Starke depressive Nebenwirkungen bei Bupropion gegen ADHS

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und nachdem ich Mitte des Jahres die lang ersehnte ADHS Diagnose erhalten habe, habe ich vor 4 Tagen zum ersten mal mit einem Psychiater gesprochen. Nachdem ich meine Lebensgeschichte erzählt habe (seit einem Jahr in therapeutischer Behandlung wegen mittelschwerer Depressionen), hat er vorgeschlagen, Bupropion zu verschreiben. Ihm zufolge wird das sowohl bei ADHS als auch bei Depressionen verschrieben und das wäre ein guter Anfang.

Ich nehme das Medikament nun seit 4 Tagen und nachdem ich mich an den ersten zwei Tagen einfach nur angespannt fühlte und einen scheinbar hohen Puls hatte, hat es mich am Abend des dritten Tages komplett umgehauen. Alle depressiven Gedanken, Ängste und Selbstzweifel, die ich hatte, kamen auf einmal und ich hab praktisch die ganze Nacht geheult. Ich hab im Beipackzettel gelesen, dass depressive Stimmung gelegentlich als Nebenwirkung auftreten können. Aber das war schon echt heftig. Im Laufe des vierten Tages wurde es nicht besser und ich war immer noch niedergeschlagen und habe meinen Kommilitonen die Ohren mit meinen Lebensängsten vollgeheult. Mir war den ganzen Tag schlecht, hatte Bauchschmerzen und konnte kaum was essen, ohne dass mir alsbald übel wurde. Ich schreibe den Text hier gerade am späten Abend des vierten Tages und übernachte bei einem sehr guten Freund, da ich Angst hatte, allein zu schlafen (wenn ich denn dann mal einschlafen kann).

An alle die, die schonmal Bupropion genommen haben: Hattet ihr auch so starke Nebenwirkungen, sind diese dann irgendwann verflogen? Ich will einfach nur, dass es aufhört, aber will ohne Rücksprache mit meinem Psychiater das Medikament nicht absetzen. Mein nächster Psychiatertermin ist erst in über einem Monat. Vielleicht wirds ja besser. Meine Kommilitonen und mein Psychotherapeut sagen, dass ich vielleicht erstmal abwarten soll, obs nicht besser wird.

Was meint ihr? Vielen Dank schonmal für das Lesen des Textes. Ich musste das gerade einfach mal niederschreiben weil ich nicht weiß an wen ich mich noch wenden soll.

Ich geb das mal mit.

Hattest du mal im Forum in die Suchfunktion ‚Nebenwirkungen Bupropion‘ getippt, da dürfte einiges kommen

Ich hab immer wieder gelesen das die Anfangszeit sehr anstrengend sein muß und ich aber öfter gelesen habe, daß sich durchhalten lohnen würde/ solle

Vielleicht hilft das schon mal bis morgen und Antworten mit Erfahrungen kommen

Nicht absetzen!

Es ist bekannt, dass Antidepressiva die depressiven Symptome zu Beginn verstärken können. Mich wundert, dass dein Arzt dich nicht vorgewarnt hat.

Bupropion erfordert etwas Geduld. Positiv spürbar ist es nach etwa zwei Wochen in Bezug auf Antrieb und Energie. Die eigentliche antidepressive Wirkung beginnt nach etwa vier Wochen. Und erst nach sechs Wochen kann dein Arzt beurteilen, ob die Dosis angepasst werden sollte.

Du solltest trotzdem, auch wenn der Termin noch hin ist, deinem Arzt über die negativen Nebenwirkungen Bescheid sagen.

Ich spreche hier nur über Bupropion als Antidepressivum. In Bezug auf ADHS ist die Wirkung marginal. Dahinter steckt die Idee, dass es chemisch den ADHS-Stimulanzien ähnelt. Hat sich aber leider nicht bestätigt bzw. man müsste es in sehr hoher Dosierung (ab 400mg) nehmen.

Trotzdem ist es sinnvoll, dass erstmal die Depression unter Kontrolle ist, bevor ADHS an sich behandelt wird.

