Sinus-Studie geht "viral"

… zB. hier:…
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.studie-aus-heidelberg-jede-fuenfte-familie-von-adhs-betroffen.c076cdb9-9c1e-4477-a2cc-4ccdb548b674.html

Interessant finde ich die doch mittlerweise recht realistische Einschätzung von ADHS in der Bevölkerung.

Studie Beschreibung

Ergebnis

6 „Gefällt mir“

Nicht schlecht.
Vielen Dank für die Links.

Muss mich grade irgendwie an meine Kindheit / Jugend erinnern wo es oftmals hieß „Stell dich gefälligst nicht so an!“ oder auch „Sei doch mal normal / benimm dich doch endlich mal normal“. Ist / war irgendwie ein evergreen. Zu meinem Leidwesen.

Freut mich grade extrem dass die Zeit sich dahingehend geändert hat.

3 „Gefällt mir“

Sinus-Milieus!
Ha, das war mein Prüfungsthema.
Schön, dass da was passiert.

Aber 1000 Probanden ist ein bisschen mau…

Und evtl kann es sein, dass da eine unbewusste Vorselektion stattgefunden hat, weil das eher Leute machen, die von ADHS selbst oder im näheren Umfeld betroffen sind.

2 „Gefällt mir“

Aus dem Bericht der Stuttgarter, „Nach Barths Ansicht gehen Ärzte verantwortungsvoll und nicht übereilt mit der Diagnose um.“
schön euphemistisch formuliert für „unterdiagnostiziert“ :joy:. An anderer Stelle steht ja, dass nur 9% diagnostiziert sind…

„Lehrer neigten hingegen dazu, betroffene Kinder auf Sonder- oder Waldorfschulen zu verweisen, wo der Unterricht stressfreier ablaufe. Barth findet, dass das Phänomen auch in der Lehrerausbildung in den Blick genommen werden müsse.“
Oh ja. Ein ziemliches Armutszeugnis irgendwie, wenn dann eher auf Sonderschulen etc. verwiesen wird. (Deckt sich aber gut mit meiner damaligen Grundschullehrerin…) Es ist einfach mehr Schulung nötig, mehr Vernetzung, mehr Informationen über Hilfsangebote.

Uffz, der ganze Artikel hat dann über 90 Seiten, wow.

1 „Gefällt mir“

Naja meiner Ansicht nach geht das dann so in die Richtung von „das Kind ist auffällig, macht nicht wirklich mit (über- / unterfordert?), (macht mir (evtl. „unnötig“) Arbeit?), passt vielleicht auch nicht so ganz ins Leistungsschema“.
Zumindest lief es in meiner Schullaufbahn anfangs in diese Richtung. Bin zwar um verschiedene Schulformen rum gekommen, aber durfte mich dennoch von recht weit unten bis ganz nach oben kämpfen. Hat zwar etwas länger gedauert aber ich habe damit so ziemlich all meinen damaligen Lehrern gezeigt wie falsch sie lagen!

Ich weiß nicht ob es nur mit reinen Schulungen getan wäre. Zumindest was die Schulung von „Bestandspersonal“ angeht habe ich so meine Zweifel. Bei neuen, angehenden Lehrern kann man denke ich noch die besten erfolge erzielen. Wenn man frühzeitig in Studium und Referendariat mit Sensibilisierung beginnt kann es funktionieren. Möglich dass hier aber nur reines Wunschdenken aus mir spricht :frowning:

1 „Gefällt mir“

Ja, voll, da müsste generalüberholt werden und das greift sicher besser beim jungen Lehrpersonal. Am besten im Studium, sonst verpflichtende laufende Weiterbildungen wie in vielen Gesundheitsberufen. (Oder gibt’s das eh bei Lehrer:innen? Kenn mich nicht so aus)

Und yes @ hochkämpfen in der Schule. Schon noch weiterhin abmühen, aber es kann gehen :crossed_fingers:

Was ist „Waldorf“ und was „dergleichen“?

Er meint vielleich die Rudolf-Steiner Schulen bzw. die Waldorfschule.

Zum Glück gibts bei den Vordenkern der Pädagogik ansonsten keine Rassisten…?
Was mich störte und weswegen ich nachhakte: die Umfrage zeigt ein Versagen des staatliche Schulwesens: Kinder mit ADHS „funktionieren“ nicht, als Alternativen bleiben Sonderschulen und Waldorfschulen. Statt eben jenes Versagen (übrigens nicht nur bei ADHSssies, bei denen bekommt man das halt mit) zu thematisieren, werden Sonderschulen und Waldorfschulen hier in den Kommentaren als schlechtere Alternativen hingestellt.,
Selbstverständlich weiß ich, was eine Waldorfschule ist, zumindest muss ich hier keine Stereotype reproduzieren, als gäbe es unter den Vordenkern staatlicher Pädagogik weder Schwurbler noch Rassisten.

Mannmann, da wird beschrieben, dass unser staatliches Schulwesen für nicht normgerechte Kinder (das betrifft ja nicht nur die mit ADHS) nicht taugt, und das einzige, was einem dazu einfällt, ist Bashing derer, die genau das nicht hinnehmen wollen und die die Ausrichtung und Zielsetzungen dieses mehr als rückständigen ständischen Bildungssystems hinterfragen…

3 „Gefällt mir“

Ich gebe zu, ich habe die Studie nicht lesen und wollte nur auf deine Frage antworten.
Dass es Rassisten überall gibt, natürlich. Und über die Waldorfschulen zu diskutieren ist hier nicht der Platz.
Daher werde ich meinen vorigen Beitrag editieren.

