Ich bin 61 Jahre alt und bei mir wurde letztes Jahr von einem Psychiater ADHS diagnostiziert. Behandelt wird mit Ritalin adult. Beim Eindosieren zeigte sich bereits, dass das Medikament erst in hoher Dosierung zu wirken beginnt. Bei 80mg hat der Psychiater dann nicht weiter aufdosiert, weil im Beipackzettel 80mg die Obergrenze gesetzt ist.
Leider bin ich schlechter Responder. Bei 80mg merke ich schon, dass es mir etwas besser geht. Eine zufriedenstellende Wirkung tritt allerdings erst bei 140mg ein. Nebenwirkungen wie Nervosität oder Bluthochdruck gibt es keine. Mir geht es einfach nur besser und ich kann den Tag konzentriert und ausgeglichen angehen.
Kennt vielleicht jemand einen Arzt, der mit dem Thema vertraut ist und auch höhere Dosen verabreicht? Es ist wirklich ein großes Problem, und ich möchte als schlechter Responder ernst genommen und professionell betreut werden.
Mein Grundproblem ist, dass nur höhere Dosen Ritalin adult bei mir wirken - zur Zeit 140mg pro Tag), aber nur 80mg zugelassen sind. Ich finde keine adäquate Betreuung.
80mg war anfangs die Tagesdosis. Der Psychiater hat mir 10mg, 30mg und 40mg Original Ritalin adult (kein Generikum) gleichzeitig aufgeschrieben. Ich hatte also 3 Döschen und sollte dann selbst experimentieren, wie die beste Verteilung ist. Immer mit der Maßgabe, 80mg nicht zu überschreiten. Ich hatte dann zuerst morgens 40mg und mittags 40mg. Ich konnte etwas Wirking verspüren, aber nur ansatzweise. Dann habe ich immer höhere Dosen am Morgen genommen, bis ich schließlich die ganzen 80mg morgens nahm. Das führte nach ca. 30 Minuten zu einer gewissen Erleichterung, ich konnte etwas klarer denken und der Antrieb war verbesser - aber immer noch zu schwache Wirkung. Außerdem ließ die Wirkung ab 14:00 Uhr spürbar nach. So habe ich im Selbstversuch in 10mg-Schritten weiter aufdosiert, bis ich bei 140mg (komplett morgens) ankam. Diese Dosis ist für mich optimal. Ich nehme sie um 9:30 Uhr, die Wirkung setzt um 10:00 Uhr ein. Ab 17:00 Uhr klingt sie langsam ab, gegen 20:00 Uhr spüre ich keine/kaum noch Wirkung. Das passt optimal, weil ich gegen 22:00 Uhr schlafen gehe und so den Rest des Abends angenehm ausklingen lassen kann. Ich habe also meine Optimal-Dosis Ritalin gefunden. Das Problem ist nur, dass ich keinen Psychiater finde, der so hohe Dosen aufschreibt, denn offiziell beträgt die Höchstdosis 80mg pro Tag und ich brauche 140mg. Um so viel Ritalin zu bekommen, bin ich aktuell bei 2 Psychiatern und der eine weiß nichts von dem anderen. Das ist aber keine wirkliche Lösung, denn ich möchte ja auch qualifizierte Betreuung haben für Menschen, die nur auf höhere Dosen ansprechen. Höhere Dosen bedeutet ja auch höheres Risiko. Hat hier im Forum vielleicht jemand ein ähnliches Problem? Oder fällt jemandem ein Lösungsvorschlag ein? Dann bitte hier posten. Danke.
Eine therapeutische Wirkdauer von 7-8h ist zwar schön.
Wenn man allerdings fast das Doppelte der zugelassenen Max.-Tagesdosis benötigt, um eine therapeutische Wirkung zu erreichen, dann stimmt da was nicht → Non-Responder.
Ich lese oben auch nichts von einem Eindosierungsschema beginnend bei 10mg und dann wöchentlich in 10mg Schritten aufwärts, sondern gleich 40-40-0 und dann in Eigenregie einfach immer weiter bis 140mg einmal morgens.
Das würde wahrscheinlich kein Arzt verantworten, geschweige denn unbemerkt mit der Krankenkasse abrechnen können, ohne Probleme zu bekommen, wenn nicht vorher andere MPH Retard Formulierungen und auch die anderen Wirkstoffe ausprobiert und dokumentiert wurden.
Da du fragst, ob jemand einen Arzt kennt, der das mitgeht, nehme ich an, der aktuelle Behandler geht das nicht mit, oder es gibt nun sogar Probleme, da die Kapseln zu früh aufgebraucht wurden.
Wie empfinden denn Aussehenstehnde die Wirkung ? Vielleicht fühlst du dich ja mit 140 mg erst wohl , weil du es richtig spürst und bist vielleicht drüber ?