Stimmt typisch Antidepressiva müssen erst einen Wirkspiegel aufbauen weshalb es immer so langwierig ist und viel Kraft fordert bis es einem damit gutgehen soll

Danke für eure hoffnunsvollen Worte. Heute sind die Bauchschmerzen und die Übelkeit weniger ausgeprägt und ich denke mir geht es etwas besser. Ich hab vor ca. 1:30h wieder Bupropion genommen, also mal schauen, was der Tag bringt…

Hallo Lukers,

Bupropion ist ein Antidepressivum und kein ADHS-Medikament. Daher ist es jedenfalls für die ADHS-Behandlung (!) kein „guter Anfang“.

Es stimmt zwar, dass Geduld erforderlich ist, um die Wirkung von Bupropion zu beobachten. Aber eine nennenswerte Wirkung auf ADHS ist mit Bupropion alleine gar nicht zu erwarten.

Daher hätte ich an deiner Stelle diese Geduld nicht. Du hast seit Monaten die Diagnose und erhoffst dir endlich eine wirksame Medikation. Mich macht so etwas wütend.

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30 % aller behandlungsresistenten Depressionen lag ein bis dahin unerkanntes ADHS zugrunde.
Behandlung war durch Stimulanzien erfolgreich, nicht durch Antidepressiva.
Bupropion ist ein Antidepressivum, das in Dosen ab 300 mg auch ADHS-wirksam ist (aber schlechter als Stimulanzien, Atomoxetin und Guanfacin).
Dein Arzt zäumt das Pfernd meiner Ansicht nach von hinten auf…

Hallo Lukers,

ich hoffe, dein fünfter Tag mit Bupropion war etwas besser!

Ich nehme an, du nimmst die Einstiegsdosis, 150?

Ich habe zwei Bupropion-Versuche hinter mir und gebe mal meine Erfahrung zum Besten, wenngleich sie sich mit deiner erstmal nicht deckt.

Vor allem am Anfang machte es mächtig Antrieb - weit, weit stärker, als es Methylphenidat und Amphetamin bei mir jemals vermochten. Ich habe lange To-do-Listen abgearbeitet, mich auf alles unangenehme und lang aufgeschobene gestürzt, noch die ödeste Aufgabe war nicht öde genug, um sich meinem Tatendrang zu entziehen.

Obendrein wirkte es sehr spürbar antidepressiv, (die Wirkung brauchte auch nicht 4-6 Wochen) und reduzierte die Lust auf alkoholische Getränke auf Null. Das alles ohne hässliche Rebounds oder Zickigkeiten wie zweite Dosis.

Leider war es trotzdem beide Male nur ein kurzes Vergnügen, denn zu den nicht so prickelnden Wirkungen gehörte u.a. eine sehr sonderbare Form von gerechtem Zorn, der sich in wiederholten Wutausbrüchen in der Öffentlichkeit entlud, die ins Bizarre gingen. Ich habe es deswegen und wegen ein paar weiterer Nebenwirkungen jeweils nach ca. 2 Monaten wieder abgebrochen. Trotzdem trauere ich dem Medikament etwas nach, denn nichts anderes hat die nervige Prokrastination jemals so restlos aufgehoben.

Berichte doch mal, wie es dir damit weiter ergeht.

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Hallo Lukers,
schade dass du so starke Nebenwirkungen hast.
ich verfolge hier immer ein bisschen die Beiträge über Bupropion und wundere mich jedes Mal, wie unterschiedlich die Wirkung ist.
Ich hatte auch Bupropion als erstes Medikament als Kompromiss, bevor ich die endgültige ADHS-Diagnose hatte, und es war super! Vom ersten Tag an wahnsinnig viel Antrieb, eine fantastische innere Ruhe die ich noch nicht kannte, mehr emotionale Stabilität, und der Nebel im Kopf war sehr schnell weg. Dadurch konnte ich in Gesprächen viel besser folgen und schneller und adäquater reagieren; das war toll!!!
Es war wie Urlaub von mir selbst. Etwas unbeherrschter war ich auch, aber das bin ich sonst eher zu wenig. Ausser Schlafproblemen hatte ich auch kaum NW.
Die Wirkung liess nach 3-4 Wochen schnell nach, und das ganze Spiel wiederholte sich mit der höheren Dosis (300 mg); wieder alles toll für 4 Wochen.
Die antidepressive Wirkung sollte eigentlich erst nach einigen Wochen zu spüren sein, da kann ich nicht viel zu sagen.
Bupropion ist wie die Stimulantien auch ein Dopamin-/Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, wirkt aber, wenn ich mich richtig erinnere, nicht auf exakt die gleichen Hirnregionen .
Jedenfalls wirkt es anscheinend auf die Hirnregionen, die ich am dringendsten brauche, super.
Im Urlaub nehme ich es oft wieder , weil es kein BTM ist und es klappt jedesmal wieder für 2 Monate, ohne unangenehmes Anfluten, ohne lästigen Rebound wie bei den Stimulantien, mittlerweile auch ohne Schlafprobleme…
In den USA wird es auch manchmal zur ADHS-Therapie eingesetzt, aber wohl in deutlich höheren Dosen als hier zugelassen, wobei die Gefahr gefährlicher Komplikationen zunimmt.

