wie ich ja schon berichtet habe, wurde ich mit 63 Jahren spätdiagnostiziert. Jetzt kann ich nach ein paar Monaten mit Elvanse 30 mg berichten wie es mir damit geht… Die Wirkung setzt bei mir nach ca. 1 Stunde ein. Dann bin ich total leistungsfähig und motiviert. Es ist so ein Gefühl von innerer Gelassenheit. Wenn viel los war und die Wirkung am Nachmittag nachlässt, bin ich allerdings ziemlich patzig, nervös und überfordert. Am liebsten würde ich dann nur noch in Ruhe gelassen werden..geht aber ja nicht immer…wie macht ihr das dann? Nehmt ihr noch einmal eine Dosis? Was ist dann sinnvoll? Mein Termin bei meiner Therapeutin ist leider erst in 2 Monaten….
Gleichzeitig bin ich jetzt aber auch beim Absetzen von Venlafaxin von 37,5 mg auf 0. Das habe ich für mich selbst so entschieden, weil ich unter der Wirkung von Elvanse keine Ängste oder depressive Verstimmungen mehr habe. Vielleicht fühlt sich das deshalb auch ab Nachmittags nach dem Wirken von Elvanse so extrem an.
Mir geht’s mit da sehr ähnlich. Elvanse hat auch eine sehr beruhigende Wirkung auf mich, bei mir lässt das Elvanse schon Mittags nach, meistens nach ca.4-5 Stunden. Dann werde ich nervös und angespannt. Ich glaube dass das bei mir durch die Reizüberflutung kommt, das ist auch eine der ersten Sachen die ich wahrnehme wenn die Wirkung nachlässt, außerdem wird mir kalt. Was ich etwas belastend finde ist das meine Arbeitskollegen direkt wahrnehmen wenn die Wirkung nachlässt, man sieht mir die Anspannung an und ich kann mich nicht mehr so gut mit meinen Kollegen unterhalten. Mit MPH war das aber deutlich schlimmer, beim Rebound von MPH war meine Laune auch immer im Keller. Der Rebound von Elvanse macht mich zwar auch nervös, aber der Rebound ist deutlich sanfter. Hast du auch das Gefühl das deine Nervosität durch die Reizüberflutung kommt? Ich habe mir vor kurzem Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung gekauft, die zieh ich manchmal auf aber ohne Musik zu hören. Das macht die Reizüberflutung deutlich besser, und das Rauschen der Geräuschunterdrückung wirkt beruhigend.
Nach der Arbeit rauche ich Cannabis, das hilft mir sehr gegen meine Reizüberflutung. Ich würde aber nicht dazu raten Cannabis zu konsumieren, es hilft mir zwar sehr, aber es verträgt sich überhaupt nicht mit der Wirkung von Elvanse. Ich achte immer darauf dass die Wirkung von Elvanse fast vollständig weg ist bevor ich Cannabis konsumiere, sonst ist es sehr kontraproduktiv. Außerdem fordert regelmäßiger Cannabiskonsum nach einer gewissen Zeit immer seinen Preis. Kann gut sein dass mein Cannabiskonsum dazu beigetragen hat dass meine Reizüberflutung in den letzten Jahren gefühlt schlimmer geworden ist.
Ich habe auf dem Forum gelesen dass viele beim Elvanse Rebound Koffein zu sich nehmen, ich hab das mal beim MPH probiert und es ist komplett nach hinten losgegangen, bei Elvanse hat es besser funktioniert, aber ich hab’s noch nicht oft genug probiert um festzustellen ob’s wirklich hilft.
Ich hoffe dass ich bei meinem nächsten Termin eine 2. Dosis bekomme, vor allem da die Wirkungsdauer bei mir eh unterdurchschnittlich ist. Leider muss ich noch länger als du auf den Termin beim Psychiater warten, Wartezeiten von 4 Monaten sind zur Zeit leider keine Seltenheit. Viele berichten dass eine 2. Dosis sich positiv auf den Rebound auswirkt.
Kann am sogenannten Rebound liegen. Zusätzlich vielleicht aber auch an dem Ausschleichen des SSRI.
Laut Fachinformation / Packungsbeilage kann die Dosis in wöchentlichen Schritten um 10mg erhöht werden. Das macht man solange bis man die passende Dosis gefunden hat und / oder sich die Symptomatik wieder verschlimmbessert und geht dann zurück zur letzten optimalen Dosis.
Da bisher scheinbar nur die Einstiegsdosis von 30mg getestet wurde, wäre der nächste Schritt also 40mg.
Sofern vor „ein paar Monaten“ nicht gleich mehrere Packungen 30mg verschrieben wurden, dürften dir schon vorm nächsten Termin die Kapseln ausgehen,
Dann müsstest du ja eh für ein Folgerezept in der Praxis vorbeischauen, bittest um eine Anpassung der Dosis + neues Rezept und beobachtest es wieder eine Weile.
Ja das stimmt, ich habe dann auch eine totale Reizüberflutung und das Gefühl von Erschöpfung. Sich Kopfhörer aufzusetzen ist für mich glaube ich nicht nützlich…ich kann es dann einfach nicht haben, wenn alle gleichzeitig etwas von mir wollen. Eine Mama und 7fache Oma soll halt immer präsent sein Dann noch ein Partner, der es gewohnt ist, das ihm alle Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt werden. (ich weiss, er ist verwöhnt, aber nach 43 Ehejahren etwas zu ändern, ist fast aussichtslos) Unter Medis schaffe ich es, alles mit Ruhe und Humor zu ertragen. Aber beim Rebound könnte ich platzen .
Ich warte erst mal ab, bis sich die Nebenwirkungen beim Ausschleichen von Venlafaxin gelegt haben…Dann denke ich, muss die Dosierung von Elvanse angepasst werden.