Alternativ könntest du noch Elvanse testen vielleicht kannst du da im vorgegebenen Rahmen bleiben ?
kannst du mir erklären, wie du zuerst meinst? Wenn ich das wörtlich nehme, hast du die Einzeldosen 10, 20 oder 30 mg gar nicht ausprobiert? Und wenn doch, wie lange?
Dass der Antrieb spürbar verbessert wird, findet nicht bei jede/m ADHS-ler statt, auch nicht bei sonst optimaler Dosis. Möglicherweise ist deine Erwartung unrealistisch.
Und das Nachlassen um 14:00 Uhr wäre auch kein Grund für eine Erhöhung der Dosis, sondern für eine zweite Einnahme.
Das „zuerst“ erklärt sich von selbst, wenn man meinen Eingangspost liest. Dort habe ich geschrieben, dass langsam aufdosiert wurde, bis 80 mg erreicht waren. Ab diesem Zeitpunkt gilt das „zuerst“.
Ich hatte geschrieben, dass ich morgens 140mg nehme und diese Dosis auch brauche. Wenn ich morgens nur 80mg nehme, bin ich unterdosiert. Wenn ich um 14:00 Uhr eine zweite Dosis nähme, wäre das ebenfalls eine Überdosierung. Wie soll ich eine zweite Dosis nehmen, wenn mit der Erstdosis bereits das Tagespensum aufgebraucht ist? Funktioniert nicht.
Ja, das sehe ich ähnlich. Ich würde aber nicht behaupten, dass da was nicht stimmt. Ich bin eben schlechter Responder und brauche höhere Dosen. Das ist so und das ist auch okay.
Dann schreiben wir es einfach um in „Das ist dann scheinbar nicht das richtige Medikament für dich“.
Normalerweise würde man bis max. 80mg hochdosieren und bei nicht ausreichendem Ansprechen die Formulierung, oder gleich den Wirkstoff wechseln.
Lisdexamfetamin wäre da der nächste Schritt.
Wenn es da dann immer noch so sein sollte, dann sollte aus ärztlicher Sicht vielleicht genauer hingeschaut werden durch Medikamentenspiegel-Messung.
Habe ich und auch für mich war es undeutlich.
Ja, da steht was von 80mg Tagesdosis nicht überschreiten.
Gefolgt von 10, 30, 40er Döschen - gefolgt von „zuerst 40-40-0“.
Da kann man schon mal fragen, wie und in welchen Schritten eindosiert wurde, aber jetzt wissen wir es ja.
Ja, der aktuelle Behandler geht da nicht mit. Er ist kein ADHS-Experte und hat keine Erfahrung mit schlechten Respondern. Deshalb geht er auf Nummer sicher und verordnet prinzipiell maximal 80mg pro Tag. Das Problem war aber leicht zu umgehen, in dem ich mir einfach einen zweiten Psychiater gesucht habe, der vom ersten nichts weiß. Das ist für mich aber keine gute Lösung, denn ich möchte einen Psychiater haben, der höher dosiert und meine Vitalwerte im Blick hält. Deine zweite Vermutung - dass es Probleme gibt, weil der Tablettenvorrat zur Neige geht - trifft glücklicherweise nicht zu.
Ist doch ziemlich eindeutig: Wenn der Psychiater nicht weiter aufdosiert, kann man logisch daraus schließen, dass er vorher aufdosiert hat. Aber die Sache ist ja jetzt geklärt.
Da stimme ich dir zu. Ich werde den Psychiater bitten, Formulierung und/oder Wirkstoff zu wechseln. Das ist einen Versuch wert und vielleicht ist mein Problem damit schon gelöst.
Also, von meiner Frau zum Beispiel bekomme ich die Rückmeldung, dass ich konzentriert, geordnet, leistungsstärker und antriebserhöht bin. Ich vergesse auch nicht so viel wie sonst und kann besser priorisieren, sagte sie mir letztens.
Und was ich gesagt hatte, war ja nur, dass ich es sonderbar finde, dass du sagst, 80 mg wirken etwas, aber nur bis 14:00 Uhr. Wieso wirken dann 140 mg viel länger, das ist doch eigentlich kaum zu erwarten?
Wie auch immer, ich würde jeden Arzt verstehen, der das nicht mitmacht. Man würde 100 oder 120 mg Tagesdosis noch in extremen Ausnahmefällen akzeptieren können (das stand sogar mal in einer Richtlinie), aber natürlich verteilt auf mehrere Einzeldosen! 140 mg Einzeldosis liegt aber schon weit darüber.
Sobald einer deiner Ärzte oder auch ein zukünftiger Arzt davon Wind bekommt, dass du von zwei Ärzten gleichzeitig Ritalin-Rezepte bezogen hast, wirst du von diesen vermutlich gar kein Stimulans mehr bekommen.
Übrigens lesen Ärzte auch Foren.
Gehst du damit auch zu zwei verschiedenen Apotheken und bist du auch in zwei Krankenkassen?