Reha Klinik Erfahrungen mit Burgenlandklinik?EILT leider..🙈

hallo Ihr Lieben!

Auf der Suche nach einer einigermaßen passenden Rehaklinik gerate ich wie immer gnadenlos vom Höckchen zum Stöckchen und finde die wichtigsten Infos erst kurz vor Schluss, wenn es eigentlich schon zu spät ist.

Erst jetzt kam mir die Idee, doch hier im Forum auch offen nochmal zu suchen und irgendwie bin ich dabei noch auf die Burgenland Klinik gestoßen.
die bekommt gerade bei Klinik Bewertungen DE sehr viele sehr positive Bewertungen, allerdings keine ADHS Patienten schreiben da ihre Erfahrungen.

Da ich mich bis morgen aller spätestens entscheiden muss…

Hat jemand von euch Erfahrungen mit einer medizinischen Reha in der Burgenland Klinik?

Ich bin eigentlich auf der Suche nach einer Klinik, in der Das Konzept beziehungsweise die Haltung von Selbstmitgefühl und Achtsamkeit etwas stärker berücksichtigt wird, glaube da aber inzwischen zumindest im Rehaklinik Rahmen nicht mehr so ganz dran.

Von daher einfach nur so nochmal die Frage: war da jemand von euch in der letzten Zeit und wie fandet ihr es so?

ODER Habt ihr andere Tipps für eine hilfreiche ADHS –Unterstützung in anderen Reha Kliniken gemacht? (und auch ich brauch dringend ein Einzelzimmer …:face_without_mouth::upside_down_face:)

Wär wie gesagt super, wenn ihr sehr zeitnah hier schreiben könntet wegen der von mir schon mehrfach verlängerten und morgen auslaufende Frist…

ich grüße euch alle aufs herzlichste!
Nach wie vor wie cool, dass es dieses Forum gibt.

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Hast du denn mal „Burgenland Klinik“ oben in die Suche eingegeben, wenn die Zeit so drängt? :grinning_face_with_smiling_eyes:

NEIN,natürlich nicht…aber das ich ja gleich mal tun…

Hallo @Anni2

konntest du dich denn für die B Klinik entscheiden und falls ja, kannst du darüber berichten?

Ich werde wohl kurzfristig dort aufgenommen und bin etwas aufgeregt.

Wurden deine Themen und Ansprüche an die Behandlung berücksichtigt?

Falls du es liest würde ich mich sehr über einen weiteren Erfahrungsbericht freuen

hallo du, ich habe dir eine persönliche Nachricht geschrieben, meine ich zumindest! Ich bin mit dieser Funktion noch nicht so ganz sicher. Also du müsstest von mir eine längere persönliche Nachricht bekommen haben, liebe Grüße!

Hallo!

Ich bin etwas spät, fürchte ich, aber mich interessiert deine Erfahrung. Warst du dort?

Ich habe meine Reha da gestartet (Themen ADHS, Depression, Trauer), war die ersten 10 Tage ausgenockt wg Virusinfektion und habe nach 3 Wochen abgebrochen, vor allem wegen des Umgangs mit dem Thema ADHS.

Mir wurde “vom Team” nahegelegt, ruhiger zu werden, ich würde Unruhe verbreiten. Und das bezöge sich nicht nur auf die Morgenrunden, sondern generell auf meine Art.

(funfact- ich hab die meiste Zeit strickend im Wintergarten gesessen und war nur etwas theatralischer in der Morgenrunde als “Bürgermeisterin”)

Ich habe weder erfahren, wer in “dem Team” war, noch welche Situation als störend empfunden wurde. Stattdessen bekam ich von der Therapeutin, die das Gespräch führte (nicht meine Bezugstherapeutin- die war krank) die Info, dass sie allen ihren ADHS- Patirnten raten würde, sich runterzudimmen oder so ähnlich. Und sie empfand meine ruhige Art während des Gesprächs wunderbar. Daß ich an dem Tag in einem schlimmen Depri-Loch hing (es war der Todestag meines Bruders), was ich ihr vorab erzählt hatte, war scheinbar nicht relevant.

Am selben Tag scheint in der ADHS-Therapiegruppe von der leitenden Therapeutin mehrfach erwähnt worden zu sein, dass Menschen mit ADHS lernen müssen, sich anzupassen.

