Sich gebremst fühlen! Man ist nicht man selbst! Verbalattacken über sich ergehen lassen (müssen)! Klappe halten! Angst vor Jobverlust!

Hallo,

die Störung meiner Impulskontrolle = Hauptproblem meines ADHS hat mir in der Vergangenheit oft … sehr oft Probleme in meinen Jobs, bis hin zu Kündigungen geführt.

Da ich jetzt echtn tollen Job mit eigentlich auch ganz tollen Kollegen (mit Ausnahmen, auf die ich gleich komme) und ebenso tollen Vorgesetzten habe, beschäftigt mich o. g.

Ich bin bzgl. der Impulsivität echt gut medikamentös eingestellt, bin zwar nicht tot, aber gut ruhig gestellt sozusagen.

Der Vertrag ist auf 2 Jahre befristet, vor Kurzem Probezeitgespräch und nochn Mitarbeitergesprach gehabt. Beide durchaus positiv. Ich habe durchweg positives Feedback erhalten. Daher die Probezeit überstanden, jetzt noch knapp 18 Mon. Chancen auf Übernahme sind vorhanden und wenn ich mir nicht selbstn Bein stelle sogar gut, wobei da ja immer ein paar Faktoren reinspielen. Ich will da echt bleiben.

Nun gibt es aber so 2, 3 Kollegen - von ca. 75 insgesamt und von 40, mit denen ich regelmäßig zu tun habe, die doch sehr arrogant sind, so mit mir reden, sticheln, aber so nicht nur mir gegenüber sind, sondern auch anderen, was ich mir immer wieder sagen muss, damit ich das nicht zu persönlich nehme. Obwohl mich mein Gefühl nicht los lässt, dass es jetzt genau gegen mich geht.

Links rein, rechts raus ist meine Strategie, manchmal einfach auch nicht richtig hinhören, überhören, den Gedanken haben, dass grad nur so mit mir gesprochen werden konnte, weil ich es den anderen erlaubt habe.

Alles schön und gut und jetzt kommt das aber, auf das alle schon gewartet haben, aber es nervt mich, dass ich jetzt nicht so bin, wie ich eigentlich bin oder mind. war und ganz sicher noch so wäre ohne Medis. Ohne Medis und auch ohne Versprechen an die bessere Hälfte, dass ich mich zusammenreiße und auch iVm mit Alter, Lebenslauf, Verpflichtungen … hätte ich schon nach einer Woche nem Kollegen mal die Meinung gegeigt und gesagt, dass mir der Ton nicht gefällt.

Nun möchte ich gar nicht jemanden sagen, dass es mir nicht gefällt, wie mit mir teils gesprochen wird, weil die z. T. wie best friends auftreten, als eine geschlossene Gruppe, der man nichts anhaben kann, trotzdem zT an Heuchelei nicht zu überbieten sind und mit dem Vorgesetzen seit Jahren richtig dicke sind und ich somit Bedenken habe, dass meine Hinweise und mögen sie noch so eloquent ausgedrückt worden sein, mir zum Nachteil werden.

Vllt ist das Ganze auch nur ein Test, sage ich mir und wenn ich auf gewisse Äußerungen nicht eingehe und immer nur sage „Alles gut“, ärgert die anderen das am meisten. Ich will denen auch gar keine Angriffspunkte liefern.

Mich beschäftigt so ne blöde Äußerung auch mal Tage, Wochen, Monate und ich ärgere mich, dass ich den anderen nicht verbal an die Wand geklatscht habe.

„Lustigerweise“ weiß ich, dass es mir dabei zwar temporär deutlich besser gehen würde, aber dann hätte ich erst richtig Probleme.

Mich ärgerts halt auch, dass ich mich selbst in diese vermeintlich schwächere Phase aufgrund meines „abenteuerlichen“ Lebenslaufes gebracht habe. Ich bin nämlich ganz sicher nicht schwächer. Körperlich bin ich sogar der Stärkste. :wink: Psychisch stecke ich sonst die meisten wohl auch in die Tasche und wenn ich mich jetzt nach so kurzer Zeit fachlich einschätze, muss ich mich vor anderen nicht groß verstecken.

Mich ärgert aber auch, dass andere so mit mir reden (dürfen) und wenn ich es tun würde, hätte ich halt (mal wieder) ein Problem.

