Ritalin adult - gute Dosis gefunden oder nicht?

Hallo,

ich habe mal eine Frage zur Dosierung von Ritalin adult.
Ich nehme das Medikament seit 4 Wochen in folgender Dosierung:

  1. Woche 10-0-0: Leichte Wirkung spürbar
  2. Woche 20-0-0: Zunächst Nebenwirkungen (Übelkeit, leichte Benommenheit, dann super Fokus, weniger überreizt, insgesamt ruhiger und viel weniger gestresst. Aber zum frühen nachmittag bereits Wirkungsnachlass) - Feedbackgespräch mit dem Doc
    seit 3. Woche 20-10-0: Wie oben, mit einer Wirkung bis zum Abend und keine Nebenwirkungen (bis auf Appetitlosigkeit) - super!
    Woche 4: Wirkung nicht mehr so stark spürbar, teilweise sogar das Gefühl wieder so verpeilt zu sein wie vorher

Es steht wieder ein Arzttermin in zwei Wochen an. Natürlich werde ich das mit dem Doc besprechen. Was ich mich aber frage ist:
-Ist es vielleicht sogar üblich, dass nach ein paar Wochen die Dosis nochmal angepasst werden muss?
-War ich vielleicht zu vorschnell mit meinem positiven Urteil beim letzten Termin? Ich bin sehr begeisterungsfähig und lasse mich von kleinen Veränderungen evtl. auch mal blenden und komme vielleicht zu schnell zu dem Schluss, dass alles super ist.
-oder habe ich mich an die positive Wirkung einfach nur gewöhnt und bin ein bisschen enttäuscht, dass da nicht noch mehr kommt?

Insgesamt möchte ich natürlich die bestmögliche Unterstützung um im Alltag klarzukommen. Vielleicht bin ich auch nur unsicher ob schon alles rausgeholt wurde.

Vielleicht kennt jemand diese Gedanken oder hat Erfahrungen, die mir da weiterhelfen. Ich bin dankbar für ein bisschen Input.

P.S. Vielleicht habe ich das Wort vielleicht ein bisschen überstrapaziert.

Viele Grüße

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Es scheint allgemein bei den Medikamenten für ADxS in der Einstellungsphase die verbesserte Wirkung zu geben.
(siehe Wikipedia) , mehr Sicherheit was du deinem Arzt sagen sollst kriegst du wenn du ein möglichst umfangreiches Stimmungstagebuch führst (nicht auf die unbestimmbare Stimmung vergessen). Am Anfang vielleicht nur mit 5 Momentaufnahmen gleichmässig über den Tag verteilt mit Grund wenn vorhanden und Intensitätsabstufung.

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Hallo Larifari,

ich würde an deiner Stelle weiter steigern, um zu schauen, ob noch mehr drin ist. Natürlich langsam wochenweise und natürlich nur in dem Rahmen den deine Ärztin vorgegeben hat.

Wenn es zu viel ist, merkst du es, dann gehst du eben wieder einen Schritt zurück.

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Hi Larifari,
ich nehme seit Anfang September Ritalin adult 10mg. Morgens 7 Uhr und Mittags 12.30 Uhr.
Ich achte immer darauf ordentlich vor der Einnahme zu essen, auch wenn dies bei Ritalin wohl nicht soo unbedingt wichtig ist. Ich hatte nämlich beobachtet, dass ich mit meinem vollwertigen Haferflocken Mampf Müsli eine längere Wirkdauer habe.

Da ich jetzt diagnostiziert bin und morgen einen Termin beim Neurologen habe, teste ich seit gestern 20-10-0.
Damit ist die wieder beginnende Verpeiltheit am Vormittag weg, deshalb möchte ich generell morgens auf die 20mg erhöhen. Und ich hoffe, dass ich jetzt zusätzlich am Nachmittag eine kleine Dosis unretardiertes Mph verschrieben bekomme. Ich bin also auch noch beim Ausprobieren.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden. Ich finde die Veränderung schon mit 10-10-0 um Welten besser. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, meinen Alltag ohne diesen Support zu stemmen. Natürlich hat sich die Wirkdauer und auch die Wirkung leicht abgeschwächt. Das ist aber ja nicht ungewöhnlich. Zudem muss ich weiterhin gut aufpassen, wieviel ich mir zumute. Ich komme zwar langsam aus der Dauererschöpfung heraus, bin aber immer noch dabei zu beobachten und zu lernen, wo meine Grenzen sind.

Ich glaube, dass darin die eigentliche Herausforderung besteht. Eine passende medikamentöse Einstellung finden UND dann sich nochmal neu kennen lernen und mehr Achtsamkeit für sich selbst entwickeln.

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Danke für den Tipp. Ich werde das beim nächsten Termin mal ansprechen. Mich juckt es fast ein bisschen in den Fingern, es selbstständig auszuprobieren, aber ich versuche mich in Geduld zu üben.

Guter Hinweis. Leider esse ich morgens gar nicht. Meine erste Mahlzeit ist das Mittagessen zusammen mit der 2. Dosis. Bekomme früher echt nichts runter. :smirk:

Auch ein guter Hinweis. Ich merke gerade, dass mir das Medikament ein bisschen mehr Power gibt und ich muss aufpassen, trotzdem auf meine Grenzen zu achten.