@Hibbelanna Wenn ich mit meiner Aussage gegenüber Waldorf und ähnlichem etwas zu weit gegangen bin bitte ich dies in aller form zu entschuldigen. Ich wollte damit niemandem zu nahe treten. Vor allem da ich mich hier vermutlich das erste mal unter einer größeren Anzahl an gleichgesinnten wirklich verstanden fühle.
Ich habe meinen Beitrag bereits entsprechend editiert und bitte nochmals um Entschuldigung.

Ich habe ehrlich selten so bedauert, nie richtig Statistik „gemacht haben zu müssen“ oder sonstige Grundlagen von Meinungsumfragen. Ich kannte bisher nicht einmal Sinus-Gruppen, obwohl ich so eine Betrachtung echt spannend finde.

Mein innerer Monk versucht nur irgendwie immer, auf 100 in der Summe zu kommen. Insbesondere in der Aufzählung der Stuttgarter Zeitung wusste er irgendwann nicht mehr, was zu was in Beziehung gesetzt wird.
Modediagnose hat eine 8 und Modekrankheit eine 24? (Ja, Monk, 8 x 3 ist 24, aber das ist vermutlich Zufall. Ja, Zufall findest Du blöd. Schon klar.)

Und wenn sich 39 weder für sehr informiert (10) noch für wenigstens „eher informiert“ (51) halten: Fließen deren Ansichten dann trotzdem ein bei Fragen wie „Machen Medikamente roboterhaft?“. Oder durften oder mussten die 39 (100 minus 10 minus 51) dann bei den Fragen weiterspringen bis zu dem Punkt, wo sie wieder was zu wissen glaubten?

Für Mehrfachnennungen ist ein spezieller Platz in der Hölle vorbehalten, einer ohne Wahlfreiheit. Außer, wenn man betroffen ist. Dann ist es störungsbildspezifisch und daher 100Pro ok. In der Darstellung unter „Ergebnis“ hat der Monk dann immerhin die heiß ersehnten Tortendiagramme bekommen. Er wird den Inneren Streber jetzt auch immer zu Venn-Visualisierung animieren. Macht echt einen Unterschied. Aber auch viel Arbeit.

Mein Inneres Kind interessiert sich evtl. ohnehin nur für die Frage, ob „sie“ (wer immer das ist… die eher Informierten oder die gerade nicht? Die Nicht-Betroffenen?)… Also mögen „sie“ uns jetzt mehr oder weniger nicht als es dachte, dass „sie“ uns nicht mögen.

Und der Innere Klugscheißer antwortet ihm, dass das doch egal sei. Die 51 %, die sich für „eher informiert“ halten, führt er ohnehin auf den Dunning-Kruger-Effekt zurück.

Ich mache jetzt mal ein Tortendiagramm meiner Inneren Anteile und Ego-States. Visualisierung. So wichtig.

2 „Gefällt mir“

Ich lese das eher als Trendstudie. Die Konstruktion muss ich nicht genau verstehen. Interessant ist ja letztlich, was die Forschenden rauslesen, z. B. wie sich die Einstellungen verändern / verschieben.
Wenn ich das recht verstehe wurden als " vorher"-Basis bestehende Studien verwendet.
Selbst mit guten Statistikkenntnissen bräuchte man immer noch fachbezogenes Methodenwissen… oder - hilft ja alles nichts - Vertrauen. Die Ergebnisse sind ja gut dargestellt.

1 „Gefällt mir“

Danke, das wäre aber nicht nötig gewesen, ist ja keiner zu Schaden gekommen. … Aber ich schätze Euer Entgegenkommen!

Es ist mir nur wichtig, das nicht unwidersprochen stehenzulassen.

Editieren ist immer schwierig, weil dann der Kontext fehlt…

Das ist eben das, was ich befürchte: Leute wie wir werden aussortiert. Uns werden Chancen genommen. Je niedriger der Bildungsstatus und der soziale Status der Eltern, umso schwieriger wird es für den einzelnen in Deutschland.
Das Professorenkind kann machen, was es will, es wird immer als hochbegabt gelten, und nicht als ADHS-Kandidat gesehen werden.
Für die anderen Kinder wird es schwieriger. Ihre Eltern haben weniger Mittel sich zu wehren.

Da man uns mit einer ADHS-Diagnose nicht auf eine normale Schule gelassen hätte, die wir alle intellektuell sehr gut bewältigt haben, bin ich fast froh, erst als Erwachsene diagnostiziert zu werden.

Was Lehrer betrifft, so sollte man nicht zu enthusiastisch sein. Mir sagte der Leiter eines Studienseminars für Lehramtsreferendare, dass seine Lehramtsanwärter dieselbe statusmäßige Attitüde hatten wie seine Lehrer in den 60iger Jahren.

Die Wahrscheinlichkeit, auch in Zukunft stigmatisiert und ausgeschlossen zu werden, ist also sehr hoch.

Geht auch ohne Diagnose, dass man zur Hauptschule o.Ä. geschickt wird, da man ja trotzdem stört, aufhält oder nicht mitkommt wenn verträumt oder schusselig.
Hat meine Mutter zum Glück ignoriert und dennoch auf ne höhere weiterführende Schule geschickt wo es dank guten Lehrpersonal klappte. Es ist echt Glückssache mit Lehrpersonal.
Meine Klient:innen haben da auch so ihre Probleme mit Lehrenden die ADxS oder andere Struggles nicht anerkennen und dann mit üblichem „Streng dich halt mal an!“ kommen, vom weggewunkenem Nachteilsausgleich ganz zu schweigen.

3 „Gefällt mir“

In der Schule geht es ja nun nicht nur im Intellekt.
Fleiß, Konzentration, Motivation usw. sind die andere Hälfte oder eher noch mehr.
Es ist so einfach kaum zu schaffen (zumindest Gymnasium), gerade wenn man jung ist und es so unglaublich viele neue Dinge und Ablenkungen im Drumherum gibt…