Ihr kennt sowas ganz sicher auch, oder?!

Wie geht ihr mit sowas um?

Dankeschön.

LG

Oh ja, die AD(H)S-eigene Rejection Sensitivity lässt grüßen…

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Autsch, das kennt wohl ( fast ) jeder hier.

Leider kann ich da keinen zielführenden Tipp geben weil:
Ich in der Vergangenheit schon oft diese Situationen erlebt habe.
Anfangs hat man seinen Impulsen nachgegeben, was natürlich nicht gut kam. Irgendwann fing ich in einer anderen Firma an und hatte das gleiche Problem. Ich schluckte…und schluckte…und wurde übernommen und schluckte immer noch.

Leider hatte dieses " Schlucken des Problems/ der Person ) fatale Folgen auf meine Arbeit, weil ich mehr damit beschäftigt war mich zu beherrschen, als auf die wichtigen Dinge.

Ich habe mir etwas anderes gesucht, wo das Klima entspannter war.

Hilft nicht wirklich, aber tatsächlich würde auch mich interessieren, wie andere das handhaben? Man kann ja schlecht täglich eine Valium nehmen ( was ich zum Schluß machen musste), um nicht zu explodieren.

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Moin @kraemerchen.
Das von dir beschriebene kommt mir leider in gewissen Punkten nur zu vertraut vor.

In meinem letzten Job hatte ich das leider extrem.
2-3 Personen welche die Stimmung vergiftet hatten, jedoch im heckwärtigen ende der Speiseröhre des Vorgesetzten so tief drin steckten dass die dem ohne Probleme die Mandeln hätten rausnehmen können und dadurch unantastbar waren.

Zu meinem Glück war der Vertrag nur befristet und ich habe ehrlich gesagt gefeiert als ich endlich da raus war.

Was du machen könntest, ist, evtl die Personen unter 4 Augen darauf ansprechen und (falls hinter deinem Rücken über dich hergezogen wird) darum bitten, dass sie dich, wenn sie ein Problem mit dir haben, direkt ansprechen sollen.
Zusätzlich kannst du trotzdem den Vorgesetzten ins Boot holen.

Ist dein ADHS dort bekannt?

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Also erstmal Respekt, dass du so lange durchgehalten hast, den Mund zu halten. Das kostet enorm Nerven und davor ziehe ich den Hut!

Wie ist das bei euch:
Die 3 nervigen Kollegen, sind die nur zu dir so (weil sie ggf wissen, dass du noch nicht entfristet bist) oder sind sie zu anderen Kollegen auch so? Und sind sie nur zusammen so oder auch allein jeder einzeln?

Um sie anzusprechen müsstest du dir „sicher“ sein und was Handfestes vorbringen, also es müsste inhaltlich Hand und Fuß haben und nicht auf deiner evtl Rejection Sensitivity beruhen.

Wenn das so ist, dann sprich sie in einem für dich emotional stabilen Moment an, am besten zunächst unter 4 oder 8 Augen, um ihnen die Chance zu geben, sich ohne Publikum zu äußern. Wenn sie dir blöd kommen, dann würde ich die nächste Ansprache offen gestalten, ruhig wenn andere dabei sind oder wenn du mitbekommst, dass es gegen andere geht.

Und wenn die Personen grundsätzlich mobben, dann solltest du zum BR oder deinen Vorgesetzten gehen, denn das wäre mutig und in dem Fall absolut richtig :sunny:

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Wie kommt man zu Valium?

An der Arbeit weiß nur ein Kollege Bescheid, dem ichs gesagt hatte. Wir haben in kürzester Zeit eine sehr gute Vetrauensbasis aufgebaut und der hat mir auch schon einiges Privates erzählt …

Die sind zu (fast) allen so. Gefühlt eher gegenüber Kollegen, die in irgendeiner Art und Weise gefährlich werden können, den Job des anderen streitig machen könnten. Ich fühle mich in gewissen Situationen nahezu herausgefordert. So, als die nur darauf warten würden, dass ich ausrasten werde.

Die darauf anzusprechen … ja, habe ich dran gedacht … möchte die aber lieber mit weiterem Ignorieren strafen! :wink:

Ich wünschte mir lediglich, dass mich das dennoch nicht noch Ewigkeiten danach beschäftigt. :-/