Rückmeldungen zu Veränderungen mit Medikamenten

Hallo zusammen,

mich würde mal interessieren ob bzw. welche Rückmeldungen ihr von Menschen bekommen habt, seitdem ihr Medikamente nehmt.

Ich habe heute meine Chefin mal gefragt ob ihr irgendwas an mir aufgefallen ist seit ich Elvanse nehme und habe eine sehr interessante Antwort bekommen.

Sie meinte dass ich, was sich in den letzten ein bis zwei Wochen wieder verändert hat, anders gesprochen habe (mit ihr, sie weiß nicht wie es mit anderen war).

Also dass ich vorher und jetzt wieder immer sehr bedacht spreche, auf die Stimm-Melodie, Betonung etc. achte. Das war wohl in der Zeit der Einnahme bis vor kurzem nicht so, ich war sehr gerade heraus, schnell mit den Antworten und eher monoton in meiner Sprechart.
Was sie wohl zwar auffällig fand, aber nicht schlimm.

Ansonsten meinte sie ist ihr nichts aufgefallen, Arbeitsmotivation, Leistung und der Umgang mit den Kindern ist weiterhin gut.

Ich habe übrigens in den letzten ein bis zwei Wochen meine Dosis reduziert, um mal zu schauen wie sich das auf mein Schlafverhalten auswirkt. Das würde zu ihren Angaben passen.

Ihre genaue Antwort hat mich irgendwie total beeindruckt, wie sind eure Erfahrungen mit Rückmeldungen?

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Meine Erfahrungen sind da eigentlich recht positiv.

Zumindest seit Elvanse.

Mir wurde vermehrt frei heraus gesagt, dass ich jetzt deutlich ruhiger und strukturierter wirke.
Zudem im großen und ganzen angenehmer usw…

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Wusste sie von der Einnahme?

Ich würde immer bevorzugen, Leute zu fragen, die nichts davon wissen. Oder denen man was von Vitaminen erzählt hat.
Der Bias (die Vor-Meinung) der Beobachter kann das Ergebnis krass verfälschen, je nachdem wie intensiv sie pro/kontra eingestellt sind.

Ja sie weiß es. Ich habe ihr Anfang des Jahres nur erzählt dass ich die Diagnose bekommen habe und ein Medikament dafür nehmen werde.
Ich schätze meine Chefin nicht unbedingt voreingenommen ein, aber natürlich ist niemand davon befreit.

Von der Dosisveränderung oder sonst irgendwas wusste sie nichts.
Mich hat auch jeder auf der Arbeit dem ich von der Diagnose erzählt habe ungläubig angesehen und gemeint dass sie das niemals gedacht hätten.

Eine Kollegin, der ich es nicht erzählt habe hatte mich mal angesprochen ob ich psychische Probleme hätte, an einem Tag an dem es mir eigentlich hervorragend ging. Sie konnte nicht wirklich erklären warum sie das gedacht hat. Vielleicht sollte ich sie mal fragen ob sie Veränderungen festgestellt hat.

Hallo @Tagträumerle :slight_smile:

Ich habe die Rückmeldungen bekommen, dass ich viel ausgeglichener wirke und auch nicht mehr so „konfrontativ“. Bei Konflikten oder Themen, die mich sonst aufgeregt haben, bin ich gelassener und diplomatischer als zuvor.

Und meine Mutter sagte mir, dass ich viel besser zuhöre und „so anwesend“ wirke! Und dass meine Stimme sich verändert hätte, ich würde viel fröhlicher sprechen, mehr lachen und insgesamt glücklicher wirken.

Mein Freund meinte auch, dass ich seltener gegen Dinge (Türrahmen etc) laufe.

Echt spannend, was deine Chefin da bemerkt hat! Stellst du das denn an dir genauso fest oder war dir das neu?

@Zoi , danke für deine Antwort, sehr spannend!

Mein Freund meint meine Schmerzen beherrschen mich weniger, unsere Verbundenheit leidet und ich bin unzugänglicher geworden.:face_with_peeking_eye:
Wir sehen uns aber leider auch fast nur noch dann wenn das Elvanse schon nachlässt oder die Wirkung ganz weg ist.

Beim Thema Haushalt hat er das Gefühl es kommt bei plus minus null raus. In dem Sinne dass ich wenn ich dran bin alles ignoriere und durchziehe, mich stresse, aber auf der anderen Seite mehr Tage habe an denen ich nichts schaffe.

Dass ich es mit Elvanse aber auch besser durch den Tag schaffe besonders wenn bestimmte Dinge anstehen, wie heute zum Beispiel in der Stadt Besorgungen zu machen.

So direkt wie meine Chefin es ausgedrückt hat ist es mir nicht selber aufgefallen, aber ich habe eine Zeit lang stark gemerkt dass ich nicht mehr so viel darüber nachgedacht habe was ich sage, und mir das sehr unangenehm war. So dass es mir tatsächlich Angst gemacht hat weil ich das Gefühl hatte ich kann meine „Maske“ nicht aufrecht erhalten.
Da hab ich dann aber mehr drauf geachtet.