Ritalin und Sport

Hallo liebe Community,

ich wollte Euch Fragen ob ihr Sport macht mit aktueller Ritalinwirkung? Also Ritalin nehmen und dann ins Fitnessstudio?

Ich traue mich nicht wirklich zu belasten unter der Einwirkungen von Ritalin, da ich mal gehört habe dass das schlecht für das Herz-Kreislauf-System sein kann, bzw. der Blutdruck zu hoch gehen könnte.

Wie ist Eure Erfahrung damit?

Viele Grüße
Coooyah

Hey @Coooyah, ich nehme Medikinet und mache entweder vor der Tabletteneinnahme früh morgens Sport oder danach, also wenn die Wirkung nachmittags abklingt. Unter der Medi-wirkung hatte ich mich beim Sport nicht wohl gefühlt und der Puls ging rauf. Ritalin ist ja ähnlich in der Wirkung wie Medikinet, wirkt aber glaube ich länger. Ich denke, dazu wirst du sicherlich noch Tipps von anderen bekommen. Liebe Grüße, Lea

@Coooyah
Mein Erfahrung bezieht sich sowohl auf Medikinet, wie auch auf Elvanse.
Ich mache Sport, unabhängig vom Einnahmezeitpunkt. Medikinet habe ich 4x am Tag genommen und fahre Fahrrad, also richtig Crossbike, keine Blümchen pflücken. Bin immer wieder mal im Fitnessstudio, dort zwar mehr Rehaaktiv wegen meinem defekten Nacken-Schulter-Bereich, also keine Gewichte kloppen. Weiterhin gehe ich täglich recht aktiv mit meinen zwei Hunden durch den Wald für 1,5-2 Stunden.
Ich habe nirgends das Gefühl, das mein Blutdruck in gefährliche Regionen steigt. Das kann aber auch damit zusammenhängen, das ich schon sehr lange Sport mache, früher viel mehr wie heute, durch ADHS eben sehr ins Extreme.
Beim Medikinet konnte ich durch die Mehrfacheinnahme keine Rücksicht auf Zeiten nehmen und auch beim Elvanse habe ich nicht das Gefühl, das es mich beeinträchtigt.
Ich war von August bis Oktober diesen Jahres in einer Fachreha, wo ich mindestens drei dutzend ADxSler kennengelernt habe, alle waren oder wurden auf Medikinet, Elvanse oder Atomoxetin eingestellt. Und für jeden war, im Rahmen seiner Möglichkeiten, Sport ein „Pflichtfach“. Also schwimmen, laufen, rennen, klettern, Rad fahren, usw. Jeder sollte mehrfach die Woche Blutdruck messen, ich habe es immer so 3x wöchentlich gemacht.
Vor paar Jahren hatte ich die Diagnose Bluthochdruck, ich habe meine Ernährung umgestellt, Zucker reduziert und etwas abgenommen. Dadurch bin ich um eine Medikamenteneinnahme herumgekommen. Seitdem ich ADxS-Medikamente nehme, ist mein Blutdruck und mein Puls nochmal runtergefahren, ein guter Puls beim Radfahren zB. ist so um die 130 Schläge. Da kann ich unter Medis strampeln wie ich will, da komm ich nicht hin, bei mir ist so bei 110-115 Ende.
Bitte beachte: das sind meine Erfahrungen, wenn man sich unsicher ist und auch generell sollte man das beobachten!
Als ich beim Eindosieren vom Elvanse gemerkt habe, das mein Herz doch schon ordentlich geht, habe ich eben etwas langsam gemacht, das war aber nach 2-3 Tagen wieder erledigt. Das Stimulanzien und Sport generell gefährlich sein kann, ich weiß nicht, sehe ich anders…bei Menschen, denen es den Blutdruck auch in der Ruhephase schon hochtreibt, ja, da wäre ich auch vorsichtig!
Man fällt ja nicht sofort tot vom Laufband nur weil man draufsteigt. Ich denke, wenn man sich an die Meßgeräte anschließt, genau beobachtet und analysiert, Auffälligkeiten mit dem Arzt bespricht, beim hochschnellen von Puls und Blutdruck die Bremse zieht, kann nichts schiefgehen.
Denn bei einem bin ich mir sicher: ein durch regelmäßige Aktivitäten gestärktes System kommt besser mit der anregenden Eigenschaft der Stimulanzien klar, wie der „Zucker- und Fettverseuchte“ Körper, der nur Extremcouching gewohnt ist. Ich meine das ohne jegliche Abwertung, ich habe jahrelang selbst so gelebt!!

Leistungssportler mit Adhs nehmen doch auch ihre Medikamente. Von daher denke ich nicht, dass es Probleme geben könnte.

Ich denke auch, Angst muss man da nur haben, wenn man überdosiert wäre.

Kommt auf einen Versuch an. Wenn du deinen Kreislauf überlastest, merkst du es. Vielleicht zwischendurch mal Blutdruck messen.

Sport ist die effektivste nichtmedikamentöse Behandlung bei AD(H)S.
Medis + Sport sind überhaupt kein Problem.
Während der Eindosierung vielleicht ein bisserl langsam machen, wenns sich nicht gut anfühlt.

Ich nehme darauf auch keine Rücksicht, obwohl ich mich definitiv nicht als Sportlerin bezeichnen kann. Aber ich versuche, so gut ich es hinkriege (ist sehr phasenweise), immer wieder Ausdauersport regelmäßig unterzubringen. Aber auf sehr niedrigem Level. Das so zur Einordnung.
Ich messe meinen Blutdruck, anfangs zu Beginn der Medikamenteneinnahme mehrmals täglich, jetzt nur eher sporadisch. Zur Migräneprophylaxe nehme ich die minimale Dosis Betablocker. Mit ADHS-Medikation habe ich etwa 50% des syst. Werts im niedrigen, 50% im optimalen Bereich, die diast. sind alle im optimalen Bereich. HF ist tw. sehr niedrig, tw. mal max. bei knapp 70. Alles Ruhewerte. Das Gerät würde auch melden, wenn es Arrhythmien feststellen würde.

Ich höre immer sehr auf meinen Körper beim Training: Ich hasse es, mich zu quälen, schon schwitzen finde ich eigentlich sehr unangenehm, daher trainiere ich so, dass ich gut atmen kann und ausdauernd radfahren / laufen. Damit fühle ich mich sicher. Wenn ich mir unsicher wäre oder werden sollte, würde ich mir wohl einen ordentlichen Pulsmesser besorgen und einen Brustgurt, um mein Körperempfinden mit zuverlässigen Werten abzugleichen und zu „verbessern“ und sicherzustellen, nicht in kritische Bereiche zu kommen.
Ansonsten sage ich mir, dass ich als Mensch grundsätzlich ein mir nicht genau bekanntes Risiko für „Malaisen“ habe und ignoriere es an den Stellen, wo ich es nicht beeinflussen kann. Ich nutze die existierenden Möglichkeiten, sie zu kontrollieren oder zu vermeiden, aber wo das nicht geht, nehme ich sie bewusst in Kauf.

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