ich bin neu in diesem Thread. Unser Sohn ist sieben und spielt seit März 2025 Fußball in der F-Jugend eines Dorfvereins. Er hat im Frühjahr die Diagnose ADHS bekommen.
Er hat Spaß an Fußball und möchte gerne dorthin. Er hat jedoch seit Anfang an Probleme, aktiv am Spielgeschehen teilzunehmen. Wenn er zu Hause mit mir im Garten spielt, geht er in einen Zweikampf, versucht mir den Ball abzunehmen, nimmt auch mal einen Ball an und geht ins Dribbling.
Im Training und in den Spielen mit den Kindern ist es leider so, dass er zwar auf dem Platz steht aber irgendwie blockiert ist. Er hat Angst und ist superzurückhaltend. Wenn ein Gegenspieler mit dem Ball auf ihn zukommt, lässt er diesen vorbeilaufen ;). Er hat Spaß am Spiel bzw. möchte gerne zum Fußball, das sagt er auch selbst nachdem wir ihn Alternativen angeboten haben.
Habt ihr eine ähnliche Situation vielleicht ebenfalls schon erlebt und habt ggf. Tips?
Hat dein Sohn selbst mit der Situation ein Problem?
Was meint denn der Trainer?
Solange er Spaß beim Spiel hat und gerne dabei ist, soll er einfach machen. Er wird halt kein guter Spieler, aber das ist doch auch nicht wichtig. Er will Fußball spielen und ihm dürfte es nichts ausmachen, dass er teils blockiert.
Ansonsten kann wohl am ehesten der Trainer Tipps geben, denke ich.
Ich habe wo ich klein war auch für mein Leben gerne Fußball gespielt. Leider hat es bei mir für den Verein auch nicht gereicht weil ich zu hyperaktiv bzw abwechselnd zu verträumt gewesen bin. War auf dem Hof auch immer besser als im Training im Verein. Aber dein Kind ist ja erst 7 das kann ja auch noch werden. Sprich Mal mit dem Trainer,die sind eventuell empathischer als die Bollos bei uns im Osten in den 90ern:) Ich wünsche euch das es für dein Kind zufrieden stellend klappt!
Ich weiß nicht, ob der Tipp beim Fussball hilft. Aber ich habe immer schlecht gefangen. Bis mir jemand sagte, ich solle mich 100% auf den Ball konzentrieren und nur diesen ansehen.
Ich habe unbewusst immer auf mein Gegenüber geschaut und dachte, ich könne so sehen erkennen, wo der Ball hin hingeworfen wird.
Tja, seit ich echt nur auf den Ball schaue und mich auf ihn konzentriere, fange ich echt jeden Ball.
Klar, beim Fussball geht es komplex zu. Aber vielleicht hilft dies sich zuerst auf diese Sachen zu konzentrieren. Oder es gibt einen ähnlich einfachen Trick. Das Problem ist oft, dass man sich gar nicht bewusst ist, dass jemand es falsch macht…
mein Sohn (10, ADHS) hat zwar schon mit ca. 5 im Verein angefangen, ist aber lange im Verein mehr parallel mit dem Gegner mitgelaufen, der den Ball hatte, als dass er versucht hätte ihm den Ball abzunehmen. Das Grätschen (nicht foulen) kam erst mit ca. 8 nach 3 Jahren Verein, obwohl er im Garten mit Verwandtschaft oder auch Freunden ordentlich in die Zweikämpfe gegangen ist.
Allerdings fehlt ihm als Feldspieler immer noch ein bisschen der Überblick, wenn es hektisch wird, ich vermute zu viele Reize, die zu schnell verarbeitet werden müssten.
Er ist (vielleicht deshalb?) inzwischen Stammtorwart und darin recht talentiert. Als Torwart ist die Aufgabe klarer: Kasten sauberhalten und schnell rausspielen, wobei letzteres manchmal missglückt, wenn er sich nicht entscheiden kann, wen er anspielen soll, vor allem wenn die Medis nicht mehr wirken, weil Abendtraining. Aber das eigentliche Halten funktioniert gut, da ist er im Hyperfokus, egal ob mit oder ohne Medis.