Ich habe meinen Abbruch organisiert und einen Gesprächstermin beim Chefarzt bekommen, den ich auf diese und andere Aussagen ansprach.

Meine Bullshit-Bingokarte war voll. Top

Ein kleiner Ausschnitt:

  • Ja, alle Menschen müssen sich irgendwie anpassen
  • Nein, die Therapie für ADHS-Patienten wäre nicht auf Anpassung ausgelegt, ABER das war sicher auch gar nicht so gemeint.
  • Die allermeisten Klinikangestellten wären sehr sensibel in dem Bereich
  • Es käme immer mal wieder zu unglücklichen kommunikativen Fehlinterpretationen
  • Ich solle mir das Ziel setzen, auszuhalten

Mich hat das so fertig gemacht, dass ich jetzt schlechter zurecht bin als vor der Reha.

Der RV und KV habe ich es natürlich gemeldet und Beschwerde sowie Bitte im Prüfung eingereicht.

Hallo Lila,

ich war in der Burgenlandklinik. Ich kann deine Erfahrung nur bedingt teilen. Zwar habe ich auch von einigen Selbstentlassungen mitbekommen, aber ich habe da auch echt schwierige Kommunikation von beiden Seiten beobachten können.

Zum einen habe ich immer wieder von verschiedenen Mitarbeitenden gehört, dass in der Klinik kein ADHS-Schwerpunkt besteht und lediglich die ADHS-Expertise des Chefarztes Dr Ballaschke als „Aushängeschild“ gilt.

Dennoch sind aus meiner Sicht die allermeisten Patient:innen dort mit ADHS unterwegs. Ich habe zum Beispiel keine einzige Person cgetroffen, bei der nicht wenigstens ein Verdacht bestand.

Es wird dort auch diagnostiziert, dennoch haben einige (für mich) eindeutige Kanditat:innen keine Diagnose erhalten, da nicht eindeutig andere ausgeschlossen werden konnte. Einige bekamen auf vorbestehende Diagnosen noch „Borderline“ obendrauf. Deswegen hatten da tatsächlich einige die Klinik verlassen. Ob das Ausdruck einer tatsächlichen BPS war, kann ich nicht sicher beurteilen, aber irgendwie finde ich es immer ein wenig problematisch, wenn man bereits diagnostiziert dann noch neue Diagnosen mitbekommt.

Ja, es wird großen Wert auf Sozialkompetenz und ruhiges Verhalten der Pat. untereinander gelegt, das war für mich zuerst auch etwas überfordernd, da ich eigentlich zum ersten Mal wirklich unmaskiert unterwegs sein konnte. Gleichzeitig waren dort eben auch andere „Störungen“ vertreten, die ein rücksichtsvolles Verhalten in Speisesaal und Gesprächsrunden für mich schon berechtigt machten.

Alles in allem fand ich die Therapien wirklich sehr ADHS-freundlich, die ADHS-Gruppentherapie konnte ich in 6 Wochen leider nur 3x besuchen, darauf musste ich mich einstellen (wurde mir hier netterweise von @Anni2 geraten). Dass man eben nicht mit der Erwartung hinkommt, dass man daran die ganze Zeit daran teilnehmen kann und ggfs in ner „Warteliste“ steht und solange was anderes wählen kann als Indikationsgruppe.

Ich war auch mit chron. Schmerzen dort und fand die entsprechende Gruppe mit Dr Rahn (spezieller Schmerztherapeut und Mitglied der Deutschen Schmerzgesellschaft) sehr hilfreich, auch wenn es keine direkte (medikamentöse) Lösung für mein Leiden hervorgebracht hat. Leider konnte ich auch in der ganzen Zeit nicht wirklich eine Antwort auf meine Frage der komplizierten ADHS-Schmerz-Medikation bekommen, obwohl seit Woche 1 angefordert.

Demgegenüber wurde auf alle Wünsche gemäß der Verfügbarkeit eingegangen, die Wochenpläne (immer sonntags im Fach) konnten immer noch verändert werden auf eigenen Wunsch.

Das Co-Therapeutenteam fand ich super fürsorglich und unterstützend. Kam man nur 5 Minuten zu spät zu irgendeiner Gruppe oder mal nicht zur (rechtzeitig) Mediausgabe, ging sofort ein Suchtrupp los :smiley: (Zur Ausgabe: Sie haben das angeboten, um quasi Medikamente zu sparen. Das war kein Muss, aber für mich ein schönes Ritual.)

