ich bin neu hier und wollte mal schauen, ob es anderen Frauen ähnlich geht wie mir. Ich bin 45, mitten in der Perimenopause, und habe vor Kurzem (endlich!) offiziell die Diagnose ADHS bekommen, nach einem Leben lang „ich bin halt so“.
Dazu kommt, dass ich seit ein paar Monaten aus einer ziemlich heftigen Erschöpfungsdepression bzw. einem Burnout komme, nehme aktuell Sertralin und bin seit etwa 14 Wochen unter HRT.
Ich frage mich gerade echt viel: Wie viel von dem, was ich fühle, kommt vom ADHS, wie viel von den Hormonen, wie viel von der Depression, und ob es da überhaupt eine klare Trennung gibt.
Gibt es hier Frauen, die auch erst spät (in der Perimenopause) ihre ADHS Diagnose bekommen haben und zusätzlich mit Depression oder Burnout zu kämpfen hatten? Würde mich riesig freuen, von euren Erfahrungen zu hören, gerade auch, wie ihr das mit Medikamenten (Antidepressiva plus HRT plus eventuell Stimulanzien) unter einen Hut bekommen habt. Danke fürs Lesen!
Ich bin 41J Zyklusschwankungen habe ich auch schon wenn du willst kannst du in meinen Faden vorbeischauen. Ich benutze zum Beispiel meine Temperatur um ( nfp mäßig) um zu checken was der Zyklusmacht.
ja, absolut ähnliche erfahrungen gemacht und gedanken gehabt! Vor allem die Frage, was mir hilft, antidepressiva, gesprächstherapie, adhs-medikamente oder hormontherapie? vor allem, weil mich die sorgen um gesundheitliche risiken der hormontherapie umgetrieben haben. ich habe mich ausführlich informiert, mir zeit gelassen, gespräche geführt und bin jetzt bei beidem, elvanse und hormontherapie. der ganze prozess, bis ich mich „eingestellt“ gefühlt habe, hat etwa 2 jahre gedauert. heute geht es mir mit der kombi deutlich besser. es ist nicht alles gut, aber besser. es hat sich gelohnt. für mich war vor allem wichtig, eine gute entscheidungsbasis zu haben, d.h. eindeutige diagnose inkl. externer prüfung, vielfältige informationsquellen und zeit, darüber nachzudenken. und natürlich dieses forum hier <3
ADHS ist das, was am Ende übrig bleibt während das andere nach und nach abheilen kann.
Das wichtigste aus meiner Sicht ist , zunächst soviel Auszeit und Ruhe wie möglich um sich erholen zu können , um sich mit den Dingen auseinandersetzen zu können und um sich nach und nach besser in allem kennenzulernen. Bestenfalls auch eine sehr langsame Wiedereingliederung um sich langsam wieder an den Alltag zu gewöhnen und auch hier seine Stolpersteine und Bedürnisse besser zu erkennen .
Perimenopause ist leider ein auf und ab wie in der Pubertät und irgendwann ist man durch und ADHS macht es wie damals schon leider komplizierter.
Leider bedarf es Geduld und zugleich die Akzeptanz dass man nicht mehr so weitermachen kann wie zuvor. Es dauert auch lange bis man sich davon wieder erholt . Bei mir ist es schon fast 10 Jahre her , neben dem was nicht mehr so gut geht wundere ich mich doch immer wieder, dass sich was wieder was verbessert.
Selbstliebe und Akzeptanz ist letztendlich das aller wichtigste Rezept in diesem ganzen HormonNeurotransmitterGewitterTanz. So wie ein kleines Kind was man beschützt und beruhigt wenn es Angst im Gewitter hat.