-8 Stunden, weiss nicht mehr genau hab bei gewissen Terminen nicht mehr gewusst, wann ich genau fertig war und wie lange die nun gingen.
Bei der Psychologin habe ich sicherlich zwei Drittel der Zeit verbracht, somit hat sich mich auch mehr erlebt und findet klar ich hätte eine mittelschwere ADHS, während er offiziell nur von einer leichten spricht. Ich denke vermutlich macht es gar keinen Unterschied, schliesslich kann ich jetzt mal schauen wies mit Medis so läuft und auch eine Therapie machen um zu lernen wie ich im Alltag mit gewissen dingen umgehen kann und mich neu kennenlernen kann… Nur scheine ich das Gefühlsmässig trotzdem nicht in den Kopf zu kriegen.
Ich verzweifel gerade etwas an mir selbst kann halt auch daran liegen, dass ich mich grundsätzlich bei Frauen besser öffnen kann und bei Männern meist zurückhaltender sind. Ich meine er hat ja recht ich arbeite seit bald 9 Jahren in der selben IT Firma (einmal intern das Team gewechselt) und irgendwie läufts auch gut, ich wurde letztens befördert und bekomme im Mitarbeitergespräch immer bestnoten, von daher stimmts auch irgendwie. Trotzdem bin ich gefühlt ständig überfordert, lasse Arbeiten unvollständig, vergesse sie, verpeile meine Stunden einzutragen oder bin spät dran mit arbeiten. Wir können bei uns sehr selbständig arbeiten worum es glücklicherweise nicht auffällt und ich damit also irgendwie im Job gut dastehe. Im Privaten ist es ähnlcih chaotisch mit vergessenen Terminen, verlorenen Schlüsseln, unbezahlten Rechnungen und der Unfähigkeit Ordnung zu halten oder mal innerlich zur Ruhe zu kommen. Von Aussen merkt man mir halt wirklich teilweise nicht viel an, wie sehr meine Gedanken jeweils springen oder wie ich mich fühle, da ich wirklich schlecht bin sowas auszudrücken. Bezieht sich auch auf Schmerzen, die ich offensichtlich nicht vernünftig beschreiben kann wenn mal was ist. Vielleicht bin ich auch einfach unfähig. ![]()
Sorry für den langen Text eigentlich wollte ich nur mal wissen ob ich übertreibe oder ob es grosse Unterschiede gibt zwischen leicht und mittelschwer. Da es jetzt halt einfach als leicht ausgefallen ist fühle ich mich irgendwie wie ein Betrüger der sich das meiste einfach nur einbildet oder halt zu faul ist dinge richtig zu erledigen.
Hat jedenfalls mal gut getan das mal einfach niederzuschreiben.
Liebe Grüsse und einen schönen Abend ![]()