Ritalin wirkt nicht! ADS

Bei meinem Sohn, 11 Jahre alt, 1 Klasse Gym. wurde vor 2 Monaten ADS diagnostiziert. Wir haben dann mit 2x tgl Ritalin 10mg angefangen. Es hat minimale Verbesserung gezeigt. Nach eine woche hat KPJ auf 40mg ret. gewechselt. Das war definitiv zu viel. Er war stundenlang aggressiv, unkonzentriert und … wir sind dann wieder auf unret. Umgestiegen, diesmal 15mg. Hat absolute keine Wirkung aber auch keine Nebenwirkungen gezeigt. Ich bin recht verzweifelt. Wenn methylphenidat für ihn nicht der richtige wahl ist was dann? Meiste kinder mit Konzentrationsprobleme reagieren gut auf methylphenidat.
Er ist dieses jahr sehr sehr knapp durchgekommen. Aber ohne Unterstützung wird nächstes jahr nicht mehr werden.
Bin auch aktuell auf der suche von adhs Training plaz.
Habt ihr vlt auch ähnliche Erfahrungen gemacht wo methylphenidat bei ADS kind nicht gewirkt hat aber dafür was anderes?

Hi @BlÜMchenn und herzlich willkommen! :adxs_wink:

Dass MPH nicht wirkt, kann man ja nicht sagen. Es gab ja mit 10 mg unretardiert eine Wirkung (wenn auch schwach) und auch mit 40 mg retardiert (zu stark).

40 mg retardiertes MPH entsprechen 2 x 20 mg unretardiertem. Die Steigerung von 10 mg auf 20 mg kann schon zu viel sein. Man fängt bei Kindern auch üblicherweise nicht direkt mit 10 mg unretardiertem MPH an, sondern eher mit 5 mg, manchmal auch mit 2,5 mg und steigert dann langsam um 2,5 oder 5 mg bis die Dosis passt.

Die Eindosierung ist absolut schlecht gelaufen. Normalerweise fängt man auch mit einer unretardierten Dosis am Morgen an und steigert die wöchentlich so lange langsam (!), bis die Wirkung angenehm ist.

Dann erst kommt die zweite Dosis dazu, und zwar ca. 30 Minuten, bevor die 1. Dosis aufhört zu wirken. Auch die 2. Dosis wird wieder langsam gesteigert.

Wisst ihr überhaupt, wie lange eine Einzeldosis unretardiertes MPH bei Eurem Sohn wirkt? In welchem Abstand hat er die 2 Dosen denn genommen?
Hat er ausreichend und regelmäßig gegessen, nachdem er MPH genommen hat?

Für Kinder gibt es auch noch andere Medis (bist Du aus Österreich? Da weiß ich nicht, welche Medis zugelassen sind), aber ich würde das MPH noch nicht aufgeben. MPH dosiert man nicht mit dem Holzhammer ein, sondern mit Geduld. Was im Übrigen auch für alle anderen ADHS-Medis gilt.

Wir haben mit 10mg begonnen. Es sollte 1x um 7:30 und dann um 11uhr genommen werden. Mein Sohn aber entweder vergessen oder hat verweigert was in der schule zu essen. Daher haben wir entschieden 2 dosis um 14uhr wenn er nach hause kommt, nachdem Mittagessen zu verabreichen.
Unret. Wirkt genau 2,5h. Das heißt 10:30 ist die wirkung dann weg gewesen. Das merke ich wie er plötzlich anfängt neben sein Hausaufgaben oder schulbücher zu zeichnen.
Unter 10mg ist die Wirkung sehr schwach. Er hat vlt ein wenig, weniger Wiederstand gezeigt.
Unter 15mg hat er während der lernen mit mir gemeinsam für letzte Mathe SA ständig über verschiedene Themen gesprochen und hat wirklich die Aufgaben nicht verstanden und viele flüchtigkeitsfehler gehabt.
Unter 20mg…möchte ich nicht mal darüber reden.
Mittlerweile ist seine Angst vor Prüfungsituationen so stark geworden dass er letzte woche vor der mathe SA und Turn Prüfung sich übergeben hatte.
Er schreibt meistens 4 und 5. Außer Englisch. Da schreibt er immer 2 oder 3.
Ich habe von medis keine wunder erwartet aber ja…

Reden wir dann wirklich von Ritalin oder Medikinet?

Weil ich was mit Essen gelesen habe. Ich glaube Ritalin gibt es gar nicht von Rotalin nur Äquivalente Generikahersteller.

Reden wir über Medikinet kann Schusselflummi auch falsche Schlüsse gezogen haben.

Probiere mal beide Medikamente und du wirst sehen, trotz gleichem Wirkstoff ganz verschiedene Empfindungen der Wirkung bei sehr vielen

Ich meine schon Ritalin. Die Wirkung kann bei allen Stimulanzien von der Nahrungsaufnahme beeinflusst werden und als schlecht bis nicht vorhanden wahrgenommen werden, wenn man vor und nach der Einnahme gar nichts isst.

