Hallo Leute,
das hier ist mein erster Beitrag auf diesem Forum und ich würde mich sehr freuen wenn ihr mir bei meinem Anliegen weiterhelfen könntet ![]()
Ich bin 24 Jahre alt und habe im Mai 2026 nach einen 3 monatigen stationären Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik die Diagnose „ADHS: unaufmerksamer Typ“ (ehemals ADS) bekommen.
Ich hatte selbst bereits seit 2023 den Verdacht ADS zu haben und hatte das bei meiner damaligen Therapeutin auch angesprochen welche das aber schnell abgetan hat da sie meinte ich sei nicht so vergesslich wie die anderen ADS Patienten die sie hat welche oft nicht mehr wissen was in der letzten Stunde besprochen wurde. Ausserdem wurde es etwas als Krankheitsangst abgetan da ich zuvor auch schon andere Symptome gegoogelt habe und dann schnell Angst hatte verschiedene Krankheiten zu haben.
Im April 2025 hatte ich dann eine Online Diagnostik bei „Praxis-ADHS.de“ gemacht bei welcher trotz vieler ADS Symptome meinerseits die Diagnose nicht vergeben wurde da ich in der Kindheit sehr unauffällig diesbbezüglich war und meine Mutter beim Fragebogen keine Auffälligkeiten bestätigen konnte und zudem gewisse Marker beim kognitiven Online Test sehr untypisch für ADS sind (Kann ich gerne nochmal genau heraus suchen bei Interesse)
Da ich seit 2022 unter Ängsten und depressiven Symptomen leide habe ich mich dann dazu entschieden 2026 in eine psychosomatische Klinik zu gehen und hatte das Thema ADS bis dahin eigentlich erstmal abgeschlossen.
Dann habe ich aber zufällig mit anderen Patienten darüber gesprochen welche selbst betroffen waren und ich konnte mich sehr mit ihnen identifizieren weshalb ich das Thema nochmal bei der Psychologin angesprochen habe und sie meinte sie schauen sich das ganze genauer an.
Nach vielen Auffälligkeiten in Gesprächen, Fragebögen und Verhaltensweisen meinerseits wurde dann tatsächlich die Verdachtsdiagnose ADS gestellt und ich habe 5mg Medikinet bekommen um zu schauen wie ich darauf reagiere.
Mir wurde es so vermittelt von den Psychologen und anderen Patienten dass Menschen ohne ADS dadurch wohl euphorisch und aufgeputscht werden und Menschen mit ADS eher ruhig, sortiert, etc. werden.
Hier würde ich mich freuen wenn jemand das genauer einordnen könnte, auch im Hinblick darauf dass ich zu diesem Zeitpunkt schon sehr erschöpft war und ja auch depressive und ängstliche Symptome hatte (Mein Nervensystem war im Überlebensmodus) und dadurch ja der Dopaminspiegel sowieso weit unter dem Durchschnitt ist denke ich.
Das war meine Erfahrungen unter Medikinet: (2x 5mg)
- enorm verbesserte Gehirnleistung
- viel strukturierter und sortierter (innerlich und äusserlich)
- innere Ruhe
- starke Entspannung und Sicherheitsgefühl (Weil endlich alles so funktioniert hat wie es soll)
- keine Angst mehr (vor Arbeit, Zukunft, …)
- Viel stärker im Moment präsent gewesen
- emotional flacher und weniger Bandbreite
- konnte mich unter Medikation nicht so stark über die positiven Effekte freuen
- Rebound am Abend mit Depressivität
- Nach ein paar Wochen emotional sehr gedämpft
Anhand der emotionalen Dämpfung habe ich dann noch Elvanse 20mg probiert.
- emotional oft sehr gut gefühlt
- wesentlich reifer und erwachsener gefühlt und gehandelt
- enstpannter und innerlich ruhiger
- sanftes Ausklingen ohne starken Rebound
- Viel stärker im Moment präsent gewesen
- koginitve Fähigkeiten teils schlechter als ohne Medikation
- noch unstrukturierter und zerstreuerter als ohne Medikation
- teilweise Redefluss gehemmt
- teilweise Gefühl wie auf Drogen
Zuhause habe ich dann noch verschiedene Dosen von Elvanse probiert zwischen 10 und 20 mg und habe mich oft einfach wie ein emotionsloser Zombie gefühlt welcher Betäubt ist und gar nicht richtig da ist und ich war nur auf der Couch gelegen und habe nichts gemacht.
Zur Diagnose habe ich dann auch noch Fragebögen mit der Ärztin durchgemacht und auch selbst ein paar beantwortet bezüglich Kindheitsalter und Erwachsenenalter. Meine Eltern wurden dann nicht mehr befragt.
Insgesamt war es bei mir kein ganz klarer Fall aber ich habe die Diagnose bekommen damit ich die Medikamente bekomme da ich sehr viele positive Effekte in der Klinik hatte.
Bezüglich der Online Diagnose meinte die Ärztin dass diese nicht sehr aussagekräfig ist da es eine klinische Diagnose ist und in der Kindheit war ich vielleicht unauffällig weil ich durch hohe Intelligenz und schnelles auswendig lernen und geschickte Vermeidung sowie viel äussere Struktur gut kompensieren und maskieren konnte.
Aufgrund der verschiedenen Aussagen und Diagnosen von Ärzten und Psychologen , einigen sehr unschönen und untypischen Medikamenten Erfahrungen und der unauffälligen Kindheit fällt es mir schwer die Diagnose jetzt richtig zu glauben und mich darauf einzulassen und Schuld und Schamgefühle von mir zu weisen. Ausserdem habe ich bei der ADS Medikamenten teilweise Angst es doch nicht zu haben und damit Schäden anzurichten.
Interessanterweise muss man sagen dass es mir unter der ADS Medikation deutlich leichter gefallen ist die Diagnose zu glauben als ohne.
Ich habe halt manchmal die Sorge dass mich das Medikament nur gedopt und emotional gedämpft hat und meinen Dopaminspiegel welcher durch Erschöpfung im Keller war gepusht hat.
Falls jemand den ganzen Text durchgelesen hat danke ich dir vielmals und ich würde mich sehr über Feedback, Ratschläge sowie Einordnungen meiner Erfahrungen freuen.
LG DEEMAN <3