Hi zusammen,
ich wollte mal in die Runde fragen, ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat, weil ich mich seit Monaten ziemlich festgefahren fühle.
Ich (ADHS-Diagnose August 2025) habe ab September mit Medikinet adult 10 mg gestartet und hatte damit über mehrere Monate eine richtig gute Wirkung. Ab Januar hatte ich dann das Gefühl, dass 10 mg nicht mehr ausreichen. In Absprache mit meiner Psychiaterin habe ich auf 20 mg erhöht, das war aber sehr wechselhaft (teils Überstimulation, teils kaum Wirkung). 30 mg waren klar zu viel.
Danach habe ich Lisdexamfetamin (Lisdex Aristo, 30–50 mg) ausprobiert (März), was anfangs ok war, aber dann v. a. zu Nebenwirkungen geführt hat (schlechter Schlaf, depressive Stimmung), sodass ich wieder zurück zu Medikinet gewechselt bin.
Aktuell nehme ich 10–15 mg Medikinet (teilweise auch gesplittet), aber die Wirkung ist total unklar:
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mal fühlt sich 15 mg zu viel an (überstimuliert, unruhig)
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mal habe ich mit 10 mg gar keinen Zugriff auf mein Gehirn
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oft kippt die Wirkung einfach
Zusätzlich habe ich über die letzten Monate gemerkt, dass kurz vor meiner Periode die Medikamente (egal ob Medikinet oder LDX) gefühlt kaum wirken.
Was mir aber am meisten zu schaffen macht: Ich fühle mich seit ca. 4–5 Monaten wie in einem Dauerzustand aus
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innerer Unruhe + gleichzeitiger Blockade
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emotionaler Abflachung bzw. Instabilität
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sozialer Überforderung (ich ziehe mich am liebsten zurück)
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kognitiven Problemen (kein Zugriff auf Gedanken/Sprache)
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starker Unsicherheit im Alltag und Job
Ich habe das Gefühl, egal was ich mache (Dosis anpassen, „runterfahren“ etc.), ich komme aus diesem Zustand nicht raus.
Mit meiner Psychiaterin habe ich bereits besprochen, beim nächsten Termin ggf. Kinecteen auszuprobieren. Sie meinte aber auch, dass es sein könnte, dass ich zu den Personen gehöre, die Stimulanzien nicht gut vertragen, und dass man ggf. auch Alternativen wie Atomoxetin oder Bupropion in Betracht ziehen sollte.
Meine Fragen an euch:
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Kennt jemand so eine Phase über mehrere Monate?
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Hattet ihr auch so starke Schwankungen zwischen Über- und Unterdosierung?
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Spielt der Zyklus bei euch auch so eine große Rolle?
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Und vor allem: Hat jemand einen Weg daraus gefunden bzw. was hat euch geholfen, wieder in einen stabileren Zustand zu kommen?
Ich wäre wirklich dankbar für Erfahrungsberichte.