Ich will damit sagen: hoffentlich hat der Trainer Geduld bzgl. Der Zweikampfvermeidung, das kommt sehr wahrscheinlich noch. Und: vielleicht ist ja Torwart auch etwas für deinen Sohn?
Sorry wenn ich hier quer rein schiesse, aber Hey Dein Kind @cmpunk85 ist gerade erst mal wie alt?, heisst wenn ich mich nicht irre?, erst 7 Jahre alt!, und dieses "junge Alter" Deines Sohnes, ist deshalb zumindest meiner persönlichen Ansicht nach, höchstwahrscheinlich sogar "der Hauptgrund" dafür, WARUM Dein Sohn nicht wie „ein Rinaldo“ auf dem Fussbaldfeld spielt!.
Der Junge braucht eben seine eigene Zeit, und wenn man ihm diese von Anfang an nimmt, sondern als Elternteil vielleicht einen zu hohen Druck und zu hohe Erwartungen aufbaut, dann kann das sehr schnell zu Versagensängsten führen.
Übersicht war für mich im Unihockey auch immer schwierig. Dann wollten Teamkolleginnen nachher noch Situationen besprechen, die man hätte anders machen können. Als hätte ich noch gewusst was ich gemacht habe. Ich war auf Autopilot und habe einfach das gemacht was gerade passierte. Mein Fokus war der Ball wegzunehmen. Dabei war ich super, aber danach wusste ich meist nicht so genau, was ich mit dem Ball machen sollte. Mich hat es weniger gestört, aber ich war auch schon 15 Jahre und aufwärts. Im Tor hätte ich niemals stehen können. Ich konnte nie verstehen, wieso man das machen möchte, da man ja dann gar nicht herumrennen darf.
Ich denke auch nicht, dass das Problem so schlimm ist, solange das Kind gerne ins Training geht und sich wohl fühlt. Wenn es das Kind aber belastet denke ich auch, dass ein Gespräch mit dem Trainer oder der Trainerin hilfreich sein könnte.
Ansonsten ist vielleicht Teamsport nicht das richtige für den Sohn einfach. Begabungen sind eben doch recht verschieden.
Solange er von sich aus aber gerne Fußball spielt und hingeht, ist das ja alles gar kein Thema.
Ich persönlich mag Teamsportarten überhaupt nicht. Ich finde sie auch nicht sozial, eher das Gegenteil. Gerade beim Fußball lernt man - was ich mitbekommen habe - vor allem, dass die Gruppe massiv Druck auf einen ausübt. Du vergeigst etwas, dann kann es sein, dass die anderen nicht gerade gut auf dich zu sprechen sind. Dazu kommt gerade beim Fußball, dass sich einzelne hervortun müssen und rausstechen und in Wirklichkeit herrscht daher am Feld eine Ellbogentaktik und Einzelkämpfertum. Verkauft wird das ganze aber als „Teamplay“ oberflächlich. Aber jeder mit nur einen Hauch einer Ahnung weiß, dass es so nicht funktioniert, wenn man ein richtig guter Spieler sein will - klar jetzt so am Anfang wird das gar nicht das Thema sein.
Mein Eindruck ist aber, dass man teils in Sportarten, wo jedeR für sich antritt, oft mehr das lernt, was man in Wahrheit unter Teamgeist versteht… aber das ist mein rein sehr persönliches Empfinden, was ich so mitbekommen habe von Fußballspielen.
Auf dem Land ist es aber oft auch mal so: Da gibt’s eben Fußball und sonst nicht mehr viel.
Ja, das mit dem “nicht herumrennen” hat ihn auch immer wieder gestört als Torwart. So mit ca. 7 Jahren ist er daher, statt Torwart in der stärksten Mannschaft zu bleiben, als Feldspieler in die schwächste Mannschaft. Aber inzwischen macht es ihm wohl weniger aus mit dem nicht Herumrennen. Wenn der Ball gerade in der anderen Hälfte ist, er also nur wenig aufpassen muss, hüpft er oft wie ein Flummi auf und ab, hängt sich ans Tor und ähnliches.