Risperidon bei ADHS

Hallo zusammen,

Ich bin 47 Jahre alt, weiblich und seit einem 3/4 Jahr mit ADHS und Autismus diagnostiziert.

Von Mitte November bis Anfang August habe ich Atomoxetin genommen. Das wirkte recht gut. Ich konnte mich fokussieren, das extrem Hibbelige war besser geworden. Aufgrund der Nebenwirkungen, die immer schlimmer wurden, habe ich es dann abgesetzt.
Jetzt hatte ich 3 Wochen keine Medikamente und es war/ist furchtbar. Ich kann nicht still sitzen, bin total vergesslich, kann mich ganz schlecht konzentrieren und bin extrem schnell überreizt und werde meinen Kindern undmeibem Partner gegenüber schnell laut, hab starke Stimmungsschwankungen.

Aufgrund meiner Stimmungslage hat mir mein Arzt gestern Risperidon verordnet. 4x am Tag 0,25mg. Ich fühle mich seit gestern total matschig und übermüdet, als hätte ich 3 Nächte durchgemacht.

So bin ich weder vernünftig arbeitsfähig noch kann ich den Alltag mit den Kindern vernünftig bestreiten.

Eigentlich wollte ich Elvanse ausprobieren. Hier sagte mein Arzt, ich müsse erst Methylphenidat ausprobieren, bevor er das verordnen kann. Ich habe das jedoch im Internet schon anders gelesen. Methylphenidat würde ich zb nicht so gerne ausprobieren aufgrund des Rebound. Ich hab die Befürchtung, dass meine Stimmung dann noch schlimmer wird, wenn die Wirkung nachlässt.

Am Freitag soll ich nochmal zum Arzt und ihm mitteilen, wie es mit dem Risperidon läuft. Ich würde das wohl nicht weiter nehmen wollen.

Könnt ihr mir vielleicht bezüglich des Methylphenidat und Elvanse etwas sagen und nimmt jemand von euch Risperidon wegen des ADHS?

Es ist ja einfach gegangen einen Wirkstoff zu sein. Fragt sich eh was und über was du gelesen hast, da es eine Medikamente gibt, kommt gegen Methylfinidat sein gleich gegen Frauen/Kinder/Tieren zu sein und wirkt absolut unbegründet.

Zumal je nach Dosis nicht jedes Methylfinidat Medikament unangenehme Rebounds bewirken muß!

Wenn du alles gelesen hast solltest du auch gelesen haben, zur Not über die Suche suchen, selbst mit Elvanse haben genug Menschen ein Reboundgefühl nach 6, 7, 8 std trotz Halbwertszeit von 11 Std.

Weißt du überhaupt was ein Rebound ist und hast den Rebound verstanden? Letztendlich muß jedes Medikament einen Rebound machen, weil kein Medikament ewig wirkt und zwangsläufig ein Wirkende dann hat. Letztendlich ist der Rebound das Wirkende! Je nach Körper bringt das Wirkende nun mal unterschiedliche Adhs Symptome wieder und kann sie für einige Stunden auch verstärkt aufweisen.

Ich bin nie mit Medikinet zurecht gekommen und hatte dadurch sehr unangenehme Phasen, haben einige so gar nicht das aber umgekehrt mit Ritalin etc.

Keiner weiß im Vorhinein wie der Körper auf welche Medikamente reagiert. Grundsätzlich lohnt sich jedes auszuprobieren weil man teils Unterschiede in Herstellern merken kann. Es gibt eine Ausnahme die gerne dann Probleme macht, wenn du morgens keine reichhaltige Mahlzeit essen kannst. Vor Medikinet muß zwingend eine reichhaltige Mahlzeit eingenommen werden! Das ist in der Regel eher kein Joghurt, kein Shake, kein Müsli und erst recht kein Marmeladentoast - es ist eher angeraten schwerverdauliche Kohlenhydrate mit viel Protein zu wählen.

Wenn du nicht Frühstücken kannst, kannst du das mit dem vorher nicht essen können begründen und wählst Ritalin oder dessen Generika. Atomoxetin hat dir doch negative Wirkungen gerade beim Absetzen gezeigt. Das schlimmer werden wird wahrscheinlich vom sinkenden Spiegel gekommen sein. Du mußtest über Wochen einen Spiegel aufbauen und da dieser nicht über nachts abgebaut und verschwunden ist braucht er beim Absetzen genau so lange wie beim Eindosieren. Ca. 3 Wochen wenn ich mich nicht täusche und verglchsweise aber viel viel milder kommen einzelne Adhs Symptome bei Medikamenten nach deren Wirkende wieder manchmal kaum spürbar und bei manchen Medikamenten unangenehmer, doch bei welchem Medikament was passiert weiß man erst durch ausprobieren weil jeder Körper durch fehlendes Dopamin bzw. die Umstellung zu wenig Dopamin nach der Medikamentenwirkung bei jedem sich anders äußert, ob müde, fehlende Impulskontrolle oder oder oder → da muß aber ERST DANN geschaut werden ob das abzumildern ist oder ggf. in manchen Fällen nicht ein Medikamentenwechsel den Rebound mildert