Dann würde ich 12,5 mg unretardiert probieren. Wenn das auch nicht passt, dann mal 7,5 mg. Auch die 10 mg könnten schon zu viel gewesen sein. Und er muss am Vormittag was essen. Sonst wirken die Stimulanzien nicht richtig. Es reicht nicht, die Pille zu „frühstücken“ und dann erst Mittags das erste Mal was zu essen. Es kann auch gut sein, dass die Wirkung länger hält und sich angenehmer anfühlt, wenn er was gegessen hat.

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40 mg retardiert in der zweiten Woche? Bei einem 11-jährigen? Was ist das denn für ein Psychiater? :adxs_surprised:

Da ihr noch gar nichts unter 10 mg unretardiert probiert hattet, würde ich erst einmal im Bereich 5 mg gucken und dann eine Weile warten, eventuell dann auf 7,5 mg steigern. Manche Effekte zeigen sich eher subtil, ohne schlagartigen Aha-Effekt.

Und mittelfristig bleibt ihr natürlich nicht bei den unretardierten Tabletten, die reichen ja nicht lange genug.

Wenn die Wirkung weiterhin enttäuschend ist, fragt nach Attentin. Die sind für Jugendliche GsD zugelassen, für Erwachsene leider nicht.

Aber auch hier sachte beginnen, am Anfang nicht mehr als 2,5 mg. Es gibt Tabletten mit 5 oder 10 mg, die kann man sehr gut teilen und sogar vierteln.

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Mal so zu Falschparkers Beitrag fiel mir noch die Frage ein, was das Kind denn selbst dazu sagt bzw. die Lehrer, gerade in kleineren Dosierungen?

Wenn er selbst nicht viel dazu sagen kann würde ich wahrscheinlich länger versuchen bei Ritalin LA (retardiert/ veränderte Wirkstofffreisetzung) beobachten, vielleicht sogar die anfänglichen Nebenwirkungen auszusitzen/ abzuwarten, denn nicht das er dadurch es nicht benennen kann bzw. eher erfragen ob er etwas anders empfindet und was sich verändert hat.

Ich weiß das ich die ersten Wochen breit war (ähnlich wie angeschwipst) und war einfach nicht mehr sehr nervös. Ich glaube ich brauchte auch etwas Zeit bis ich wirklich verstand was anders war, warum es anders war, so etwas auch umgehen lernen. Mir fällt das echt schwer zu beschreiben, aber absetzen hätte ich es nicht gewollt.
Hatte ich aber auch mal in den Semesterferien gemacht um zu verstehen, ob ich das auch ohne kann und stellte fest, wie schlimm ich den Alltag plötzlich ohne fand.

Es ist nicht immer alles greifbar gewesen, denn in meinem Alter hatte ich auch immer wieder mal Phasen, in denen es ganz gut lief, ich gar nicht auffällig war und dann wieder Zeiten die grausam und gruselig waren, weil man auch nie verstand was das ist, warum das so ist, warum es letzte Woche nicht so war etc.

Gerade in der Kindheit war ja wie ich war für mich normal alle anderen meinte immer nur, das es wohl nicht so war und wurde oft gerügt und geschimpft

Es kann ja vielleicht auch daran liegen. Kann es sein, daß er gar nicht recht weiß was normal bzw. anders ist und was jetzt unbedingt anders sein sollte bzw. als Druck von außen auf eine bestimmte Veränderung ist?

Viele verstehe ich selbst erst seit einigen Jahren und ich in der Therapie gesagt bekommen habe, daß ich anders denke und empfinde und erst mit meiner Therapeutin das gewisse Dinge, sie sie mit anderen Worten als bestätigt sah, zwischen uns dann zum Kampf wurde, weil ich immer meinte es sei anders, nicht so sonder so und so.

Dadurch wurde klar das was ich sende so nicht empfangen wird und das was andere senden von mir ganz anders aufgenommen wird, dann in 2023 der Verdacht, ob Adhs passen könnte und Jahre vorher auch ob ggf. Asperger sein könnte. Mit der Diagnose und Asperger gings los und kam dann noch zur Hochbegabung und jeder sein für sich hatte zwar was bewirkt und beeinflußt, doch erst seit alles steht und ich mich wirklich damit beschäftige verstehe ich vieles aus der Vergangenheit und warum was für mich immer normal war für andere zu hoch, zu weit weg, nicht nachvollziehbar ist warum ich für nüchterne emotionslose faktische Feststellungen immer so von allen auf die Mütze bekomme und alle sich ständig verletzt fühlen - was nie eine Intension ist/ war und auch für mich oft nicht nachvollziehbar in den Kontexten war/ ist

Eine gewisse Wirkung nimmt man wahr, für manche Dinge braucht man Zeit, eben weil der Kopf über die Medikamente Zeit der Ruhe braucht um diese Ressourcen anders verwenden lernen muß, denn vorher war es teils mit ADHS Symptomen bzw. den Folgen aus den Symptomen beschäftigt war etc.