seit meiner Diagnose vor 3,5 Jahren habe ich leider kein Glück mit den Stimulanzien. Habe alle gängigen vorschriftsmäßig ausprobiert und nie wirklich eine Besserung (i.S. von mehr Fokus o.ä.) verspürt.
Ich schwanke zwischen “‘Weiter einnehmen” (da ich meine, manchmal einen Hauch von Wirkung zu spüren) und “Weglassen” (da ich fast glaube, ein Non-Responder zu sein).
Es ist nicht so, dass ich die Stimulanzien - aktuell Elvanse - nicht spüren würde. Ich spüre (ab ca. 35 mg) eine verstärkte innere Unruhe, Brustenge, beschleunigten Herzschlag und eine Art “Luftnot” - das ständige Bedürfnis, tief Luft zu holen.
Das ist echt unangenehm.
Ich weiß, dass diese unerwünschten Symptome durch Stimulanzien hervorgerufen werden (können).
Dosiere ich zu hoch oder gehört das “einfach dazu” ?
Meine Frage an euch:
Hat jemand diese unerwünschten Effekte auch und spürt GLEICHZEITIG mehr Fokus u.ä. Verbesserungen?
Einfach mal um 10 mg erhöhen und schauen obs weg geht. Unterdosiert ist oft schlimmer als überdosiert dann bist du eher paralysiert, roboterhaft, prlkrastinierst oder meistens bei Überdosierung
Bei vielen Unterdosierungen kommen Probleme mit Muskelkrampfen,auch dieses Luftschnappen ist ja eine Missempfindung ggf. Fehlsteuerung
Unterdosiert kann auch stark die Psyche belasten
Jeder reagiert ja anders aber diese Luftschnappen, Herzrasen etc. Ist in letzter Zeit min 4 mal Thema gewesen => schein dann doch öfter bei Elvanse aufzutreten.
Such mal über die Suchfunktion.
Im Zweifel nur Elvanse Luftnot/Luftschnappen oder Elvanse und Herzrasen
danke für deinen Tipp, werde ich mal ausprobieren.
Koffein lasse ich ehrlicherweise nicht weg, da ich ein echter Kaffee/Koffeinjunkie bin…
Aber ich nehme die Medis erst ca. 4 Stunden nach der Tasse Kaffee (ist auch nur eine!) ein, in der Hoffnung, dass dann viel von dem Koffein schon wieder abgebaut ist (?).
Ehrlicherweise hast du sie nicht „vorschriftmäßig“ ausprobiert, wenn du währenddessen weiter Koffein konsumierst, und sei es noch so wenig. Zumindest während der Eindosierung sollte man das komplett weglassen, sonst braucht man sich über solche Nebenwirkungen nicht zu wundern.
Hast du denn mal versucht, den Koffein wegzulassen?
Ich war bis zur Einnahme von Elvanse auch ein kompletter Koffeinjunkie. Ohne Koffein kam ich gar nicht erst in die Gänge, habe jeden Tag min. 250 mg Koffein zu mir genommen. Koffeinkonsum war quasi Teil meiner Persönlichkeit.
Mit dem ersten Tag von Elvanse habe ich von einem Tag auf den anderen komplett auf Null reduziert. Und ich habe es nicht eine Sekunde lang vermisst! Ich bin jetzt auch ohne Koffein fit und wach genug für den Tag.
Wenn es am Kaffeegeschmack liegt, funktioniert vielleicht auch koffeeinfreier Kaffee?
Einfache Antwort: ja, ich habe das auch und es ist imho je nach Person und Dosierung normal.
Ich benötige halt auch schon mind. LDX (Elvanse) 70mg damit mein ADHS merklich besser wird.
Aber die physiologischen Nebenwirkungen dieses Medikaments steigen mit der Dosis m.E. auch.
Also wenn man eine gewisse Dosis braucht gegen die Symptome, kann es leider sein, dass man entsprechend auch Nebenwirkungen hat.
Da sollte man dann schauen ob die Vorteile des Medikaments oder der Dosis überwiegen.
Okay, dass du keine positiven Wirkungen gegen das ADHS hast, sondern nur Nebenwirkungen ist nicht so optimal.
Habt ihr (dein Facharzt und du) denn Mal probiert höher zu dosieren um zu schauen ob dann eine ausreichende Wirkung Eintritt?
Also 50mg ausprobieren und dann ggf. 70mg.
Natürlich nur in Abstimmung mit dem Arzt.
Und weil es ein häufiges Thema ist: Finger weg vom Koffein, parallel zur Medikation!
Das kann ich nur wärmstens empfehlen.
Wenn ich 30mg Elvanse nehme und einen starken Kaffee trinke, dann habe ich keine wirkliche Wirkung gegen ADHS, aber dafür innere Unruhe und Pulsschlag jenseits von gut und böse.
Dagegen wirken die 70mg Elvanse bzw. LDX ordentlich gegen das ADHS und ohne Koffein sind die Nebenwirkungen geringer als 30mg + Koffein.
danke für deine Antwort, das ist echt interessant!
Ja, ich hatte damals in Absprache mit meinem Psychiater langsam hochdosiert. Bis 60 mg. Dann waren die Nebenwirkungen unerträglich (war stundenlang gefühlt nahe an einer Panikattacke).
Auch die höheren Dosen haben leider keine Linderung der ADHS-Symptome gebracht.
Bei den anderen Stimulanzien war es übrigens die gleiche Dramaturgie…
Okay, das mit dem Kaffee habe ich ehrlicherweise nur halb beherzigt, indem ich erst ca. 4 Stunden nach dem Kaffee die Elvanse genommen habe. Aber vielleicht war dann immernoch zu viel Koffein im Blut..?
da hast du natürlich recht mit dem Koffein.. Ich hatte darauf spekuliert, dass 4 Stunden nach dem Kaffee nur noch wenig Koffein im Blut ist und ich dann “getrost” die Elvanse nehmen kann.
Die Eindosierungen von MPH und LDX liefen ziemlich ähnlich: Über Wochen langsam hochdosiert ohne (nennenswerte) Wirkung , und ab einer gewissen Dosis zunehmend unangenehme Reaktion des Sympathikus…
Bei MPH habe ich auf ausreichendes Essen geachtet, bei Elvanse muss ich das ja nicht.