Fazit: im Gegensatz zu vielen anderen hier habe ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht, nur leider wirkt es nicht auf Dauer.

Wenn ADHS bei dir sicher ist, und du so stark reagierst, wäre wahrscheinlich eine Eindosierung mit Stimulantien besser, bei vielen verschwinden darunter auch die vermeintlich depressiven Symptome. Ansonsten kann man mit klassischen Antidepressiva kombinieren. Vielleicht hast du ja eins, von dem du weisst, dass es wirkt?

Lg und viel Glück :four_leaf_clover:

Also, ich denke dass es mir besser ging, aber immer noch nicht so prickelnd. Die depressiven Gedanken waren immer noch da, wenn auch nicht so stark im Vordergrund wie am Tag davor. Nervosität und Angespanntheit waren auch noch da. Abends nimmt es spürbar ab. Ich konnte etwas mehr essen als davor, wenn auch nicht viel. Bauchschmerzen und Übelkeit haben auch etwas abgenommen.

Ja, ich nehme gerade die Einstiegsdosis von 150mg. Gerade vor 10min hab ich erneut eine Tablette genommen.

Viele Stimmen hier klingen ja so, als würde das Medikament gegen ADHS gar nicht helfen. Das macht mir etwas Sorgen, aber dennoch will ich es irgendwie eine Chance geben. Ich habe mir vorgenommen, wenn es mir heute bis 14 Uhr nicht sonderlich besser geht, möglichst noch vor Weihnachten einen Termin bei meinem Psychiater zu bekommen und ihm meine Probleme zu schildern. Ich habe bisher nie den Eindruck gehabt, Antidepressiva zu brauchen, deshalb hat mich das auch ein wenig verwundert, ein AD verschrieben zu bekommen.

Nein, leider nicht. Ich habe mich bisher nie getraut, so etwas ohne ärztlichen Beirat zu nehmen.

Ich dachte, du seist seit einem Jahr wegen Depression in Behandlung. Worin hat die denn bisher bestanden?

Ich habe an AD so einiges hinter mir, wenn du dich darüber austauschen möchtest, gerne. Auch Stimulanzien können (gerade bei ADHS) antidepressiv wirken, kann aber auch nach hinten losgehen.

Abbruch einer Therapie schon nach wenigen Tagen ist für klassische Antidepressiva sehr früh. Ich weiß aber, wie lang sich selbst zwei Wochen anfühlen können, wenn man sich mit einem Medikament elendig fühlt, also ich fühl da mit dir.

Also ich habe seit ca einem Jahr einen Psychotherapeuten, den ich wöchentlich treffe. Erst auf probatischer Basis, dann fest als Therapie.

Was mir Sorgen macht, ist, dass meine Symptomatik bei keinem Beitrag oder Bericht von anderen Personen so ausgeprägt war. Kennst du Menschen, die ähnlich starke Symptome hatten wie ich? Danke für dein Mitgefühl.

Hast du mal in die Erfahrungsberichte auf Sanego geschaut? Als ich es damals genommen habe, fand ich dort u.a. einen, der anfangs durch ein bitteres Tal der Tränen ging, aber die Zähne zusammen gebissen hat und seitdem offenbar drauf schwört als “sein Medikament”.

Nicht, dass ich dich damit in die eine oder andere Richtung beeinflussen will. Nur du weißt (in Rücksprache mit deinem Arzt), wieviel du aushältst.