@Larifari @Falschparker @Fomoshlo
Ich will kurz meine letzten drei Tage schildern:

Ich habe am Dienstag auf 20-10-0 erhöht. Am Dienstag war es prima, am Mittwoch war es mir zu viel. Deshalb bin ich zurück auf 10-10-0

Meine Ärztin (Termin gestern Nachmittag) hat keine Erfahrung mit ADHS Medikamenten. Sie will sich belesen und hofft, dass ich noch was heraus bekomme.
Sie hat gesehen, dass es für Ritalin nur die 10mg und als nächstes 30mg gibt. Zudem ist Ritalin nicht unretardiert erhältlich. Ich erkläre mir meinen Tagesverlauf so:

Ritalin adult ist eine Mischung aus sofort wirksamen Mph und retardiertem. Deshalb habe ich am späten Vormittag dieses „Loch“. Das retardierte R wirkt etwa 4 h nach Einnahme. Ich könnte also die Kapseln versetzt einnehmen: 7 Uhr und 10 Uhr
Allerdings passt dann die dritte Einnahme nach dem Mittagessen zeitlich nicht. Deshalb bleibe ich bis zum Jahreswechsel bei 10-10-0. An den freien Tagen will ich 7 Uhr - 11 Uhr - 15 Uhr ausprobieren.

Habt Ihr noch weitere Ideen? Oder müsste ich auf Medikinet umsteigen? Insgesamt bin ich vorerst mit Ritalin sehr zufrieden.

So eine Staffelung hat hier schon jemand erfolgreich angewendet. Muss man aber drauf achten, dass es am Ende nicht zu viel wird wenn die Dosen zusammentreffen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass bei mir mit der Zeit und vermutlich richtiger Dosis dieses Loch verschwand. Ich habe es auch zeitlich verschoben, denn bei mir war es beim Mittagessen/Kinder KiGa abholen usw. Also viel Lärm und Reize.

Ritalin Adult kannst du auch ohne Essen einnehmen, also sehr ich kein Problem beim Punkt Mittagessen.

Wie lange hast du die höhere Dosis versucht? Nur zwei Tage? Die Anzeichen der Überdosierung sind bei einer Erhöhung für kurze Zeit normal - sollten aber nicht dauerhaft sein. Dann passt es definitiv nicht.

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@bernard
Vielen Dank für deine Rückmeldung.
Ich habe die Dosis tatsächlich nur 2 Tage mit 20-10-0 ausprobiert. Der 2. Tag war mir zu krass, vor allem am frühen Nachmittag mit der Wirkungsdopplung. Ich denke, dass hier tatsächlich zu viel zur gleichen Zeit wirkte. Zudem hatte ich völlig vergessen, dass die Kapseln unretardiertes + retardiertes MPH enthalten.

Wie hoch ist Deine Dosis und kannst Du Dich erinnern, wie lange Du das „Loch“ bemerkt hast?

Die Mittagspause zur Einnahme zu nutzen mache ich einfach aus praktischen Gründen. Ich darf am Arbeitsplatz keine Getränke und Lebensmittel zu mir nehmen, nur im Büro oder Küche. Aber ich kann mir einen Timer stellen und mich an den neuen Rhytmus gewöhnen. Daran soll es nicht scheitern.

Ich müsste Notizen oder meine Beiträge hier mal durchforsten. Wenn ich was finde sage ich dir Bescheid. Kann aber dauern, da ich sowas lieber am PC mache :slight_smile:

Bin aktuell bei 30-20-0, davor waren es längere Zeit 20-20-0. (Dient aber nicht als Maßstab - es ist ja bei jedem individuell)

Habe generell 1-2 Wochen die Dosisänderung durchgezogen. Damit man sich sicher ist.

Bei zu wenig war mir einfach die Wirkung zu inkonsistent. Das war mir zu gefährlich. Zwischendrin und ohne Vorwarnung einfach Mal wieder auszurasten macht keinen Spaß :wink: Meine Ärztin wollte immer irgendwie dass ich reduziere wenn ich dachte ich habe eine passende Dosis gefunden. Ist wohl so ein Maßstab, den ich nicht verstehe. Hat mich nur wieder verwirrt. Auch dreimalige Einnahme segnete sie nicht ab.

Alles klar! Ausraster sind echt doof. :crazy_face:
Mir fällt am Vormittag eher der fehlende Fokus auf. Ausraster erlebt zum Glück nur meine Familie.

Mit Überdosierung habe ich noch keine Erfahrung, deshalb kann ich nichts zu Deiner Ärztin sagen. Aber ich werde die dreimalige Einnahme ausprobieren. Wie gesagt, zum Jahreswechsel. Dann gebe ich Feedback.
LG

Frühstückst du ? Und wenn ja ist dir die Wirkung von Säurehaltigen Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln auf die MPH Präparate bekannt? Die lösen das nämlich schneller auf. Am besten sind Bananen, Joghurt und Eiweißshakes ohne Milch zum Frühstück ;
Zitronensäurezusatz, auch Vitamintabletten ohne Vitamin C (oder aber auch diese mit Zitratverbindungen als Trägerstoff) vermeiden.
Im Allgemeinen von den Ärzten verlangen halt auch mal Out of the Box zu denken, es gibt ADxSler die brauchen nur ein halbes Milligram MPH für den ganzen Tag und welche die benötigen 54 mg in der Verteilung 1-1-1-0.

Medikamentenspiegel immer testen lassen.

@Fomoshlo
Ja, ich frühstücke. Es gibt täglich Müsli, welches zum Hauptteil aus Haferflocken besteht und noch Leinsaat, bisschen Nüsse und ein wenig Rosinen enthält. Obst im Müsli mag ich nicht, höchstens Banane. Milch vertrage ich nicht, deshalb nutze ich Hafermilch, dazu gibts Kräutertee. Das macht so satt, dass ich auch keine Snacks dazwischen brauche.
Nahrungsergänzung nehme ich nur, wenn ich Mangel habe.

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