Das kann dir genauso bei Elvanse passieren je nach Stärke unangenehmer oder bei manchen gibt Elvanse viel zu wenig Konzentration und Fokus, der Rest ist besser aber sie klnnen sich nicht konzentrieren

Es gibt nicht „Pille funktioniert bei allen super“ täglich 2 und es ist gut sondern ausprobieren und herausfinden was zu dem eigem Körper in welcher Stärke passt bleibt leider ausprobieren und feinjustoeren bzw. Dosis und ggf. Erhaltungsdosis/Erhaltungsdosen finden

Um Gottes willen.

Was sollst du denn mit einem Antipsychotika???
Das wird nur im Zusammenhang mit ADHS gegeben, wenn die Impulsivität absolut nicht mehr vertretbar ist. z.B. Aggressivität/ unhaltbare Wut etc. Eben weil es so matschig macht.

Und du erlebst die übliche Wirkung von Risperidon. Und ja damit kannst du i.d.R. nicht arbeiten gehen.

Ich bin entsetzt!

Nein, Risperidon ist offensichtlich keine ernsthafte Option für dich. Obwohl Risperidon sogar zu den Antipsychotika gehört, das im Vergleich weniger matschig macht als andere. Angeblich.

Die Überlegung, statt Methylphenidat Lisdexamfetamin zu nehmen, um Rebounds zu vermeiden, verstehe ich. Man kann allerdings die Rebounds ganz gut vermeiden durch die richtige Wahl des Produktes und rechtzeitiges Nachnehmen.

Also entweder du findest einen Weg, mit Methylphenidat zurecht zu kommen, ich nehme es seit 2003 täglich, oder der Versuch hat kein befriedigendes Ergebnis und du kriegst dann doch Elvanse. Jedenfalls Angst vor Ritalin brauchst du nicht haben.

Hi,
das gilt nur für bestimmte Personengruppen. Gibt es eine Vorgeschichte, weshalb der Psychiater/Neurologe dir kein MPH verschreiben wollte?

Ich berichtete von meinen Bedenken bzgl des Rebound. Außerdem vom missglückten Versuch mit Equasym und den Rebounds meines Sohnes, der auch ADHS hat.

Der Arzt selbst sprach von Ritalin, was vielleicht in Frage käme.

Mein Sohn nimmt Medikinet retardiert und unretardiert.

Falschparker,

ja, ich hatte auch schon daran gedacht, vor Wirkende dann einfach nochmal eine kleine Dosis nachzulegen. Also falls Methylphenidat dann doch in Frage käme.

Ich selbst nehme morgens Medikinet Adult, nach spätestens viereinhalb Stunden Ritalin Adult und nach spätestens fünfeinviertel Stunden dann unretardiertes MPH. So vermeide ich Lücken und Rebounds, und das unretardierte MPH am Abend sind nur 5 mg (eine halbe Tablette), die macht dann keinen schlimmen Rebound mehr.

Muss man eben leider dran denken bzw. den Wecker im Smartfon stellen.

Kathy,

Danke für deine ausführliche Antwort.

Meine 3 Kinder haben ADHS, ich beschäftige mich schon gut 6/7 Jahre mit dem Thema. Ich habe viel gelesen, mi h mit Ärztenausgetauscht und bei meinen Kindern mitgemacht.

Mir ist bewusst, dass nicht jedes Medikament bei jedem wirkt und auch, dass Mefikation nicht alles ist.

Ich habe bei mir selbst auch das Thema Frühstück beleuchtet, ich vertrage süß morgens zb gar nicht, unabhängig von den Medis.

Meine Nebenwirkungen waren während der Einnahme von Atomoxetin. Was ich beschrieben, waren die Symptome nach dem Absetzen, das hatte ich vor der Einnahme auch schon. Ich wollte damit nur deutlich machen, dass es ist wie vorher.

Falschparker,

(Sorry, ich finde die Zitierfunktion nicht)

Wieso nimmst du 3 verschiedene Präparate? Wie wurde herausgefunden, welches das Richtige ist?

Da müsste ich jetzt lange ausholen, es hat sich ergeben. Aber natürlich habe ich dies und das ausprobiert, und jedes ist zu seiner Tageszeit für mich (!) das Richtige.

Das ergibt Sinn. Ärzte lassen den Versuch mit den typischen MPH Medikamenten eigentlich nur dann aus, wenn selbstverletzendes Verhalten bekannt ist, i. d. R. bei Borderline Persönlichkeitsstörungen, weil das Risiko von Selbst- manchmal auch Fremdgefärdung während des Rebounds bekanntermaßen erhöht ist. Vermutlich haben die von dir geäußerten Bedenken den Arzt zu der Behandlung mit Atomoxetin und dem Antipsychotika veranlasst.