Hallo Lukers,

ich habe 3 Jahre lang Bupropion genommen wegen meiner Depression. Zuerst 150mg später 300mg. Nach den ersten Pillen mit 150mg hat sich wenig getan. Mit 300mg wurde meine Laune besser. Es braucht halt ein paar Tage bis ein wirksamer Wirkstoffspiegel erreicht ist. Das wurde über eine Blutpobe verifiziert. Bupropion hat mir insofern geholfen, dass ich keine emotionalen Tiefs mehr hatte. Auf einer Skala von -5 bis +5 kam ich von -4 in den Bereich von Null.

Nebenwirkungen hatte ich keine. Ich habe bewusst auch nicht darauf geachtet, ob es welche gibt. Womöglich hätte ich Nebenwirkungen unbewusst ausgelöst, nur weil darauf achte …..

Nach meiner ADHS-Diagnose vor 5 Monaten habe mit ADHS-Medikamenten angefangen und Bupropion abgesetzt. Das ging problemlos ineinander über.

Meine Depression betrachte ich als Folgeerkrankung meines nie vorher behandelten ADHS. Meine ADHS-bedingten Misserfolge (gute Vorsätze nicht umgesetzt, wichtige Termine vergessen, massenhafte Schusseligkeiten, dann auch Suizidgedanken, und, und, und,) haben die Depression ausgelöst. Mit ADHS-Medikamenten sind die Depris verschwunden. Jetzt wo ich weiß, dass die derimierenden Ereignisse nicht meine Schuld waren - sondern meine Gehirn machte, was ES wollte, habe ich keinen Grund mehr traurig zu sein.

Ich habe erst später zu meinem großen Staunen gelesen, dass Bupropion als Medikament vorgeschlagen wird, wenn sowohl Depression als auch ADHS vorliegen. Ob es für mein ADHS hilfreich war, wage ich in der Rückschau zu bezweifeln.

Sollte ich nochmal - warum auch immer -in ein länger anhaltendes emotionales Loch fallen, würde ich Bupropion wieder nehmen auch parallel zu den ADHS-Medikamenten.

Ich wünsche dir viel Erfolg
Iwan

ChatGpt ist zwar nicht 100% zuverlässig , aber ich hänge hier einen Teil einer Antwort an:

:red_question_mark: Warum hilft Bupropion bei ADHS manchmal – aber oft nicht ausreichend?

  • verbessert Grundaktivierung

  • hilft bei:

    • depressiver Komorbidität

    • Antriebsmangel

  • reicht nicht, um:

    • Impulsfilter

    • Belohnungsaufschub

    • Handlungskontrolle zu normalisieren

ausführlichen 0

Und liess das dann auch mit der höheren Dosis nach 3, 4 Wochen wieder nach?

Teilweise. Beim ersten Versuch hab ich es ganze 4 Monate genommen: Antrieb und eine gewisse emotionale Stabilität sind weitgehend geblieben. Allerdings die anfangs verringerten sozialen Ängste, bessere Verarbeitungsgeschwindigkeit, und damit viel bessere kommunikative Fähigkeiten haben nachgelassen, BrainFog hat wieder zugenommen.
Für einen reinen Placeboeffekt halte ich die Wirkung für zu reproduzierbar, weil es vom Verlauf her jedesmal wieder sehr ähnlich ist. Könnte aber natürlich auch sein.
Denke, die Spiegelbilduung und damit Dauerstimulation führt einfach zu einer Up-/oder Downregulation der entsprechenden Rezeptoren.
Aber ab und zu -im/nachh dem Urlaub- habe ich damit die Option, BPR mal 2 Monate zu nehmen, da ich mich damit bisher am wohlsten von allen Medis gefühlt habe…
Lg :blush:

Hallo nochmal,
da es mir gestern nicht sonderlich besser ging, hab ich Worten Taten folgen lassen (was bei mir nicht so oft vorkommt) und habe mir einen Dringlichkeitstermin für heute um 9:15 Uhr geben lassen. War auch nötig, denn ich habe diese Nacht quasi gar nicht schlafen können weil mein Puls so dermaßen hoch war. Kurzum: Mein Psychiater hat mir das Medikament abgesetzt weil meine geschilderten Depressionen und Panikmomente dann wohl doch zu heftig waren. Stattdessen habe ich heute für die Feiertage Promethazin und Mirtapazin verschrieben bekommen, die mir bei meiner Panik, Übelkeit und Nicht-Schlafen-können helfen sollen. Und zumindest bei Promethazin war die Wirkung nach ner ca. halben Stunde schon spürbar. Ich hatte nicht mehr so eine hohe panische Angespanntheit und Nervosität. Übel war mir auch nicht mehr und ich habe heute zum ersten mal wieder einigermaßen eine Mahlzeit zu mir nehmen können. Mit Mirtapazin muss ich mal heute abend gucken.