Besonders hilfreich fand ich:

Morgenspaziergang, Ernährungsberatung, Tanztherapie (irreführender Name, eigentlich eher Körpertherapie, als Gruppe und auch Einzelnd, letzteres hatte für mich einen kleinen Durchbruch), Jonglier-Therapie (hammer für Gehirntraining), Ergo und Physio (je nach Therapeut, mit einem kam ich nicht so gut klar, der war bissi übergriffig, aber hat scheinbar auch ADHS, wie die meisten Mitarbeitenden). Und die Umgebung, die mit Deutschlandticket super easy und schnell zu erkunden ist. Und die Sauna, speziell die Rotlicht-Sauna war der Hammer. Konnte etwas die Enttäuschung über die - anders als vorher beschrieben - nur zwei wochentliche Schwimmslots von 45 Minuten im örtlichen Mini-Solebecken - etwas nehmen.

Aber das absolute Highlight war es einfach, unter so vielen NDen zu sein und mit der Zeit mehr und mehr Masken fallen zu lassen.

Zu den Psychotherapien kann ich nicht viel sagen, hatte leider wegen Krankheit 3 Vertretungen und keinen roten Faden dabei… Aber bei der Tanztherapie konnte ich sowieso viel besser an mein Inneres ran. Also daher, @Lila, muss ich zustimmen. Im Februar (da haben wir und wohl knapp verpasst) ging in der Klinik ne krasse Viruswelle herum. Da war viel Ausfall, ich selber war auch einige Tage mega krank.

Achso: Und wir durften unser Abendprogramm selber gestalten. So gab es sogar ein paar feine 80s und 90s Parties und auch eine Mini-Playback-Show, die ich mir mit Mitpatient:innen ausgedacht hatte :sweat_smile: Meine Marijke-Amado-Rolle hat mich so ganz ohne spezielle Therapie aus meinen Selbstzweifeln geholt und ganz alte Talente (z.B mein Fabile für Akzent-Imitation) wieder rausgebuddelt :star_struck:

Ich persönlich bin etwas enttäuscht, dass meine Minderbelastungsfähigkeit wegen Fibro und fehlender medikamentösen Wirkung einfach ignoriert wurde und bei der Empfehlung von vollschichtiger Belastbarkeit im Ausgangsberuf beschrieben wurde, obwohl ich nie länger als 14 Uhr therapiefähig war und ich genau eine Arbeitserprobung von 120 Minuten hatte ^^

Aber ich denke das ist wohl bei allen DRV-Maschinerie-Kliniken so. Alles für die Erfolgsqoute.

Achso und ein Manko finde ich noch die sehr veraltete Einstellung zu Medikamenten. Meine Behandlung mit Intuniv zB wollten sie beenden, weil sie meinten es sei ein Kindermedikament. Habe mich aber im Gespräch mit der Stationsärztin durchsetzen, dass ich keine Verändeung dabei wünsche. (Habe am Ende sogar netterweise ein paar Pillchen für den Übergang zu Hause über feiertage bekommen)

Dann wurden viele erstmal mit Medikinet eingestellt und überall standen kleine Werbeaufsteller mit den Pillen :face_with_peeking_eye:, einigen Patientinnen wurde wegen Konsum von med. Cannabis schädlicher Konsum diagnostiziert, was so definitiv nicht in Berichten stehen sollte, va nicht bei ADHSlern, aber da gibt es offensichtlich unterschiedliche Meinungen. Dass der Konsum natürlich untersagt war, fand ich teilweise aus Rücksicht auf die vielen Suchtpatient:innen auf der anderen Station nachvollziehbar.

Also zusammenfassend würde ich sagen:

Es lohnt sich in die BLK zu gehen, aber man sollte auch bereit sein sich auf die Therapie einzulassen. Nicht alles ist perfekt an der Klinik, aber man merkt das gesamte Personal ist super bemüht, ADHSler wohlwollend zu unterstützen und viele gute Ansätze mit nach Hause zu geben.

Für eine erneute Reha würde ich für mich jedoch eher die Schönklink wählen, eben wegen der Fibrosache, wo mir, bis auf ein Vergleich mit einer Migränepatientin ^^, nicht sehr viel geholfen wurde.

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