Der nächste Termin ist in etwas mehr als nem Monat. Der Psychiater hat mir allerdings schon verraten, dass Bupropion ja verwandt mit Ritalin/Elvanse ist, da Amphetamin, und ich wahrscheinlich bei einer Verschreibung von Ritalin noch panischer und depressiver werden würde. Das finde ich ein wenig schade, ich würde es wenigstens mal versuchen wollen. Ritalin und Elvanse sind ja schließlich im Gegensatz zu Bupropion kein Spiegelmedikament, oder? Denke, das werde ich dem am nächsten Termin auch so sagen, aber fürs erste bin ich erst einmal froh, dass ich das Bupropion hinter mir habe, das war echt keine gute Zeit.

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Hallo,

ich bin leider voreingenommen, aber es liest sich für mich so an, dass der Psychiater einen Weg sucht, dir schon den Versuch mit Stimulanzien auszureden.

Schon dass er dir nicht gleich ein Stimulans verordnet hat - was soll das? Du hast eine ADHS-Diagnose, du möchtest ein ADHS-Medikament, und was macht er? Gibt dir ein Medikament, was allenfalls ergänzend bei ADHS wirkt. Und das nachdem du Monate auf den Termin gewartet hast.

Lass dich mal nicht beirren und bestehe darauf, Stimulanzien auszuprobieren, und zwar in aller Ruhe in verschiedenen Dosierungen und wenn nötig verschiedenen Zubereitungen.

Parallel halte die Augen offen nach einer anderen Psychiaterin, weil es gut sein kann, dass dieser Arzt dir gar nicht helfen will.

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Der Thread ist schon ein paar Monate alt, aber genau das machen viele NICHT.

Oftmals steigt der Antrieb vor der Stimmung. Durch den gesteigerten Antrieb steigt die Bereitschaft sich was anzutun und genau dann passieren Suizide (oder Versuche).

Vor Jahren hat mein Hausarzt mir auch einfach nur anti depressive aufgeschrieben, obwohl ich Suizidgefahrdet war und das auch gesagt habe.

Ohne Warnung, ohne Hinweis.

Ich selber nehme seit heute Bupropion. Ich hab letztes Jahr die Diagnose bekommen, aber auch rezidivierende Depressionen.

Und das soll ja bei beidem helfen.

Mein Psychiater hat das aber auch mit keinem Wort erwähnt (war der erste Termin dort, 6 Monate Wartezeit…).

Nur dass ich evtl. Bauchschmerzen, verringerten Appetit, Blähungen und Kopfweh bekommen könnte.

Mein Psychiater hat es damit begründet, dass beim anklingen der ADHS Medikamente der rebound sehr heftig sein kann, wenn man sowieso schon unter Stimmungsschwankungen und Depression leidet.

Daher erstmal Bupropion um die Stimmung zu stabilisieren, viele brauchen dann anscheinend auch keine extra Stimulanzien mehr, aber in meinem Fall sagte er auch, dass wir schauen wie es wirkt und dann evtl. im späteren Verlauf noch Stimulanzien dazu nehmen, wenn die Stimmung stabiler ist aber die ADHS Symptome noch immer stark.

Vor dem Termin hatte ich auf Elvanse gehofft, da dies anscheinend, so wie ich gelesen habe, sanfter abklingt und länger und gleichmäßiger wirkt und daher keinen so starken rebound hat wie Methylphenidat.

Aber ich hab dem Facharzt nun einfach erstmal vertraut und schaue was bei mir jetzt unter Bupropion passiert.

Ich hatte zuletzt die stärkste depressive Episode sie sich seit sicher 10-12 Jahren hatte. Daher denke ich, dass ein Antidepressiva durchaus erstmal Sinn machen kann (sowieso da es sich auch auf die ADHS auswirken soll).